Staatstheater Braunschweig

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Staatstheater Braunschweig
Westfassade „Großes Haus“ des Staatstheaters mit Cimiotti-Brunnen, Oktober 2006
Lage
Adresse: Am Theater/Steinweg
Stadt: Braunschweig
Koordinaten: 52° 15′ 57″ N, 10° 31′ 54″ O52.26583333333310.531666666667Koordinaten: 52° 15′ 57″ N, 10° 31′ 54″ O
Architektur und Geschichte
Bauzeit: 1856-1861
Eröffnet am: 1. Oktober 1861
Zuschauer: 896 Plätze
Zuschauer unbestuhlt: 60 Plätze
Architekt: Carl Heinrich Wilhelm Wolf
Carl Friedrich Heinrich Ahlburg
Heinrich Seeling (Umbau 1902–1904)[1]
Internetpräsenz:
Website: Staatstheater Braunschweig
Das „Große Haus“ wurde durch die Bombardierung am 15. Oktober 1944 stark beschädigt. Der Architekt Johann Daniel Thulesius leitete von 1945 bis 1948 den Wiederaufbau. Weitere Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen gab es in den Jahren 1970–1972, 1982–1983 und 1988–1989.[1]

Das Staatstheater Braunschweig ist ein Fünfspartenhaus in Braunschweig. Es zeigt jährlich etwa 30 Premieren in den Sparten Schauspiel, Musiktheater (Oper, Operette, Musical), Tanz sowie in der Sparte Kinder- und Jugendtheater als Junges Staatstheater. Die fünfte Sparte bildet das Staatsorchester Braunschweig. Es gibt keine Spielzeitpause, da jeden Sommer (seit 2003) auf dem Braunschweiger Burgplatz eine Freilichtbühne mit rund 1.200 Sitzplätzen aufgebaut und bespielt wird. Im Großen und Kleinen Haus finden im Sommer ebenfalls spezielle Aufführungen im Block statt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Staatstheater Braunschweig ist das älteste öffentliche Mehrspartentheater Deutschlands, seine Anfänge als Hoftheater reichen bis ins Jahr 1690 zurück. Herzog Anton Ulrich von Braunschweig begründete das Opernhaus am Hagenmarkt. Das Hoftheater war eines der ersten öffentlich zugänglichen Theaterbühnen im deutschsprachigen Raum und zunächst eine Spielstätte für Opern. Ab dem 18. Jahrhundert wurden auch Schauspiele aufgeführt, darunter zahlreiche Erstaufführungen wie Emilia Galotti (1772) und Faust I (1829). Bis Anfang des 19. Jahrhunderts hatte der Theaterbetrieb kein festes Schauspielensemble, die Bühne des Hagenmarkt-Theaters wurde bis dahin von Wandertruppen bespielt, zu denen auch die Truppe von Friederike Caroline Neuber gehörte. 1818 wurde die Bühne zum Nationaltheater erhoben und erhielt eine stehende Bühne mit einem fest engagiertem Ensemble. 1826 wurde das Theater jedoch wieder zum Herzoglichen Hoftheater heruntergestuft, da es den gehobenen Anforderungen an einen modernen Theaterbetrieb nicht mehr erfüllte, so dass mit einem Theaterneubau begonnen wurde. Das Opernhaus am Hagenmarkt wurde 1861 wegen Baufälligkeit geschlossen und 1864 abgerissen.[2]

Das „Große Haus“[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1861 wurde nach fünfjähriger Bauzeit das „Große Haus“, die neue Spielstätte am Steinweg, feierlich eingeweiht. Mit dem Bau des Theaters wurde der Herzogliche Park in zwei Teile geteilt, den Theaterpark und den Museumpark. Während des Zweiten Weltkriegs wurden das Theater und die Kammerspiele im Grotrian-Steinweg-Saal bei der Bombardierung am 15. Oktober 1944 weitgehend zerstört. Das „Große Haus“ wurde nach seiner durch Johann Daniel Thulesius geleiteten Wiederherstellung am 25. Dezember 1948 mit einer Vorstellung von Don Giovanni als eines der ersten deutschen Theater der Nachkriegszeit wiedereröffnet. In den Kammerspielen in der Kant-Hochschule wurde vom 23. September 1945 bis zum 30. Juli 1949 gespielt. Das „Große Haus“ wurde nach einer Grundinstandsetzung des Bühnenhauses am 15. Dezember 1990 wiedereröffnet. Seit der Spielzeit 2010/2011 befindet sich im dritten Rang, im ehemaligen Foyer, die Spielstätte „Hausbar“.[2]

Weitere Spielstätten[Bearbeiten]

Am 16. Dezember 1949 wurde zunächst als Provisorium das „Kleine Haus“ in der entfernteren Grünewaldstraße angesiedelt.[3] Das neue „Kleine Haus“ (erbaut 1992 bis 1996 unter der Leitung des Architektenbüros Lindemann + Thamm) wurde im März 1996 schräg gegenüber dem „Großen Haus“ am Magnitorwall eröffnet. Hier befindet sich auch die Spielstätte „U 22“.

Weitere Spielstätten sind die Stadthalle für Sinfoniekonzerte, und das als Theaterspielplatz gegründete und seit August 2006 umbenannte „Haus Drei“ im Magniviertel.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Das „Große Haus“ bietet im Saal 896 Sitz- und 60 Stehplätze. Die Portalbreite beträgt 12–12 m, die Portalhöhe maximal 7,3 m. Die Bühnenraumabmessung beträgt 19,5 m x 23,5 m, die Höhe bis zum Schnürboden liegt bei rund 21 m. Zudem verfügt die Bühne über acht Podien, darunter drei Doppelstock-Podien und ein Transport-Podium sowie mehrere Bühnenzüge und eine Drehscheibe.
  • Das „Kleine Haus“ hat bei einer multifunktionalen Raumanordnung maximal 297 Plätze. Die Portalbreite beträgt 8 bis 10 Meter, die Portalhöhe maximal 7 m. Bühnenraumabmessung 9 m x 11,6 m. Die Höhe der Bühne liegt bei 15,6 m, sie verfügt über sieben Podien.
  • „Haus Drei“ verfügt über 80 und die „Stadthalle“ (erbaut 1965, Architekten Heido Stumpf und Peter Voigtländer) im Großen Saal über 2300 Sitzplätze.[1]

Sonstiges[Bearbeiten]

Intendanten seit 1925[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Claus-Henning Bachmann, Gertrud Frank: 275 Jahre Theater in Braunschweig. Staatstheater Braunschweig, Braunschweig 1965, DNB 455034192.
  • Bernhard Struckmeyer: Das Schauspiel am Hoftheater Braunschweig von 1890 bis 1918. in: Braunschweiger Werkstücke. Band 4/41, Braunschweig 1969.
  • Wolfgang Gropper, Peter Schanz (Hrsg.): Eine Braunschweigische Dramaturgie : Stücke für diese Stadt. Appelhans, Braunschweig 2007, ISBN 978-3-937664-72-9.
  • Daniela Brendel (Redaktion): Dreizehn Spielzeiten – Generalintendanz Wolfgang Gropper. Appelhans, Braunschweig 2010, ISBN 978-3-941737-23-5.
Theaterzeitschriften
  • Almanach des Herzogl.-Braunschw. Hoftheaters. Ramdohr, Braunschweig ab 1907, DNB 015215822.
  • Spielzeit. Staatstheater Braunschweig, Braunschweig ab 1963, DNB 018009093.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Staatstheater Braunschweig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Spielstätten auf staatstheater-braunschweig.de, abgerufen am 15. Mai 2013.
  2. a b Die Geschichte des Staatstheaters auf staatstheater-braunschweig.de, abgerufen am 15. Mai 2013.
  3. Im selben Gebäudekomplex wie die Integrierte Gesamtschule Franzsches Feld.
  4. Über uns auf theaterformen.de, abgerufen am 15. Mai 2013.
  5. a b Hans Peter Doll in der Stadtchronik Braunschweig 1999 (Online)
  6. Jürgen Flügge bei Theaterakademie Mannheim (Online)