Stadtlauringen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Stadtlauringen
Stadtlauringen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Stadtlauringen hervorgehoben
50.18805555555610.359444444444290Koordinaten: 50° 11′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 63,62 km²
Einwohner: 4113 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97488
Vorwahl: 09724
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 181
Marktgliederung: 20 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
97488 Stadtlauringen
Webpräsenz: www.stadtlauringen.de
Bürgermeister: Friedel Heckenlauer (CSU)
Lage des Marktes Stadtlauringen im Landkreis Schweinfurt
Schweinfurt Würzburg Landkreis Main-Spessart Landkreis Bad Kissingen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Haßberge Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Landkreis Bamberg Nonnenkloster (Unterfranken) Stollbergerforst Bürgerwald Vollburg Wustvieler Forst Hundelshausen (Bayern) Geiersberg (Gemeindefreies Gebiet) Bergrheinfeld Dingolshausen Dittelbrunn Donnersdorf Euerbach Frankenwinheim Geldersheim Gerolzhofen Gochsheim Grafenrheinfeld Grettstadt Kolitzheim Lülsfeld Michelau im Steigerwald Niederwerrn Oberschwarzach Poppenhausen (Unterfranken) Röthlein Schonungen Schwanfeld Schwebheim Sennfeld Stadtlauringen Sulzheim (Unterfranken) Üchtelhausen Waigolshausen Wasserlosen Werneck WipfeldKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Stadtlauringen ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Stadtlauringen liegt mit seinem Ortskern an der Lauer, die einige hundert Meter westlich des nördlich von Stadtlauringen gelegenen Ortsteils Oberlauringen entspringt und bei Niederlauer in die Fränkische Saale mündet. Auf ihrem Weg dahin durchfließt die Lauer eine Reihe weiterer Orte wie beispielsweise Maßbach, Poppenlauer und Münnerstadt. Im Bereich des Ortsteils Altenmünster liegt der Ellertshäuser See. Dieser Stausee ist mit 33 ha Fläche der größte See Unterfrankens. Im Nordosten liegt ein Teil des Gemeindebereichs in den Haßbergen. Zu diesen gehört der Laubhügel, höchste Erhebung des Landkreises Schweinfurt und zweithöchste der Haßberge.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Stadtlauringen gliedert sich in 20 Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Eine erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahre 794 bekannt. 1484 verlieh Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg dem Ort Lauringen, später Niederlauringen, die Stadt- und Marktrechte sowie die Gerichtsbarkeit. Seit dieser Zeit heißt der Ort Stadtlauringen. Die Stadtrechte wurden im Jahre 1818 zurückgegeben, das Marktrecht konnte beibehalten werden.

Das Wappen stammt aus der Zeit der Stadtrechtsverleihung. Seit dem Jahre 1520 zeigt es auf Silber ein durchgehendes rotes Prankenkreuz, dessen Querarm links in einer Hand endet und damit das Marktkreuz darstellt; die Gerichtsbarkeit symbolisiert im rechten unteren Winkel ein gestürztes silbernes Schwert mit goldenem Griff.

Im Ortsteil Oberlauringen waren mindestens seit dem 19. Jahrhundert jüdische Familien ansässig, die eine jüdische Gemeinde bildeten und an der Friedrich-Rückert-Straße 13-19 ihre Synagoge errichteten. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Gotteshaus im Inneren von SA-Männern zertrümmert; einige jüdische Bewohner wurden aus ihren Wohnungen geworfen. An der Außenmauer des zweckentfremdet genutzten Gebäudes erinnert eine Tafel an seine ehemalige Funktion.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Sulzdorf bei Stadtlauringen eingegliedert.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Altenmünster, Ballingshausen, Birnfeld, Fuchsstadt, Mailes, Oberlauringen, Wettringen und Wetzhausen hinzu.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 31. Dezember 2003: 4490
  • 30. Juni 2005: 4483

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist zurzeit Friedel Heckenlauer. Er trat am 1. Mai 2008 nach erfolgreicher Wiederwahl mit 89,96 % der Stimmen seine zweite Amtsperiode an.

Kirchen[Bearbeiten]

Pfarrkirche[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche hat als Patroziniumheiligen Johannes den Täufer. An den spätgotischen Turm ist ein barockes Langhaus von 1732/43 angebaut. Von den 1960er Jahren bis 1972 wurde die Kirche erweitert und erneuert. Der 2010 gegründeten Pfarreiengemeinschaft Liborius Wagner Markt Stadtlauringen gehören folgende Kirchengemeinden an:

Leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft ist Eugen Daigeler. Mitarbeitender Priester ist Manfred Hauck und als Diakon in Rente versieht Franz Mahlmeister seinen Dienst in der Pfarreiengemeinschaft.

Kerlachkapelle[Bearbeiten]

Die katholische Kerlachkapelle hat als Patrozinium Mariä Schmerzen (15. September); zweiter Kirchenpatron ist der heilige Aloysius. Die Kapelle steht auf der zweithöchsten Erhebung Stadtlauringens, dem Kerlachsberg. Das neoromanische Gotteshaus ist an Sonn- und Feiertagen von Ostern bis Allerheiligen geöffnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Amtskellerei mit Fürstenbau und Schüttbau
Gänsturm und Schüttbau
Schloss Craheim bei Wetzhausen
  • Stadtlauringen
    • Fachwerkensemble mit Rathaus rund um den mittelalterlichen Marktplatz
    • renovierte historische Amtskellerei mit Amtshaus, Schüttbau, Fürstenbau und Zehntscheune
    • Kerlachskapelle
    • renovierte Pfarrkirche
  • Altenmünster
    • teilweise historischer Dorfkern mit Fachwerkgebäuden wie dem ehemaligen Schulgebäude, die zum Pilgerhof umgestaltete ehemals bäuerliche Hofanlage, der Pfarrhof mit Nebengebäuden und ein paar Bauernhöfe
    • Kirchen: die Scheunenkirche im Pilgerhof, die katholische Wallfahrts- und Pfarrkirche mit typischem Echter-Turm und die neoromanische evangelisch-lutherische Christuskirche
    • Ellertshäuser See als größter unterfränkischer See
    • Waldspielplatz, der 1979 in einem bayerischen Spielplatzwettbewerb den 1. Platz belegte
    • Pfaffensteg über den Geißler bei Reinhardshausen
  • Oberlauringen
    • ehemalige Wehrkirche
    • Rückertpforte
    • Storchenbrünnle (Lauerquelle)
  • Wetzhausen
  • Birnfeld
    • Barockschloss, ehemals Jagdschloss der Würzburger Fürstbischöfe
    • 1000-jährige Gerichtslinde in der Dorfmitte
    • Kirche
  • Mailes

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Stadtlauringen

Sonstiges[Bearbeiten]

Obwohl Stadtlauringen konfessionell mehrheitlich katholisch ist, bietet eine Gastwirtschaft die Spezialität Schnickerli, ein Gericht aus frischem Rindermagen, traditionell an Freitagen an.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Georg Nespitzer (16. Jahrhundert), bedeutende Persönlichkeit der Täuferbewegung, wurde in Stadtlauringen geboren.
  • Friedrich Rückert (1788–1866), Dichter und Orientalist, verbrachte seine Jugend im heutigen Ortsteil Oberlauringen, thematisiert im Zyklus Erinnerungen aus den Kinderjahren eines Dorfamtmannssohns
  • Jörg Geuder (1861–1935), Lehrer, Dichter, Schriftsteller und Sprachpfleger, lebte und arbeitete 22 Jahre im heutigen Ortsteil Oberlauringen.
  • Michael Ballhaus (* 1935), bedeutender deutscher Kameramann, verbrachte einige Jahre seiner Kindheit in Wetzhausen, wo seine Eltern ein Theater betrieben, das der Vorläufer des Fränkischen Theaters Schloss Maßbach ist.
  • Johann Joseph von Prechtl (1778–1854), Technologe
  • Alice Schwarzer (* 1942), die bekannte Feministin verbrachte einige Jahre ihrer Kindheit im Markt Stadtlauringen

Literatur[Bearbeiten]

  •  Reinhold W. F. Heusinger: Markt Stadtlauringen. Beiträge zur Heimatgeschichte. Markt Stadtlauringen, Stadtlauringen 1994.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stadtlauringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111116/162953&attr=OBJ&val=1773
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 193
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 486.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 753.
  6. „Schnickerli“ aus Stadtlauringen. www.br.de, 25. Juli 2014