Stadtverkehr Tübingen

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Stadtverkehr Tübingen (SVT)
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Basisinformationen
Unternehmenssitz Tübingen
Webpräsenz http://www.svtue.de
Verkehrsverbund naldo
Linien
Bus 35
Anzahl Fahrzeuge
Omnibusse 62
Statistik
Fahrgäste 19,3 Mio.
Fahrleistung 3,5 Mio.
Haltestellen 369
Länge Liniennetz
Buslinien 335 km

Der Stadtverkehr Tübingen (SVT) ist Betreiber der Stadtbuslinien in Tübingen. Als Unternehmenssparte der Stadtwerke Tübingen GmbH (swt) zeichnet der SVT für den reibungslosen ÖPNV in Tübingen mit derzeit 35 Linien verantwortlich. Seit 2002 ist der SVT in den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (naldo) integriert. Seit dem 1. Januar 2011 erbringt der SVT über 50 (später auch mehr) Prozent der Fahrleistungen mit eigenen Bussen und Personal der sogenannten "TÜ Bus GmbH", die übrigen Fahrleistungen werden wie in der Vergangenheit von verschiedenen Busunternehmen im Auftrag des SVT erbracht.[1]


Geschichte[Bearbeiten]

Vor 1945[Bearbeiten]

Nachdem ab 1911 eine erste Buslinie Tübingen mit Stuttgart-Degerloch verband und ab 1912 Busse zwischen Tübingen und Nürtingen verkehrten,[2] erhielt Tübingen 1927 erstmals eine Buslinie, die nur innerhalb der heutigen Stadtgrenzen verkehrte. Der Göppinger Unternehmer Robert Bauer erhielt die Konzession für eine Buslinie auf der Strecke PfrondorfLustnau – Tübingen – Derendingen, die im Juli 1927 mit zwei Fahrzeugen den Betrieb aufnahm und noch im gleichen Jahr über Derendingen hinaus nach Weilheim verlängert wurde, wobei 22 Fahrtenpaare angeboten wurden. Das als Omnibusverkehr Tübingen firmierende Unternehmen nahm bereits im August 1927 eine zweite Linie in Betrieb, die zwischen Tübingen und Hagelloch verkehrte.

1928 folgte eine Verbindung von Tübingen über Hirschau und Wurmlingen nach Rottenburg, die zunächst vier tägliche Fahrtenpaare bot und vornehmlich in Tübingen arbeitenden Bürgern der damaligen Nachbargemeinden diente. Im gleichen Jahr wurde über die heutigen Stadtgrenzen hinaus eine Linie nach Wankheim, Mähringen und Immenhausen eingerichtet, ab April 1929 wurde außerdem Kusterdingen erreicht.[3]

Im Januar 1937 starb Robert Bauer, der bisherige Geschäftsführer des Omnibusverkehrs Tübingen. Konzession und Unternehmen wurden, nachdem sich Verhandlungen mit dem ortsansässigen Unternehmer Paul Schnaith zerschlagen hatten, im Mai 1937 von Jakob Kocher aus Dußlingen übernommen. Kocher setzte zunächst fünf Busse ein, vergrößerte den Fuhrpark jedoch noch im gleichen Jahr und nahm eine weitere Linie in Betrieb, die auf der Strecke Westbahnhof – Hindenburgplatz (Lustnauer Tor) – Hauptbahnhof – Burgholzkaserne – Industrieviertel – Siedlung am Waldhörnle (Gartenstadt) verkehrte, aber nach kurzer Zeit wegen mangelnder Auslastung wieder eingestellt werden musste. Gleichzeitig war Paul Schnaith, der zuvor schon eine dem Arbeiterverkehr dienende Buslinie von Tübingen nach Böblingen betrieben hatte, weiterhin im Omnibusverkehr aktiv und erhielt 1938 und 1939 die Konzessionen für weitere Arbeiterverkehre nach Spaichingen, Vaihingen auf den Fildern, Möhringen auf den Fildern und Sindelfingen sowie für den Linienverkehr nach Genkingen-Erpfingen.[4]

Im Zweiten Weltkrieg musste der Busverkehr erheblich eingeschränkt werden, da die Wehrmacht Busse ausgleichslos für Kriegszwecke beschlagnahmte und Kraftstoff und andere Rohstoffe knapp waren. Jedoch konnte der vom Omnibusverkehr Tübingen durchgeführte Betrieb der Linien Lustnau–Derendingen und Tübingen–Mähringen–Immenhausen über die Kriegsdauer hinweg aufrechterhalten werden, wenngleich das Angebot eingeschränkt werden musste.[5]

1945–1960[Bearbeiten]

Nachdem die Post die Verbindung Tübingen–Stuttgart als erste kriegsbedingt unterbrochene Linie im Juli 1945 wieder aufgenommen hatte, folgte wenige Zeit später eine neue Konzession für eine dem Arbeiterverkehr dienende Linie Kayh–Tübingen-Lustnau. Gleichzeitig ging die Wiederinbetriebnahme des Stadtverkehrs ebenso wie dessen Ausbau weiter. Die erste ausschließlich innerhalb der heutigen Stadtgrenzen verkehrende Linie, die nach dem Krieg neu eingerichtet wurde, verkehrte ab April 1947 zwischen Tübingen, Lustnau und Bebenhausen, dem Sitz des württemberg-hohenzollerischen Landtags, und wurde von der Firma Schnaith bedient. Ab November gleichen Jahres bedienten Stadtbusse auch das Versorgungskrankenhaus auf dem Sand.

In den fünfziger Jahren wurde das Stadtgebiet Tübingens durch die Bebauung der umliegenden Höhen stark erweitert, was trotz steigender Zahlen privater Autos zu einer stärkeren Nutzung des Busverkehrs führte, die sich besonders im Schülerverkehr merkbar machte. In Folgezeit bereits ab 1952 auftretender Verkehrsschwierigkeiten an den Bushaltestellen am Hauptbahnhof begannen Planungen zur Einrichtung eines neuen Busbahnhofs. Zwischenzeitlich wurde im August 1953 ein neuer Vertrag zwischen der fortan die Linienkonzessionen innehabenden Stadt und den Unternehmen Schnaith und Kocher geschlossen, die bereits zuvor den Stadtverkehr bedienten und sich nun im Auftrag der Stadt für dessen Durchführung verantwortlich zeigten. Im neu gestalteten Tübinger Stadtverkehr kamen in den Stadtfarben rot und gelb lackierte Busse zum Einsatz, die nach einem Taktfahrplan verkehrten. Weiterhin berechtigten Fahrkarten ab diesem Zeitpunkt zum Umstieg innerhalb der Geltungsdauer und waren wie fortan auch Mehrfahrten- und Monatskarten in den Bussen beider Unternehmen gültig. In der Folge stiegen die Fahrgastzahlen jährlich um zweistellige Prozentbeträge, so dass 1958 auf einem Netz von neun, erstmals nummerierten Linien 1,4 Millionen Fahrgäste befördert wurden. Im Dezember 1960 ging der neue Omnibusbahnhof in Betrieb, der sich auf dem vor dem Hauptbahnhof gelegenen Postplatz befand, welcher nun als Europaplatz bezeichnet wurde.[6]

Im August 1960 wurden folgende, vom Hauptbahnhof ausgehende Strecken vom Stadtverkehr Tübingen befahren, deren Linienbezeichnungen im Einzelnen jedoch unklar sind:[7]

Hauptbahnhof – Sparkasse – Rheinlandstraße – Weilerhalde – Hagelloch
Hauptbahnhof – Sparkasse – Universität – Frondsbergstraße – Berufsgenossenschaftliche Klinik
Hauptbahnhof – Sparkasse – Universität – Schönblick – Untere Viehweide / Virus-Institut
Hauptbahnhof – Sparkasse – Universität – Versorgungskrankenhaus Sand
Hauptbahnhof – Sparkasse – Universität – Hirsch Lustnau – Pfrondorf
Hauptbahnhof – Sparkasse – Universität – Lustnau Waldhorn
Hauptbahnhof – Sparkasse – Österberg Kleiststraße
Hauptbahnhof – Reutlinger Straße – Abzweigung nach Wankheim – Kusterdingen Banholz
Hauptbahnhof – Eberhardstraße – Bergfriedhof (nur bei Bedarf)
Hauptbahnhof – Schweickhardtstraße – Hechinger Eck – Gartenstadt Nelke
Hauptbahnhof – Finanzamt – Heinlenstraße – Derendingen Käppele

Seit 1960[Bearbeiten]

In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wuchs Tübingen weiter durch Erweiterung des Siedlungsgebiets, unter anderem in Form der Neubausiedlung Waldhäuser Ost auf den Höhen nördlich der Stadt. Das Liniennetz des Stadtverkehrs Tübingen folgte dieser Entwicklung durch Bedienung neuer Wohngebiete, gleichzeitig traten jedoch in der Innenstadt und der historischen Altstadt zunehmend Verkehrsprobleme auf, die durch den motorisierten Individualverkehr verursacht wurden. Eine erste Abkehr von einer das private Auto bevorzugenden Politik trat 1971 mit der Einrichtung der ersten Fußgängerzonen in der Altstadt ein, im Folgejahr erhielten von Busbahnhof in Richtung Neckarbrücke fahrende Busse eine bevorrechtigte Spur an der Einmündung von Post- und Friedrichstraße. Ab 1974 verkehrten Durchmesserlinien, 1978 begann der Einsatz von Gelenkbussen.

Bevorrechtigung durch schrankengesicherte Busschleuse im Stadtteil Herrlesberg

In der Folge eines 1979 durchgeführten erfolgreichen Bürgerentscheids gegen den Bau einer neuen Hauptstraße in der Innenstadt, die für nachhaltige Veränderungen im Stadtbild gesorgt hätte, wurde die Förderung des städtischen Busverkehrs ein Ziel Tübinger Lokalpolitik. Dazu gehörte die Bevorrechtigung von Bussen durch Busspuren und Sondersignalisierung, der Aufbau eines flächendeckenden Netzes mit einem größeren Anteil an Durchmesserlinien sowie eine dichte Taktfolge von 10 Minuten auf Hauptlinien und maximal 30 Minuten auf nachfrageschwächeren Verbindungen. Das so gestaltete Liniennetz, das für alle Bürger eine Haltestelle in einem Umkreis von 300 m bot, ging zum Sommerfahrplan 1985 in Betrieb und erhöhte die Betriebsleistung des Stadtverkehrs um 34 %. Ab 1986 wurden übertragbare Monatskarten, ab 1989 Jahreskarten und studentische Semesterkarten angeboten. Die neuen Angebote wurden gut angenommen, so dass sich die Zahl der Beförderungsfälle im Stadtverkehr nach Einrichtung des neuen Bussystems innerhalb von drei Jahren um 40 % erhöhte. Anfang der 90er Jahre wurde in Kooperation mit anderen Busunternehmen ein landkreisweiter Gemeinschaftstarif geschaffen.

Um finanzielle Verluste des Stadtverkehrs mit Gewinnen der Energie- und Wasserwirtschaft verrechnen zu können, ging der Stadtverkehr 1995 auf die Stadtwerke Tübingen über, die zu diesem Zweck die Tochtergesellschaft Stadtverkehr Tübingen GmbH gründeten, an der auch die mit dem Betrieb beauftragten Busunternehmen Kocher und Schnaith mit jeweils 12 % beteiligt wurden. Das Angebot wurde gleichzeitig weiter ausgebaut und durch neue Linien, Nachtverkehre sowie verdichtete Taktfolgen insbesondere abends und am Wochenende verbessert. Außerdem wurden 1995 die bisherigen für Studenten angebotenen Zeitkarten durch ein Semesterticket mit von allen Studenten zu zahlendem Solidarbeitrag ersetzt, was den Preis des eigentlichen Tickets reduzierte und für stark gestiegene Nachfrage sorgte.

Seit dem Jahr 2000 erfolgt der Fahrscheinverkauf im Fahrzeug nicht mehr durch den Fahrer, sondern über Automaten, was einem schnelleren Betriebsablauf zugutekommt. Zum gleichen Zeitpunkt nahm man außerdem ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem in Betrieb, das unter anderem die Bevorrechtigung an Ampeln koordiniert.[8] 2002 trat der Stadtverkehr Tübingen dem neu gegründeten Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau bei, dessen Tarif seitdem zur Anwendung kommt.[9] Die den Stadtverkehr koordinierende Stadtverkehr Tübingen GmbH wurde 2006 wieder aufgelöst und als Betriebszweig in die Muttergesellschaft Stadtwerke Tübingen GmbH integriert, was jedoch für Fahrgäste keine Änderungen bedeutete.

Betrieb[Bearbeiten]

Busse des Stadtverkehrs am Omnibusbahnhof

Das Liniennetz des Stadtverkehr Tübingen besteht aus 22 tagsüber verkehrenden Buslinien, die durch Nachtbuslinien und Linientaxi-Verkehre ergänzt werden. Der Betriebsmittelpunkt ist der Omnibusbahnhof auf dem Europaplatz vor dem Hauptbahnhof, der von 20 der Tageslinien sowie allen Nachtbussen angefahren wird und auch dem Regionalverkehr dient. Das Liniennetz umfasst zusammen mit den von anderen Unternehmen erbrachten Angeboten des Regionalverkehrs das gesamte Stadtgebiet Tübingens.[10]

Die Zahl der beförderten Personen lag im Jahr 2006 bei über 17,4 Millionen. 1995 lag diese Zahl noch bei etwas über neun Millionen, so dass in den zwischenliegenden elf Jahren die Fahrgastzahlen fast verdoppelt werden konnten.[11] Nur 5,9% der Fahrgäste nutzten dabei Einzel-, Mehrfahrten- oder Tageskarten, während 40,6% im Besitz von gewöhnlichen Zeitkarten waren und 42,7% der beförderten Personen das Semesterticket des Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau nutzten. Die restlichen Anteile entfielen auf Schwerbehinderte, Linientaxinutzung und die Durchtarifierung von anderen Betreibern.[12]

Im „ÖPNV-Kundenbarometer 2006“ der TNS Infratest erreichte der Stadtverkehr Tübingen unter 26 Teilnehmern den fünften Platz. Die Fahrgäste waren demnach zufriedener als im Branchendurchschnitt, mit 56% würde außerdem mehr als die Hälfte von ihnen auch dann nicht auf andere Verkehrsmittel umsteigen, wenn sie die Wahl dazu hätten. Die Stärken des Unternehmens lagen laut der Umfrage im Linienangebot, der Schnelligkeit sowie der Taktfrequenz.[13]

Mitte Mai 2010 wurden Überlegungen öffentlich, nach denen die Stadtwerke, auf Grund neuer EU-Regelungen im Steuerrecht, etwa die Hälfte der Fahrleistung mit eigenen Fahrzeugen und Fahrern erbringen sollen. Dies hätte große Auswirkungen auf die beiden Unternehmen, die bisher den Großteil der Fahrleistung im Auftrag des Stadtverkehrs erbringen.[14] Mit Beschluss des Gemeinderats vom 4. Oktober 2010 wurde für das neue Betreiberkonzept gestimmt. Daraufhin übernahmen die Stadtwerke Tübingen (mit ihrem neu gegründeten Tochterunternehmen TüBus GmbH) etwa die Hälfte der Fahrzeuge (ca. 40) und 70 bis 80 Fahrer direkt von den beiden bisherigen Partnern und betreiben somit die Hälfte des Verkehrs von 2011 an selbst.[15]

Im Jahr 2013 wurden im Stadtverkehr Tübingen auf einem Streckennetz von 335 Kilometern über 20 Millionen Fahrgäste befördert. Täglich werden rund 2000 Fahrten im Stadtverkehr erbracht, womit 369 Haltestellen bedient werden.[16]

Linien[Bearbeiten]

Tagesverkehr[Bearbeiten]

Der Stadtverkehr Tübingen betreibt im Jahresfahrplan 2014 im Tagesverkehr 22 Buslinien sowie sechs Taxibuslinien (Tag-SAM).

Tag-SAM[Bearbeiten]

Die Linien 30–36, zeitweise auch die Linien 9, 11, 12 und 14 sowie einzelne Fahrten anderer Linien in Tagesrandlage werden mit Linientaxen bedient, die als Sammel-Anruf-Mietwagen (SAM) bezeichnet werden. Diese Fahrten werden nach Fahrplan durchgeführt, müssen jedoch spätestens 30 Minuten vor der Abfahrtszeit telefonisch bestellt werden. Die Linientaxen halten an den Haltestellen des Linienwegs, auf Abschnitten der Linien 30–32 und 34 auch an beliebigen Punkten entlang der im Linienverlauf bedienten Straßen. Für SAM-Fahrten wird der normale naldo-Verbundtarif angewandt, aus technischen Gründen sind jedoch einzelne Fahrausweisarten nicht erhältlich oder nicht gültig.[17]

Der Tag-SAM-Verkehr wird von der in Tübingen ansässigen Firma Minicar Mietwagen GmbH im Auftrag des SVT mit PKW und Kleinbussen durchgeführt.[18]

Nachtverkehr[Bearbeiten]

In den Nächten von Donnerstag auf Freitag, Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen betreibt der Stadtverkehr Tübingen sieben Nachtbuslinien, die zwischen 00:20 und 03:40 Uhr das Stadtgebiet sowie die Nachbarstadt Rottenburg am Neckar bedienen. Sie verkehren jeweils stündlich, wobei am Knotenpunkt Omnibusbahnhof (Hbf) und in der Innenstadt Anschlüsse untereinander sowie zum regionalen Nachtverkehr bestehen. Die sechs ausschließlich innerhalb des Stadtgebiets verkehrenden Nachtbuslinien haben Fahrzeiten von etwa 30 Minuten und sind jeweils in Paaren miteinander verknüpft, so dass innerhalb einer Stunde zwei Linienwege befahren werden und sich umsteigefreie Verbindungen ergeben. Im Regionalbereich verkehren Fünf Nachtbusse. Der Tübinger Stadtverkehr bedient zusätzlich noch die neun Nachtbuslinien in Reutlingen i.A der RSV [19]

Nacht-SAM[Bearbeiten]

Der fahrplanmäßige Nachtbusverkehr wird durch ein Nacht-SAM bezeichnetes System an Anmeldeverkehren ergänzt, das in jeder Nacht zwischen 22 und 6 Uhr betrieben wird. Nach vorheriger telefonischer Anmeldung spätestens 30 Minuten vor der gewünschten Abfahrtszeit stellen Sammeltaxen Fahrbeziehungen zwischen fünf Sammelhaltestellen in der Innenstadt und beliebigen Punkten im restlichen Stadtgebiet her. Fahrten von der Innenstadt in die Stadtteile sind ebenso möglich wie Fahrten in der Gegenrichtung und Fahrten zwischen verschiedenen Stadtteilen.

Die Abfahrten finden an den Sammelhaltestellen in der Innenstadt, im Gebiet der Kernstadt sowie in Lustnau und Derendingen zu den Minuten .00 und .30 statt, in den Stadtteilen Bebenhausen, Bühl, Hagelloch, Hirschau, Kilchberg, Pfrondorf, Unterjesingen und Weilheim zu den Minuten .15 und .45. Da die Fahrtrouten kurzfristig entsprechend einer optimalen Auslastung geplant werden, weichen die tatsächlichen Abfahrtszeiten meist um einige Minuten von den angegebenen Zeiten ab, wobei Fahrgäste am Straßenrand auf das Eintreffen das Nacht-SAM warten müssen. Aus gleichem Grund wird außerdem nicht für alle Fahrgäste der direkte Weg befahren. Für die Benutzung des Nacht-SAM wird ein Sondertarif erhoben, der jedoch für Inhaber von Zeitkarten ermäßigt ist.[17]

Der Betrieb des Nacht-SAM obliegt wie auch die Durchführung der am Tage verkehrenden SAM-Linien der Minicar Mietwagen GmbH, die hierfür PKW und Kleinbusse vorhält.[18]

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Bus der Omnibus Groß GmbH in Hagelloch

Der Stadtverkehr Tübingen besitzt seit 2010 eigene Busse und betreibt diese seit dem 1. Januar 2011 durch die Tochterfirma TüBus GmbH. Die Fahrleistungen werden trotzdem noch teilweise von den Firmen Omnibusverkehr Tübingen – Jakob Kocher GmbH mit Sitz in Tübingen und deren Reutlinger Tochtergesellschaft Wilhelm Lutz Omnibusverkehr GmbH sowie der ebenfalls in Tübingen ansässigen Schnaith KM-Reisen Paul Schnaith Cie & GmbH erbracht, die hierfür Busse in den Farben des Stadtverkehrs Tübingen vorhalten. Für ihre gemeinschaftlich mit dem Stadtverkehr Tübingen betriebenen Linien halten die Rottenburger Omnibus Groß GmbH sowie die DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee in den Farben der Deutschen Bahn lackierte Busse vor, die jedoch zusätzlich prominent die jeweiligen Unternehmensbezeichnungen tragen.

Insgesamt stehen für den Stadtverkehr Tübingen ca. 70 Busse der Marke Mercedes-Benz zur Verfügung (Stand 2014)[20], welche alle Niederflurig sind. 40 der 70 Busse werden von der TüBus GmbH betrieben.

Die Busse des Stadtverkehr Tübinges bestehen aus 6 CapaCitys und Citaros und noch einem O405 N1. Im Überlandbereich sind meist Busse der Marke MAN unterwegs.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Geschäftsbericht 2012[1]]
  2. Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007, S. 19.
  3. Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007, S. 22–23.
  4. Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007, S. 27–29.
  5. Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007, S. 31.
  6. Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007, S. 34–35.
  7. Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007, S. 37. Im abgebildeten Netzplan sind die einzelnen Linien nicht mit Nummern, sondern nur mit ihren jeweiligen Zielen bezeichnet.
  8. Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007, S. 40–42.
  9. Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007, S. 44.
  10. Stadtverkehr Tübingen: Linienverzeichnis Tagbusse. Stand: 28. Dezember 2007.
  11. Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007, S. 59.
  12. Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007, S. 49.
  13. Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007, S. 48.
  14. Schwäbisches Tagblatt: Stadtwerke sollen eigenen Verkehrsbetrieb aufbauen. Tübingen, 15. Mai 2010,
  15. Schwäbisches Tagblatt: [2]. Tübingen, 6. Oktober 2010,
  16. http://www.swtue.de/nc/single-news/article/stadtverkehr-tuebingen-bekommt-drei-neue-gelenkbusse-627.html
  17. a b Stadtverkehr Tübingen: SAM – Sammel Anruf-Mietwagen. Stand: 5. November 2007.
  18. a b Minicar Mietwagen: Unternehmen. Stand: 5. November 2007.
  19. Stadtverkehr Tübingen: Linienverzeichnis Nachtbusse. Stand: 5. November 2007.
  20. Stadtverkehr Tübingen in Zahlen

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadtwerke Tübingen GmbH (Hrsg.): Mobil für Tübingen: Der TüBus und seine Geschichte. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen 2007.

Weblinks[Bearbeiten]