Stachelröhrenmäuler

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Stachelröhrenmäuler
Indostomus paradoxus

Indostomus paradoxus

Systematik
Acanthomorphata
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Kiemenschlitzaalartige (Synbranchiformes)
Familie: Indostomidae
Gattung: Stachelröhrenmäuler
Wissenschaftlicher Name der Familie
Indostomidae
Prashad & Mukerji, 1929
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Indostomus
Prashad & Mukerji, 1929

Indostomus ist eine Gattung sehr kleiner Süßwasserfische aus dem festländischen Südostasien. Das erste Mitglied der Familie, Indostomus paradoxus, wurde in den zwanziger Jahren im Indawgyi-See in Birma entdeckt. Da der Fisch morphologisch einzigartig war, wurde die neue Familie Indostomidae für ihn geschaffen. Er ist drei bis vier Zentimeter lang.

In den 1990er Jahren wurden zwei weitere Arten entdeckt. Der nur 2,5 Zentimeter lange Indostomus crocodilus kommt aus der Provinz Narathiwat im Süden Thailands. Indostomus spinosus wurde im Mekong und in nahen Sümpfen gefunden. Er wird drei Zentimeter lang.

Merkmale[Bearbeiten]

Indostomus-Arten haben einen schlanken, mit Knochenschuppen gepanzerten Körper. Der Oberkiefer ist nicht vorstreckbar. Der weichstrahligen Rückenflosse gehen fünf kurze, isolierte, nicht mit Flossenmembran verbundene Hartstrahlen voran. Rücken- und Afterflosse stehen sich in der Mitte des Körpers symmetrisch gegenüber. Indostomus sind Physoclisten, haben also eine geschlossene Schwimmblase. Rippen fehlen. Die Anzahl der Wirbel liegt normalerweise bei 21, die der Branchiostegalstrahlen bei 5.

Arten[Bearbeiten]

Bisher wurden drei Arten beschrieben:

Systematik[Bearbeiten]

Nach der Entdeckung wurde die Familie wegen der äußeren Ähnlichkeit der Ordnung der Stichlingsartigen (Gasterosteiformes) zugeordnet. Der Vergleich der DNA zeigt jedoch, dass sie relativ nahe Verwandte der Kiemenschlitzaale (Synbranchidae) sind.[1][2] In einer Revision der Knochenfischsystematik aus dem Jahr 2013 stellen Betancur-R. und Kollegen die Indostomidae deshalb in die Ordnung der Kiemenschlitzaalartigen (Synbranchiformes), die ihren Verbreitungsschwerpunkt ebenfalls in Südostasien hat.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Blaise Li, Agnès Dettaï, Corinne Cruaud, Arnaud Couloux, Martine Desoutter-Meniger, Guillaume Lecointre: RNF213, a new nuclear marker for acanthomorph phylogeny. Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 50, Issue 2, February 2009, Pages 345-363 doi:10.1016/j.ympev.2008.11.013
  2. Thomas J. Near, A. Dornburg, R.I. Eytan, B.P. Keck, W.L. Smith, K.L. Kuhn, J.A. Moore, S.A. Price, F.T. Burbrink, M. Friedman & P.C. Wainwright. 2013. Phylogeny and tempo of diversification in the superradiation of spiny-rayed fishes. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. 101:12738-21743. doi: 10.1073/pnas.1304661110, PDF
  3. Ricardo Betancur-R., Richard E. Broughton, Edward O. Wiley, Kent Carpenter, J. Andrés López, Chenhong Li, Nancy I. Holcroft, Dahiana Arcila, Millicent Sanciangco, James C Cureton II, Feifei Zhang, Thaddaeus Buser, Matthew A. Campbell, Jesus A Ballesteros, Adela Roa-Varon, Stuart Willis, W. Calvin Borden, Thaine Rowley, Paulette C. Reneau, Daniel J. Hough, Guoqing Lu, Terry Grande, Gloria Arratia, Guillermo Ortí: The Tree of Life and a New Classification of Bony Fishes. PLoS Currents Tree of Life. 2013 Apr 18, Edition 1. doi:10.1371/currents.tol.53ba26640df0ccaee75bb165c8c26288, PDF

Weblinks[Bearbeiten]