Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule

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Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule
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Gründung 1829
Trägerschaft staatlich
Ort Frankfurt am Main
Bundesland Hessen
Staat Deutschland
Rektor Philippe Pirotte (ab 1. April 2014), Johan Bettum (bis 31. März 2014)
Studenten 196 Stand: WS 2012/13[1]
Mitarbeiter 30
davon Professoren 10
Website www.staedelschule.de

Die Städelschule, heute Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, ist eine Kunsthochschule in Frankfurt am Main.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel bestimmte in seinem 1793 errichteten Testament, dass sein Vermögen, darunter eine Kunstsammlung, im Falle seines Todes auf eine Stiftung übergehen solle. Nach Städels Ableben 1816 nahm die Stiftung ihre Arbeit als „Städelsches Kunstinstitut” auf, das eine Kunstschule und eine Galerie als Schausammlung umfassen sollte. 1824 wurde ein Leiter für elementares und architektonische Zeichnen berufen, 1829 wurden auch die Klassen für Malerei und Bildhauerei besetzt. Vorangegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit mit Städels Verwandtschaft in Straßburg, der mit einem Vergleich endete. 1830 wurde der Nazarener Philipp Veit, der zuvor in Rom wirkte, nach Frankfurt berufen. Noch im gleichen Jahr beschloss die Administration der Stiftung, dass sich die „Kunstanstalt des Städel'schen Kunstinstitus [...] in zwei Hauptabteilungen...” teilen solle, „...nämlich in die Kunstsammlung und die Lehranstalt”.[2] Veit wurde Direktor der Kunstsammlung und zugleich Professor für Historienmalerei an der Schule.

Sein Nachfolger in der Leitung der Klasse wurde 1850 Eduard Jakob von Steinle. Zunächst wurde das Vrints-Treuenfels-Palais in der Neuen Mainzer Straße genutzt, das Städelsche Kunstinstitut umfasste zunächst Museum und Kunstschule. Im Jahre 1878 zog das Institut in neue Galeriegebäude mit angeschlossener Städelschule nach Sachsenhausen, an das Schaumainkai.[3] In den Städel wurde ab den 1920er Jahren die 1878 gegründete Kunstgewerbeschule Frankfurt integriert. Der Zusammenschluss wurde von Fritz Wichert und Albert Windisch umgesetzt und zog sich über viele Jahre hin. Als Willi Baumeister dann von den Nazis zur Aufgabe seiner Professur gezwungen wurde, übernahm Windisch auch dessen Kurse und Studenten.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus dem Museum und der Schule zwei unabhängige Bereiche. Noch heute befindet sich die Schule in der Dürerstraße, auf der Südseite des Museumsgeländes. Werkstätten und Ateliers befinden sich darüber hinaus noch in der Daimlerstraße im Frankfurter Osthafen und unmittelbar südlich der Schule in der Gartenstraße.

Städelschule, Hauptgebäude mit Mensa (Hofseite)
Städelschule, Haupteingang

Im Jahr 1987 eröffnete die Städelschule den Portikus als Ausstellung zeitgenössischer Kunst, der zunächst im namensgebenden Portikus der kriegszerstörten Alten Stadtbibliothek, und dann von 2002 bis 2006 im Leinwandhaus am Weckmarkt untergebracht war. 2006 wurde das Gebäude Neuer Portikus eingeweiht, der auf der Maininsel westlich der Alten Brücke errichtet wurde. 1989 gründete der damalige Rektor Kasper König, als Filiale der Städelschule, das Institut für Neue Medien (INM). Erster Direktor wurde Peter Weibel. Das Institut hatte die Aufgabe, sich mit experimenteller Kunst zu beschäftigen und die Video-, Audio-, Computer- und Grafiktechnik auf ihre Verwendbarkeit im künstlerischen Bereich zu untersuchen.

Im Jahr 2000 wurde Daniel Birnbaum Rektor und Nachfolger von Kasper König an der Frankfurter Städelschule. Er war ebenfalls gleichzeitig Direktor der Ausstellungshalle Portikus. Birnbaum verließ seine Position zum 30. September 2010. Zu seinem Nachfolger wurde vom Konvent der Architekt, Kurator und Kunsttheoretiker Nikolaus Hirsch gewählt.[4]

Programm[Bearbeiten]

Die Städelschule genießt einen weltweit guten Ruf. Neben dem Bard College (NY) ist sie die einzige Kunstakademie, die in dem vom Kunstmagazin artreview herausgegebenen Ranking "Power 100" aufgeführt wird. Die geringe Studentenzahl ermöglicht ein enges Studenten-Professoren-Verhältnis. Den zehn Professoren stehen etwa 150 Studenten gegenüber, davon ca. 60% internationale Studenten. Neben dem Studium freie Bildende Künste und dem Aufbaustudium Architektur finden in der Städelschule im Rahmen der Erwachsenenbildung künstlerische Kurse aus den Bereichen Malerei, Zeichnen und Bildhauerei statt.

Bekannte Professoren[Bearbeiten]

1) Kürzung der betreffenden Lehrveranstaltungen durch die Nationalsozialisten, faktisch Entlassung.

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Städelschule Situationen 74/75, Frankfurt am Main, 1975. Herausgeber: HfbK Frankfurt-Städelschule
  • Heike Belzer, Daniel Birnbaum (Hrsg.): kunst lehren teaching art  −  Städelschule Frankfurt/Main. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2007, ISBN 978-3-86560-339-5. (Der Band gibt mit einer Vielzahl von Einzelbeiträgen einen Einblick in wesentliche Aspekte eines Kunsthochschulbetriebes. Die Texte (dt./engl.) werden durch s/w-Aufnahmen sowie eine Farbfotobeilage von Wolfgang Tillmanns ergänzt.)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. K. Simon: Die Anfänge des Städelschen Kunstinstituts unter Philip Veit (Winter 1830/31). In: Im Frankfurter Raum. 1, 1931, S. 29 f
  3. Norbert Suhr: Der Nazarener - ein nachgetragener Anfang mit einem Unzeitgemäßen. In: Hubert Salden (Hrsg.): Die Städelschule Frankfurt am Main 1817 bis 1995. Hermann Schmidt, Mainz 1995, ISBN 3-87439-333-X.
  4. Michael Hierholzer: Nikolaus Hirsch wird neuer Rektor der Städelschule. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 21. April 2010.

50.1022222222228.675Koordinaten: 50° 6′ 8″ N, 8° 40′ 30″ O