St. Quintin (Mainz)

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St. Quintin

Die Kirche St. Quintin in Mainz ist die Pfarrkirche der ältesten nachgewiesenen Pfarrei der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Ursprünge der Pfarrei gehen vermutlich noch auf die Zeit der Merowinger, dafür spricht das Patrozinium des Hl. Quintin, welches später fast in Vergessenheit geriet. Um 815 wurde St. Quintin erstmals urkundlich erwähnt. Später befand sich bei der Kirche der erste innerstädtische Pfarrfriedhof. Es wird als sicher angesehen, dass St. Quintin bereits im 8. Jahrhundert bestand. Im 7. und 8. Jahrhundert hatte in Mainz eine umfangreiche Kirchenbautätigkeit eingesetzt.

St. Quintin ist in seiner Geschichte immer Pfarrkirche gewesen. Heute bildet sie zusammen mit der Domgemeinde St. Martin die Pfarrei Dom St. Martin und St. Quintin. Der Dompfarrer ist seither auch immer Pfarrer von St. Quintin.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt, die Mauern blieben jedoch erhalten. Die Rekonstruktion und Renovierung begann sofort, schon 1948 konnte die Kirche wieder genutzt werden. Ende der 60er erfolgten die Arbeiten am Äußeren und am Glockenturm. Dieser blieb jedoch weiterhin mit einem Notdach versehen. Erst 1995 wurde ein in originalgetreuer Handarbeit rekonstruierter Dachstuhl wieder aufgesetzt.

[Bearbeiten] Bau

St. Quintin vom Brand her gesehen

Der heutige Bau wurde um 1300 im gotischen Stil errichtet. Er besteht aus einem fast quadratischen dreischiffigen Hallenlanghaus (siehe auch Hallenkirche) mit drei Jochen. Das südwestlichste Joch trägt den massigen Glockenturm der Kirche, welcher bis ins 20. Jahrhundert als Feuerwache der Stadt diente, weswegen sich in ihm eine Türmerwohnung befindet. Von der Türmerwohnung aus war praktisch das ganze Stadtgebiet, des alten „hölzernen“ Mainz zu übersehen. Die Fenster der Türmerwohnung sind mit grünen Fensterläden versehen. An der Südseite der Kirche befindet sich das Portal, die östlichen und nördlichen Teile der Kirche sind vollständig umbaut. Gehalten ist das Äußere in ziegelrot mit aufgemalten Fugen.

Im Inneren finden sich wegen der schnellen Wiederbenutzbarkeit nach dem zweiten Weltkrieg auch viele Ausstattungsstücke aus anderen Kirchen der Stadt, wie zum Beispiel des große Gemälde des Franz Anton Maulbertsch an der Westwand des nördlichen Seitenschiffs, welches Mariä Himmelfahrt darstellt und ursprünglich in der Abtei Altmünster, die barocke Kanzel aus (der bei Kriegsende fast vollständig zerstörten Kirche) St. Emmeran oder die Pietà aus St. Christoph (heute Kriegsmahnmal). Die barocken Seitenaltäre stammen aus der Pfarrkirche von Mainz-Bretzenheim.

[Bearbeiten] Trivia

Der Showmaster und Schauspieler Heinz Schenk war in seiner Jugend Messdiener in St. Quintin gewesen.

[Bearbeiten] Literatur

  • J. Baum: Drei Mainzer Hallenkirchen. Fribourg, 1906
  • August Schuchert: Die Mainzer Kirchen und Kapellen. Verlag Johann Falk 3. Söhne, Mainz 1931

[Bearbeiten] Weblinks

Dompfarrei St. Martin und St. Quintin

50.0008333333338.2722222222222Koordinaten: 50° 0′ 3″ N, 8° 16′ 20″ O

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