Staat und Revolution

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Staat und Revolution, 1970

Staat und Revolution ist ein von Wladimir Iljitsch Lenin 1917 verfasster Text, der sich, wie es im Untertitel geschrieben steht, mit der Lehre des Marxismus vom Staat sowie den Aufgaben des Proletariats während der Revolution beschäftigt. Er gilt als einer der Klassiker des Sozialismus und als eine der zentralen Schriften zur Staatstheorie.

Entstehung[Bearbeiten]

Staat und Revolution wurde von August bis September 1917 von Lenin in einer Laubhütte im finnischen Exil verfasst. Erstmals veröffentlicht wurde der Text als Broschüre 1918 in Sowjetrussland.

Inhalt[Bearbeiten]

Das Werk gliedert sich in sechs Kapitel. Lenin stützt sich in seinen Darlegungen auf zahlreiche Texte von Karl Marx und Friedrich Engels, u.a. Das Elend der Philosophie und Der Bürgerkrieg in Frankreich. Lenins Hauptthese ist, dass der Staat in seiner Funktion als „Werkzeug zur Ausbeutung der unterdrückten Klasse“ „das Produkt und die Äußerung der Unversöhnlichkeit der Klassengegensätze“ sei.

Nach Lenin wird der bürgerliche Staat in einer (zwangsweise gewalttätigen) Revolution zerschlagen. In einer zweiten Phase erobert das Proletariat die staatliche Macht. Der Sinn der Eroberung der staatlichen Macht besteht in der Verwaltung der Produktionsmittel und der notwendigen Unterdrückung der einst herrschenden Klasse. In dieser Phase soll der noch existierende Staat die vollkommenste Form der Demokratie darstellen. Da er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als Ausbeutungsinstrument dient und damit seinem Zweck enthoben ist, stirbt er zwangsweise. Mit ihm stirbt auch die Demokratie, da auch diese eine Form des Staates ist. Nach dem Absterben bildet sich die zwangsfreie Assoziation freier Produzenten, also der Kommunismus heraus. Der maßgebliche Inhalt in Lenins Thesen ist der der Eroberung der staatlichen Macht und des darauf folgenden Absterben des Staates. Zur historischen Untermauerung betrachtet Lenin die Revolution von 1848 und analysiert später die Erfahrungen der Pariser Kommune. Im fünften Kapitel beschreibt Lenin anhand von Marx, wie der Übergang vom Kapitalismus in den Sozialismus bzw. Kommunismus vonstattengehen wird. Im letzten Kapitel beschäftigt er sich mit den Ansichten von Plechanow und Kautsky, die beide in seinen Augen einst angesehene Theoretiker waren, jedoch den "Opportunismus" begünstigt und damit für eine Verflachung des Marxismus gesorgt hätten.

Literatur[Bearbeiten]