St. Remigius (Königswinter)

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Eingangsseite von St. Remigius (2013)

St. Remigius ist eine katholische Pfarrkirche in der Altstadt von Königswinter, einer Stadt im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis, errichtet im Jahre 1780. Sie steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

St. Remigius um 1850

Ein Sakralbau ist in Königswinter spätestens in einer Besitzurkunde aus dem Mai 1144 belegt, in der Konrad III. eine Königswinterer Kapelle erwähnte, die zum Stift Vilich gehörte. Ein mittelalterlicher romanischer Kirchbau mit Chorturm[2], vermutlich aus dem 12. oder 13. Jahrhundert, wurde im Mai 1779 abgerissen. Weitere ehemals zum Stift Vilich gehörende Pfarrkirchen mit erhaltenen Chorturmanlagen finden sich noch in den Königswinterer Stadtteilen Niederdollendorf und Oberdollendorf. Neubaupläne für die Kirche St. Remigius kamen seit Mitte des 18. Jahrhunderts auf. Bereits 1731 war ein Pfarrhaus errichtet worden. Finanziert wurde das Schiff des neuen Gotteshauses aus dem Nachlass des 1754 verstorbenen Statthalters der Burggrafschaft Drachenfels, die Kosten des Kirchturms wurden aus Spenden und Darlehen der zivilen Gemeinde bestritten. Die Segnung der Kirche erfolgte nach einer einjährigen Bauzeit im August 1780. Als Architekt stand Johann Georg Leydel zur Verfügung, was durch stilistische Kriterien und Hinweisen allgemeiner Art untermauert werden kann.[3]

Das Kircheninventar wurde Anfang des 19. Jahrhunderts durch Vermächtnisse zweier Kölner Ordensgeistlicher zu Bebenhausen bereichert, die in Königswinter ihre Hauskapelle einrichteten. Im Kulturkampf war die Pfarrkirche ab 1874 für Jahre verwaist.

Bauwerk[Bearbeiten]

Kircheninneres

Die Remigiuskirche ist eine dreischiffige nach Westen ausgerichtete Hallenkirche mit einem vier Geschosse umfassenden und fensterarmen von einer geschweiften Haube gekrönten Westturm. Die Kirche, deren dreiachsige Hauptfassade durch massive Pilaster eine Gliederung erfährt, besitzt ein Walmdach. Dem klassizistischen Hauptportal ist ein Dreiecksgiebel aufgesetzt, oberhalb dessen sich eine Chronogramm-Inschrift, ein längsovales Fenster und schließlich ein Rundbogengiebel befinden. In das Langhaus sind pro Seite jeweils drei große Rundbogenfenster eingebaut, gegliedert werden sie durch Strebepfeiler. Trachytpfeiler sowie schmiedeeiserne Gitter grenzen die Kirche an einem Vorplatz von der Straße ab.

Die vier ursprünglichen 1781 angefertigten Glocken der Kirche stammen von der Glockengießerei Mabilon in Saarburg. Eine fünfte und bisher größte Glocke kam 1967 hinzu.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denkmalliste der Stadt Königswinter, Nummer A 77
  2. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen I. Rheinland, bearb. und erw. Auflage, Deutscher Kunstverlag, Berlin und München 2005, S. 844.
  3. Hermann J. Mahlberg: Der Architekt und Bildhauer Johann Georg Leydel. Ein Beitrag zur rheinischen Architekturgeschichte des 18. Jahrhunderts, Köln 1973, S. 119 ff.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Remigius (Königswinter) – Sammlung von Bildern

50.6738497.193972Koordinaten: 50° 40′ 26″ N, 7° 11′ 38″ O