Stade de Suisse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung des Wankdorf als Quartier ist unter Breitenrain-Lorraine zu finden
Stade de Suisse
Stade de Suisse Wankdorf Bern
Stade de Suisse
Stade de Suisse von innen
Daten
Ort SchweizSchweiz Bern, Schweiz
Koordinaten 602007 / 20130046.9627777777787.465Koordinaten: 46° 57′ 46″ N, 7° 27′ 54″ O; CH1903: 602007 / 201300
Klassifikation 4
Eigentümer Stade de Suisse AG
Erstes Spiel BSC Young Boys - Olympique Marseille 2:3
Oberfläche Kunstrasen
Kosten 350 Millionen Franken
Kapazität 31'120 Plätze
Spielfläche 105 × 68 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Stade de Suisse Wankdorf Bern ist ein Fussballstadion, das im Wankdorfquartier der Stadt Bern steht. Es ist das Stadion des Fussballvereins BSC Young Boys und nach dem St. Jakob Park in Basel das zweitgrösste Stadion der Schweiz. Es wurde nach dem Abriss des Stadions Wankdorf 2001 gebaut und 2005 offiziell fertiggestellt und bietet neben der Funktion als Fussballstadion auch ein Einkaufszentrum, eine Schule, einige Wohnungen und ein Solarkraftwerk. Es ist ein UEFA-Stadion der Kategorie 4, der höchsten Klassifikation des Europäischen Fussballverbandes. Im Jahr 2008 fanden während der Fussball-Europameisterschaft drei Gruppenspiele in diesem Stadion statt.

Allgemein[Bearbeiten]

Es finden 31'783 Zuschauer Platz, wobei der Fansektor seit dem 10. Oktober 2009 von den Sektoren D4 bis D10 Stehplätze hat. Die Stühle wurden auf Wunsch der Fans für nationale Spiele entfernt.[1] Damit ist das Stade de Suisse das zweitgrösste Stadion der Schweiz. Es befindet sich ca. zwei Kilometer nördlich vom Stadtzentrum im Quartier Wankdorf. Im Stadion integriert ist ausserdem eines der grössten Einkaufszentren der Schweiz.[2]

Aussenansicht von oben (2011)

Gebaut wurde das neue Stadion von der Marazzi Generalunternehmung. Der Bau dauerte über drei Jahre, dabei wurden über 100'000 Kubikmeter Beton verbaut, womit das Stadion schwerer als der Eiffelturm ist. Das Stadion gehört komplett einer Investorengruppe aus Luzern; zu den Mitinhabern zählt unter anderen Andy Rihs, Vorsitzender von Phonak,[3] und dessen Bruder.[4]

Das Bauwerk trägt neu den Namen «Stade de Suisse Wankdorf Bern» (deutsch Stadion der Schweiz Wankdorf Bern). Umgangssprachlich spricht man meist vom «Wankdorf», wobei offiziell der Name «Stade de Suisse» benutzt wird. Der Name geht darauf zurück, dass es das Nationalstadion der Schweiz sein sollte. Die meisten Fans bleiben jedoch bei der Bezeichnung «Wankdorf». Da sich aber Kunstrasen im Stadion befand, wurden zunächst keine Länderspiele im Stade de Suisse ausgetragen. Für die Fussball-EM 2008 musste der Kunstrasen durch einen Naturrasen ersetzt werden. Nach drei Gruppenspielen der Gruppe C wurde wieder der Kunstrasen verlegt.

Anfang Oktober 2011 wurde bekannt, dass im Wankdorf zur Rückrunde 2012 wieder Naturrasen verlegt wird. Gleichzeitig wurde bestätigt, dass danach wieder Länderspiele sowie der Cupfinal in Bern ausgetragen werden.

Lage[Bearbeiten]

Stade de Suisse von aussen bei Nacht

Das Stadion befindet sich rund zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Das Wankdorfquartier ist ausgezeichnet mit dem öffentlichen Verkehr verbunden. So gibt es fast neben dem Stadion einen Bahnhof, der nur 3 Fahrminuten vom Berner Hauptbahnhof entfernt ist. Dieser wurde zusammen mit dem Stade de Suisse im Jahr 2005 gebaut und eröffnet. Weiter ist das Stadion durch eine Buslinie und eine Tramlinie von Bernmobil erschlossen.

Die SBB bietet an jedem Spieltag Züge an, die wegen des Spiels ausnahmsweise im Wankdorf halten. Diese fahren meistens in die Richtung des Gastteams und die weiter entfernten Orte im Kanton Bern für die eigenen Fans.

Solarkraftwerk[Bearbeiten]

Eine Innovation ist das ins Stadiondach integrierte Sonnenkraftwerk; es ist das weltweit grösste seiner Art.[5] Die Solarzellen besitzen eine maximale Leistung von 850 kW. Die Jahresproduktion beläuft sich auf zirka 700'000 kWh. Zurzeit wird das Sonnenkraftwerk ausgebaut, so dass es später 1,3 MW Spitzenleistung besitzen wird. Das Openair auf dem Berner Hausberg Gurten, das Gurtenfestival, bezieht seit dem Jahr 2005 seinen gesamten Stromverbrauch von diesem Kraftwerk.

Kunstrasen[Bearbeiten]

Im Frühling 2006 wurde der Rasen durch ein Kunstrasenspielfeld ersetzt, dank dem das Stade de Suisse Wankdorf auch als Konzert-Stadion genutzt werden kann. Der neue Rasen wurde noch im selben Jahr mit einem Konzert von Bon Jovi und später von Robbie Williams eingeweiht. So konnten Bands wie Genesis, Bon Jovi und Herbert Grönemeyer ohne Beschädigung des Rasens im Stadion spielen. Da für EM-Endrunden allerdings ein Naturrasen vorgeschrieben ist, wurde der Kunstrasen für die drei Spiele der UEFA Euro 2008 mit einem Naturrasen überdeckt. Nach Ende der Fussball-Europameisterschaft 2008 wurde der Naturrasen unverzüglich wieder entfernt.

Im Dezember 2011 wurde das Stade de Suisse wieder dauerhaft mit Naturrasen ausgerüstet, somit können sowohl der Cupfinal als auch Spiele der Nationalmannschaft wieder in Bern ausgetragen werden.[6]

Zur Saison 2014/15 werden die Young Boys statt des Naturgrüns wieder auf einem Kunstrasen im Stade de Suisse antreten. Ein Grund für die Rückkehr zum künstlichen Rasen sind die niedrigeren Unterhaltskosten. Ob im Berner Stadion weiterhin Länderspiele oder das Cupfinal ausgetragen werden, ist derzeit unklar.[7]

Die Longines-Stadion-Uhr[Bearbeiten]

Die alte Stadion-Uhr des Wankdorfstadions im April 2008

Das Wahrzeichen des alten Wankdorfs war die Stadion-Uhr von Longines. Da vor allem dieser Teil des Stadions weltberühmt war, wurde diese Uhr Anfang Dezember 2007 auf dem Platz vor dem Stadion wieder aufgestellt. Dabei werden alle erhaltenen und renovierten Originalteile verwendet. Die Anzeige zeigte zuerst das Ergebnis des WM-Finals 1954: Ungarn - Deutschland 2:3 an, erinnert jedoch seit August 2008 auf Wunsch vieler YB-Anhänger an das letzte Spiel im alten Wankdorfstadion zwischen YB und Lugano: YB - Gast 1:1.

Das Spiel fand am 7. Juli 2001 statt. YB und Lugano trennten sich vor 22'200 Zuschauern 1:1 unentschieden. Julio Hernan Rossi brachte den Gast aus Lugano in Führung, ehe Reto Burri das letzte Tor im Wankdorf schoss.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Konzerte[Bearbeiten]

Jährlich finden im Stade de Suisse zwei bis drei Konzerte statt. Bei Konzerten bietet das Stade de Suisse je nach Bühne bis zu 45'000 Plätze. Bisher sind unter anderem Robbie Williams, Bon Jovi, Bruce Springsteen, Pink, Muse, Herbert Grönemeyer, AC/DC und Red Hot Chili Peppers aufgetreten.

Das «Tatze-Derby»[Bearbeiten]

Eishockey im Stade de Suisse

Am 14. Januar 2007 fand im Stade de Suisse vor 30'076 Zuschauern (bis 2009 Europarekord für Clubspiele) ein Eishockey-Meisterschaftsspiel statt, das 100. Derby zwischen den SCL Tigers und dem SC Bern – das sogenannte «Tatze-Derby». Zu diesem Zweck wurde die Kunstrasenfläche mit einer Isolierschicht und 300 Kilometern Schläuchen mit Kühlflüssigkeit bedeckt und anschliessend eine rund fünf Zentimeter dicke Eisschicht aufgetragen.[8] Das nach drei Tagen ausverkaufte Spiel endete mit einem 5:2-Sieg des SC Bern.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stade de Suisse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Blick am Abend: Ausgabe Bern, 29. September 2009
  2. Stade de Suisse: FAQ über das Stade de Suisse
  3. News.ch: Phonak-Chef Rihs geht «fremd»
  4. Sport1: Auch Andy Rihs Bruder steigt bei YB ein
  5. Stade de Suisse Bern. Wankdorf – Ort des Mirakelspiels. Auf: sport.ard.de, 14. April 2008.
  6. bernerzeitung.ch: Der neue Rasen im Stade de Suisse ist ausgerollt
  7. bluewin.ch: Berner Stade de Suisse wechselt wieder auf Kunstrasen Artikel vom 3. Juni 2014
  8. Bereit zum Happening - Tages-Anzeiger vom 9. Januar 2007