Stabilisator (Automobil)

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Hinterer Stabilisator (schwarz) eines Porsche 911 (Typ 996)
Stabilisator

Der Stabilisator ist ein Federelement im Fahrwerk eines Automobils, das einem Wanken des Fahrzeugs – einer Drehbewegung um die Längsachse – entgegenwirkt und so zur Verbesserung der Fahrdynamik (Straßenlage) beiträgt.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Teils über kurze Hebel angelenkt, verbindet eine Drehstabfeder die Radaufhängungen einer Achse. Über Gummielemente ist der Stabilisatorrücken an der Karosserie und die beiden Enden an den Radaufhängungen, beispielsweise Querlenkern, drehbar befestigt. Es werden auch Gummimetallbefestigungen, wie beim VW-Käfer, verwendet.

Kurvenfahrten und Straßenunebenheiten verursachen das einseitige Einfedern eines Rades und damit ein Wanken des Fahrzeugs. Um dem entgegenzuwirken, wird durch die Verdrehung (Torsion) des Stabilisators das gegenüberliegende Rad ebenfalls angehoben und beim Absenken ebenso gesenkt. Bei gleichzeitigem Einfedern der Räder einer Achse, z. B. beim sogenannten „Bremsnicken“, tritt der Stabilisator nicht in Aktion.

Aktive Stabilisatoren[Bearbeiten]

Härteverstellbare Stabilisatoren werden im Rennsport genutzt, um das Eigenlenkverhalten des Fahrzeugs für die jeweilige Strecke zu optimieren. Eine härtere Einstellung nur eines Stabilisators bewirkt eine Verschiebung der Bodenhaftung zur jeweils anderen Achse. Übersteuern lässt sich beispielsweise durch eine härtere Einstellung an der Vorderachse oder eine weichere Einstellung an der Hinterachse korrigieren.

Weiterhin werden elektronisch kontrollierte, härteverstellbare Stabilisatoren heutzutage in Serienautos eingebaut, um das Wanken zu vermeiden (Wankstabilisierung), zum Beispiel bei BMW der sogenannte ARS (Aktiver Roll Stabilisator) in der Sonderausstattung Dynamic Drive[1] (alternative Bezeichnung Adaptive Drive[2], Active Roll Stabilization), bei Mercedes (Active Curve System)[3], bei Porsche (Porsche Dynamic Chassis Control PDCC[4]), Lexus (Active Stabiliser System) oder Range Rover (Dynamic Response).

Generell strebt man aus Komfortgründen eine relativ weiche Radfederung an, hingegen aus Gründen der Fahrsicherheit und auch der Beladbarkeit eine relativ harte (und idealerweise höhenkorrigierende) Achsfederung.

Ausgleichsfeder[Bearbeiten]

Ein Stabilisator mit entgegengesetzter Funktion ist die sogenannte Ausgleichsfeder, die bei Fahrzeugen mit hinterer Pendelachse und Hinterradantrieb das Übersteuern verringern soll. Sie wirkt nicht gegen das Wanken, reduziert aber bei Kurvenfahrt das Ausfedern des Rades an der gegenüberliegenden Seite und stabilisiert durch diesen Aufstützeffekt das Fahrverhalten. Bei folgenden Modellen wurde sie an der Hinterachse verwendet:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stabilisator – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bmw.com/com/de/insights/technology/technology_guide/articles/dynamic_drive.html?source=categories&article=dynamic_drive Dynamic Drive
  2. http://www.bmw.com/com/de/insights/technology/technology_guide/articles/adaptive_drive.html Adaptive Drive
  3. http://techcenter.mercedes-benz.com/de_DE/active_curve_system/detail.html ACTIVE CURVE SYSTEM
  4. http://www.heise.de/autos/artikel/Gedaempfter-Wankelmut-Ideen-aus-der-Fahrwerkstechnik-445333.html Gedämpfter Wankelmut: Ideen aus der Fahrwerkstechnik