Staatliche Lotterieverwaltung in Bayern

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Staatliche Lotterieverwaltung in Bayern
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Rechtsform Behörde
Gründung 1955
Sitz München, Deutschland

Leitung

  • Erwin Horak, Präsident[1]
  • Josef Müller, Vizepräsident.
Mitarbeiter 377 (2013)
Umsatz 1,1 Mrd. EUR (2013)
Branche Glücksspiel
Website www.lotto-bayern.de

Die Staatliche Lotterieverwaltung in Bayern (Kurzform: LOTTO Bayern, hier: Lotto Bayern) ist ein Wirtschaftsunternehmen des Freistaates Bayern und rechtlich im Geschäftsbereich des Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat angesiedelt. Sie ist die staatliche Lotteriegesellschaft in Bayern und Betreiberin der neun bayerischen Spielbanken.

Grundlagen und Aufgaben[Bearbeiten]

Grundlage für die Tätigkeit von Lotto Bayern sind der Glücksspielstaatsvertrag und der am 1. Juli 2012 in Kraft getretene dazugehörige Änderungsvertrag. Lotto Bayern bietet unter Berücksichtigung des Spielerschutzes die Möglichkeit zum legalen Glücksspiel auch über das Internet und fördert mit den Einnahmen unter anderem den Breitensport, den Naturschutz, den Denkmalschutz und die Arbeit der Wohlfahrtsverbände.

Die Staatliche Lotterieverwaltung in Bayern ist seit Januar 2013 beauftragtes Unternehmen des Deutschen Lotto- und Totoblocks für die Lotterie GlücksSpirale sowie Federführer der bundesweiten ODDSET-Kooperationsgemeinschaft. Das ist der Zusammenschluss der Lotteriegesellschaften aller Bundesländer zur Veranstaltung der in Bayern entwickelten staatlichen Sportwette ODDSET. Lotto Bayern ist Mitglied der European Lotteries (EL) und der World Lottery Association (WLA).

Bei Lotto Bayern sind 377 Mitarbeiter beschäftigt (Stand 2013). Das Vertriebsgebiet von Lotto Bayern ist in 26 Bezirksstellen unterteilt, die das Annahmestellennetz mit rund 3700 Annahmestellen, 150 Losverkaufsstellen sowie 17 Losverkäufern betreuen (Stand Mai 2014). Im Geschäftsjahr 2013 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro sowie 408 Millionen Euro Lotteriesteuer und -abgaben. Die Vergleichszahlen für 2012 lagen bei 1,01 Milliarden bzw. 380 Millionen Euro.

Die Staatliche Lotterieverwaltung in Bayern führt seit Einführung der GlücksSpirale im Jahr 1970 die wöchentliche Ziehung der Gewinnzahlen durch. Jeden Samstag um 19.15 Uhr beginnt die Ziehung im Ziehungssaal am Karolinenplatz in München. Die Ziehung ist öffentlich und findet unter notarieller oder behördlicher Aufsicht statt. Das Ziehungsergebnis wird bei Bekanntgabe der Lottozahlen gegen 19.57 Uhr in der ARD veröffentlicht. Die Lottozahlen der Mittwochsziehung werden gegen 18.54 Uhr im ZDF verkündet.

Seit dem 3. Juli 2013 finden die Ziehungen der Lottozahlen nicht mehr im Fernsehen sondern nur noch live im Internet unter www.lotto.de statt. Die Videos können dort auch zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen werden. Die Ziehung der Zahlen findet am Mittwoch ab 18.25 Uhr und am Samstag ab 19.25 Uhr statt.

Im Juli 2013 öffnete die LOTTO-Akademie am Nelson-Mandela-Platz in Nürnberg ihre Pforten. Dort können Annahmestellenleiter und deren Mitarbeiter an Seminaren teilnehmen. Anfang März 2014 ging zusätzlich die Kundenservicestelle in Nürnberg in Betrieb, die sich im gleichen Gebäude befindet. “.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Bayern führte als erstes deutsches Land das Lotto durch Generalmandat des Kurfürsten Karl Albrecht am 27. April 1735 ein. Unter Kurfürst Max III. Joseph wurde es 1773 verstaatlicht[3] und 1807 auf das ganze Königreich Bayern ausgedehnt. Von 1861 bis 1911 war die Einrichtung des staatlichen Lottos aufgehoben, 1911 schloss sich Bayern der Königlich-Preußischen Staatslotterie an, die in diesem Zusammenhang ihren Namen zur Königlich Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie änderte.[4][5]

Am 12. März 1946 wurde per Verordnung mit Zustimmung der amerikanischen Militärregierung die „Bayerische Staatslotterie“ als staatliche Einrichtung ohne eigene Rechtspersönlichkeit im Geschäftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen errichtet. Einige Tage zuvor, am 27. Februar 1946, hatte die Staatliche Lotterieverwaltung ihre Tätigkeit aufgenommen. Am 15. März 1946 startete der Vertrieb von Losen unter der Bezeichnung „Bayerische Wiederaufbau-Lotterie“.[6] Schon bald nach der Einführung der Losbrieflotterie wurde mit den Vorbereitungen zur Errichtung einer Klassenlotterie (Süddeutsche Klassenlotterie) begonnen. Am 15./16. Mai 1948 folgte das Bayerische Fußball-Toto. Das bekannte Lotto 6 aus 49 geht auf das Jahr 1955 zurück. Am 9. Oktober 1955 fiel bei der Premieren-Ziehung in Hamburg die 13 als erste Lotto-Gewinnzahl. In Bayern fand die erste Ziehung der Lottozahlen am Sonntag, 13. November 1955, im Ziehungssaal der Staatlichen Lotterieverwaltung in München statt.

Produkte[Bearbeiten]

Lotto Bayern vertreibt seine Produkte in rund 3700 Annahmestellen und im Internet. Dazu gehören 6 aus 49 mit den Zusatzlotterien Spiel 77 und SUPER 6, Aufreiß- und Rubbellose mit dem Bayernlos und diridari, die Sportwetten ODDSET und TOTO, die Zahlenlotterie KENO mit der Zusatzlotterie plus5 sowie die Rentenlotterie GlücksSpirale. Seit März 2012 ist Lotto Bayern Gründungsmitglied des Eurojackpots. Die Staatliche Lotterieverwaltung betreibt zusätzlich die neun Spielbanken Bayerns in Bad Füssing, Bad Kissingen, Bad Kötzting, Bad Reichenhall, Bad Steben, Bad Wiessee, Feuchtwangen, Garmisch-Partenkirchen und Lindau.

Personen unter 18 Jahren sind in Deutschland von der Teilnahme an Lotterien und Sportwetten generell, so auch hier ausgeschlossen. Als weitere Maßnahme zum Schutz vor Spielsucht greift die Kundenkartenpflicht bei bestimmten Produkten, die auch von erwachsenen Kunden nur gegen Vorlage einer Kundenkarte genutzt werden können.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [http://www.verwaltung.bayern.de/portal /cl/1058/Gesamtliste.html?cl.document=1747330 Beteiligungsbericht des Freistaats Bayern 2011, Seite 235 f.] Abgerufen am 5. November 2012.
  2. Geschichte von LOTTO Bayern. Abgerufen am 27. März 2014.
  3.  J. Ludwig Spyri, Johann Emanuel Grob: In: Société suisse d'utilité publique (Hrsg.): Schweizerische Zeitschrift für Gemeinnützigkeit: Organ der Schweizerischen gemeinnützigen Gesellschaft. 2, 1863, S. 201 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4.  Richard Bauer, Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799 - 1980. C.H.Beck, München 1983, ISBN 978-3-406096693, S. 167 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5.  Ihno Gebhardt, Sabine Miriam Grüsser-Sinopoli (Hrsg.): Glücksspiel in Deutschland : Ökonomie, Recht, Sucht. de Gruyter Recht, Berlin 2008, ISBN 978-3-89949-317-7, S. 506 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Haus der Bayerischen Geschichte. Abgerufen am 27. Oktober 2012.