Stadtgliederung Roms

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Rom, Blick über den Esquilin nach Nordwesten

Die italienische Hauptstadt Rom gliedert sich in 4 Stadtbezirke, 19 Munizipien und 155 Stadtbereiche. In der Antike war sie in 4, später in 14 regiones eingeteilt.

Munizipien[Bearbeiten]

Die Munizipien (italienisch Municipi = Rathäuser) sind Stadtbezirke, die zur besseren Verwaltung der Stadt 1972 eingeführt wurden. 1977 wurden die Munizipien in 155 Zonen (zone urbanistiche) eingeteilt, die nach städtebaulichen Gründen abgegrenzt wurden und meistens nicht mehr mit den historischen Stadtbezirken deckungsgleich sind. Ursprünglich waren es 20 Munizipien. Das ursprüngliche Municipio XIV wurde 1992 ausgemeindet und existiert heute als selbstständige Stadt Fiumicino. Deshalb fehlt heute die Nummer XIV in der Reihe der Munizipien. Die Munizipien haben jeweils einen direkt gewählten Präsidenten und ein Parlament. Ein großer Teil der Verwaltungsaufgaben Roms wird heute über die Munizipien erledigt.

Munizipien

Die 19 Munizipien setzten sich folgendermaßen zusammen:

Die Munizipien werden in vier Planungsbezirke zusammengefasst.

  • Nordost (Area Nord-Est): Municipien I, III, V und XVII
  • Nordwest (Area Nord-Ovest): Municipien II, IV, XVI, XVIII, XIX und XX
  • Südwest (Area Sud-Ovest): Municipien XII, XIII und XV
  • Südost (Area Sud-Est): Municipien VI, VII, VIII, IX, X und XI

Historische Stadtteile[Bearbeiten]

Eine erste Stadtgliederung soll im 6. Jahrhundert v. Chr. unter dem König Servius Tullius stattgefunden haben. Rom war danach in vier regiones aufgeteilt, die den stadtrömischen Tribus entsprachen.

  1. Suburana (Caelius, Subura)
  2. Esquilina (Esquilin)
  3. Collina (Quirinal und Viminal)
  4. Palatina (Palatin und Velia)

Der Kapitolshügel und der Aventin waren in diese Bezirke noch nicht einbezogen.

Unter Augustus wurde zwischen 12 und 7 v. Chr. die Stadt, die sich inzwischen weit über die vier ursprünglichen Regionen ausgebreitet hatte, in vierzehn regiones eingeteilt. Sie waren ursprünglich nur durchgezählt; Namen sind erst seit dem 2. Jahrhundert belegt. Die Einteilung behielt bis zum Ende der Kaiserzeit Gültigkeit.

Rom in der Zeit Augustus

Im Mittelalter blieb diese Einteilung bestehen, auch wenn sich langsam die modernen Namen herausbildeten und die Grenzen nicht mehr genau festgelegt waren.

Rioni[Bearbeiten]

Der Begriff Rione leitet sich von den lateinischen Regiones her. Ab dem 14. Jahrhundert wurde Rom in zuerst 12 Rioni eingeteilt. Durch das Bevölkerungswachstum bedingt erhöhte sich die Zahl durch Teilung bestehender Rioni bis 1921 auf 21. Im selben Jahr wurde mit dem 22. Rione Prati der erste Stadtteil außerhalb der Aurelianischen Stadtmauer eingerichtet.

Diese Rioni haben heute keine verwaltungstechnische Bedeutung mehr. Im Alltag der Römer spielen die historisch gewachsenen Stadtteile jedoch immer noch eine wichtigere Rolle als die neuen Verwaltungseinheiten.

Rioni
I – Monti – er umschließt die Hügel Esquilin und Viminal und reicht von der Piazza Venezia bis zum Lateran
II – Trevi – er umfasst den Quirinal und das darunter liegende Viertel rund um den Trevi-Brunnen
III – Colonna – beidseitig der Via del Corso
IV – Campo Marzio – der nördliche Teil der Altstadt von der Spanischen Treppe bis zur Piazza del Popolo
V – Ponte – das Tiberknie gegenüber der Engelsburg
VI – Parione – das Viertel um Piazza Navona und Campo de’ Fiori
VII – Regola – das Tiberufer zwischen Ponte Garibaldi und Ponte Mazzini
VIII – Sant’Eustachio – das Viertel um Sant'Andrea della Valle
IX – Pigna – zwischen Piazza Venezia und Pantheon
X – Campitelli – er umschließt die Hügel Kapitol und Palatin
XI – Sant’Angelo – in etwa das ehemalige Ghetto
XII – Ripa – der Hügel Aventin und das Tiberufer bis zur Tiberinsel
XIII – Trastevere – auf dem Westufer des Tibers
XIV – Borgo zwischen Vatikan und Engelsburg (Teil des Municipio XVII)
XV – Esquilino – der Ostteil des Esquilin mit der Stazione Termini
XVI – Ludovisi – beidseitig der Via Veneto
XVII – Sallustiano – nördlich der Via XX. Settembre
XVIII – Castro Pretorio – umschließt die Diokletiansthermen
XIX – Celio – der Hügel Caelius
XX – Testaccio – um den Monte Testaccio
XXI – San Saba – der Kleine Aventin mit den Caracalla-Thermen
XXII – Prati – das Gründerzeitviertel nordöstlich des Vatikan (Teil des Municipio XVII)

Quartieri[Bearbeiten]

Ab 1926 nannte man die neu errichteten Stadtviertel außerhalb der Stadtmauer Quartieri (Sg. Quartiere). Sie wurden ebenfalls mit römischen Ziffern nummeriert, denen zur Unterscheidung ein Q vorgestellt wurde. Der Stadtteil Ostia an der Küste wurde in die drei Quartieri Q.XXXIII bis Q.XXXV aufgeteilt.

Q.I
Flaminio
Q.II
Parioli
Q.III
Pinciano
Q.IV
Salario
Q.V
Nomentano
Q.VI
Tiburtino
Q.VII
Prenestino-Labicano
Q.VIII
Tuscolano
Q.IX
Appio Latino
Q.X
Ostiense
Q.XI
Portuense
Q.XII
Gianicolense
Q.XIII
Aurelio
Q.XIV
Trionfale
Q.XV
Della Vittoria
Q.XVI
Monte Sacro
Q.XVII
Trieste
Q.XVIII
Tor di Quinto
Q.XIX
Prenestino-Centocelle
Q.XX
Ardeatino
Q.XXI
Pietralata
Q.XXII
Collatino
Q.XXIII
Alessandrino
Q.XXIV
Don Bosco
Q.XXV
Appio Claudio
Q.XXVI
Appio Pignatelli
Q.XXVII
Primavalle
Q.XXVIII
Monte Sacro Alto
Q.XXIX
Ponte Mammolo
Q.XXX
San Basilio
Q.XXXI
Giuliano Dalmata
Q.XXXII
Europa
Q.XXXIII
Lido di Ostia Ponente
Q.XXXIV
Lido di Ostia Levante
Q.XXXV
Lido di Castel Fusano

Suburbi[Bearbeiten]

Ab 1930 wurden am Stadtrand 11 Suburbi (Vorstädte) eingerichtet. Da 1961 die Suburbi S.II bis S.VI. in Quartieri umgewandelt wurden blieben nur sechs Suburbi übrig.

S.I
Tor di Quinto
S.VII
Portuense
S.VIII
Gianicolense
S.IX
Aurelio
S.X
TrionfaleTrionfale
S.XI
Della Vittoria

Agro Romano[Bearbeiten]

Am 6. Juli 1817 wurden per Dekret von Papst Pius VII. die Stadtgrenzen von Rom, die bis dahin unbestimmt waren, festgelegt und das Gebiet als Agro Romano bezeichnet. Nach der Ausgliederung der Städte Pomezia und Ardea wurde das Gebiet, das außerhalb des geschlossenen Stadtgebiets lag in 59 Zonen eingeteilt, von denen sieben 1992 an die neu gegründete Stadt Fiumicino fielen. Die Zone Z.XLIII Maccarese Nord wurde dabei zwischen Rom und Fiumicino geteilt. Viele der Zonen gehen in ihrer Bezeichnung auf alte Dörfer oder Gutshöfe im Agro Romano zurück.

Die verbliebenen 53 Zonen sind:

Z.I
Val Melaina
Z.II
Castel Giubileo
Z.III
Marcigliana
Z.IV
Casal Boccone
Z.V
Tor San Giovanni
Z.VI
Settecamini
Z.VII
Tor Cervara
Z.VIII
Tor Sapienza
Z.IX
Acqua Vergine
Z.X
Lunghezza
Z.XI
San Vittorino
Z.XII
Torre Spaccata
Z.XIII
Torre Angela
Z.XIV
Borghesiana
Z.XV
Torre Maura
Z.XVI
Torrenova
Z.XVII
Torre Gaia
Z.XVIII
Capannelle
Z.XIX
Casal Morena
Z.XX
Aeroporto di Ciampino
Z.XXI
Torricola
Z.XXII
Cecchignola
Z.XXIII
Castel di Leva
Z.XXIV
Fonte Ostiense
Z.XXV
Vallerano
Z.XXVI
Castel di Decima
Z.XXVII
Torrino
Z.XXVIII
Tor de'Cenci
Z.XXIX
Castel Porziano
Z.XXX
Castel Fusano
Z.XXXI
Mezzocammino
Z.XXXII
Acilia Nord
Z.XXXIII
Acilia Sud
Z.XXXIV
Casal Palocco
Z.XXXV
Ostia Antica
Z.XXXIX
Tor di Valle
Z.XL
Magliana Vecchia
Z.XLI
Ponte Galeria
Z.XLIII
Maccarese Nord
Z.XLIV
La Pisana
Z.XLV
Castel di Guido
Z.XLVIII
Casalotti
Z.XLIX
Santa Maria di Galeria
Z.L
Ottavia
Z.LI
La Storta
Z.LII
Cesano
Z.LIII
Tomba di Nerone
Z.LIV
La Giustiniana
Z.LV
Isola Farnese
Z.LVI
Grottarossa
Z.LVII
Labaro
Z.LVIII
Prima Porta
Z.LIX
Polline Martignano
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Literatur[Bearbeiten]

Internetquelle[Bearbeiten]

Roma Capitale. Territorio. comune.roma.it, abgerufen am 14. Juni 2013 (italienisch).