Stadtwerke Münster

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Sitz der Stadtwerke am Hafen Münster

Die Stadtwerke Münster GmbH sind ein Nahverkehrsunternehmen, ein Träger der öffentlichen Versorgung der Stadt Münster und zudem Betreiber des münsterschen Hafens. Sie wurden 1901 gegründet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Am 8. August 1888 wurde durch den Kutscher Heinrich Hagenschneider in der Stadt Münster eine Pferdeomnibuslinie eröffnet. Er unterhielt zwischen 7 Uhr morgens und 8 Uhr abends zwei Linien. Am 2. Oktober 1895 wurde von der Stadt eine Kommission gegründet, die den Einsatz einer elektrischen Straßenbahn prüfen sollte. Zu diesem Zweck wurde im gleichen Jahr die Gasbahn in Dessau besichtigt. Am 28. März 1900 wurde neben dem Bau eines Elektrizitätswerkes auch die Einrichtung von drei Straßenbahnlinien beschlossen. Den Auftrag erhielt die Firma Elektrizitäts-AG aus Frankfurt am Main. Am 13. Juli 1901 wurden die drei Linien eröffnet. Sie wurden mit den Farben rot, gelb und blau gekennzeichnet. Im selben Jahr wurden das Gas- und Wasserwerk mit dem Straßenbahnbetrieb zusammengeschlossen.

Am 16. Juni 2002 fand ein Bürgerentscheid über den vom Stadtrat beschlossenen Teilverkauf der Stadtwerke statt. Dabei stimmten 42.929 (65,4 Prozent) Münsteraner dafür, die Stadtwerke auch nicht teilweise zu privatisieren, sondern zu vollen 100 Prozent in städtischer Hand zu belassen, nur 22.706 (34,6 Prozent) stimmten dagegen. Mindestens 20 Prozent aller Abstimmungsberechtigten mussten für die Gültigkeit des Entscheids mit Ja stimmen, diese Mindestzahl wurde mit 1391 Stimmen mehr als erforderlich ebenfalls erreicht. Volkswirte der Westfälischen Wilhelms-Universität kritisierten die Entscheidung in der Folge massiv.

[Bearbeiten] Betriebsbereiche

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straßenbahn

Hauptartikel: Straßenbahn Münster (Westfalen)

Postkarte vom Prinzipalmarkt mit olivefarbenem Straßenbahn-Triebwagen der Stadtwerke Münster, 1919

Vom 13. Juli 1901 bis 25. November 1954 betrieben die Stadtwerke Münster ein in seiner maximalen Ausdehnung vier Linien umfassendes Meterspur-Straßenbahnnetz. Der Betrieb der „Elektrischen“ wurde mit den für die damalige Zeit typischen Trieb- und Beiwagen mit ursprünglich offenen Plattformen aufgenommen.

Die Geschichte verläuft, abgesehen von den für Deutschland einschneidenden Ereignissen des ersten Weltkrieges, der Inflation und des zweiten Weltkrieges unspektakulär. Wegen der Inflation musste der Straßenbahnbetrieb in den Jahren 1922, 1923 und 1924 über längere Zeit eingestellt werden. Im zweiten Weltkrieg erlitt die Straßenbahn infolge guter Erreichbarkeit der Stadt für die alliierten Luftstreitkräfte überdurchschnittlich hohe Ausfälle und musste den Betrieb wiederholt abschnittsweise, letztendlich vollständig einstellen. Bis die Kriegsschäden unter großem Engagement und viel Improvisation - es wurden auch Lastwagen für den Personentransport eingesetzt - behoben waren und der Betrieb wieder voll aufgenommen werden konnte, brauchte es seine Zeit.

Die unmittelbare Nachkriegszeit konnte nicht für eine umfassend Modernisierung des Fahrzeugparks genutzt werden. Moderne Nachkriegsstraßenbahnwagen kamen in Münster nicht mehr zum Einsatz. Bereits 1954 war die Umstellung der Straßenbahnlinien, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, auf Autobus und Trolleybus abgeschlossen.

Die meisten damals noch vorhandenen Straßenbahn-Triebwagen und -Motorwagen wie auch die dazugehörende Infrastruktur (Fahrleitung, Schienen) wurden abgebrochen. Triebwagen und Motorwagen jüngeren Datums fanden eine Weiterverwendung in den Städten Osnabrück und Würzburg. Einer dieser Straßenbahn-Triebwagen, die Nr. 65, fand 1993 seinen Weg zurück in die Westfalenmetropole und wird seit 2002 in Münster umfassend restauriert.

[Bearbeiten] Oberleitungsbus

Am 1. Oktober 1949 wurden aufgrund des Gutachtens von Max-Erich Feuchtinger die erste O-Bus-linie eröffnet. Am 15. Oktober 1951 wurde diese zu einer Ringlinie ergänzt. 1954 bediente diese den gesamten Innenstadtring (Hauptbahnhof – Ludgeriplatz - Festhalle/Neutor - Hauptbahnhof). Nachdem die Straßenbahnlinie 2, eingestellt worden war, kam auch hier der Trolleybus zum Einsatz. Obusse ersetzten die Straßenbahnen zur Wolbecker Straße (verlängert bis Danziger Freiheit) und zum Schützenhof (bis Heilig-Geist-Kirche). 1962 entschieden die Stadtwerke nur mehr Omnibusse mit Dieselmotor einzusetzen. Sechs Jahre später, am 25. Mai 1968 endete der Obus-Betrieb.

[Bearbeiten] Heutiger Betrieb

Ein Bus der Stadtwerke Münster am Hauptbahnhof
Informationssäule

Die Stadtwerke Münster betreiben heute 25 Stadtbuslinien im Tagesnetz und sechs Buslinien im Nachtnetz, teilweise zusammen mit dem Subunternehmen Jungnitsch/Theo’s Reisen, Erfmann Reisen und Kraftverkehr Münsterland/C. Weilke. Es besteht eine Kooperation mit der DB Bahn Westfalenbus GmbH, der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) und der Verkehrsbetriebe Bils GmbH (ein Unternehmen der Arriva-Gruppe).

Alle Linien fahren den Knotenpunkt Hauptbahnhof an. Weitere Knotenpunkte befinden sich am Ludgeriplatz, am Coesfelder Kreuz, am Bült (Altstadt) sowie am Aegidiimarkt. Die Taktfolge der Busse liegt in der Regel am Tag bei 20, Abends bei 30 Minuten. Auf den Hauptverkehrsachsen verkehren durch Bündelung von mehreren Stadtbuslinien alle zehn Minuten Busse. Während des Berufsverkehrs fahren Entlastungsfahrten (gekennzeichnet mit "E" vor der Liniennummer) zwischen den Stadtteilen und der Innenstadt. Nach 21 Uhr verkehren Nachtbusse, wochentags bis nach 1 Uhr, am Wochenende durchgehend. Seit Sommer 2005 wird für diese zwischen 0:00 Uhr und 05:00 Uhr ein Nachtbuszuschlag von 50 Cent verlangt.

Die Linien 3 und 4 bilden eine Innenstadt-Ringlinie, welche vom Hauptbahnhof über Nordplatz, Coesfelder Kreuz, Aasee, Ludgeriplatz die Innenstadt umrunden.

Der Linienbusfuhrpark der Stadtwerke bestand im Mai 2009 aus 119 Fahrzeugen, alle MAN- oder Mercedes-Benz-Busse.

In Umfragen über die Kundenzufriedenheit nehmen die Stadtwerke regelmäßig Spitzenpositionen ein, so wurde die Umfrage von TNS-Emnid 2003 und 2004 gewonnen, bei sechs Teilnahmen stand Münster fünf Mal auf dem Siegertreppchen. Durch die Einführung der Infosäulen an Innenstadthaltestellen konnte vor allem im Punkt „Informationen an den Haltepunkten“ ein Spitzenplatz eingenommen werden.

2004 transportierten die Stadtwerke Münster 31,1 Millionen Fahrgäste.

Zusätzlich zu den innerstädtisch verkehrende Bussen gibt es Regional- und Schnellbuslinien, die durch Westfalen-Bus/Regionalverkehr Münsterland betrieben werden und Städte im Umland (unter anderem Senden und Lüdinghausen) sowie den Flughafen Münster/Osnabrück anfahren.

[Bearbeiten] Versorgung

Brand am 24. August 2006. An der weißen Flamme ist zu erkennen, dass die Temperaturen über 1000 °C lagen

Bereits in den ersten Jahren werden Wassertürme und Gasbehälter zur Versorgung der Stadtbevölkerung eingerichtet. 1906 entstand in der damals noch eigenständigen Gemeinde Hiltrup ein Wasserwerk. Ab dem Jahre 1910 hielten ersten Dampfmaschinen zur Stromerzeugung einzug.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Versorgung durch schwere Bombardements unterbrochen. Am 13. April 1945, elf Tage nachdem die Stadt kapituliert hatte, floss wieder Strom, einige Tage später wieder Wasser.

Am 24. August 2006 kam es zu einem Brand in der Desonoxanlage (Rauchgasreinigungsanlage) eines stillgelegten Kohlekraftwerks der Stadtwerke, das gerade abgebrochen wurde. Die Löscharbeiten gestalteten sich besonders durch die Höhe des Gebäudes und die enorme Hitzeentwicklung schwierig. Im Hansaviertel kam es zu dichter Rauchentwicklung. Zu den Löscharbeiten waren insgesamt zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr Münster, zehn Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Münster sowie ein Gelenkmast der Betriebsfeuerwehr der BASF Coatings angerückt. Weitere Unterstützung erfolgte durch einen Kran der Berufsfeuerwehr Dortmund. Zeitweise waren mehr als 300 Feuerwehrkräfte gleichzeitig im Einsatz, der mehrere Tage andauerte, bevor die Löscharbeiten abgeschlossen werden konnten. Ein Übergreifen des Feuers auf das direkt angrenzende neue GuD-Kraftwerk sowie weitere Gebäudeteile konnte durch das rasche Eingreifen der vielen Feuerwehrkräfte verhindert werden.

[Bearbeiten] Weblinks

51.9502777777787.6383333333333Koordinaten: 51° 57′ 1″ N, 7° 38′ 18″ O

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