Staffelchor
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Staffelchor ist eine besondere Form des Chorraums in einer Kirche.
In jeder Kirche gab es zunächst nur einen Altar, um den herum sich die Gemeinde zur Feier der Heiligen Messe versammelte. Vor allem in Klöstern tauchte jedoch schnell der Wunsch nach mehreren Altären in einer Kirche auf, um den zahlreichen Priestern in den Orden die Möglichkeit zu geben, der Vorschrift nach eigener täglicher Messfeier nachkommen zu können. Die Erfüllung dieser Forderung sowie der Wunsch nach Abgeschiedenheit führte zur Errichtung von Kapellen innerhalb der Kirche.
Ähnlich war die Situation in den Kathedralen. Viele Priester waren dort nicht in der Seelsorge, sondern in der Verwaltungsarbeit tätig. Da sie somit keine "eigenen" Kirchen zur Messfeier zur Verfügung hatten, waren sie auf zusätzliche Altäre in der Bischofskirche angewiesen.
Im Laufe der Kunstgeschichte haben sich verschiedene Formen entwickelt, wie und wo diese Kapellen platziert werden. Beim Staffelchor wird die Apsis der Kirche von weiteren, kleiner werdenden Nebenchören flankiert. Diese Form wurde vermutlich zum ersten mal beim Bau der zweiten Kirche (948 - 981) der großen Abtei von Cluny in Burgund ausprobiert und fand aufgrund der großen Ausstrahlung dieser berühmten Abtei europaweite Verbreitung.
Der einzige benediktinische Staffelchor Deutschlands befand sich in der Klosterkirche Thalbürgel und ist heute nur noch in seinen Fundamenten zu sehen.

