Staatliche Universität Sankt Petersburg
| Санкт-Петербургский государственный университет | |
|---|---|
| Motto | hic tuta perennat |
| Gründung | 28. Januar 1724 |
| Trägerschaft | staatlich |
| Ort | Sankt Petersburg |
| Staat | Russland |
| Studenten | ~ 32,000 |
| Website | www.spbu.ru |
Die Staatliche Universität Sankt Petersburg (russisch: Санкт-Петербургский государственный университет) ist eine staatliche Universität in Sankt Petersburg und eine der ältesten, größten und renommierten Universitäten Russlands.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Die Staatliche Universität Sankt Petersburg war die erste Universität und höhere wissenschaftliche Bildungsanstalt Russlands. Sie wurde gleichzeitig mit der Sankt Petersburger Akademie der Wissenschaften auf Erlass Peters I. am 28. Januar 1724 gegründet. Gottfried Wilhelm Leibniz hatte dem Zaren die Entwürfe geliefert.
Anfangs stellte sich die Universität als reine Forschungseinrichtung der Akademie der Wissenschaften dar. Seit 1726 fanden an der Universität öffentliche Vorlesungen statt. In der Zeit von 1803 bis 1819 existierte die Universität formell nicht, da die seinerzeit an die Universität gekoppelte Akademie der Wissenschaften sich auflöste. Jedoch existierte weiterhin das Pädagogische Institut, welches in der Folgezeit die Basis zur Gründung der jetzigen Universität bildete.
Der Status einer Hochschule und heutige Rang als Universität wurde erst am 8. Februar 1819 verliehen, als dieser Status dem Pädagogischen Institut verliehen wurde. Zu den drei Gründungsfakultäten der Universität gehörten die philosophisch-juristische, die historisch-philologische und die physikalisch-mathematischen Fakultät. 1854 kam die Fakultät der östlichen Sprachen hinzu.
Zu verschiedenen Zeiten, auch bedingt durch wechselnde politische Einflüsse, trug die Universität verschiedene Bezeichnungen, wie Universität Petersburg, Universität Petrograd, Staatliche Schdanow-Universität Leningrad und Universität von Sankt Petersburg. Die Universität ist zum Teil in einer Reihe von aus dem frühen 18. Jahrhundert stammenden Gebäuden am Flussufer der Newa auf der Wassiliewski-Insel untergebracht, einige Fakultäten befinden sich in neu erbauten Gebäuden im Petersburger Vorort Peterhof.
Fakultäten [Bearbeiten]
Heute beherbergt die Universität 14 Fakultäten, hierzu gehören die biologische Fakultät, die Fakultät der Ostwissenschaften, die geologische Fakultät, die journalistische Fakultät, die historische Fakultät, die Fakultät der Psychologie, die Fakultät der Mathematik und Mechanik, Fakultät der Informatik, die physikalische Fakultät, die chemische Fakultät, die Fakultät der Wirtschaftswissenschaften, die Fakultät der Rechtswissenschaften und die soziologische Fakultät.
Absolventen [Bearbeiten]
Bedeutende Absolventen der Universität sind u. a.:
- Wiktor Ambarzumjan (1908–1996), armenischer Astrophysiker
- Karl Ernst von Baer (1792–1876), baltischer Naturforscher
- Wilhelm Barthold (1869–1930), russischer Historiker und Turkologe
- Jelena Bonner (1923–2011), russische Politikerin
- Igor Diakonow (1914–1999), russischer Sprachwissenschaftler
- Wassili Dokutschajew (1846–1903), russischer Geologe
- Alexandr Dymschitz (1910–1975), sowjetischer Literaturwissenschaftler
- Leonhard Euler (1707–1783), Schweizer Mathematiker
- Wladimir Fock (1898–1974), russischer Physiker
- George Gamow (1904–1968), russischer Physiker
- Nikolai Gogol (1809–1852), russischer Schriftsteller
- Dalia Grybauskaitė (*1956), litauische Staatspräsidentin
- Lew Gumiljow (1912–1992), russischer Historiker
- Dmitri Iwanowski (1864–1920), russischer Virologe
- Leonid Kantorowitsch (1912–1986), sowjetischer Ökonom, Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften (1975)
- Lew Landau (1908–1968), russischer Physiker, Nobelpreis für Physik (1962)
- Lenin (1870–1924), sowjetischer Politiker
- Wassily Leontief (1905–1999), russischer Wirtschaftswissenschaftler
- Dmitri Lichatschow (1906–1999), russischer Philologe
- Michail Lomonossow (1711–1765), russischer Dichter
- Alexandr Ljapunow (1857–1918), russischer Mathematiker und Physiker
- Dmitri Medwedew (*1965), russischer Politiker
- Dmitri Mendelejew (1834–1907), russischer Chemiker
- Grigori Perelman (*1966), russischer Mathematiker
- Sergei Platonow (1860–1933) russischer Historiker
- Wladimir Putin (*1952), russischer Politiker
- Nikolai Semjonow (1896–1986), russischer Physikochemiker, Nobelpreis für Chemie (1956)
- Fjodor Schtscherbatskoi, (1866–1942), russischer Indologe
- Sergei Sobolew (1908–1989), russischer Mathematiker
- Sergei Winogradski (1856–1953), russischer Mikrobiologe
- Alexandr Wassiljew (1867–1953), russischer Historiker, Arabist und Byzantinist
- Wladimir Wernadski (1863–1945), russischer Geologe
Kooperation [Bearbeiten]
Die Staatliche Universität Sankt Petersburg hat folgende Partneruniversitäten
- Universität Tartu, Estland
- Technische Universität Dortmund, Deutschland
- Universität Greifswald, Deutschland
- Universität Paderborn, Deutschland
- Universität Passau, Deutschland
- Universität Potsdam, Deutschland
- Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Deutschland
- Ching Yun University, Taiwan
- Universität Groningen, Niederlande
- WU Wien, Österreich