Staat Syrien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flagge des État de Syrie

Der Staat Syrien (französisch État de Syrie, arabisch ‏دولة سوريا‎, DMG Daulat Sūriyā) war ein französisches Mandatsgebiet, der als Nachfolger des 1920 kurz zuvor durch Frankreich zerschlagenen Königreichs Syrien ausgerufen wurde.

Der Staat wurde 1922 zunächst als Syrische Föderation (französisch Fédération Syrienne, arabisch ‏الاتحاد السوري‎, DMG al-Ittiḥād as-Sūrī) gegründet, indem man dem Staat Aleppo, dem Staat Damaskus und dem Alawitenstaat eine zentrale Versammlung zur Verfügung gestellt hatte. Am 1. Dezember wurde die Vereinigung der Staaten von Aleppo und Damaskus bekanntgegeben und der Staat Syrien ausgerufen. Der Alawitenstaat trat dem État de Syrie nicht bei. Der Nachfolger war die 1930 gegründete Syrische Republik.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach der Konferenz von Sanremo 1919 und der Niederlage König Faisals in der Schlacht von Maysalun etablierte der französische General Henri Gouraud eine Zivilverwaltung in dem Territorium des Völkerbundes. Diese Mandatsregion wurde in sechs Staaten unterteilt. Zwar fanden bei der Festlegung der neuen Grenzen die Siedlungsräume der verschiedenen konfessionellen Gruppen Syriens Berücksichtigung, trotzdem war insbesondere die überwiegend sunnitische Bevölkerung von Aleppo und Damaskus strikt gegen die föderale Gliederung des Landes.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Juli 1922 errichtete Frankreich eine lose Föderation zwischen drei dieser Staaten: dem Staat Damaskus, dem Staat Aleppo und dem Alawitenstaat unter dem Namen Syrischen Föderation. Der Drusenstaat des Dschebel ad-Duruz und der Großlibanon waren nicht Teil diesen Bundes. Der erste und einzige Präsident dieser Föderation war Subhi Bey Barakat al-Chalidi. Der autonome Sandschak Alexandrette wurde 1923 dem Staat Aleppo eingegliedert. Die Föderation übernahm eine neue Flagge (grün-weiß-grün mit französischem Canton), welche später die Flagge des Staates Syrien werden sollte.

Am 1. Dezember 1924 spaltete sich der Alawitenstaat von der Föderation ab, als die Staaten Aleppo und Damaskus in den neuen État de Syrie vereinigt wurden. Doch die Unzufriedenheit mit der französischen Direktherrschaft ebbte nicht ab. Im Jahre 1925 brach die Große Drusenrevolte aus, welcher vom Drusenführer Sultan Pascha al-Atrasch im aus Drusengebirge geleitet wurde, sich schnell über das gesamte Mandatsgebiet ausbreitete und zu einem allgemeinen Aufstand wurde. Er wurde 1927 auf brutalste Weise von Frankreich niedergeschlagen, dabei wurden zahlreiche Angehörige der religiösen Minderheit der Drusen wurden massakriert und von französischen Soldaten hingerichtet.[1]

1928 wurde die Oppositionsgruppe des Nationalen Blocks gegründet, welcher eine Unabhängigkeit Syriens sowie ein mit Libanon und den Nachbarstaaten vereinigtes Großsyrien anstrebte. 1928 wurde zudem Taj Eddine el-Hasani zum (letzten) Präsidenten des Staates Syrien. Am 14. Mai 1930 wurde dem Staat Syrien schließlich der Alawitenstaat und das Kurdengebiet Djézireh angeschlossen, und eine neue Verfassung von Ibrahim Hananu ausgearbeitet. Dies war die Geburtsstunde der Syrischen Republik, welche bis 1963 existieren sollte.

Bibliografie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Provence. The Great Syrian Revolt and the Rise of Arab Nationalism. University of Texas, Austin: University of Texas Press, 2005.

Weblinks[Bearbeiten]