Stadtkirche (Bayreuth)
Die Stadtkirche von Bayreuth ist eine dreischiffige Basilika im spätgotischen Stil und die größte Kirche der Stadt. Sie ist seit 1614 der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht.
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Lage[Bearbeiten]
Die Bayreuther Stadtkirche liegt am Rande der historischen Altstadt, unweit der südlichen Stadtmauer, und heute am Rande der Fußgängerzone. Einige Gebäude in der Nähe sind Burggüter der Stadt Bayreuth. Der Kirchplatz ist eng mit Häusern umbaut, die Südfront zur Kanzleistraße ist offen.
Geschichte[Bearbeiten]
Älteste Teile der heutigen Kirche befinden sich im Untergeschoss des nördlichen Westturmes aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Nach der Zerstörung durch die Hussiten Anfang Februar 1430 begann 1437 der Bau der Kirche in ihren heutigen Ausmaßen. Markgraf Georg der Fromme führte 1528 in Bayreuth die Reformation ein. Hussiten zerstörten die Kirche 1430. Ab 1437 entstand nach den Plänen des Bamberger Steinmetzen Meister Oswald ein neues Gotteshaus. Es war fast dreimal so groß wie der Vorgängerbau und konnte nach jahrelanger Bauunterbrechung erst 1495 fertiggestellt werden.
Nachdem Markgraf Christian im Jahre 1603 seine Residenz von Kulmbach nach Bayreuth verlegt hatte, baute sein Hofbaumeister Michael Mebart die Kirche zur Hofkirche und zur Hauptkirche des Fürstentums Brandenburg-Bayreuth aus. Aus diesem Anlass wurde auch die Fürstengruft im vorderen Bereich der Kirche angelegt. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts diente sie als Grablege für insgesamt 26 Mitglieder der Markgrafenfamilie.
1605 und in geringerem Umfang 1621 wurde die Kirche bei Bränden beschädigt. Das Erdgeschoss des nördlichen Westturmes ist aufgrund der Verfüllung mit Trümmern nicht mehr zugänglich. An der Außenwand wurde daher ein kleiner Treppenturm angebaut. 1632 durchbrach im Dreißigjährigen Krieg der Legende nach eine Kanonenkugel ein Chorfenster, richtete aber keinen Personenschaden an. An diese Begebenheit erinnert ein stilisiertes zerbrochenes Fenster mit Jahreszahl im Glas am Chor.
Eine umfassende Renovierung und Purifizierung (Stilbereinigung) im 19. Jahrhundert beseitigte wesentliche Ausstattungsbestandteile wie barocke Schmuckelemente. Das Hauptportal zwischen den Türmen wurde mit neogotischen Elementen ausgestattet, der ursprüngliche bescheidenere Figurenschmuck ging verloren. Bei der Renovierung 1975–1978 wurden die Emporen entfernt.
Die Stadtkirche gehört mit der Spitalkirche und der Gottesackerkirche auf dem Stadtfriedhof zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bayreuth-Stadtkirche. Sie ist Sitz des Kreisdekans des Kirchenkreises Bayreuth und des Dekans für 28 Pfarreien.
Ausstattung[Bearbeiten]
Zur Innenausstattung zählt der Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert, ein neugotischer Taufstein, mehrere Gemälde, ein Altarkruzifix und zwei Sandsteinreliefs.
Hochaltar[Bearbeiten]
Der Hochaltar von 1615 wurde von Markgräfin Maria gestiftet. Er erinnert an einen gotischen Drei-Flügel-Altar. Die Tafelbilder stammen allerdings aus dem frühen 19. Jahrhundert und wurden von dem aus Bayreuth stammenden August Riedel gemalt.
Kanzel[Bearbeiten]
Die Kanzel mit einem kunstvoll geschnitzten neugotischen Kanzeldeckel wurde erst 1871/72 zusammen mit den Bänken und dem Taufstein angebracht. Bei Letzterem wurden acht Alabaster-Reliefs von 1615 mitverwendet.
Epitaphien[Bearbeiten]
Die Kirche beherbergt eine größere Anzahl gut erhaltener Epitaphien aus Stein. Diese stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Darunter befindet sich eine große Zahl von Kindergrabsteinen. Häufig vorkommende Familien sind die Kanne, die von Feilitzsch, die von Pudewels, aber auch weitere Adelsfamilien von lokaler Bedeutung, wie die Erffa, Künsberg und Lüschwitz.
In der Kirche befinden sich auch einige ältere Epitaphien aus Holz für Pfarrer und Superintendant Justus Bloch und den Bayreuther Bürgermeister Pankrazius Bidermann. Der sogenannte Küffnersche Epitaph in Altarform enthält zwei Besonderheiten: Das Mittelteil stammt aus der Ausstattung der Vorgängerkirche um 1500. Die Predella, um 1615 angefertigt, zeigt die älteste erhaltene Ansicht der Stadt Bayreuth.
Orgel[Bearbeiten]
Mit der 1913 eingebauten Orgel mit drei Manualen und 60 Registern schufen die Gebrüder Herrmann und Wilhelm Strebel, Söhne des Orgelbauers Johannes Strebel, ein Renommierinstrument, das erst 1961 durch die Dreifaltigkeitsorgel erneuert wurde. Sie besitzt vier Manuale und sechzig Register. Im Bereich des Sakristeieingangs gibt es eine weitere kleine Orgel, die so genannte Magdalenenorgel. Ihr Name erinnert an ein früheres Patrozinium der Kirche.
Glocken[Bearbeiten]
Die acht Glocken sind auf die beiden Kirchtürme verteilt. Drei von ihnen wurden 1624 gegossen, die anderen stammen aus den Jahren 1961 bis 1963.
Fürstengruft[Bearbeiten]
Im Chorbereich befindet sich eine Gruft der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth.
Aktuelles[Bearbeiten]
Derzeit erfolgt eine Sanierung der seit Jahren baufälligen Kirche. Das Fundament hatte sich abgesenkt und von Dach- bzw. Mauerwerk hatten sich Einzelteile gelöst. Mehrere Initiativen setzen sich für die Sanierung ein. Es wird erwogen, die Fürstengruft für die Allgemeinheit zugänglich zu machen.
Literatur[Bearbeiten]
- August Gebeßler: Stadt und Landkreis Bayreuth. Die Kunstdenkmäler von Bayern, Kurzinventare, VI. Band. Deutscher Kunstverlag. München 1959. S.7-12.
- Friedrich H. Hofmann: Bayreuth und seine Kunstdenkmale, München 1902. S. 13-20. Hofmann stellt die Baugeschichte der Bayreuther Stadtkirche völlig willkürlich und fabulierend dar; dieser Darstellung folgt in weiten Teilen auch August Gebeßler: Stadt und Landkreis Bayreuth, München 1959, S. 7-12.
- Ein erster Versuch zur Berichtigung der falsch tradierten Baugeschichte bei Wilfried Engelbrecht, Unsser libs goczhawss sant Marie magdalene - Anmerkungen zur Baugeschichte der Bayreuther Stadtkirche, erschienen in: Archiv für Geschichte von Oberfranken, Bayreuth 1991
- Kurt Herterich: Im Historischen Bayreuth, Bayreuth 1998; Ellwanger
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Webpräsenz der Stadtkirche
- Luftbild der Stadtkirche im BayernViewer
- Liste der in der Fürstengruft bestatteten Personen (PDF; 44 kB)
- Außensichten der Stadtkirche mit Detailaufnahmen
49.94319411.574599Koordinaten: 49° 56′ 35″ N, 11° 34′ 29″ O