St.-Wolfgangs-Kirche (Schneeberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von St. Wolfgangskirche (Schneeberg))
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blick auf die Kirche vom Gleesberg aus

Die St.-Wolfgangs-Kirche in Schneeberg zählt zu den größten Hallenkirchen der Spätgotik im sächsischen Raum. Sie entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf Teilen eines kleineren Vorgängerbaus und gilt als früher Typus eines reformatorischen Kirchengebäudes. Wegen ihres dominanten Standorts auf der Kuppe des Schneeberges, der in vergangenen Jahrhunderten für den Erzabbau aus Gruben und Stollen durchörtert worden war, wird sie auch als Bergmannsdom bezeichnet.[1] Die Gemeinde St. Wolfgang in Schneeberg besitzt die hier beschriebene Sommerkirche und die Hospitalkirche, die Trinitatiskirche am Fürstenplatz als Winterkirche. Die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Schneeberg ist mit der St. Georg & St. Martin-Gemeinde Griesbach verbunden.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Der Beschluss eines Kirchenneubaus[Bearbeiten]

Die St.-Wolfgangs-Kirche wurde auf Veranlassung des Kurfürsten Friedrichs des Weisen erbaut, der aus dem ernestischen Zweig der Wettiner stammte. Es war beabsichtigt, mit einem monumentalen Gebäude die St.-Annen-Kirche im albertinischen Annaberg zu übertreffen. Die Pläne für das neue Gotteshaus entwarfen Hans Meltwitz (auch Hans von Torgau) und Fabian Lobwasser (der später unter anderem für den Bau des neuen Rathauses der Stadt Schneeberg verantwortlich zeichnete). Die erst 1478 eingeweihte kleine Feldsteinkirche auf dem Berg musste zu Beginn des 16. Jahrhunderts wieder abgetragen werden.

Turmzugang: Der Türklopfer stammt von der ersten Feldsteinkirche.

Die Bürger, besonders die Besitzer der Bergwerke, finanzierten den protzigen Kirchenneubau dadurch, dass sie seit etwa 1480 von jedem fündigen Kux (einem Bergwerksanteil) einen Groschen an die Kirchengemeinde abführten. Der Neubau begann im Jahr 1516, als in allen deutschen Landen noch der Katholizismus verbreitet war, erst 1524 wurden die päpstlichen Bräuche abgeschafft. Die neue Glaubensrichtung wurde im Kurfürstentum Sachsen durch eine Visitationskommission zur Neuordnung des gesamten Lebens nach den Thesen Martin Luthers durchgesetzt. Auch auf die im Bau befindliche neue Stadtkirche und deren vereinfachte Ausgestaltung wirkte sich die geänderte Kirchenlehre aus. Im Jahr 1540 konnte der Sakralbau evangelisch geweiht werden.

Der Bergmannsdom zwischen 1540 und 1944[Bearbeiten]

Außer den selbstverständlichen kirchlichen Gottesdiensten, Kindstaufen, Hochzeiten und Totenmessen diente die auf den Namen des heiligen Wolfgang geweihte Kirche fortan auch für große Feiern wie einem Dankgottesdienst im Jahr 1609 anlässlich der für böhmische Einwanderer beschlossenen Religionsfreiheit oder einem Bittgottesdienst 1654 bei einer vorausgesagten totalen Sonnenfinsternis mit Weltuntergangsszenario, der dann natürlich nicht stattfand.[2]

Während der Eroberungsfeldzüge des Dreißigjährigen Kriegs unter Wallenstein erfolgten durch die Truppen des Generals Heinrich von Holk († 1633) auch Plünderungen am Inventar der St.-Wolfgangs-Kirche. Dabei wurden insbesondere die Bilder des 1539 aufgestellten Altars aus der Werkstatt der Künstlerfamilie Cranach entwendet und nach Böhmen verbracht. Der Rat der Stadt bemühte sich nach Ende der Besatzung um eine Rückführung der Gemälde, was 1649 gelang und wieder feierlich begangen wurde.[2]

Im Verlauf des 17. und 18. Jahrhunderts erhielt die Kirche eine reiche barocke Innenausstattung. In den 1670er Jahren wurde der Turm auf 72 Meter erhöht. Bei dem großen Stadtbrand von 1719 wurde der Sakralbau schwer beschädigt und auch später brannte es häufig. In den folgenden Jahrzehnten wurde also das Gebäude immer wieder repariert und in Teilen erneuert.

Massive Zerstörungen im April 1945[Bearbeiten]

Geretteter und restaurierter Taufstein aus dem 16. Jahrhundert

Zwei US-amerikanische Tiefflugbomber beschossen in der Mittagszeit des 19. April 1945 zunächst das gesamte Schneeberger Stadtgebiet und die auf der Straße befindlichen Bewohner, überwiegend mit Brandmunition. Dabei wurden auch der Dachstuhl der St.-Wolfgangs-Kirche und deren Turm getroffen. Weil nach den früheren Bränden alles Hölzerne in der Kirche mit Feuerschutzmitteln gestrichen worden war, traten erst zwei Stunden nach dem Angriff die ersten Brandnester im Gotteshaus auf. Die Einwohner riefen verzweifelt „Unsere Kirche brennt!“ und unternahmen Löschversuche. Dafür stand aber kein Löschwasser zur Verfügung, weil der Wasserdruck für die Löschtechnik nicht ausreichte. So wurden gemeinsam wenigstens wertvolle Gegenstände wie zahlreiche Bände der Kirchenbibliothek, die bereits abgenommenen Tafeln des Altars, der Taufstein und andere Ausstattungsstücke vor der Vernichtung bewahrt. Die Original-Jahn-Orgel mit ihren 3018 Pfeifen,[3] das Gestühl und die kleine Glocke wurden jedoch ein Raub der Flammen. Als sich das Feuer erst einmal durch das Gebälk gefressen hatte, wurden auch die Sandsteinsäulen und Gewölbe in Mitleidenschaft gezogen, da sie aus Material mit eingelagerten Kohlenresten (Planitzer Sandstein) bestanden, die nun ausbrannten. Außerdem entstanden giftige Dämpfe. Nach vielen Stunden stürzten die meisten Gewölbe und nach sechs Wochen auch die Emporen ein. Die Kirche war nur noch eine Ruine mit einem meterhohen Schutthaufen innen und außen.

Wiederaufbau in kleinen Schritten[Bearbeiten]

Die in Schneeberg verbliebenen arbeitsfähigen Frauen und Männer, selbst einige ehemalige Kriegsgefangene, machten sich bereits im Sommer 1945 an eine erste Enttrümmerung. So konnte in der Adventszeit 1946 in dem offenen Kirchenbau das erste Friedenskonzert stattfinden.[4]

Die Kirchenväter, die Stadtverwaltung und viele Freiwillige schlossen sich zu einem Freundeskreis St. Wolfgang zusammen, packten mit an oder spendeten für den Wiederaufbau. Sie alle sorgten dafür, dass ab 1952 eine schrittweise Rekonstruktion vorgenommen werden konnte. Wenn es irgend machbar war, setzte man historische Bauteile oder Baustoffe ein – häufig jedoch kamen neue und vor allem stabilere Materialien zum Einsatz.

Abschluss der Grundsanierung und Rekonstruktion sowie weitere Nutzung[Bearbeiten]

Nach der Wende fanden die Anstrengungen zur Sicherung und dem Erhalt des Baudenkmals mit der Altarweihe im Jahr 1996 ihr vorläufiges Ende. Alle weiteren Arbeiten zur Ausgestaltung, zur Sanierung der in den 1970er Jahren vorgenommenen Um- und Neubauten oder zur Erneuerung (zum Beispiel der Kirchenbeleuchtung) können unabhängig voneinander langfristig realisiert werden.

Das Gotteshaus dient wieder voll der Kirchgemeinde, seine Orgel wird außerdem gern für größere Konzerte genutzt. – Die Kirche kann täglich tagsüber kostenlos besichtigt werden. Führungen und Turmbesteigungen sind nach Voranmeldung möglich.

Verflechtung der St.-Wolfgangs-Kirche mit dem Schulwesen der Stadt[Bearbeiten]

Bis zum beginnenden 20. Jahrhundert war es üblich, dass die Unterrichtung der Kinder durch kirchliche Schulen und die Pfarrer erfolgte. So kam es frühzeitig zum Bau einer kircheneigenen Schule ganz in der Nähe des großen Gotteshauses, der kurz nach der Verleihung der Stadtrechte eröffneten Lateinschule. Die Schulleiter und Lehrer erhielten ihren Lohn teils aus den Kirchenpfründen, teils aus dem Stadtsäckel, sie waren auch meist sowohl in der Lehreinrichtung als auch in der Kirche tätig.

Das Gebäude in der Schulgasse 7 am Fuß der Kirche ist über die Jahrhunderte erhalten, hieß zu Beginn des 20. Jahrhunderts Bürgerschule zu Schneeberg und trägt seit den 1990er Jahren den Namen Evangelische Grundschule Schneeberg.[5]

Architektur[Bearbeiten]

Über der Grundform einer dreischiffigen Basilika mit einer Länge von 61 und einer Breite von 28 Metern wurde eine gleichförmige und umlaufende Empore auf Rundbögen errichtet. Das ergibt einen Altarbereich, der nicht vom Hauptschiff abgesetzt ist und damit die Frühform der lutherischen Predigtkirche markiert. Die Kirche ist entsprechend der Lage auf dem Berg nicht streng in Ost-West-Richtung ausgerichtet, sondern leicht nach Norden gedreht, so dass die Altarapsis den nordöstlichen Abschluss des Gebäudes bildet. Auf dem Satteldach sitzt über dem Altarbereich ein Dachreiter. Nur auf der Nordwestseite ragt aus dem Baukörper das Querschiff heraus.

Der Kirchturm ist auf der Südwestseite des Gebäudes asymmetrisch zur Bauachse der Kirche als gesonderter Baukörper angefügt. Er hat einen quadratischen Grundriss und ist aus Feld- und Ziegelsteinen aufgemauert. Das Dach des Turmes wird durch einen gotischen Spitzhelm, verkleidet mit Schiefer und Kupferblech, gebildet.

Eingänge, Fassaden und Kirchenfenster[Bearbeiten]

Wappen über dem Eingangsportal

Der Haupteingang zur Kirche befindet sich auf der Nordwestseite des Kirchenschiffes in der Kirchgasse, er wird mit einem kleinen Vorbau geschützt. Ein historisches Wappenrelief schmückt das Zentrum seines Bogens. Die Nebeneingänge haben ebenfalls Rundbogenform mit sparsamem Fassadenschmuck und sind relativ klein.

Kompakte eher frühgotische Strebepfeiler sorgen für die Stabilität der Kirchenwände. Fast einziger Fassadenschmuck sind die mehretagigen schmalen Rundbogenfenster mit Maßwerk sowie die Simse und Flächenmarkierungen um die jeweils drei Schalllöcher am Turm des Gebäudes. Die Kirchenfenster bestanden in der Originalausführung aus farbigen in Blei gefassten Glasmosaiken, die jedoch sämtlich im April 1945 zerbarsten. Nun sind sie aus Fensterglas gestaltet.

Turm[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Kirchturm

Im Südwesten des imposanten Kirchengebäudes steht der 72 Meter hohe Kirchturm. Er verfügt über eine Türmerwohnung, einen Glockenstuhl mit drei Bronzeglocken und einem umlaufenden Aussichtsgeschoss darüber. Die Türmerstube war eine komplette Wohnung für eine Familie, die für das regelmäßige Läuten der Glocken und die Kontrolle auf Stadtbrände zuständig war. Sie wurde noch bis 1945 bewohnt.

Glocken[Bearbeiten]

Die Glocken sind aus Bronze gegossen und von höchster Güte. Die große Glocke wurde 1721 von Michael Weinhold in Dresden gegossen, mit 5450 kg zählt sie heute zu den 10 schwersten noch erhaltenen Glocken Sachsens.[6] Im Zweiten Weltkrieg wurden die zwei größten Glocken abgebaut und sollten zu Kriegszwecken eingeschmolzen werden. Ihre hohe Güteklasse führte jedoch dazu, dass sie auf den Hamburger Glockenfriedhof statt in eine Kanonengießerei verbracht wurden. Dort fand man sie nach dem Krieg wieder und brachte sie auf den Turm der St.-Wolfgangs-Kirche unbeschädigt zurück. Die kleinste, auch Bergglöckl genannte Glocke, wurde bei dem Brand im April 1945 restlos vernichtet.[3] Im Rahmen der umfassenden Restaurierung des Gotteshauses ab dem Ende der 1990er Jahre wurde eine neu gegossene dritte Glocke installiert.

Turmbesteigung[Bearbeiten]

Die Aussichtsgalerie auf dem Turm kann seit 2009 von Besuchern gebührenpflichtig über mehr als 200 Stufen erreicht werden. Sie wirbt mit einer prachtvollen Panoramasicht auf die Stadt. In der Türmerstube hat der Kirchenbauverein einen Informationsraum gestaltet, in dem freigelegte Bruchstücke des Gebäudes oder der früheren Ausstattung wie ein handgeschmiedetes Torschloss, ein historischer Gasleuchter oder ein Teilstück eines schmiedeeisernen Geländers präsentiert werden. Durch den Verkauf kleiner Souvenirs und von Snacks werden Gelder für weitere Erhaltungsmaßnahmen am Dach, an der Innenbeleuchtung usw. eingenommen.[1]

Turmblasen[Bearbeiten]

Als langjährige Tradition hat sich auf dem Turm der St. Wolfgangskirche das Turmblasen etabliert. Es handelt sich um einen Posaunenchor in bergmännischer Traditionskleidung, der an Adventsonntagen altehrwürdige Bergmannslieder bläst und damit einen Teil der Glückaufabende bildete.[7] In den Jahren nach 1990 wurde das Turmblasen beibehalten, stellt nun aber einen Teil der neuen Weihnachtsbräuche wie das Anlichteln oder Anschieben der Ortspyramide dar.[8]

Innenausstattung[Bearbeiten]

Innenansicht Richtung Altar

Der Altar[Bearbeiten]

Der Altar der St.-Wolfgangs-Kirche ist ein bedeutendes sächsisches Kunstwerk. 1531/32 beauftragte der sächsische Kurfürst Johann der Beständige die Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren mit der Herstellung. 1539 wurde der Altar an die Kirchgemeinde übergeben und in dem Gotteshaus aufgestellt. Aus dem kirchlichen Kassenbuch der damaligen Zeit geht hervor, dass die Gemeinde den Altar mit 357 Gulden und drei Groschen bezahlte, also nicht geschenkt bekam. – Im Lauf der Jahrhunderte erfuhr er zahlreiche Widrigkeiten. Er wurde 1633 geraubt, aber 16 Jahre später wiedererworben. In der barocken Umgestaltung wurde er in Teile zerlegt und in der Kirche außerhalb des Altars angebracht.[9] Danach überstand er 1719 den Stadtbrand unbeschadet. 1945 konnte er von vielen Freiwilligen aus der schon brennenden Kirche gerettet werden. Bis 1969 wurden einige seiner Gemälde in der Trinitatiskirche präsentiert.[10] Nach einer aufwändigen und langwierigen Restaurierung kann der doppelt zu öffnende Flügelaltar heute in der von Cranach gedachten Form besichtigt werden.

Vorderansicht des Altars
Rückansicht des Altars

Die insgesamt 12 Flügel können in zwei Etappen eingeklappt werden, dadurch gibt es die Werktagsansichten und die Feiertagsansichten, die wie folgt beschrieben werden können. (Ein Flügel entspricht nicht einem ganzen Bild.)[11]

Außenbildnisse Werktagsseite:

  • Rechtfertigung des Menschen durch Christus
  • Der Sündenfall
  • Jesu Gefangennahme im Garten Gethsemane

Innendarstellungen Werktagsseite:

  • Verkündigung der Weihnachtsbotschaft
  • die Kreuzigung
  • die Arche Noah

Außenbildnisse der Festtagsseite:

Innenbildnisse Festtagsseite:

Die Gemeinde finanzierte die Schaffung von Kopien zweier Darstellungen des Altars – Jesu Gefangennahme und die Auferstehung – die 1999 als Dauerleihgabe an die Pfingstkirchgemeinde in Berlin-Friedrichshain übergeben wurden.

Die Predella zeigt auf der Vorderseite – also dem Kirchenhauptraum zugewandten Seite – das Abendmahl. Auf der Darstellung befindet sich ein Selbstbildnis des Künstlers sowie Porträts einiger Stifter. Das Gemälde auf der Rückseite ist 1945 vollständig vernichtet worden und konnte nicht restauriert werden. Dafür wurde hier eine Tafel mit einer Kurzchronik zum Altar angebracht.

Die Orgeln[Bearbeiten]

Foto der zerstörten Jahn-Orgel in der Ausstellung zur Geschichte
Harfe-spielender Engel vom zerstörten Orgelprospekt, im Schloßbergmuseum, Kunstsammlungen Chemnitz

Bei der Erstausstattung erhielt das Gotteshaus eine 50stimmige Orgel aus der Werkstatt des Johannes Jahn aus Dresden, die im April 1945 zerschmolz und ausbrannte.

Am 4. Oktober 1998 wurde eine in der Firma Jehmlich Orgelbau in Dresden hergestellte neue Orgel geweiht. Anschließend gab der ungarische Bachpreis-Träger István Ella ein erstes Konzert auf dem neuen Kirchenmusikinstrument. Die Herstellungskosten in Höhe von einer knappen Million Euro kamen aus drei größeren Spenden zusammen, davon 40 Prozent von der Kirchengemeinde und einem eigens gegründeten Förderverein zum Wiederaufbau und der Pflege der Orgel, 37 Prozent von der Sächsischen Landeskirche und 23 Prozent aus Fördertöpfen des Freistaats Sachsen.[12]

Das Instrument ist mit 56 Registern (Schleifladen) ausgestattet und eine der modernsten Orgeln in Sachsen. Das Instrument hat mechanische Spieltrakturen und elektrische Registertrakturen.[13]

Orgel


I Rückpositiv C–g3

1. Praestant 8′
2. Holzgedackt 8′
3. Quintatön 8′
4. Oktave 4′
5. Rohrflöte 4′
6. Oktave 2′
7. Larigot 11/3
8. Sifflöte 1′
9. Sesquialtera II 22/3
10. Mixtur IV
11. Cromorne 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–g3
12. Prinzipal 16′
13. Oktave 8′
14. Rohrflöte 8′
15. Flûte harmon. 8′
16. Gambe 8′
17. Oktave 4′
18. Hohlflöte 4′
19. Quinte 22/3
20. Oktave 2′
21. Kornett V (ab g0) 8′
22. Großmixtur V
23. Kleinmixtur IV
24. Trompete 16′
25. Trompete 8′
III Schwellwerk C–g3
26. Bordun 16′
27. Geigenprinzipal 8′
28. Doppelflöte 8′
29. Salicional 8′
30. Vox coelestis 8′
31. Oktave 4′
32. Gedackt 4′
33. Fugara 4′
34. Nasat 22/3
35. Querflöte 2′
36. Terz 13/5
37. Septime 11/7
38. Plein jeu V-VI
39. Bombarde 16′
40. Trompette harm. 8′
41. Oboe 8′
Tremulant
Pedal C–f1
42. Prinzipal 32′
43. Oktavbass 16′
44. Subbass 16′
45. Zartbass 16′
46. Oktavbass 8′
47. Bordun 8′
48. Violoncello 8′
49. Oktavbass 4′
50. Nachthorn 2′
51. Hintersatz VI
52. Posaune 32′
53. Posaune 16′
54. Dulzian 16′
55. Trompete 8′
56. Klarine 4′
Tremulant

Kanzel und Taufstein[Bearbeiten]

Innenraum mit Kanzel, Taufstein und Orgel

Anstelle der im Krieg vernichteten hölzernen Kanzel wurde eine solche aus Beton neu geformt, die sich trotz ihrer Masse schwebend präsentiert.

Der Taufstein konnte am Tag des Luftangriffs in der Nachbarschaft untergebracht werden und entging somit seiner Zerstörung.[3] Er wurde restauriert und im Kirchenschiff neu aufgestellt.

Mooreiche-Figuren

Seitenschiffe[Bearbeiten]

Diese Teile des Gebäudes dienen seit der vollständigen Restaurierung des Bauwerks als Orte kleiner Ausstellungen. Eine Exposition zeigt in beeindruckenden Bildern die jahrhundertealte Geschichte der Kirche, auch Fotos der erlittenen Zerstörungen am Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Mühsal des Wiederaufbaus wird hier auch erlebbar.

Im Nordostbereich befindet sich seit 2005 eine Ausstellung des Holzbildhauers Hans Brockhage, der aus dem Holz von aus Mooren geborgenen Eichenstämmen und Bronze anrührende Skulpturen schuf. Diese wurden anlässlich der 65. Wiederkehr der Zerstörung der St.-Wolfgangs-Kirche gefertigt und trugen den Titel Die langen Schatten des Krieges. Zu sehen ist eine kleine Auswahl der Figuren.

St. Wolfgang

Im nordwestlichen Seitenschiff schauen die Besucher auf in Lebensgröße geschnitzte Apostelfiguren, die allesamt als Bergbaupatrone gelten – der Heilige Wolfgang, der Prophet Daniel, die Heilige Anna, die Heilige Barbara, der Heilige Christophorus. Diese fünf Figuren ließ der Schneeberger Bürger Werner Unger durch den Holzbildhauer Bernd Sparmann herstellen und stellte sie der Kirchengemeinde als Dauerleihgabe zur Verfügung.[14]

Sehenswertes in der Umgebung der Kirche[Bearbeiten]

Kirchplatz[Bearbeiten]

Der freie Platz auf dem Plateau südöstlich des Gotteshauses ist der Kirchplatz. Jahrhunderte lang diente er für Prozessionen oder zum Abstellen von Fuhrwerken. Er wird von einigen historischen zwei- bis dreistöckigen Wohn- und Geschäftshäusern umstanden, die inzwischen saniert und renoviert sind.

Die gesamte Kuppenfläche des Schneebergs (ca. 30 ha) ist durch die früheren bergbaulichen Aktivitäten in ihrer Stabilität gefährdet. Eine Ingenieurfirma aus Chemnitz führte deshalb 2005/06 Analysen vor Ort durch, um Lösungsvorschläge „zur dauerhaften Beseitigung bzw. Reduzierung der Gefährdung durch Wismut Altbau“ abzuleiten. Für die Untersuchungen und die anschließenden Sicherungsmaßnahmen standen und stehen Fördermittel der sächsischen Landesregierung und der Europäischen Union bereit.[15] Die notwendigen Arbeiten erfolgen durch eine aus mehreren Handwerkerbetrieben gegründete Arbeitsgemeinschaft Kirchplatz Schneeberg, die Vor- und Erkundungsteufen erstellt sowie Trockenmauern aus Naturstein errichtet, um die Höhlungen abzufangen.[16]

Kirchgasse[Bearbeiten]

Als Verbindung vom Rathaus und dem Markt führt die Kirchgasse zum Gotteshaus empor. Entlang dieser Straße befinden sich neben Wohnhäusern unter anderem das Pfarramt, eine Kindertagesstätte, das Zentrum Erzgebirgische Volkskunst, die Friedhofsverwaltung und ein unsaniertes aus Feldsteinen errichtetes Gebäude, das dem Bruder des Komponisten Robert Schumann, Carl, gehörte. Hier erinnert eine verwitterte hölzerne Gedenktafel an den wiederholten Besuch von Robert Schumann zwischen 1826 und 1847 in diesem Haus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jenny Lagaude: Der Cranach-Altar zu St. Wolfgang in Schneeberg. Ein Bildprogramm zwischen Spätmittelalter und Reformation. Leipzig; Berlin 2010. ISBN 978-3-933816-43-6.
  • Uwe Gerig (Hrsg.): Schneeberg. Ruth Gerig Verlag, 1994, ISBN 3-928275-38-0; Die Kirche „St. Wolfgang“, Seiten 26–31

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Flyer des Kirchenbauvereins St. Wolfgang Schneeberg e.V. Blick über Schneeberg vom Turm des Bergmannsdoms; Stand vom April 2011
  2. a b Gerig: Schneeberg; S. 27
  3. a b c Gerig: Schneeberg, S. 30
  4. Gerig: Schneeberg; S. 24 (Bild)
  5. Homepage der evangelischen Schulen in Schneeberg mit Adressen und Lernangeboten, abgerufen am 11. Mai 2011
  6. Rainer Thümmel: Glockenguss in Sachsen. In: Museumskurier, Ausgabe 17. Sächsisches Industriemuseum, 2006, abgerufen am 21. September 2014.
  7. Manfred Blechschmidt, Klaus Walther: Berglandmosaik. Ein Buch vom Erzgebirge. Greifenverlag zu Rudolstadt, 1. Auflage 1969, S. 197
  8. Veranstaltungsübersicht in der Adventszeit 2011: Anlichteln und Turmblasen, abgerufen am 14. Mai 2011
  9. Aus der Erklärungstafel am Altar
  10. St. Trinitatiskirche - Hospitalkirche Homepage von St. Wolfgang, abgerufen am 6. April 2014
  11. Altardetails nach der Darstellung der Webseiten der Gemeinde, abgerufen am 12. Mai 2011
  12. Angaben von der Ausstellung in der Kirche zur eigenen Geschichte; Stand vom April 2011
  13. Ausführlich zur neuen Jehmlich-Orgel
  14. Infoblatt bei der Ausstellung, April 2011
  15. Ingenieurtechnische Analyse der geomechanischen und radiologischen Verhältnisse im Bereich Kirchplatz St. Wolfgangskirche in Schneeberg (PDF-Dokument; 147 kB) auf der Website des Chemnitzer Unternehmens C&E Consulting und Engineering GmbH, abgerufen am 14. Mai 2011
  16. Website der Bergsicherung Sachsen.de mit Bildern von den Sanierungsarbeiten auf dem Schneeberger Kirchplatz, abgerufen am 14. Mai 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St.-Wolfgangs-Kirche (Schneeberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.59388888888912.644166666667Koordinaten: 50° 35′ 38″ N, 12° 38′ 39″ O