Stade de France

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Stade de France
Stade de France
Außenansicht auf das Stadion
Daten
Ort FrankreichFrankreich Saint-Denis bei Paris, Frankreich
Koordinaten 48° 55′ 28″ N, 2° 21′ 36″ O48.9244444444442.36Koordinaten: 48° 55′ 28″ N, 2° 21′ 36″ O
Klassifikation Elitestadion
Eröffnung 28. Januar 1998
Erstes Spiel FrankreichSpanien 1:0
Oberfläche Naturrasen
Architekt Michel Macary
Aymeric Zubléna
Michel Regembal
Claude Constantini
Kapazität 81.338 Plätze (Fußball & Rugby)
75.000 Plätze (Leichtathletik)
über 90.000 Plätze (Konzerte)[1]
Spielfläche 105 × 70 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Stade de France (deutsch: Frankreich-Stadion) ist ein 1998 eröffnetes Stadion in Saint-Denis, einem nördlichen Vorort von Paris. Es ist mit einer Kapazität von 81.338 Zuschauern, zu Fußball- und Rugbyspielen, das mit Abstand größte Stadion des Landes. Es wurde von der UEFA als Fünf-Sterne-Stadion ausgezeichnet. Die wichtigsten regelmäßigen Veranstaltungen sind Heimspiele der französischen Fußballnationalmannschaft und der französischen Rugby-Union-Nationalmannschaft, das Finale um den Französischen Fußball- und den Ligapokal sowie das Finale der Rugby-Meisterschaft Top 14. Mithilfe verschiebbarer Tribünen kann das Stade de France auch für Leichtathletik-Veranstaltungen wie die IAAF Diamond League hergerichtet werden, dabei verringert sich die Kapazität auf 75.000 Zuschauer. Außerdem finden hier regelmäßig Konzerte und Freilichtshows statt. Bei Konzerten bietet das Stadion inklusive des Innenraums für über 90.000 Besucher Platz.

Bau[Bearbeiten]

Am 2. Juli 1992 bestimmte die FIFA Frankreich zum Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 1998.

Setzen des letzten Teilstückes der Dachkonstruktion (im Hintergrund der Eiffelturm), 1997

Der französische Staat verpflichtete sich zum Bau eines Stadions mit rund 80.000 überdachten Sitzplätzen. Eines der Hauptziele bei der Stadionplanung war es, das Gebiet Plaine Saint-Denis, eine lange Zeit vernachlässigte Industriebrache, neu zu entwickeln. Das Stade de France sollte dabei als attraktiver Blickfang für das neu entstehende Stadtviertel mit durchmischten Wohn- und Geschäftszonen dienen. Die Architekten des Stadions sind Michel Macary, Aymeric Zublena, Michel Régembal und Claude Costantin. Ein Konsortium bestehend aus den Unternehmen Bouygues, GTM, Vinci und STF übernahm die logistische Planung und den Bau des Stadions. Rüterbau aus Langenhagen übernahm die Konstruktion des Daches. Der erste Spatenstich erfolgte am 2. Mai 1995, die offizielle Eröffnung am 28. Januar 1998 im Rahmen eines Fußball-Länderspiels zwischen Frankreich und Spanien (1:0). Das Stade de France löste den Pariser Parc des Princes als offizielles Nationalstadion ab. 2002 erhielt das Stadion den „Outstanding Structure Award“ der IABSE.

Nutzung[Bearbeiten]

Innenraum während des Endspiels des Französischen Fußballpokals 2011

Neun Spiele der Fußball-WM 1998 wurden im Stade de France ausgetragen, darunter das Finale am 12. Juli, als Frankreich mit 3:0 gegen Brasilien gewann und den Weltmeistertitel sicherte. Weitere bedeutende Ereignisse waren unter anderem die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2003, die Motorsportveranstaltung Race of Champions (2004 bis 2006) sowie zwei Endspiele der UEFA Champions League (2000 und 2006).

Da keine Vereinsmannschaft das Stade de France als Heimstadion nutzt, steht es während mehr als der Hälfte des Jahres leer. Wiederholte Versuche des Stadionkonsortiums, eine professionelle Fußball- oder Rugbymannschaft als Dauermieter zu gewinnen, blieben bisher ohne Erfolg. So zog es der Paris Saint-Germain FC vor, im Parc des Princes zu bleiben, nachdem viele seiner organisierten Anhänger, die Muttergesellschaft Canal+ und die Stadt Paris entsprechend Druck ausgeübt hatten. Allerdings wird der Klub während der Renovierung des Prinzenparks im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2016 das Stade de France als Ausweichplatz nutzen.

Entwicklungen in jüngster Zeit lassen darauf schließen, dass das Konsortium zumindest einen Teilzeitmieter gefunden hat, die Pariser Rugby-Union-Mannschaft Stade Français. Beim Spiel gegen Stade Toulousain am 15. Oktober 2005 zählte man 79.502 Zuschauer, mehr als je zuvor bei einem französischen Meisterschaftsspiel. Damit wurde auch der Rekord der Ligue 1 im Fußball um mehr als 20.000 übertroffen; das Endspiel um den Fußball-Ligapokal 2007 sahen allerdings auch über 79.000 Besucher. Am 14. Oktober 2006 kamen zum Spiel gegen Biarritz Olympique sogar 79.619 Zuschauer ins Stadion. Der Vereinspräsident kündigte an, auch in Zukunft zwei oder drei Spiele pro Jahr im Stade de France auszutragen.

Der Besucherrekord einer Sport-Veranstaltung liegt bei 80.009 Zuschauern und wurde am 6. März 2006 beim Rugby-Länderspiel Frankreich–England während des Six-Nations-Turniers erreicht. Eine weitere intensive Nutzung des Stadions gab es während der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2007.

Ebenfalls einen Rekord stellten die Rock-Konzerte der in Kanada geborenen, französischen Künstlerin Mylène Farmer am 11. und 12. September 2009 auf, bei denen jeweils 86.000 Besucher anwesend waren. Die beiden Konzerte waren jeweils innerhalb von nur zwei Stunden komplett ausverkauft. Das bedeutet, dass jede Minute im Durchschnitt 717 Karten verkauft wurden.

Einen Besucherrekord eines nicht-französischen Künstlers stellten die beiden Konzerte der irischen Rockband U2 am 11. und 12. Juli 2009 auf, bei denen jeweils 93.000 Zuschauer anwesend waren.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Zwar befindet sich das Stadion unmittelbar am Autobahnkreuz von A1 und A86, doch es wurden nur relativ wenige Parkplätze errichtet. Schon in der Planungsphase wurde darauf geachtet, dass ein möglichst hoher Anteil der Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist.

Erschlossen wird das Stadion durch drei Bahnhöfe der RER-Vorortsbahn und der Métro in unmittelbarer Umgebung:

Bei wichtigen Anlässen verkehren zusätzlich Schiffe auf dem nahe gelegenen Kanal Saint-Denis.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. stadiumdb.com: Stadionkapazität (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stade de France – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien