Stadion Essen

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Stadion Essen
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Stadion Essen (2012)
Stadion Essen von der „Rahn“-Tribüne aus am Tag der Stadioneröffnung
Daten
Ort DeutschlandDeutschland Essen, Deutschland
Koordinaten 51° 29′ 12,1″ N, 6° 58′ 35,4″ O51.4866944444446.9765111111111Koordinaten: 51° 29′ 12,1″ N, 6° 58′ 35,4″ O
Eigentümer Stadt Essen
Betreiber SBG Sportstätten Betriebsgesellschaft Stadt Essen mbH
Baubeginn 1. April 2011 (Hochbau)
Eröffnung 12. August 2012
06. August 2013
(Eröffnung nach Fertigstellung)
Erstes Spiel Rot-Weiss Essen U19 – Borussia Dortmund U19 3:2
Oberfläche Naturrasen
Kosten ca. 64 Mio. Euro, nach anderen Aussagen 46 Mio. Euro
Architekt Plan Forward GmbH
Kapazität 20.650 Plätze
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Stadion Essen ist ein Fußballstadion im Essener Stadtteil Bergeborbeck. Mit den Hochbauarbeiten wurde am 1. April 2011 begonnen; die Fertigstellung der ersten betriebsfähigen Bauphase und die damit verbundene Eröffnung war am 12. August 2012.

Geschichte[Bearbeiten]

Planungs- und Bauphase[Bearbeiten]

Logo in der Bauphase

Bereits lange zuvor war klar, dass Essen ein neues Stadion benötigt. Mehrere Gutachten haben bestätigt, dass die über 60 Jahre alte Haupttribüne des Georg-Melches-Stadions baufällig ist. Daraufhin beschloss der Rat der Stadt Essen in einer außerordentlichen Sitzung am 28. Oktober 2010, nachdem am 28. April 2010 der Oberbürgermeister der Stadt Reinhard Paß eine Beteiligung der Stadt beim Stadionneubau ausgeschlossen hatte, doch den Neubau eines Stadions mit einer Kapazität von rund 20.000 Zuschauern.[1]

Zuvor war bereits am 8. August 2009, kurz vor den Kommunalwahlen in Essen, ein symbolischer Anstoß auf dem Gelände des neuen Stadion erfolgt.[2] Kurz nach dem symbolischen Anstoß wurde der erste Teil der Nordtribüne des alten Stadions abgerissen und mit ersten Erdarbeiten begonnen.

Nach Vollendung der Vorarbeiten (unter anderem Einrichtung einer Baustraße und die Untergrundarbeiten) begannen am 1. April 2011 die Rohbauarbeiten. Die Rohbauarbeiten des Warmgebäudes mit Haupttribüne und die Gasttribüne wurden im Januar 2012 fertiggestellt, die Gegentribüne im April 2012. Nach Vollendung der einzelnen Tribünen wurden die Tribünendächer montiert.[3] Die Tribünendächer haben eine transluzente Oberfläche und sind freischwebend, so dass dem Zuschauer keine störenden Pfeiler die Sicht verstellen.

Am 30. März 2012 wurde im Rohbau des Warmgebäudes das Richtfest gefeiert. Im weiteren Verlauf der Bauarbeiten wurden bis zum August 2012 das Warmgebäude mit u.a. Kabinen, Doping- und Schiedsrichterräumen, VIP-Bereiche, Geschäftsstelle und Fan-Shop von Rot-Weiss Essen sowie WC-Anlagen und Kiosks der Haupttribünenbereichs und der anderen beiden Tribünen fertiggestellt.

Kurz vor der Eröffnung des Stadions wurde am 7. August 2012 von der RWE Deutschland AG, die den größten Teil der Finanzierung mit Ausnahme der Stadt mit Sparkasse übernommen hatte und somit die Namensrechte am Stadion erhielt, der Stadionname bekannt gegeben. Das Stadion soll wie auch in der Planungs- und Bauphase Stadion Essen heißen.[4]

Nach dem Umzug des Vereins im Sommer 2012 konnte mit Errichtung der Heimtribüne das Stadion komplettiert werden. Das alte Georg-Melches-Stadion wurde abgerissen und auf der Fläche ein Parkplatz errichtet, der Ende März 2014 in Betrieb genommen wurde.[5]

Eröffnung[Bearbeiten]

Die Haupttribüne am Eröffnungstag

Die Eröffnung des neuen Stadions war am 12. August 2012, an dem Tag sollte die Mannschaft von Rot-Weiss Essen ursprünglich gegen eine Essener Amateurfußball-Auswahl spielen und die Spielerinnen der SGS Essen gegen den 1. FFC Frankfurt.[6] Letzten Endes spielte die A-Jugend von Rot-Weiss Essen gegen die A-Jugend von Borussia Dortmund. Darauf folgte das Spiel der Damen, in welchem zehn Minuten vor Ende die Mannschaft vom 1. FFC Frankfurt gegen elf Spieler von Rot-Weiss Essen ausgetauscht wurde. Die A-Jugend von Rot-Weiss Essen siegte mit 3:2, die Damen der SGS Essen verloren 0:3 gegen den 1. FFC Frankfurt und die Herren des RWE schlugen die Damen der SGS mit 1:0.

Nach der Fertigstellung der letzten Tribüne kurz vor Saisonbeginn 2013/14 fand ein Eröffnungsspiel zwischen Rot-Weiss Essen und Werder Bremen (0:2) statt. Vor 11.513 Zuschauern wurde das komplett fertiggestellte Stadion am 6. August 2013 eröffnet.[7]

Erstmal mit über 20.000 Zuschauern komplett ausverkauft war das Stadion am 8. April 2014 beim Halbfinalspiel des Niederrhein-Pokals von RWE gegen den MSV Duisburg.

Wasserschaden im Sommer 2013[Bearbeiten]

In der Nacht zum Freitag, 26. Juli 2013, brach im Untergeschoss der Haupttribüne des Stadion Essen eine Wasserleitung und setzte die gesamte untere Etage etwa 1,15 Meter unter Wasser.[8] Das für den darauf folgenden Samstag angesetzte Meisterschaftsspiel von Rot-Weiss Essen gegen Viktoria Köln musste abgesagt werden, da das gesamte Stadion nicht betriebsfähig war. Auf der betroffenen Etage befinden sich alle Umkleide- und Schiedsrichterräume, sowie die Mixed-Zone und der Hauptverteiler der Stadion-Elektrik. Um das Stadion kurzfristig wieder betriebsfähig zu machen, wurden hinter jeder Tribüne ein Diesel-Generator zur Stromversorgung der jeweiligen Tribüne aufgestellt und hinter der Haupttribüne wurden Container, in denen Schiedsrichter- und Umkleide-Räume untergebracht waren aufgestellt. Der Schaden wurde auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt.[9]

In den Folgemonaten wurde unter anderem der gesamte Bodenbelag und Estrich entfernt, sowie die Elektrik und die Wasserleitungen erneuert. Das Untergeschoss der Haupttribüne wurde im März 2014 wieder in Betrieb genommen.[10]

Das Stadion[Bearbeiten]

Stadionplan des Stadions Essen
die Dachkonstruktion

In der ersten Ausbaustufe ist das Stadion ein klassisches Einrangstadion mit 32 Sitz- bzw. Stehreihen. Es fasst rund 20.000 Zuschauer und entspricht den Vorgaben des Deutschen-Fußballbundes für die Regionalliga, die 3. und die 2. Liga. Es kann außerhalb des normalen Spielbetriebs auch für Veranstaltungen genutzt werden.

In einer zweiten Ausbaustufe können die Ecken geschlossen werden und das Stadion so auf eine Kapazität von 25.000 Zuschauern vergrößert werden. Auch eine dritte Ausbaustufe ist möglich, bei dem ein Oberrang auf das Stadion gesetzt wird, um die Kapazität um weitere 10.000 Zuschauer auf 35.000 Zuschauer zu erhöhen.

Das Warmgebäude verfügt über vier Etagen: Im Untergeschoss befinden sich die Spieler-, Pressebereiche sowie Lagerräume des Catering und die Mixed-Zone. Im Erdgeschoss befindet sich die Geschäftsstelle von Rot-Weiss Essen, der Fan-Shop des Vereins, der Gastronomiebereich Kulturfreunde 97A sowie weitere Küchen- und WC-Bereiche. Im 1. Obergeschoss befindet sich ausschließlich der Businessbereich Assindia. Im letzten und 2. Obergeschoss befinden sich die Logen und der Bereich für den Stadionsprecher, Ordnungsdienst und die Polizei.

Unter jeder der vier Tribünen befinden sich jeweils vier WC-Anlagen, wobei die unter der Haupttribüne etwas kleiner ausfallen. Unter der Haupttribüne befindet sich zusätzlich noch ein Kiosk. An der Gegentribüne befinden sich zwei Kioske, die Polizeiwache und eine der zwei Filialen des AWO-Fanprojekts. Die Gast- und die Heimtribüne verfügen jeweils über drei Kioske und die Heimtribüne über die zweite Filiale des AWO-Fanprojekts.

Insgesamt befinden sich um das Stadion herum sieben Kassenhäuschen, davon jeweils zwei an der Gegen-, Gast- und Heimtribüne und eines vor dem Warmgebäude. Dazu verfügt das Stadion noch, mit Ausnahme des Warmgebäudes, über neun Stadionzugänge.[11]

Zahlen und Fakten[Bearbeiten]

Alle Zahlen beziehen sich auf die erste Ausbaustufe.[12]

Kapazitäten
Bruttokapazität 20.650
Stehplätze 9.040
Sitzplätze 11.320
Im optimalen 90m Sichtkreis 19.950
Im max. Sichtkreis 190m 700
Ehrengäste 1.930
Businesssitze 1.100
Anzahl Logen 10
Logenplätze/Ehrengäste 290
Medienplätze 136
Rollstuhlplätze + Begleiter 38 + 38
Stellplätze
Schiedsrichter, Personal 16
Ü-Wagen, Mannschaftsbusse 5
VIP 130
Sonstige 711
Busse Gäste 15
Einsatzfahrzeuge 1.500 m²
Fahrräder 125
Tribüne & Tribünenabstände
Einrangtribüne:
Reihenzahl 32
Stufentiefe 90 cm (Businesstribüne)
80 cm (Regeltribüne)
40 cm (Stehtribüne)
Abstand zum Spielfeld 8,65 m–10,10 m
Tribünenneigung 20,05°–26,5°
Logentribüne:
Reihenzahl 3
Stufentiefe 90 cm
Abstand zum Spielfeld 28,5 m

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stadion Essen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aaron Knopp: RWE: Stadtrat gibt grünes Licht für neues Stadion; Reviersport.de, 28. Oktober 2010
  2. Aaron Knopp: RWE: Stadtdirektor Hülsmann beendet alle Spekulationen (Update!): Das Stadion kommt – „Mauerfall“ am 8. August; Reviersport.de, 24. Juli 2009
  3. Wolfgang Kintscher: Der echte Anstoß vor leeren Rängen; aus: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 1. April 2011; auf: DerWesten.de.
  4. Marcus Schymiczek: Rot-Weiss Essen spielt bald im „Stadion Essen“; aus: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 7. August 2012; auf DerWesten.de.
  5. SBG Sportstätten Betriebsgesellschaft Stadt Essen mbH: Bauphasen – Ein Stadion für Essen; auf: stadion-essen.de, abgerufen am 14. Oktober 2013
  6. Aaron Knopp: RWE: Stadionbau – Einweihung am 12. August; Reviersport.de, 29. Mai 2012
  7. Adrian Bohrdt: Werder Bremen gewinnt Bundesliga-Generalprobe bei Rot-Weiss Essen; sportal.de, 6. August 2013
  8. Partie gegen Viktoria Köln und öffentliches Training abgesagt; stadion-essen.de, 26. Juli 2013
  9. Niklas König und Dominika Sagan: RWE-Stadion unter Wasser - Spiel gegen Viktoria fällt aus; derwesten.de, 26. Juli 2013
  10. Niklas König und Dominika Sagan: Der Wasserschaden im Stadion Essen soll voraussichtlich im Januar komplett beseitigt sein; radioessen.de, 4. Oktober 2013
  11. Fankonferenz zum Stadionneubau – Fotos; RWE Fanzine jawattdenn.de, 17. November 2011
  12. SBG Sportstätten Betriebsgesellschaft Stadt Essen mbH: Zahlen und Fakten zur Architektur und Stadionkapazität; stadion-essen.de, 15. November 2011 (PDF; 559 kB)