Stadtbahn Bergen

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Stadtbahn Bergen
Stadtbahnwagen 203 an der Endstation Byparken
Stadtbahnwagen 203 an der Endstation Byparken
Streckenlänge: 13,4 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 750 V =
Minimaler Radius: 25 m
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
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Byparken
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Nonneseter
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Bystasjonen
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Nygård
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Florida
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Nygårdbrücke
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Danmarksplass
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Kronstad depot
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Gamle Vossebanen
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Kronstad
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Brann stadion
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Wergeland
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Fageråstunnel (663 m)
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Sletten
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Slettebakken
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Slettebakkstunnel (412 m)
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Fantoft
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Fantofttunnel (1107 m)
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Paradis
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Tveiteråstunnel (443 m)
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Hop
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Nesttun
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Ende 1. Etappe
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Gamle Vossebanen
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Nesttun sentrum
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Nesttunhaugtunnel
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Skjoldskiftet
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Mårdalen
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Skjoldtunnel
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Skjold
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Lagunen
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Ende 2. Etappe
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Folldalstunnel
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Råstølen
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Steinsviktunnel
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Feråstunnel
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Sandslivegen
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Sandslimarka
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Sandslitunnel
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Kokstad
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Birkelandsskiftet
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Kokstadflaten
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Fleslandtunnel
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Bergen lufthavn, Flesland
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Wendegleis

Die Stadtbahn Bergen (norwegisch Bybanen i Bergen) ist ein schienengebundenes Nahverkehrsmittel in der norwegischen Stadt Bergen. Nach Baubeginn am 7. Januar 2008 verkehrt die Stadtbahn seit ihrer Eröffnung am 22. Juni 2010 auf einer 9,8 km langen ersten Teilstrecke von der Innenstadt nach Nesttun im Stadtbezirk Fana. Die 4 km lange zweite Etappe nach Rådal wurde ab August 2010 gebaut und am 21. Juni 2013 eröffnet. Weitere Linien in andere Stadtteile sind geplant, so unter anderem zum Flughafen Bergen. Eine Straßenbahn hatte es bereits zwischen 1897 und 1965 in Bergen gegeben.

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste dauerhafte öffentliche Nahverkehrsmittel der Stadt war die Straßenbahn Bergen (Trikken i Bergen), die von 1897 bis 1965 verkehrte. Das Streckennetz war jedoch auf die Innenstadt beschränkt und reichte nicht in die Vororte. Die Stadtverwaltung beschloss die Straßenbahn stillzulegen, da sie den motorisierten Individualverkehr und einen reinen Busbetrieb für geeigneter hielt. Ein Teil wurde auf Oberleitungsbusbetrieb umgestellt. Da die Verkehrsbelastung aber weitaus stärker als angenommen zunahm, versuchten die Stadt und Statens vegvesen, das Problem durch den Bau einer Ringstraße und die Einführung alternativer Verkehrsmittel zu lösen.[1]

Vor der Verkürzung der Bergenbahn durch den Bau des Ulriken-Tunnels bildete die im Jahr 1883 eröffnete Vorortsbahn Bergen–Nesttun eine wichtige Nahverkehrsverbindung. Der Betrieb wurde jedoch am 31. Januar 1965 eingestellt, obwohl die Strecke erst elf Jahre zuvor elektrifiziert worden war. In den 1970er Jahren existierten Pläne für ein ausgedehntes Schnellbahnnetz in Bergen, mit einem unterirdischen Abschnitt im Stadtzentrum. Als Vorbild diente die Oslo T-bane. Geplant waren drei Strecken nach Flaktveit, Olsvik und zum Flughafen. Der Stadtrat befasste sich 1973 mit dem Projekt, gelangte jedoch zu keiner Entscheidung.[1]

Obwohl in den 1980er und 1990er Jahren eine mautpflichtige Ringstraße rund um Bergen entstand, kam es weiterhin zu Verkehrsstaus. 1995 schlugen sowohl der städtische Verkehrsbetrieb Bergen Sporvei als auch der Norwegische Naturschutzverband (Norges Naturvernforbund) die Wiedereinführung der Straßenbahn vor.[2] Die Nachfolgegesellschaft Gaia Trafikk brachte 2004 die Idee eines Busway-Systems mit Doppelgelenkbussen ins Spiel.[3]

Bauarbeiten bei Kronstad (2008)

Die Stadtverwaltung plante eine Stadtbahn, die ungefähr den Vorstellungen des Naturschutzverbandes entsprach. Sowohl der Bergener Stadtrat als auch der Storting stimmten 2000 bzw. 2002 dem Vorhaben zu. Die Kosten teilten sich der norwegische Staat, die Provinz Hordaland und die Stadt Bergen, einen Teil finanzierte man mit den Einnahmen aus der Maut-Ringstraße. Im August 2007 begannen die Bauarbeiten mit dem Abriss eines Gebäudes, um Platz für einen temporären Busbahnhof zu schaffen.[4] 2007 wurden zwölf Variobahnen bei Stadler Rail bestellt, mit einer Option auf vier weitere Kompositionen.

Der Streckenbau begann im Januar 2008. Zur Überquerung der Bucht Store Lungegårdsvannet entstand eine vierte Nygårdbrücke für den Individualverkehr, während die älteste Brücke für die Stadtbahn umgebaut wurde.[5] Im April 2009 erhielt Fjord1 Partner, ein Joint-Venture von Fjord1 Nordvestlandske und Keolis, den Zuschlag für die Betriebskonzession bis 2017.[6] Am 22. Juni 2010 nahm Königin Sonja die offizielle Eröffnung vor.

Strecke[Bearbeiten]

Haltestelle Brann stadion am Inndalsveien

Die 9,8 km lange Strecke verbindet das Stadtzentrum mit dem südlichen Vorort Nesttun. Die nördliche Endstation Byparken ist ein bedeutender Nahverkehrsknoten am Stadtpark, wo Anschluss an sämtliche Buslinien im Stadtzentrum besteht. Die Strecke passiert den Hauptbahnhof, den zentralen Busbahnhof für Überlandlinien, die Hochschule Bergen und mehrere Institute der Universität Bergen. Auf der Nygardbrücke überquert sie die Engstelle der Bucht Store Lungegårdsvannet. Danmarks plass südlich der Bucht ist die einzige Haltestelle mit Mittelbahnsteig.

Ehemaliges Empfangsgebäude der bis 1964 befahrenen Strecke der alten Vossebanen - ab 2010 als Büro- und Fernsteuerzentrum der Bybane genutzt, im Depotareal

Anschließend passiert die Strecke das Depot im Stadtteil Kronstad und verläuft entlang dem Inndalsveien in der Nähe des Brann-Stadions. Die Haltestelle Wergeland befindet sich am Portal des 1,1 Kilometer langen Fageråstunnels. Der S-förmige Tunnel weist ein Gefälle von 6 % und einen Kurvenradius von 150 Metern auf. Am Südportal mündet die Strecke in eine konventionelle Eisenbahntrasse mit Oberbau, so dass eine Fahrgeschwindigkeit von bis zu 80 km/h möglich ist. Im weiteren Verlauf der Strecke folgen drei weitere Tunnel. Nesttun war bis Juni 2013 die vorübergehende Endstation.[5]

Im Januar 2011 begann der Bau der zweiten Etappe. Sie führt von Nesttun zum Einkaufszentrum Lagunen im Stadtteil Rådal. Die Trasse der stillgelegte Bahntrasse Nesttun-Os wird dabei nicht genutzt, da diese heute zum größten Teil als Fahrradweg dient. Die Eröffnung erfolgte am 21. Juni 2013.[7][8] Als dritte Etappe wird seit 2013 der Abschnitt zwischen Lagunen und dem Flughafen Bergen gebaut.[7] Auf diesem Abschnitt, in Kockstad, soll auch ein neues Depot entstehen, da im bestehende Depot in Kronstad schon für die 2013 vorhandenen Fahrzeuge der Platz nur knapp reicht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stadtbahn Bergen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Jacobus Meulman: Lokalbaneplaner i Bergen i 1970-årene. In: På Sporet. Nr. 104, 2000, S. 28–35.
  2.  Bjørn Andersen: Trikk i Bergen igjen. In: Lokaltraffik. Nr. 27, 1996, S. 12–17.
  3. Espen Børhaug: Gigantbuss. Bergensavisen, 11. Dezember 2004, abgerufen am 6. Mai 2011 (norwegisch).
  4.  Bybanen. In: Lokaltrafikk. Nr. 66, 2007.
  5. a b  Jimmy Schminke: Bybanen i Bergen: Status midt i byggeperioden. In: Lokaltraffik. Nr. 72, 2009, S. 20–30.
  6. Keolis to operate Bergen light rail line. Railway Gazette International, 3. April 2009, abgerufen am 6. Mai 2011 (englisch).
  7. a b Bybane Utbygging -Bybanen-utbygging, HFK. Hordaland Fylkeskommune, 2013, abgerufen am 22. Juni 2013 (norwegisch).
  8. Åpnet i dag. Zeitung Bergens Avisen, 21. Juni 2013, abgerufen am 22. Juni 2013 (norwegisch).