Stade Gerland

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Stade Gerland
voller Name:
Stade Municipal de Gerland
Stadion Gerland
Das Stadion Gerland vor dem Spiel Australien-Japan bei der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2007
Daten
Ort FrankreichFrankreich Lyon, Frankreich
Koordinaten 45° 43′ 25,5″ N, 4° 49′ 57″ O45.723754.8325Koordinaten: 45° 43′ 25,5″ N, 4° 49′ 57″ O
Klassifikation 4
Eigentümer Stadt Lyon
Eröffnung Mai 1926
Renovierungen 1961, 1982, 1998
Oberfläche Naturrasen
Kosten 32.655.000 € (Umbau WM 1998)
Architekt 1926: Tony Garnier
1984: René Gagès, Michel Relave
1998: Albert Constantin
Kapazität 43.051 Plätze
Spielfläche 112 x 65 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Stade Gerland (offiziell: Stade Municipal de Gerland) ist ein Fußball- und Rugbystadion im Stadtteil Gerland, im Süden von Lyon, Frankreich. Der französische Erstligist Olympique Lyon bestreitet seit 1950 hier seine Heimspiele. Es fasst heute 43.051 Zuschauer. Das Stadion zählt zum französischen Patrimoine du xxe siècle (deutsch: Erbe des 20. Jahrhunderts) und die vier alten Torbögen an den Eingängen stehen seit 1967 unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bau des Stadions geht auf den damaligen Bürgermeister Édouard Herriot zurück. Er gab dem Architekten Tony Garnier Anfang der 1910er Jahre den Auftrag eine Sport- und Veranstaltungsstätte zu entwerfen in Vorbereitung auf die Internationale Städteausstellung 1914 in Lyon. Nachdem der Erste Weltkrieg von 1914–1918 den Bau unterbrach; setzte man die Arbeiten 1919 fort. Im Mai 1926 wurde dann die Stadionanlage mit Leichtathletikanlage und Radrennbahn von Bürgermeister Édouard Herriot eingeweiht. Für einen Leichtathletik-Länderkampf Frankreich gegen die Schweiz erneuerte man 1942 die Aschenbahn. Am 27. August 1950 bestritt Olympique Lyon sein erstes Spiel im Stade Gerland. Gegen den CA Paris gelang Olympique ein 3:0-Sieg. 1961 bestanden Pläne das Stadion für die Olympischen Sommerspiele 1968 auf 85.000 Plätze zu erweitern, wenn man den Zuschlag bekäme. Mexiko-Stadt setzte sich aber im ersten Wahlgang gegen Detroit, Lyon und Buenos Aires durch. Die Radrennbahn wurde aber aus der Anlage entfernt.

Die französischen Fußballnationalmannschaft traf zu ihrem ersten Länderspiel am 17. Oktober 1968 im Stade Gerland auf die spanische Fußballnationalmannschaft. Das Endergebnis lautet 1:3 für die Gastmannschaft. Am 9. September 1980 versammelten sich zum Spiel Olympique Lyon und des AS Saint-Étienne 48.552 Zuschauer. Dies ist bis heute Zuschauerrekord der Spielstätte. Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 1984 wurden Umbauten nach den Plänen der Architekten René Gagès und Michel Relave durchgeführt. Zu dieser Zeit fasste das Stadion über 51.000 Zuschauer. Am 2. Mai 1986 war das Stade Gerland Austragungsort des Finales im Europapokal der Pokalsieger. Vor 50.000 Zuschauern siegte die damals sowjetische Mannschaft Dynamo Kiew mit 3:0 gegen Atlético Madrid aus Spanien. Am 14. Oktober 1994 wurde Lyon mit dem Stade Gerland als einer der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 ausgewählt.

Für die Fußball-Weltmeisterschaft wurde es ab Juli 1996 nach den Plänen von Albert Constantin modernisiert. Dabei wurden die Nord- wie die Südtribüne, Virage Tony Garnier und Virage Coubertin, hinter den Toren neu errichtet. Diese neuen Tribünen unterscheiden sich vom Baustil daher von den zwei alten Zuschauerrängen Tribune Jean Jaurès und Tribune Jean Bouin. Charakteristisch für die Nord- und die Südkurve sind die mit Bögen ausgestatteten Dächer. Der Umbau kostete insgesamt 32.655.000 . Ein Jahr vor der Fußball-WM fand als Generalprobe das Fußball-Turnier Tournoi de France neben Lyon auch in Paris (Prinzenparkstadion), Montpellier (Stade de la Mosson) und Nantes (Stade de la Beaujoire) statt.[2][3] Das Endspiel um den European Challenge Cup (Rugby Union) 1999 im Stade Gerland zwischen dem AS Montferrandaise und dem CS Bourgoin-Jallieu endete am 27. Februar vor 31.986 Zuschauern mit 35:16.

Am 26. Juni 2003 kam es zu einem tragischen Ereignis im Stade Gerland. Der 28-jährige, kamerunische Fußball-Nationalspieler Marc-Vivien Foé brach in der 71. Minute des Konföderationen-Pokal-Halbfinales Kamerun gegen Kolumbien auf dem Spielfeld zusammen und blieb regungslos liegen. Nach einer Stunde der versuchten Reanimation konnte im Medizinischen Zentrum von Lyon nur noch der Tod festgestellt werden.[4] Marc-Vivien Foé starb am plötzlichen Herztod.

Sonstige Nutzung[Bearbeiten]

Das Stade Gerland ist neben den Sportveranstaltungen Schauplatz von Konzerten. So traten z.B. die Rolling Stones, David Bowie, Pink Floyd, Johnny Hallyday, Genesis und Michael Jackson in Lyoner Stadion auf.

Tribünen[Bearbeiten]

  • Tribune Jean Jaurès – West, Haupttribüne, 8.544 Sitzplätze[5]
  • Tribune Jean Bouin – Ost, Gegentribüne, 9.777 Sitzplätze
  • Virage Tony Garnier – Nord, Hintertortribüne, 12.429 Sitzplätze
  • Virage Coubertin – Süd, Hintertortribüne, 12.301 Sitzplätze

Spiele der Fußball-EM 1984 in Lyon[Bearbeiten]

Neben einem Gruppenspiel fand ein Halbfinale in Lyon statt.

Gruppenspiele[Bearbeiten]

  • 16. Juni 1984, Gruppe 1: DanemarkDänemark DänemarkJugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 5:0 (2:0)

Halbfinale[Bearbeiten]

  • 24. Juni 1984: SpanienSpanien SpanienDanemarkDänemark Dänemark 1:1 n. V. (1:1, 0:1), 5:4 i. E.

Spiele der Fußball-WM 1998 in Lyon[Bearbeiten]

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 wurden im Stade Gerland sechs Spiele ausgetragen.

Gruppenspiele[Bearbeiten]

Viertelfinale[Bearbeiten]

Spiele der Rugby-Union-WM 2007 in Lyon[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 war das Stadion Austragungsort für drei Spiele der Rugby-Union-Weltmeisterschaft.

Gruppenspiele[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

0Stadionplakette 0Spiel Olympique Lyon – AS Monaco 0Luftbild 0Rugby-Union-WM 2007
Stadionplakette Patrimoine du xxe siècle Spiel Olympique Lyon – AS Monaco zum Saisonauftakt am 7. August 2010 Luftbild des Stadions Rugby-Union-WM 2007 Australien – Japan

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stade Gerland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. culture.gouv.fr: Das Stadion auf der Homepage des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. olweb.fr: Daten des Stadions (französisch)
  3. olweb.fr: Geschichte des Stadions (französisch)
  4. stern.de: Trauer und Entsetzen über den Tod von Marc-Vivien Foé Artikel vom 27. Juni 2003
  5. lyon.fr: Stadion auf der Homepage der Stadt Lyon (französisch)