Stadtlengsfeld
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Wartburgkreis | |
| Höhe: | 272 m ü. NN | |
| Fläche: | 27,61 km² | |
| Einwohner: | 2674 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 97 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 36457 | |
| Vorwahl: | 036965 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WAK | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 63 072 | |
| Stadtgliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Amtsstraße 8 36457 Stadtlengsfeld |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Ralf Adam | |
| Lage der Stadt Stadtlengsfeld im Wartburgkreis | ||
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Stadtlengsfeld ist eine Stadt im Wartburgkreis in Thüringen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Stadtlengsfeld liegt im Tal der Felda, einem Nebenfluss der Werra in der Rhön. Der 714 m hohe Baier liegt ca. 4 km südöstlich von der Stadt.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Die Stadt hat folgende drei Ortsteile:
[Bearbeiten] Geschichte
Bereits im Jahre 1326, beim Verkauf an die Abtei Fulda, wurde Stadtlengsfeld als Stadt bezeichnet. Im Jahre 1523 erwarb das Geschlecht von Boyneburg die Herrschaft. Diese wechselte, bedingt durch die Napoleonischen Kriege ab 1805 in rascher Folge: Lengsfeld gehörte ab 1805 zum Kurfürstentum Hessen-Kassel, 1807 wurde es dem Königreich Westphalen zugeschlagen, ein Jahr später fand es sich im Großherzogtum Frankfurt und 1812 erneut im Kurfürstentum Hessen-Kassel wieder. 1813 gehörte es mit der Enklave Fulda zum Königreich Preußen und 1815 erhielt es der Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach. Im Jahr 1896 erfolgte die Umbenennung vom bisherigen Namen Lengsfeld in Stadtlengsfeld.
Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden politische Gegner des Regimes verfolgt und in „Schutzhaft“ genommen. Trotzdem gab es weiterhin Widerstandsaktivitäten wie die des kommunistischen Kaliarbeiters Hugo Simon (Widerstandskämpfer), der in das Arbeitserziehungslager (AEL) Römhild verbracht wurde, wo er ums Leben kam. Auch in der Aktion Gitter wurden mehrere Personen im KZ Buchenwald interniert.
Eine der größten Jüdische Gemeinden im Rhön-/Werragebiet war in Stadtlengsfeld schon vor Jahrhunderten ansässig. Der große Jüdische Friedhof mit circa 600 Grabsteinen wurde beim Novemberpogrom 1938 geschändet, ebenso wie die Synagoge in der Amtsstraße, ehemals Burgstraße. Einige sogenannte „Ostjuden“ waren bereits im Oktober 1938 in der „Polenaktion“ nach Polen abgeschoben worden bzw. wurden 1941 in das Ghetto Litzmannstadt deportiert. Ähnliches geschah in dem jetzigen Stadtteil Gehaus wo ebenfalls jüdische Einwohner emigrieren mussten oder ihrer Vernichtung zugeführt wurden. Ihr seit 1745 erstmals erwähnter Friedhof am Weilarischen Weg wurde ebenso von SA-Männern zerstört wie ihre Synagoge. Die sechsköpfige Sinti-Familie Wagner aus Gehaus wurde nach dem KZ Auschwitz deportiert, von denen ein einziges Familienmitglied überlebte.
Im Zweiten Weltkrieg mussten circa 500 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus verschiedenen Nationen, die in mehreren Lagern interniert waren, für die Wintershall AG, die Haarspinnerei, das Stadtgut, die Firma Schnepper & Isphording und in der Schachtanlage Menzengraben Zwangsarbeit verrichten.[2]
1958 kamen bei einem Grubenunglück durch Ersticken nach Anbohren eines Kohlensäurebläsers im Steinsalzbergwerk Menzenhausen sechs Kumpel zu Tode.[3]
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen von Stadtlengsfeld zeigt die ungekrönte heilige Margarete; die Handhabung von Schild und Stab ist falsch dargestellt, sie müsste umgekehrt sein. Der Fehler ist wahrscheinlich später (im 17. Jahrhundert) bei der Neuanfertigung des Wappens nach dem SIGILL DER STAD LENGSFELD entstanden. Der Schild in ihrer Hand zeigt das Wappen der Abtei Fulda. [4]
[Bearbeiten] Eingemeindungen
Gehaus wurde am 1. Juli 1996 eingemeindet.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtrat
Der Stadtrat aus Stadtlengsfeld setzt sich aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.
(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)
[Bearbeiten] Bürgermeister
Der hauptamtliche Bürgermeister Ralf Adam wurde am 7. Mai 2006 gewählt.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Christian Schreiber, Philosoph, Pädagoge, Lyriker, Superintendent in Lengsfeld
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Herbert Schirmer, Minister für Kultur der DDR
- Dankmar Adler, Mitentwickler der Stahlskelettbauweise bei Hochhäusern
- San. Rat Dr. med. Werner Krug, Ehrenbürger der Stadt. Gründete das sog. Diätsanatorium, welches mittlerweile ein Reha- und Klinikzentrum ist.
- Hugo Chanoch Fuchs, Rabbiner und Historiker
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Das heutige Stadtbild wird geprägt durch die 1791 erbaute Kirche. Zahlreiche mittelalterliche Gebäude fielen dem Großbrand von 1878 zum Opfer, erhalten blieben Reste der Stadtbefestigung, des Amtshauses - heute Rathaus und der Burg Lengsfeld. Weitere imposante Bauten sind das 1881 erbaute Schulgebäude nahe der Kirche, das Kriegerdenkmal über der Stadt mit der anschließenden kleinen Parkanlage sowie der jüdische Friedhof im Süden der Stadt. Ein ausgedehntes Wanderwegenetz entlang der Felda führt zum Ortsteil Menzengraben mit den Resten einer ehemaligen Bergwerksanlage oder zum Ortsteil Hohenwart. Sehenswert sind weiterhin das Boineburgsche Schloß und der Park im Stadtteil Gehaus sowie die dortige Kirche. Vielfach trifft man auch auf die baulichen Reste der Feldabahn, teilweise als Wander- und Radweg genutzt.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
- ↑ Heimatgeschichtlicher Wegweiser Thüringen, S. 329f., ISBN 3-88864-343-0
- ↑ Jan Eik und Klaus Behling: Verschlusssache. Die größten Geheimnisse der DDR. Verlag Das Neue Berlin. Berlin 2008. ISBN 978-3-360-01944-8. S.68
- ↑ Hartmut Ulle Thüringer Wappenbuch. Arbeitsgemeinschaft Genealogie e.V. (Herausgeber)
[Bearbeiten] Weblinks
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