Stade Charléty

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Stade Sébastien Charléty
Stade Charléty
Das Stade Charléty unter Flutlicht
Daten
Ort FrankreichFrankreich Paris, Frankreich
Koordinaten 48° 49′ 6,8″ N, 2° 20′ 47,8″ O48.8185472222222.3466111111111Koordinaten: 48° 49′ 6,8″ N, 2° 20′ 47,8″ O
Eigentümer Stadt Paris
Eröffnung 1939
Renovierungen 1994
Abriss 1989
Oberfläche Naturrasen
Kosten 120 Mio. € (Neubau)
Architekt Bernard Zehrfuss (1939)
Henry Gaudin und Bruno Gaudin (1994)
Kapazität 20.000
Verein(e)

Stade Français (Rugby Union)
Paris FC, Paris Université Club (Fußball)
Paris Volley (Volleyball)

Veranstaltungen
  • Spiele des Paris FC
  • Rugby
  • Leichtathletik-Europacup 1999
  • IAAF-Grand-Prix-Finale 2002
  • Casque de Diamant-Endspiel 2007, 2008
  • Konzerte
  • Frauenfußball-Europapokalspiele von Paris SG

Das Stade Charléty ist ein Mehrzweckstadion mit Leichtathletikanlage in der französischen Hauptstadt Paris. Hauptsächlich wird es für Fußball und Rugby genutzt. Nach dem Prinzenparkstadion ist es das zweitgrößte Stadion von Paris. Es bietet heute 20.000 Sitzplätze, die rundum überdacht sind.[1] Das Stadion liegt zwischen dem Boulevard Kellermann und dem Pariser Autobahnring. Hinter der Gegentribüne liegt der Friedhof Cimetière Parisien de Gentilly.

Zu dem Sportzentrum gehört auch die Sporthalle Salle Charpy mit 1.500 Plätzen. Des Weiteren gibt es acht Tennis- und vier Squashplätze, ein Fußballfeld, einen Fitnessraum, eine Sauna, Trainingsmöglichkeiten für verschiedene Sportarten wie Dōjō und Turnen, Konferenz- und Tagungsräume und Restaurants. Das französische Haus des Sports ist hier genauso ansässig wie der französische Leichtathletik-Verband und das nationale Olympische Komitee von Frankreich, die hier ihre Büros haben.

Geschichte und Ereignisse[Bearbeiten]

Die von Bernhard Zehrfuss entworfene Sportstätte wurde 1939 eröffnet. Benannt ist es nach dem französischen Historiker Sébastien Charléty. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute man eine Holztribüne, Umkleidekabinen und ein Clubhaus. Der französische Leichtathlet Michel Jazy stellte am 14. Juni 1962 mit 5:01,5 Min. einen neuen Weltrekord über 2.000 Meter auf.

Am 27. Mai 1968 kam während der Pariser Maiunruhen der Studentenverband Union nationale des étudiants de France mit 30.000 bis 50.000 Menschen im Stadion zusammen.[2] Am 17. Juli 1980 stellte der französische Stabhochspringer Philippe Houvion mit 5,77 Meter einen neuen Weltrekord auf.

Mitte der 1980er Jahre wurde das Spielfeld des Stadions gesperrt, da der Boden von einem Virus kontaminiert war. Das Erdreich wurde mehr als einen Meter tief abgetragen, wegen der hohen Kosten aber nicht wieder ersetzt. Nachdem in der Sportstätte nur noch Leichtathletik stattfinden konnte, verfiel das Stadion zunehmend und wurde 1989 abgerissen.

Die heutige Arena wurde von Henri Gaudin und seinem Sohn Bruno Gaudin entworfen. Für den Entwurf bekamen die beiden 1994 den Architekturpreis Prix de l'Équerre d'argent verliehen. Das Stadion wurde nach mehr als drei Jahren Bauzeit 1994 eröffnet und kostete 120 Mio. .

Im Jahr 1999 machte der Leichtathletik-Europacup Station im Stade Charléty und 2002 fand das IAAF Grand Prix Final statt. Bei der Veranstaltung stellte der US-amerikanische Sprinter Tim Montgomery über 100 m mit 9,78 Sekunden einen neuen Weltrekord auf; die Zeit wurde wegen Dopings später aber annulliert.[3][4] Im Sommer 2006 kamen zehntausende in das Stadion, um sich auf einer Großleinwand die Spiele der französischen Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft anzusehen.

Am 1. Mai 2007 fand ein Konzert für die damalige Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal im Stadion statt. Nach verschiedenen Angaben kamen zwischen 55.000 (Polizei) und 80.000 (Veranstalter) Menschen in und um die Arena zusammen. Zahlreiche französische Künstler kamen zu der Veranstaltung wie z.B. Bénabar, Cali, Damien Saez, Christophe Miossec, Yannick Noah, Renaud, Grand Corps Malade, Mafia K'1 Fry, Michel Delpech, Kery James, Têtes Raides, Sapho, Leni Escudero, Yvan der Bolloch, Disiz la Peste.

In den Jahren 2007 und 2008 wurde das Finale der französischen American Football-Meisterschaft Casque de Diamant in der Sportstätte ausgetragen. Die Fußball-Nationalmannschaften von Frankreich und Mali trafen am 25. März 2008 zu einem Freundschaftsspiel zusammen, das mit einem 3:2 für den Gastgeber zu Ende ging.

Seit 2007 spielt der Fußballverein Paris FC seine Heimspiele in dem Stadion, da seine bisherige Spielstätte Stade Déjerine nicht mehr den Anforderungen entspricht. In der Saison 2011/12 trugen zudem die Frauenfußballerinnen von Paris Saint-Germain dort ihre Champions-League-Begegnungen aus.

Konzert für Ségolène Royal am 1. Mai 2007

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Infos zum Stadion
  2. Video von der Versammlung im Mai 1968 (französisch)
  3. Bericht über Montgomerys Weltrekord
  4. Bericht über Doping-Sperre von Montgomery