St. Patrick’s Cathedral (Dublin)

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St. Patrick’s Cathedral mit Saint Patrick’s Park

St. Patrick’s Cathedral (offiziell: The National Cathedral and Collegiate Church of Saint Patrick, Dublin; irisch Ardeaglais Naomh Pádraig, Ausspr. /ˈɑrdˌagəlis´ ˌneːv ˈpɑrig´/) in Dublin, Irland, ist die größere der beiden Kathedralen der Church of Ireland in der Stadt. Erstaunlicherweise ist nicht sie Sitz des Bischofs, sondern die etwas kleinere Christ Church Cathedral.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kirche war ursprünglich eine kleine Holzkapelle, die nahe einer Quelle stand, an der angeblich St. Patrick um 450 bekehrte Gläubige getauft hat. Ungefähr im Jahre 1191, während der Bischofszeit von John Comyn (Erzbischof von Dublin), wurde die ursprünglich außerhalb der Mauern von Dublin aus Holz gebaute keltische St. Patrick’s Church zu einer Kathedrale. Ein Großteil des heutigen 91 m langen Gebäudes, Irlands größte Kirche, wurde bereits zwischen 1191 und 1270 erbaut. Der 43 m hohe Hauptturm (Minot-Turm) wurde 1370 unter dem Erzbischof Minot restauriert und erhielt im 18. Jahrhundert seinen Turmhelm.

Im Laufe der Zeit verkam die Kirche allerdings immer mehr und brannte schließlich aus, so dass eine größere Sanierung in den 1860er Jahren notwendig wurde, die von Sir Benjamin Guinness finanziert wurde. Aufgrund dieser Sanierung stammt ein Großteil der Mauern und Verzierungen aus dem viktorianischen Zeitalter. Diese Umbauten waren für den Erhalt der Kathedrale notwendig – jedoch wurde es versäumt den Umbau zu dokumentieren, so dass heute wenig bekannt ist, welche Teile des Gebäudes noch ursprünglich aus dem Mittelalter stammen.

Die St. Patrick’s Cathedral galt im Gegensatz zur Christ Church Cathedral, die von den Engländern genutzt wurde, lange Zeit als Kirche des Volkes.

Während des Aufenthalts von Oliver Cromwell in Dublin nutzte dieser das Kirchenschiff als Stall seiner Pferde.

In ihrer langen Geschichte trug die Kathedrale viel zum irischen Leben bei. Der Schriftsteller und Satiriker Jonathan Swift (Autor von Gullivers Reisen), war von 1713 bis 1745 Dekan der Kathedrale. Sein Grab und die Grabinschrift können hier besichtigt werden.

Von 1783 bis zur Abspaltung der Church of Ireland 1871 diente die Kathedral als Chapel of the Most Illustrious Order of Saint Patrick. Die heraldischen Flaggen dieser Zeit hängen noch heute im Kirchenschiff.

Heutzutage finden in der Kathedrale noch diverse öffentliche nationale Feierlichkeiten statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Grabmal der Familie Boyle

Das Grabmal aus dem 17. Jahrhundert widmete Rochard Boyle, Earl of Cork, seiner zweiten Frau Katherine.

Weitere Grabmäler

Swift-Ecke

Hier werden diverse Schriften von Jonathan Swift aufbewahrt. Neben seinem Grab und dem seiner Frau Stella finden sich hier unter anderem ein Bücherschrank mit der Totenmaske des Schriftstellers.

Die Tür mit dem Loch

Am Westende des Kirchenschiffs befindet sich eine Tür mit einem Loch darin, die auf eine Fehde zwischen den Lords Kildare und Ormonde zurückgeht (1492). Ormonde hatte hier Zuflucht gefunden und nach Beilegung des Streits schnitt Kildare ein Loch in die Tür, um seinem Widersacher die Hand zu reichen.

Orgel[Bearbeiten]

Blick auf den Spieltisch

Die Orgel wurde 1902 durch die Orgelbaufirma Henry Willis and Sons erbaut, unter Einbeziehung von Pfeifenmaterial der Vorgängerorgel von 1697, die von Renatus Harris erbaut worden war. 1963 wurde das Instrument geringfügig verändert, und die ursprünglich pneumatischen Trakturen durch elektropneumatische Trakturen ersetzt. Es wurde zuletzt 1994 durch die Orgelbaufirma Harrison & Harrison restauriert.[1] Die Orgel hat 64 Register auf vier Manualen und Pedal.[2]

I Chorwerk C–
Stopped diapason 8'
Dulciana 8'
Gemshorn 4'
Flauto Traverso 4'
Nazard 22/3'
Blockflute 2'
Tierce 13/5'
Larigot 11/3'
Cymbel II
Cremona 8'
Tremulant
II Hauptwerk C–
Double diapason 16'
Open diapason I 8'
Open diapason II 8'
Open diapason III 8'
Open diapason IV 8'
Claribel 8'
Principal 4'
Flute harmonique 4'
Twelfth 22/3'
Fifteenth 2'
Mixture III
Mixture III
Trumpet 8'
Trombone 16'
Trumpet harmonique 8'
Clarion harmonique 4'
III Schwellwerk C–
Double diapason 16'
Open diapason I 8'
Open diapason II 8'
Lieblich gedeckt 8'
Salicional 8'
Vox angelica 8'
Gemshorn 4'
Flagelot 2'
Mixture III
Mixture II
Horn 8'
Hautboy 8'
Tremulant

Trombone 16'
Cornopean 8'
Clarion 4'
IV Solowerk C–
Gamba 8'
Flute 8'
Concert flute 4'
Sesquialtera II 22/3'
Clarinet 8'
Orchestral oboe 8'
Tremulant

Double tuba 16'
Tuba 8'
Octave tuba 4'
Pedalwerk C–
Double diapason 32
Open diapason I 16'
Open diapason II 16'
Violone 16'
Bourdon 16'
Octave 8'
Violoncello 8'
Bass flute 8'
Super Octave 4'
Octave flute 4'
Mixture III
Contra Posaune 32'
Bombarde 16'
Clarion 8'
  • Koppeln: I/II, III/I, III/II, IV/I, IV/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P; III/III und IV/IV jeweils als Suboktavkoppeln

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ausführliche Informationen zur Geschichte der Orgel
  2. Zur Disposition (PDF; 34 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Patrick's Cathedral, Dublin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

53.339444444444-6.2713888888889Koordinaten: 53° 20′ 22″ N, 6° 16′ 17″ W