Stadtkirche St. Wenzel (Naumburg)

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St. Wenzel in Naumburg (Saale)

Die evangelisch-lutherische Stadtkirche St. Wenzel am Marktplatz von Naumburg ist die Hauptkirche der Stadt außerhalb des geistlichen Bezirks der ehemaligen Domfreiheit.

Bauwerk[Bearbeiten]

Als das markanteste Kirchenbauwerk und Wahrzeichen der Ratsstadt von Naumburg gehört die Wenzelskirche zu den bedeutsamsten Bauwerken an der Saale. Der spätgotische Bau von 1426 erhielt 1510/1520 sein Westportal und 1724 im Innern eine barocke Ausstattung.

Die 36. Türmerin seit 1513 Angelika Thee in ihrer Türmerwohnung 1987

Hervorhebenswert sind u. a. der barocke Hochaltar von 1680 sowie Gemälde aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä.. Bemerkenswert ist auch die Grabplatte des August von Leubelfing, Page des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf.

Der Kirchturm der Wenzelskirche ist mit 72 Metern der höchste Turm der Stadt. Er hat in seiner Türmerwohnung in 53 Metern Höhe eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform.

Orgel[Bearbeiten]

Hildebrandt-Orgel in St. Wenzel zu Naumburg

Die von Zacharias Hildebrandt im Jahre 1746 erbaute Orgel ist ein Juwel barocker Orgelbautradition. Johann Sebastian Bach und Gottfried Silbermann übernahmen die Prüfung dieses Instruments. Es wurde von 1993 bis 2000 aufwändig restauriert.

I Rückpositiv CD–c3

1. Principal 8′
2. Viol di Gambe 8′
3. Quintadehn 8′
4. Rohr-Floete 8′
5. Prestanta 4′
6. Vagara 4′
7. Rohr-Floete 4′
8. Nassat 3′
9. Octava 2′
10. Rausch-Pfeife II
11. Mixtur V
12. Fagott 16′
Tremulant
II Hauptwerk CD–c3
13. Principal 16′
14. Quintadehn 16′
15. Octava 8′
16. Spitz-Floete 8′
17. Gedakt 8′
18. Praestanta 4′
19. Spitz-Floete 4′
20. Sesquialter II
21. Quinta 3′
22. Octava 2′
23. Weit-Pfeife 2′
24. Mixtur VIII
25. Cornet IV
26. Bombart 16′
27. Trompete 8′
Tremulant
III Oberwerk CD–c3
28. Bordun 16′
29. Principal 8′
30. Hohl-Floete 8′
31. Princ.und.mar. 8′
32. Praestanta 4′
33. Gemshorn 4′
34. Quinta 3′
35. Octava 2′
36. Wald-Floete 2′
37. Tertia 1 3/5
38. Quinta 11/2
39. Sif-Floete 1′
40. Scharff V
41. Vox humana 8′
Pedal CD–d1
Vorderlade
42. Principal 16′
43. Octaven Bass 8′
44. Violon Bass 8′
45. Octaven Bass 4′
46. Octava 2′
47. Mixtur Bass VII
48. Trompet. Bass 8′
49. Clarin Bass 4′
Hinterlade
50. Subbass 16′
51. Violon Bass 16′
52. Posaune 32′
53. Posaune 16′
  • Koppeln: I/II, III/II, II/P
  • Spielhilfen: Sperrventile (II, III), Schwebung (III), Cymbelstern

Glocken[Bearbeiten]

Sechs Glocken hängen im Turm. Die drei größeren wurden 1518 von Martin Hilliger aus Freiberg gegossen und hängen seit dem Jahr 2000 restauriert in einem massiven, spätgotischen Holzglockenstuhl aus den Jahren 1521/1523. In der Turmlaterne hängt neben zwei Uhrschlagschalen die Tor-, Schul- und Beichtglocke aus dem Jahre 1763.[1]

Nr. Bezeichnung Gussjahr Gießer Durchmesser
(mm)
Gewicht
(kg)
Nominal
(16tel)
Glockenstuhl
1 1518 Martin Hilliger, Freiberg 1554 2309 des1 +4 Glockenstube
2 1518 Martin Hilliger, Freiberg 1262 1211 f1 −3 Glockenstube
3 Angelus- oder Marienglocke 1518 Martin Hilliger, Freiberg 1045 678 as1 −1 Glockenstube
4 Tor-, Schul- und Beichtglocke 1763 C. W. Becker, Naumburg 530 ~85 ges2 −5 Laterne
Stundenglocke 2001 Kunst- und Glockengießerei
Lauchhammer
800 180 ~d1 Laterne
Viertelstundenglocke 2001 600 75 ~fis1 Laterne

Literatur[Bearbeiten]

  • Ursula Dittrich-Wagner (Text), Peter Franke (Photos): Die Wenzelskirche zu Naumburg/Saale (DKV-Kunstführer; Bd 594). Deutscher Kunstverlag, München 2002.
  • Sibylle Harksen: Die Wenzelskirche zu Naumburg (Das christliche Denkmal; Bd. 97). Union-Verlag, Berlin 1976.
  • Karl Schöppe: Aus der Geschichte der St. Wenzelskirche zu Naumburg a. d. S. 2. Aufl. Sieling Verlag,, Naumburg 1930.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Constanze Treuber u. a.: Gegossene Vielfalt. Glocken in Sachsen-Anhalt. Hinstorff, Rostock 2007, S. 118, ISBN 978-3-356-01180-7 (+ 1 CD).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stadtkirche St. Wenzel (Naumburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.15173233333311.809744833333Koordinaten: 51° 9′ 6″ N, 11° 48′ 35″ O