Staatsoper Unter den Linden
Die Staatsoper Unter den Linden (auch Deutsche Staatsoper oder Staatsoper Berlin) ist das älteste Opernhaus von Berlin. Es steht in der historischen Mitte am Boulevard Unter den Linden. Das Gebäude war Teil des Forum Fridericianum und wurde als Königliche Hofoper von 1741 bis 1743 nach Plänen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff im Stil des Palladianismus errichtet. Das Bauwerk, im Berliner Volksmund auch „Lindenoper“ genannt, war das erste freistehende Opernhaus Deutschlands und seinerzeit das größte Europas. Die Staatsoper Berlin bildet mit der Deutschen Oper, der Komischen Oper, dem Staatsballett und der Bühnenservice GmbH die Stiftung Oper in Berlin.
Seit Sommer 2010 ist das Opernhaus Unter den Linden für Sanierungsarbeiten geschlossen. Das Ensemble der Staatsoper bespielt bis zur Wiedereröffnung das Schillertheater in der Bismarckstraße im Ortsteil Charlottenburg.
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[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] 18. Jahrhundert
Gleich zu Beginn der Regierungszeit Friedrichs II. im Mai 1740 wurde Knobelsdorff mit der Planung der Königlichen Hofoper beauftragt, deren Grundsteinlegung im September 1741 erfolgte. Als Bauplatz wählte der König ein Festungsgelände in der Nähe des von ihm bewohnten Kronprinzenpalais. Durch die Platzierung auf der Hauptachse der Stadt – Unter den Linden – und nicht wie üblich innerhalb des Schlosskomplexes, entstand das erste eigenständige Theatergebäude Europas als kultureller Ausdruck der Ideen der Aufklärung. Architektonisches Vorbild waren u. a. englische Landsitze des frühen 18. Jahrhunderts in der Nachfolge Andrea Palladios. Die Straßenfront Unter den Linden ist beredtes Beispiel dafür (siehe auch: La Rotonda). Das als Langhaus konzipierte Gebäude verfügt über den Apollosaal (Bankettsaal, Foyer), den Theatersaal (Zuschauerraum, Ballsaal) und den Korinthischen Saal, (Bühne und Konzertsaal). Mit dem Kronprinzen-, dem Prinzessinenpalais und dem Zeughaus ist die Königliche Hofoper der vierte Prachtbau Unter den Linden.
Am 7. Dezember 1742 wurde die Königliche Oper, noch vor der endgültigen Fertigstellung eröffnet. Ab 1755 wurde die Konzerttätigkeit der Hofkapelle in der Stadt mehr und mehr bedeutsam.
Im Jahr 1786 beauftragte Friedrich Wilhelm II. den späteren Architekten des Brandenburger Tores Carl Gotthard Langhans mit einem Umbau des Bühnenraums und der Seitenbühne, um mehr Platz hinter der Bühne zu schaffen. Zusätzlich wurden die Sichtverhältnisse aller Sitze durch Neuausrichtung der Seitenlogen und die Verbreiterung der Bühnenöffnung verbessert. Außerdem wurde das veraltete Konzept der aufeinander folgenden Säle durch das Gegenüber von Zuschauerraum und Bühne abgelöst. Anlässlich eines Benefizkonzertes zugunsten der Witwe von Wolfgang Amadeus Mozart erklangen erstmals Ausschnitte seiner Opern in – für das Bürgertum verständlicher – deutscher Sprache.
[Bearbeiten] 19. Jahrhundert
Im Jahr 1811 vereinten sich unter der Leitung von Generaldirektor August Wilhelm Iffland die Hofoper und das Nationaltheater zu den Königlichen Schauspielen. Wenig später, unter dem ersten preußischen General Musik Direktor Gaspare Spontini, hatte die Preußische Hofkapelle 94 Musiker unter Vertrag. Spontini sorgte kontinuierlich für eine erhebliche Verbesserung der Qualität des Orchesters und richtete darüber hinaus einen Fond für in Not geratene Kapellmitglieder ein.
Am 18. Juni 1821 wurde Carl Maria von Webers Freischütz im neu erbauten Schinkelschen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt uraufgeführt. Wegen der zunehmenden Größe von Chören, wurden im selben Jahr die ersten festen Engagements für Chorsänger begründet. 1842 begründete Gottfried Wilhelm Taubert die Reihe der Sinfoniekonzerte, deren Leitung im ersten Jahr Felix Mendelssohn Bartholdy übernahm. Im selben Jahr wurde Giacomo Meyerbeer Nachfolger von Gaspare Spontini als Generalmusikdirektor.
In der Nacht vom 18. zum 19. August 1843 brannte das Opernhaus bis auf die Grundmauern ab. König Friedrich Wilhelm IV. beschloss den sofortigen Wiederaufbau. Nach Plänen des Architekten Carl Ferdinand Langhans wurde das Opernhaus bereits nach etwas mehr als einem Jahr mit Giacomo Meyerbeers Ein Feldlager in Schlesien neu eröffnet. Als bedeutendste Neuerung entstand der bis heute großzügigste Zuschauerraum mit annähernd 1800 Plätzen. Weitere attraktive Verbesserungen waren die Verbreiterung des Bühnenhauses, ein neues Giebelrelief sowie zahlreiche technische Verbesserungen. 1848 wurde Otto Nicolai Dom- und Hofkapellmeister. Ein Jahr später dirigierte er seine Uraufführung der Oper Die lustigen Weiber von Windsor.
Zum Ende des Jahrhunderts wurde sowohl das Opernhaus als auch die Hofkapelle zunehmend interessant für bedeutende Künstler. Durch die Verpflichtung von Richard Strauss als Hofkapellmeister und solchen Dirigenten wie Joseph Sucher, Karl Muck und Felix von Weingartner wuchs dem Orchester immer mehr internationales Renommee zu.
[Bearbeiten] 20. Jahrhundert
1918: Umbenennung in „Staatsoper Unter den Linden“ und „Staatskapelle“. 1925: Uraufführung von Alban Bergs Wozzeck unter Erich Kleiber in Anwesenheit des Komponisten. 1928: Wiedereröffnung mit einer Neuinszenierung der Zauberflöte nach komplettem Umbau des Bühnenturms. Jener wurde komplett unterfangen, um neue Seitenbühnen anbauen zu können. Dies ermöglichte einen rascheren Kulissenwechsel nach modernen Regieanforderungen. Die Hauptbühne wurde technisch völlig neu strukturiert, unter anderem durch den Einbau von Doppelstockpodien, einer komplett hydraulischen Obermaschinerie und fahrbaren Seitenbühnenwagen. Gleichzeitig wurde die Kroll-Oper mitbespielt und zeitweise als Ausweichspielstätte genutzt.
Während der Zeit des Nationalsozialismus diente das Haus der Repräsentation. Als preußisches Staatstheater unterstand es dem Ministerpräsidenten Hermann Göring. Jüdische Sänger, Musiker, Dirigenten und anderes Personal wurden aus dem Hause gedrängt. Der Dirigent Wilhelm Furtwängler setzte sich nachweislich für jüdische Musiker ein, versteckte unter hohem persönlichen Risiko einige von ihnen in seiner Wohnung. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Staatsoper 1941 durch Bombeneinschläge schwer beschädigt. Adolf Hitler befahl den Wiederaufbau. Am 12. Dezember 1942 fand die Neueröffnung mit den Meistersingern von Nürnberg von Richard Wagner unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler statt.
Der zweite Luftangriff vom 3. Februar 1945 zerstörte das Bühnenhaus und Teile der Grundmauern. Der Portikus und der Apollosaal blieben weitgehend verschont.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diskutierte man sowohl über eine Umnutzung des Opernhauses als auch seinen Abriss. Im Jahr 1951 wurde entschieden, es wieder aufzubauen. Während der Re- und Neukonstruktion wurde überwiegend der Admiralspalast zur Ausweichspielstätte. Bereits am 11. April 1953 konnte Unter den Linden Richtfest gefeiert werden. Die nun Deutsche Staatsoper Berlin heißende Traditionsspielstätte der Staatskapelle Berlin wurde am 4. September 1955 wurde mit einer Festaufführung der Meistersinger von Nürnberg unter der Leitung von Franz Konwitschny wiedereröffnet.
Der Architekt Richard Paulick war maßgeblich an den Ausführungen beteiligt. So ist beispielsweise der Apollosaal mit seiner Ornamentik, angelehnt an originale Vorbilder, ein exzellentes Beispiel für den kreativen und dennoch verantwortungsvollen Umgang mit Traditionen. Ebenso ist der für sozialistische Verhältnisse ungewöhnlich prachtvolle Zuschauerraum mit seinen nunmehr nur drei Rängen ein Zeugnis für das kulturelle Selbstverständnis jener frühen 1950er Jahre.
Durch den Mauerbau 1961 konnten viele Musiker aus dem Westteil der Stadt nicht mehr in der Staatskapelle musizieren, selbst wenn sie es gewollt hätten. Auf der anderen Seite wollte niemand in der SED-Führung dieses so traditionsreiche Orchester in diesem bedeutenden Haus schließen. Man entschloss sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Kollegen anderer Orchester und Absolventen aller vier Musikhochschulen der DDR wurden nach Berlin beordert, um die entstandenen Lücken zu füllen. Den Überlieferungen zufolge hatten nur die Allerwenigsten etwas gegen diesen unerwarteten Karrieresprung. Der künstlerischen Qualität tat dies keinen Abbruch. Unter der langjährigen Leitung von Otmar Suitner von 1964 bis 1990 entwickelte sich das Opernhaus zu einem vielbeachteten Ensemble in Europa. Kontinuierliche Plattenproduktionen und Gastspiele in östlichen und westlichen Ländern Europa sowie auf anderen Kontinenten legen beredtes Zeugnis davon ab.
Im Zuge einer notwendigen Sanierung Mitte der 1980er Jahre wurde der Schriftzug „Deutsche Staatsoper“ am Portikus durch den historischen aus der Entstehungszeit „FRIDERICUS REX APOLLINI ET MUSIS“ ersetzt.
Nach dem Fall der Mauer ergaben sich völlig neue Perspektiven. Einer der bedeutendsten Musiker weltweit, Daniel Barenboim, interessierte sich für die Staatsoper Unter den Linden. Während eines Gastspiels des gesamten Ensembles in Japan 1990 kam es zu einer ersten Begegnung. Ab 1992 leitete er die Geschicke des Hauses als künstlerischer Leiter; seit dem Jahr 2000 als Generalmusikdirektor auf Lebenszeit gewählt, die der Staatskapelle Berlin.
Der am 6. Dezember 1992 gegründete Verein der Freunde und Förderer der Deutschen Staatsoper Berlin e. V. unterstützt die Arbeit der Staatsoper finanziell und ideell. Zu seinen Gründungsmitgliedern gehören Hans-Dietrich Genscher, Friede Springer, Teddy Kollek und Henry Kissinger. Geschäftsführerin ist seit 2009 Evelyn Fischer, der Vorsitzende des Fördervereins ist der Manager Ulrich Maas.[1]
[Bearbeiten] 21. Jahrhundert
Die nach der Jahrtausendwende anvisierte bauliche Sanierung der Lindenoper führte zunächst zu heftigen Kontroversen. Der von einer Jury prämierte Entwurf des Architekten Klaus Roth, sah den Abriss des Paulick-Saals und eine Neugestaltung des Zuschauerraums vor. Heftige Proteste deutscher und internationaler Künstlern erzwangen das Eingreifen des Regierenden Bürgermeisters und Kultursenators in Personalunion Klaus Wowereit.[2] Die Sanierung wurde daraufhin Mitte 2008 neu ausgeschrieben; in den neuen Auflagen wurde eine stärkere Berücksichtigung des Denkmalschutzes gefordert, die Gestaltung des Innenraums müsse sich am Vorbild des DDR-Architekten Richard Paulick orientieren. Doch ebendiese Beschränkungungen durch den Denkmalschutz verhinderten unter anderem die wünschenswerte Vergrößerung des Platzangebotes. Die Geschichte des Prachtbaus Unter den Linden zeigt mit dem Langhanssaal von 1844 einen völlig neu wiederaufgebauten Zuschauerraum mit ca. 1800 Plätzen. Denkmalpflegerisch ebenso beachtenswert wie der Paulicksaal, hätte die große Langhansvariante der Staatsoper in Berlin im Reigen anderer bedeutsamer Theaterbauten Europas (z.B. Wiener Staatsoper 2276 Plätze, Bayerische Staatsoper München 2101 Plätze, Palais Garnier in Paris 1979 Plätze) bezüglich der Sitzplätze eine Ebenbürtigkeit verschafft. Offensichtlich jedoch war dieser Saal nicht gewünscht. So erhielt Anfang 2009 das Stuttgarter Architekturbüro HG Merz den Zuschlag für die Objektplanung mit der Auflage, den Paulicksaal zu erhalten.[3]
Seit September 2010 werden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Umfang von 239 Millionen Euro durchgeführt; mit 200 Millionen Euro trägt der Bund den größten Teil dieser Kosten, weitere knapp 40 Millionen Euro trägt das Land Berlin. Die Sanierung umfasst das Gesamtensemble der Staatsoper, Teil des Forum Fridericianum: das Operngebäude selbst (rund 129 Millionen Euro), davon rund 50 Millionen Euro die Bühnentechnik, das Intendanzgebäude (rund 28 Millionen Euro), das Probenzentrum im ehemaligen Magazingebäude mit den neuen Probensälen (rund 57 Millionen Euro) sowie das unterirdische Verbindungsbauwerk zwischen Probenzentrum und Operngebäude (rund 25 Millionen Euro).[4]
Im Rahmen der Baumaßnahme sollen auch Verbesserungen der Akustik und der Sichtverhältnisse im Zuschauerraum erreicht werden. Das bisher baulich gegebene Klangbild des Zuschauerraumes wird durch eine sehr geringe Raumresonanz bestimmt; seit den 1990er Jahren wurde daher eine Nachhallverlängerungsanlage genutzt.[5] Mit dem Ziel, die Nachhallzeit zu verlängern – ein Wunsch des Generalmusikdirektors Daniel Barenboim – wird die Decke des Innenraumes um vier Meter angehoben, das Raumvolumen von 6500 auf 9500 m³ vergrößert, was allerdings von außen nicht zu sehen sein wird, denn die Kubatur des denkmalgeschützten Gebäudes bleibt gemäß der denkmalpflegerischen Vorgaben erhalten. Die baulichen Veränderungen sollen nach akustischen Berechnungen die Nachhallzeit von rund 1,1 auf 1,6 Sekunden erhöhen.[6]
Das Ensemble zog für die Zeit der Sanierungsmaßnahmen in das Schillertheater an der Bismarckstraße in Charlottenburg um; der neue Spielort wurde am 3. Oktober 2010 mit der Uraufführung von Jens Joneleits Oper Metanoia eröffnet, bei der ursprünglich Christoph Schlingensief Regie führen sollte. Das Schillertheater – eigentlich eine Bühne für das Sprechtheater – war seit Januar 2009 renoviert und für die Bedürfnisse des Opernbetriebes vorbereitet worden. Veranstaltungen, die zuvor im Apollo-Saal der Staatsoper Unter den Linden durchgeführt wurden, finden während der Sanierung entweder im Foyer des Schillertheaters, im Bode-Museum oder im Roten Rathaus in Berlin-Mitte statt.
Der Wiedereinzug in das Staatsoperngebäude an der Straße Unter den Linden war ursprünglich für den Oktober 2013 geplant. Zwischenzeitlich wurde der Wiedereinzug zweimal verschoben. Derzeit ist April 2015 anvisiert. Die ausführende Baubehörde konnte auf Nachfrage diesen Termin allerdings nicht garantieren.
[Bearbeiten] Bedeutende Uraufführungen an der Staatsoper
- 7. Dezember 1742 (Eröffnung der Hofoper): Cleopatra e Cesare. Dramma per musica in 3 Akten. Libretto: Giovanni Gualberto Bottarelli. Musik: Carl Heinrich Graun
- 2. Dezember 1743: Artaserse. Dramma per musica in 3 Akten. Libretto: Pietro Metastasio. Musik: Carl Heinrich Graun
- 17. Januar 1746: Demofoonte, Re di Tracia. Dramma per musica in 3 Akten. Libretto: Pietro Metastasio. Musik: Carl Heinrich Graun
- 6. Januar 1755: Montezuma. Tragedia per musica in 3 Akten. Libretto: Giampietro Tagliazucchi, Friedrich II. und Francesco Algarotti. Musik: Carl Heinrich Graun
- 6. Juli 1798: Die Geisterinsel. Dialog-Oper in 3 Akten. Libretto: Friedrich Wilhelm Gotter (nach Der Sturm von Shakespeare). Musik: Johann Friedrich Reichardt
- 31. März 1800: Lieb’ und Treu (Lieb’ und Frieden). Liederspiel in einem Akt. Libretto und Musik: Johann Friedrich Reichardt
- 30. März 1801: Jery und Bäteli. Singspiel in einem Akt. Libretto: Johann Wolfgang von Goethe. Musik: Johann Friedrich Reichardt
- 23. Mai 1825: Alcidor. Zauber-Oper mit Ballett in 3 Akten. Libretto: Emmanuel Théaulon und C. Nutty. Musik: Gaspare Spontini
- 12. Juni 1829: Agnes von Hohenstaufen. Große historisch-romantische Oper in 3 Akten. Libretto: Ernst Raupach. Musik: Gaspare Spontini
- 24. Mai 1833: Hans Heiling. Romantische Oper in einem Vorspiel und 3 Akten. Libretto: Eduard Devrient. Musik: Heinrich Marschner. Mit Eduard Devrient (Hans Heiling)
- 7. Dez. 1844 (Wiedereröffnung der Lindenoper): Ein Feldlager in Schlesien. Singspiel in 3 Akten. Libretto: Eugène Scribe, deutsch von Ludwig Rellstab. Musik: Giacomo Meyerbeer
- 9. März 1849: Die lustigen Weiber von Windsor. Komisch-phantastische Oper in 3 Akten. Libretto: Salomon Hermann Mosenthal (nach der gleichnamigen Komödie von Shakespeare). Musik: Otto Nicolai. Dirigent: Otto Nicolai
- 11. Oktober 1878: Ekkehard. Oper in 5 Akten. (nach Joseph Victor von Scheffel). Musik: Johann Joseph Abert
- 4. Mai 1895: Der Evangelimann. Musikalisches Schauspiel in 2 Aufzügen. Libretto und Musik: Wilhelm Kienzl. Dirigent: Karl Muck
- 21. März 1899: Regina. Oper in 3 Akten. Libretto und Musik: Albert Lortzing
- 9. April 1902: Der Wald. Musikdrama in einem Akt mit Prolog und Epilog. Libretto: Henry Brewster und Ethel Smyth. Musik: Ethel Smyth
- 13. Dezember 1904: Der Roland von Berlin. Historisches Drama in 4 Akten. Libretto: Georg Droescher und Ruggero Leoncavallo (nach dem gleichnamigen Roman von Willibald Alexis). Musik: Ruggero Leoncavallo
- 19. Dezember 1922: Fredigundis. Oper in 3 Akten (5 Szenen). Libretto: Bruno Warden und J. M. Weleminsky (nach dem gleichnamigen Roman von Felix Dahn). Musik: Franz Schmidt
- 21. Oktober 1924: Die Zwingburg. Szenische Kantate in einem Akt. Libretto: Fritz Demuth und Franz Werfel. Musik: Ernst Krenek. Dirigent: Erich Kleiber
- 14. Dezember 1925: Wozzeck. Oper in 3 Akten (15 Bildern). Libretto (nach dem gleichnamigen Stück von Georg Büchner) und Musik: Alban Berg. Dirigent: Erich Kleiber
- 10. Dezember 1928: Der singende Teufel. Oper in 4 Akten. Libretto und Musik: Franz Schreker. Dirigent: Erich Kleiber
- 5. Mai 1930: Christophe Colomb (Christoph Kolumbus). Oper in 2 Akten (27 Bildern). Libretto: Paul Claudel. Musik: Darius Milhaud. Dirigent: Erich Kleiber
- 12. November 1931: Das Herz. Drama für Musik in 3 Akten (4 Bildern). Libretto: Hans Mahner-Mons. Musik: Hans Pfitzner. Dirigent: Wilhelm Furtwängler
- 30. November 1934: Symphonische Stücke aus Lulu. von Alban Berg (Libretto nach Frank Wedekind). Dirigent: Erich Kleiber
- 14. März 1935: Der Prinz von Homburg. Oper in 4 Akten. Libretto (nach dem gleichnamigen Stück von Kleist) und Musik: Paul Graener
- 31. Dezember 1935: Die große Sünderin. Heitere Oper. Libretto: Katharina Stoll und Hermann Roemmer. Musik: Eduard Künneke
- 12. Mai 1938: Schneider Wibbel. Oper in 4 Akten. Libretto: Hans Müller-Schlösser. Musik: Mark Lothar
- 24. November 1938: Peer Gynt. Oper in 3 Akten (9 Bildern). Libretto (nach dem gleichnamigen Stück von Henrik Ibsen) und Musik: Werner Egk. Dirigent: Werner Egk
- 28. Januar 1939: Die Bürger von Calais. Oper in 3 Akten. Libretto: Caspar Neher. Musik: Rudolf Wagner-Régeny. Dirigent: Herbert von Karajan
- 11. November 1949: Don Quixote. Ballett. Libretto: Tatjana Gsovsky. Musik: Leo Spies
- 17. März / 12. Oktober 1951: Die Verurteilung des Lukullus. Oper in 12 Szenen. Libretto: Bertolt Brecht. Musik: Paul Dessau. Dirigent: Hermann Scherchen
- 23. September 1952: Preußisches Märchen. Ballettoper in sechs Bildern von Boris Blacher nach einem Libretto von Heinz von Cramer
- 15. November 1966: Puntila. Oper in 13 Szenen, Prolog und Epilog. Libretto: Peter Palitzsch / Manfred Wekwerth (nach Herr Puntila und sein Knecht Matti. von Bertolt Brecht). Musik: Paul Dessau. Dirigent: Paul Dessau
- 19. Dezember 1969: Lanzelot. Oper in 15 Bildern. Libretto: Heiner Müller und Ginka Čolakova. Musik: Paul Dessau. Dirigent: Herbert Kegel, Regie: Ruth Berghaus
- 2. Oktober 1971: Karin Lenz. Oper in 10 Bildern. Libretto: Erik Neutsch. Musik: Günter Kochan. Dirigent: Heinz Fricke, Regie: Erhard Fischer
- 16. Februar 1974: Einstein. Oper in einem Prolog, 3 Akten, 2 Intermezzi und einem Epilog. Libretto: Karl Mickel. Musik: Paul Dessau. Dirigent: Otmar Suitner, Regie: Ruth Berghaus. Mit Theo Adam (Einstein), Peter Schreier (Junger Physiker)
- 27. Februar 1977 (Apollosaal): R. Hot bzw. Die Hitze. Opernfantasie in über einhundert dramatischen, komischen, phantastischen Posen. Libretto: Thomas Körner (nach Der Engländer. von Jakob Michael Reinhold Lenz). Musik: Friedrich Goldmann. Dirigent:?, Regie: Peter Konwitschny
- 24. November 1979: Leonce und Lena. Oper in einem Prolog und 2 Akten. Libretto: Thomas Körner (nach dem gleichnamigen Lustspiel von Georg Büchner). Musik: Paul Dessau. Dirigent: Otmar Suitner, Regie: Ruth Berghaus
- 14. Juli 1989: Graf Mirabeau. Oper in 2 Akten. Libretto und Musik: Siegfried Matthus. Dirigent: Heinz Fricke, Regie: Erhard Fischer
- 16. September 1999: What next? Oper in einem Akt. Libretto: Paul Griffiths. Musik: Elliott Carter. Dirigent: Daniel Barenboim, Regie: Nicolas Brieger
- 23. Juni 2005: Chief Joseph. Musikalisches Theater in 3 Akten. Libretto und Musik: Hans Zender. Dirigent: Johannes Kalitzke, Regie: Peter Mussbach
- 6. September 2007: Phaedra. Konzertoper in 2 Teilen (9 Bildern). Libretto: Christian Lehnert. Musik: Hans Werner Henze. Dirigent: Michael Boder, Regie: Peter Mussbach
[Bearbeiten] Künstlerische und musikalische Leiter, Generalmusikdirektoren
[Bearbeiten] Generalmusikdirektoren bis 1918
- 1820–1841: Gaspare Spontini
- 1842–1851: Giacomo Meyerbeer
- 1908–1912: Karl Muck (ab 1892 Hofkapellmeister, ab 1908 Generalmusikdirektor)
- 1908–1918: Richard Strauss (ab 1898 1. Hofkapellmeister, ab 1908 Generalmusikdirektor)
- 1913–1918: Leo Blech (ab 1906 Hofkapellmeister, ab 1913 Generalmusikdirektor)
[Bearbeiten] Künstlerische Leiter und Generalmusikdirektoren ab 1918 Musikalische Leiter
- 1918–1923: Leo Blech
- 1923–1934: Erich Kleiber
- 1934–1935: Wilhelm Furtwängler
- 1935–1936: Clemens Krauss
Ab 1936 gab es unter dem Intendanten Heinz Tietjen mehrere ständige Dirigenten mit unterschiedlich großem Einfluss:
- 1933–1945: Robert Heger
- 1935–1938: Werner Egk
- 1935–1936: Hans Swarowsky
- 1935–1949: Johannes Schüler
- 1938–1942: Karl Elmendorff
- 1939–1945: Herbert von Karajan – Erste Stereo-Aufnahme
- 1940–1942: Paul van Kempen
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es verschiedene Chefdirigenten:
- 1945–1946: Karl Schmidt
- 1938–1951: Joseph Keilberth, Leopold Ludwig, Karl Fischer
- 1950–1951: Arnold Quennet, Hans Lowlein
- 1951–1953: Karl-Egon Gluckselig
- 1951–1954: Walter Lutze
- 1954–1955: Erich Kleiber – Generalmusikdirektor
- 1955–1962: Franz Konwitschny, Lovro von Matačić, Horst Stein
- 1961–1971: Heinz Fricke – ständiger Dirigent
- 1961–1973: Heinz Rögner – ständiger Dirigent
- 1962: Helmut Seydelmann – Generalmusikdirektor
- 1964–1990:[7] Otmar Suitner
- seit 1992: Daniel Barenboim – Generalmusikdirektor (zudem künstlerischer Leiter bis 2002)
[Bearbeiten] Intendanten und Dirigenten
[Bearbeiten] Intendanten und Dirigenten bis 1918
- 1742–1759: Carl Heinrich Graun
- 1775–1794: Johann Friedrich Reichardt
- 1796–1814: August Wilhelm Iffland
- 1815–1828: Carl von Brühl – der erste offiziell als Intendant bezeichnete Leiter der Staatsoper
- 1819–1841: Gaspare Spontini – Generalmusikdirektor
- 1842–1846: Giacomo Meyerbeer – Generalmusikdirektor, Felix Mendelssohn Bartholdy (Dirigent der Sinfoniekonzerte)
- 1847–1850: Karl Theodor von Küstner (Generalintendant), Wilhelm Taubert, Otto Nicolai (Dirigenten)
- 1851–1886: Botho von Hülsen (Generalintendant)
- 1886–1903: Bolko von Hochberg
- 1903–1918: Georg von Hülsen-Haeseler
[Bearbeiten] Intendanten ab 1918
- 1918–1919: Richard Strauss / Georg Droescher
- 1919–1925: Max von Schillings
- 1925–1945: Heinz Tietjen
- 1945–1952: Ernst Legal
- 1952–1954: Heinrich Allmeroth
- 1954–1963: Max Burghardt
- 1963–1984: Hans Pischner
- 1984–1991: Günter Rimkus
- 1992–2003: Georg Quander
- 2003–2008: Peter Mussbach
- 2008–2009: Ronald Adler (kommissarisch)
- seit 2010: Jürgen Flimm
[Bearbeiten] Künstlerisches Profil
- Die eigene Balletcompagnie wurde im Zuge der Stiftungsgründung mit dem Ballett der Deutschen Oper fusioniert. Seit 2004 tritt das Staatsballett Berlin unter seinem Intendanten Vladimir Malakhov mit Vorstellungen an allen Berliner Opernhäusern auf.
- Bemerkenswerte Produktionen der letzten Jahre sind unter anderem ein Zyklus mit sämtlichen Sinfonien und Klavierkonzerten Beethovens mit Daniel Barenboim als Solist/Dirigent; ein zehnteiliger Wagner-Zyklus zu den Festtagen 2002 (weltweit erste Aufführung der zehn Hauptwerke Wagners unter derselben musikalischen Leitung, Regie und Bühnenbild) innerhalb zweier Wochen, zyklische Aufführungen der neun Mahlersinfonien in Berlin, Wien, New York, zyklische Aufführungen aller Brucknersinfonien in Berlin und Wien sowie die komplette Einspielung derselben; alles unter dem Dirigat von Daniel Barenboim. Eine Bereicherung des vielfältigen Programms des Hauses bilden Aufführung von Barockopern wie Cleopatra e Cesare, Croesus, L’opera seria und Griselda unter der Leitung des Barock-Spezialisten René Jacobs mit unterschiedlichen Gast-Orchesterensembles auf historischen Instrumenten.
[Bearbeiten] Gastspiele
Auswahl von Gastspielen der Staatsoper:
- 1995: Jerusalem, 1996/1997: Paris, 1988/1990/1997/2002/2007: Japan, 2000/2001/2002/2003: Madrid 2000 USA
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Rold Hosfeld, Boris Kehrmann, Rainer Wörtmann: Friedrichs Traum. Die Berliner Staatsoper Unter den Linden. Metz, Hamburg 2000, ISBN 3-9805563-6-0.
- Georg Quander (Hrsg.): 250 Jahre Opernhaus Unter den Linden. Apollini et musis. Propyläen, Frankfurt am Main / Berlin 1992, ISBN 3-549-05209-X.
- Sabine Vogt-Schneider: „Staatsoper Unter den Linden“ oder „Deutsche Staatsoper“? Auseinandersetzungen um Kulturpolitik und Spielbetrieb in den Jahren zwischen 1945 und 1955. Kuhn, Berlin 1998, ISBN 3-928864-57-2.
- Hugo Fetting: Die Deutsche Staatsoper. Berlin 1937, 1955, 1960.
- Erich Meffert: Das Haus der Staatsoper und seine neue Gestaltung, dargebracht von der Generalintendanz der Preussischen Staatstheater. M. Beck, Leipzig 1944.
- Julius Kapp (Hrsg.): 185 Jahre Staatsoper. Festschrift zur Wiedereröffnung des Opernhauses Unter den Linden am 28. April 1928. Berlin 1928.
- Louis Schneider: Geschichte der Oper und des königlichen Opernhauses in Berlin. Duncker und Humblot, Berlin 1852.
- Helmut K. H. Strauss: Die Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper Unter den Linden 1955. Gewidmet dem Staatskapellmeister a. D. Heinrich Bender, in: Der Bär von Berlin. Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Berlin 60 (2011), S. 105–124.
- Vom Kaiser, der nicht sehen wollte. In: Berliner Zeitung, 28. Februar 2007; zu den Sanierungsplänen
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Homepage der Staatsoper Unter den Linden Berlin (deutsch und englisch)
- Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste mit weiteren Informationen
- Berlin: Staatsoper Unter den Linden mit diversen zeitgenössischen Postkartenmotiven (englisch)
- Fotos von der Open-Air-Opernaufführung Mavra und dem Feuerwerk der Staatsoper unter den Linden 2002 – Fotoserie von Steffen Siebert
- Freunde und Förderer der Staatsoper Unter den Linden e. V.
- Apollini et Musis – Kammerchor der Staatsoper (offizielle Homepage)
- Schiller-Theater Berlin – ausführliche Hintergrundinformationen zu Bau- und Theatergeschichte mit Fotogalerie
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Ulrich Maas ist neuer Vorsitzender des Fördervereins der Staatsoper. In: Märkische Oderzeitung, 31. Mai 2012, abgerufen am 25. März 2013
- ↑ Sanierung wird neu ausgeschrieben. In: Focus. 15. Juli 2008. Abgerufen am 10. November 2010.
- ↑ Stuttgarter Architekten sanieren Staatsoper Unter den Linden. In: Neue Musikzeitung. (NMZ), 7. März 2009. Abgerufen am 10. November 2010.
- ↑ Baumaßnahmen zur Sanierung der Staatsoper beginnen im September 2010, Staatsoper im Schiller-Theater, abgerufen am 10. November 2010.
- ↑ Jürgen Flimm wird neuer Intendant. In: Spiegel Online – Kultur, 22. Dezember 2008. Abgerufen 22. Dezember 2008.
- ↑ Stefan Kirschner: So wird die Lindenoper zum Klingen gebracht. In: Morgenpost.de. 18. August 2010. Abgerufen am 28. September 2010.
- ↑ Kerstin Decker: Dirigent Otmar Suitner – Klassisch war nur die Musik. In: tagesspiegel.de. vom 15. Mai 2009. Abgerufen am 14. Oktober 2010.
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52.51666666666713.395Koordinaten: 52° 31′ 0″ N, 13° 23′ 42″ O