St Donat’s Castle

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St Donat’s Castle
St Donat's Castle, 1774

St Donat's Castle, 1774

Entstehungszeit: 12. Jh.
Ständische Stellung: Adelssitz
Geographische Lage 51° 24′ 6,6″ N, 3° 32′ 0″ W51.401847-3.533344Koordinaten: 51° 24′ 6,6″ N, 3° 32′ 0″ W
St Donat’s Castle (Vereinigtes Königreich)
St Donat’s Castle

St Donat's Castle ist eine mittelalterliche Burg im Vale of Glamorgan in Wales. Es liegt ungefähr 25 Kilometer westlich von Cardiff am Bristol Channel in der Nähe des Ortes Llantwit Major. Seit 1962 beherbergt sie das internationale Oberstufenkolleg Atlantic College.

Eigentümer und Geschichte[Bearbeiten]

Donat's Castle

Bergfried und innere Ringmauer sind die ältesten noch erhaltenen Teile der Burg und wurden im späten 12. Jahrhundert durch die Familie de Hawey ausgeführt. 1298 ging das Eigentum durch Heirat von Joan de Hawey mit Sir Peter de Stradling an diesen Seitenzweig der Freiherren von Strättligen aus dem Berner Oberland über und wurde zu ihrem Stammsitz.[1] Peters Vater Johannes von Strättligen war im Gefolge von Otto I. von Grandson[2] um 1263/1265 an den englischen Königshof gekommen und hatte sich in England mit Maud de Wauton verheiratet.[3] Die Familie Stradling besaß die Burg bis zum Tode von Sir Thomas Stradling im Jahr 1738; danach ging sie auf Sir John Tyrwhitt über.[4] Erzbischof James Ussher bewohnte die Burg während des Englischen Bürgerkriegs für einige Zeit.[5]

Danach verfiel die Burg. Eine teilweise Wiederherstellung wurde durch Dr John Nicholl Carne durchgeführt, der die Burg 1862 kaufte. Morgan Williams, der Eigentümer von 1901 bis 1909, führte umfangreiche Restaurierungsarbeiten durch.[6]

St Donat's Castle, 1775

Nachdem er Fotografien im Country Life Magazin gesehen hatte, kaufte der Zeitungsmagnat William Randolph Hearst im Jahr 1925 die Burg. Er gab ein Vermögen zur Renovierung und Modernisierung der Burg aus.[7] Dabei brachte er die Elektrizität nicht nur nach St Donat's Castle, sondern auch in die gesamte Umgebung.[8] Hearst verbracht viel Zeit mit einflussreichen Personen auf seiner zwischenzeitlich zum palastähnlichen Landsitz umgebauten Burg. Seine Partys mit bekannten Größen wie Charlie Chaplin, Douglas Fairbanks und dem jungen John F. Kennedy waren weit bekannt.

Nachdem das Hearst-Imperium in finanzielle Schwierigkeiten geriet, wurde die Burg zum Verkauf angeboten. Im Zweiten Weltkrieg wurde es jedoch durch britische und amerikanische Truppen requiriert.[9] Nachdem Hearst 1951 gestorben war, wurde die Burg 1960 durch Antonin Besse gekauft und dem Kuratorium des Atlantic College übergeben.[10]

St Donat's Arts Centre[Bearbeiten]

Auf dem Burggelände befindet sich das St Donat's Arts Centre, ein professionell ausgestattetes Theater. Die aus dem 14. Jahrhundert stammende Zehntscheune (Tith Barn) wurde dazu um einen modernen Glasanbau erweitert, welches heute einen beeindruckenden Blick über das Meer nach Exmoor bietet. Das Centre bietet eine Vielzahl von Ausstellungen, Festivals und Liveshows.

United World College of the Atlantic[Bearbeiten]

Die Burg beherbergt heute das Atlantic College. Das Atlantic College ist das erste von heute dreizehn der sogenannten United World Colleges. Schüler aus über 120 Ländern lernen und leben hier für zwei Jahre zusammen. Ziel ist es, junge Menschen durch internationale Erziehung, gemeinsames Erleben und soziales Engagement zu mehr Toleranz und Verantwortung zu erziehen.

Spukgeschichten[Bearbeiten]

St. Donat's Castle gilt als einer der verwunschensten Orte in Wales. Eine Vielzahl von Spukgeschichten werden erzählt.[11] Anfang des 20. Jahrhunderts soll ein Exorzismus durchgeführt worden sein, der verschiedene Erscheinungen verschwinden ließ.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alan Hall: St Donat's Castle – a guide and brief history. Atlantic College, 2002.
  •  Christian Hesse: Strategien des Überlebens. Herausforderungen für den niederen Adel im 13./14. Jahrhundert. In: Christian Hesse, Annelies Hüssy (Hrsg.): Adlige Selbstbehauptung und höfische Repräsentation. Die Freiherren von Strättligen. Hier + Jetzt, Baden 2013, ISBN 978-3-03919-288-5, S. 13–31.
  • Roy Denning, John B. Hilling u.a.: The Story of St. Donat´s Castle and Atlatic College. Mit einem Vorwort von H. R. H. the Prince of Wales. Brown in Verbindung mit Stewart Williams, Cambridge 1983, ISBN 0-905928-26-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St Donats Castle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hesse 2013: S. 22.
  2. Bernard Andenmatten: Grandson, Otto I. von im Historischen Lexikon der Schweiz
  3. Hesse 2013: S. 20, 22.
  4.  Glammor Williams: The Stradling Family. In: Roy Denning (Hrsg.): The Story of St. Donat´s Castle and Atlatic College. Brown, Cambridge 1983, ISBN 0-905928-26-1, S. 17–53. S. 51.
  5.  Glammor Williams: The Stradling Family. In: Roy Denning (Hrsg.): The Story of St. Donat´s Castle and Atlatic College. Brown, Cambridge 1983, ISBN 0-905928-26-1, S. 17–53. S. 47.
  6.  John B. Hilling: The Buildings of St. Donat´s. In: Roy Denning (Hrsg.): The Story of St. Donat´s Castle and Atlatic College. Brown, Cambridge 1983, ISBN 0-905928-26-1, S. 85–118. S. 3.
  7.  Howard C. Jones: W. R. Hearst and St. Donat´s. In: Roy Denning (Hrsg.): The Story of St. Donat´s Castle and Atlatic College. Brown, Cambridge 1983, ISBN 0-905928-26-1, S. 69–83. S. 69.
  8. Nathan Bevan: Lydia Hearst is queen of the castle. Wales On Sunday. 3. August 2008. Abgerufen am 3. August 2008.
  9.  Howard C. Jones: W. R. Hearst and St. Donat´s. In: Roy Denning (Hrsg.): The Story of St. Donat´s Castle and Atlatic College. Brown, Cambridge 1983, ISBN 0-905928-26-1, S. 69–83. S. 83.
  10.  David Sutcliffe: The First Twenty Years of the United World Colleges. In: Roy Denning (Hrsg.): The Story of St. Donat´s Castle and Atlatic College. Brown, Cambridge 1983, ISBN 0-905928-26-1, S. 85–118. S. 86.
  11.  Marc Alexander: St. Donat´s Castle. In: Haunted Castles. Muller, London 1974, ISBN 0584101120, S. 233–234.