Stadthauptmann

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Stadthauptmann (bzw. -frau) ist in Österreich die Verwendungsbezeichnung für den Leiter eines Polizeikommissariates (PK). Polizeikommissariate sind Außenstellen (innerbehördliche Organisationseinheiten) der jeweiligen Landespolizeidirektion (LPD), jedoch ohne eigene Behördenstellung. Gegenwärtig bestehen in Wien 14 der Landespolizeidirektion Wien unterstellte Polizeikommisariate, die jeweils für einen Teilbereichs des Stadtgebiets zuständig sind. Außerhalb Wiens bestehen Kommissariate in den Städten Leoben, Schwechat, Steyr, Villach, Wels und Wiener Neustadt.

Der Stadthauptmann ist immer Angehöriger des höheren, rechtskundigen Dienstes der Landespolizeidirektion, also ein Jurist. Für Frauen ist die Führung der Bezeichnung in weiblicher Form möglich, jedoch bisher nicht üblich.

Historisches[Bearbeiten]

Die Verwendungsbezeichnung Stadthauptmann trugen vor der Sicherheitsbehörden-Neustrukturierung 2012 ausschließlich die Leiter der Polizeikommissariate in Wien. Außerhalb Wiens war die Bezeichnung bei österreichischen Sicherheitsbehörden bis 2012 nicht in Gebrauch. In Wien ist die Bezeichnung Stadthauptmann seit der Zwischenkriegszeit in Verwendung.

Generalgouvernement[Bearbeiten]

Die deutschen Verwalter im besetzten Polen verwendeten von 1939 bis 1945 die Amtszeichnung Stadthauptmann für den obersten zivilen Verwalter einer besetzten Stadt, in Analogie zu der Funktion des Kreishauptmanns für einen polnischen Landkreis. Stadthauptmann war 1939/1940 der nachmalige Saarbrückener Oberbürgermeister Schwitzgebel in Radom. In Krakau, der "Hauptstadt" des Generalgouvernements waren dies bis Januar 1940 Ernst Emil Zörner, danach Carl Gottlob Schmid, Rudolf Pavlu ab April 1941 und Josef Krämer ab Mai 1943.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Markus Roth: Herrenmenschen. Die deutschen Kreishauptleute im besetzten Polen - Karrierewege, Herrschaftspraxis und Nachgeschichte. Wallstein Verlag : Göttingen 2009. ISBN 9783835304772

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andrea Löw, Markus Roth: Juden in Krakau unter deutscher Besatzung 1939–1945. Wallstein, Göttingen 2011 S. 22