Stadtsteinach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Stadtsteinach
Stadtsteinach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Stadtsteinach hervorgehoben
50.16666666666711.5351Koordinaten: 50° 10′ N, 11° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kulmbach
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Stadtsteinach
Höhe: 351 m ü. NHN
Fläche: 39,65 km²
Einwohner: 3217 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95346
Vorwahl: 09225
Kfz-Kennzeichen: KU, EBS, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 77 156
Stadtgliederung: 27 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 8
95346 Stadtsteinach
Webpräsenz: www.stadtsteinach.de
Bürgermeister: Roland Wolfrum (SPD)
Lage der Stadt Stadtsteinach im Landkreis Kulmbach
Bayreuth Landkreis Kronach Landkreis Hof Landkreis Bayreuth Landkreis Lichtenfels Mainleus Wonsees Wirsberg Untersteinach Trebgast Thurnau Rugendorf Neuenmarkt Neudrossenfeld Kulmbach Ködnitz Kasendorf Himmelkron Harsdorf Guttenberg (Oberfranken) Grafengehaig Presseck Stadtsteinach Marktschorgast Marktleugast Ludwigschorgast Kupferberg ThüringenKarte
Über dieses Bild

Stadtsteinach ist eine Stadt im nordöstlichen Teil des oberfränkischen Landkreises Kulmbach und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Stadtsteinach. Stadtsteinach war die Kreisstadt des am 1. Juli 1972 aufgelösten Landkreises Stadtsteinach (Kfz-Kennzeichen SAN).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Stadtsteinach liegt im Nordosten von Oberfranken und ist staatlich anerkannter Erholungsort im Naturpark Frankenwald. Die Stadt gehört zum Landkreis Kulmbach und liegt im Regierungsbezirk Oberfranken des Freistaates Bayern. Es ist eine von insgesamt drei Städten im Landkreis Kulmbach (neben Kulmbach und Kupferberg) und hat im Landesentwicklungsplan für Bayern den Status eines Unterzentrums.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Untersteinach, Guttenberg, Grafengehaig, Presseck, Rugendorf und Kulmbach.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtsteinach gliedert sich in 27 Stadtteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

1151 wurde der Ort als „Steinaha“ erstmals urkundlich erwähnt. Mit der Burg Nordeck ging er von den Grafen von Henneberg in den Besitz des Fürstbistums Bamberg unter Eberhard II. von Otelingen über. Stadtsteinach gehörte seit dieser Zeit für über 650 Jahre zum Hochstift Bamberg, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag, und war ab 1525 nach Zerstörung der Burg Verwaltungssitz. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde Steinach zur Stadt erhoben. Mehrfach hatte die Stadt unter Verwüstungen im Krieg zu leiden, darunter im Hussitenkrieg, in den Markgrafenkriegen und im Dreißigjährigen Krieg. Die direkte Nachbarschaft zum Markgraftum mit Sitz in Kulmbach (Plassenburg) wirkte sich vor allem nach dem Übertritt der Markgrafen zur Reformation negativ aus. Des Öfteren kam es zu Übergriffen.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1913 wurde die Stadt an den Bahnverkehr angeschlossen. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt unzerstört und wurde 1945 friedlich den einrückenden Amerikanern übergeben. Zu Beginn der Bundesrepublik war sie für einige Jahrzehnte Garnisonsstadt, erst mit dem Bundesgrenzschutz, später mit der Bundeswehr. Am 1. Juli 1972 wurde anlässlich der Kreisgebietsreform der Landkreis Stadtsteinach aufgelöst.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Triebenreuth, Vogtendorf und Zaubach eingegliedert.[3] Teile der aufgelösten Gemeinde Schwand kamen am 1. Januar 1974 hinzu.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Luftbild von Stadtsteinach (2006)

Der Stadtrat hat 17 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters (Roland Wolfrum/SPD).

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Gold ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe.

Beschreibung: Der Löwe war das Wappentier des Hochstifts Bamberg (vergleiche dazu die Wappen der Städte Zeil am Main in Unterfranken und Herzogenaurach in Mittelfranken).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht mit der Gemeinde Leutenberg in Thüringen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Heimatmuseum gibt Auskunft über die bewegte Vergangenheit des Ortes. Es enthält auch eine urzeitliche Abteilung. Seit 1951 informiert ein Schaukasten über das Schicksal des katholischen Pazifisten Alfred Andreas Heiß aus dem Ortsteil Triebenreuth, der 1940 wegen Kriegsdienstverweigerung in Brandenburg-Görden ermordet wurde. In der Pfarrkirche erinnert auch eine Gedenktafel an ihn.[5]

Bauwerke[Bearbeiten]

Der historische Stadtkern mit dem Gebäudeensemble um den Marktplatz steht unter Denkmalschutz.

Kirche vom Freibad aus (2008)

Das Stadtbild wird dominiert von der katholischen Pfarrkirche St. Michael (1905). Sie ist der Nachfolgebau der 1903 abgebrannten Pfarrkirche und wurde im Stil des Neobarocks errichtet. Die Einrichtung enthält unter anderem Werke aus der Vorgängerkirche, so beispielsweise 13 der 14 Kreuzwegstationen. In direkter Nähe befindet sich das älteste sakrale Gebäude der Stadt, die Marienkapelle. Sie lag vor der Stadtmauer und besitzt eine romanische Apsis. Das Langhaus wurde barockisiert.

Die sogenannte Fronveste in der Hauptstraße ist ein Barockbau aus der Zeit der fürstbischöflichen Herrschaft. Dort war ab 1525 der Verwaltungssitz des Amtes Stadtsteinach, später das Landratsamt. Heute befindet sich dort die Polizeiinspektion. Die Bedeutung der mittelalterlichen Wappensteine im Toreingang ist unklar. Über dem Toreingang wurde später das bayerische Wappen angebracht.

Die Stadtmauer ist noch in Teilen erhalten, vor allem in der Knollenstraße und am Kirchplatz. Erkennbar ist der teilweise doppelte Mauerring. Die Stadttore wurden im 19. Jahrhundert abgebrochen.

Die Burgruine Nordeck im vorderen Steinachtal wurde 1151 erstmals urkundlich erwähnt und 1525 im deutschen Bauernkrieg zerstört. Sie ist frei zugänglich.

Der Ringwall Grünbürg auf dem gleichnamigen Berg war eine vermutlich karolingische Fluchtburg mit dreifachem Ringwall.

Im Stadtgebiet befinden sich mehrere Mühlen (u. a. Hammermühle, Deinhardsmühle), am Beginn der Steinachtals (Hochofen) steht die restaurierte Schneidmühle mit funktionstüchtigem Sägewerk.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Steinachklamm im Winter (2009)

Die Steinachklamm im hinteren Steinachtal (ca. 8 Kilometer) markiert den Durchbruch der Untere Steinach. Sie gehört bereits zum Gemeindegebiet von Presseck.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Jeweils am Sonntag vor Faschingsdienstag findet ein großes Faschingstreiben in der Faschingshochburg Stadtsteinach statt.
  • Am letzten Wochenende im Januar und am ersten Wochenende im Februar finden jährlich die vier Veranstaltungen des Schlappenfaschings-Teams der Zäunger Faschingsschlappen 1995 in Zaubach statt.
  • Schützenfest am dritten Sonntag im Juli.
  • Kirchweih am zweiten Sonntag im Oktober.
  • Knollenstraßenfest am Nachmittag von Christi Himmelfahrt in der Knollenstraße. Ausrichter ist die Freiwillige Feuerwehr Stadtsteinach.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist über die Autobahn A 9 von München und Berlin, und über die B 303, die durch Stadtsteinach führt, zu erreichen. Ein Bahnanschluss besteht durch die Bahnstrecke Untersteinach–Stadtsteinach nur noch für Güterverkehr. Der nächstgelegene Bahnhof ist Untersteinach in vier Kilometer Entfernung an der Bahnstrecke Bamberg–Hof. Stadtsteinach besitzt einen Flugplatz, den es mit Kulmbach teilt.

Religionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Stadtsteinach ist mehrheitlich römisch-katholisch. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts bis Anfang der 1970er Jahre war Stadtsteinach Sitz eines katholischen Archidiakonats, das dann nach Kulmbach verlegt wurde. Untersteinach ist eine Filialkirche der Pfarrei St. Michael. Stadtsteinach ist auch Sitz einer evangelisch-lutherischen Pfarrei.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Die Volksschule Stadtsteinach besteht aus Grund- und Hauptschule. Sie beherbergt auch die öffentliche Leihbücherei.
  • Das Bayerische Rote Kreuz unterhält eine Fachschule für Altenpflege.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Johann Hart (1882–1967), katholischer Geistlicher
  • Ferdinand Klopf (1895–1968), katholischer Geistlicher

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stadtsteinach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111031/181429&attr=OBJ&val=1281
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 574.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 692.
  5. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 193f.