Staffordshire-Worcestershire-Kanal

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Der Staffordshire-Worcestershire-Kanal (original: Staffordshire and Worcestershire Canal) ist ein Narrowboatkanal in den Midlands in England. Der Kanal beginnt in Stourport-on-Severn in Worcestershire und endet nach 74 km in Staffordshire an der Kanalkreuzung Haywood Junction in Great Haywood/Staffordshire mit dem Trent-und-Mersey-Kanal.

Geschichte[Bearbeiten]

Bauphase[Bearbeiten]

James Brindley war der leitende Kanalbauingenieur für diesen Kanal, der Teil seines Planes war, ein Kanalkreuz (Grand Cross) in England zwischen den Endpunkten Liverpool im Nordwesten und London im Südosten sowie zwischen Bristol im Südwesten und Hull im Nordosten zu errichten.

Der Kanal wurde durch ein am 14. Mai 1766 beschlossenes Parlamentsgesetz autorisiert. Damit war die Gesellschaft der Eigentümer des Staffordshire-und-Worcestershire-Kanals gegründet. Ausgestattet mit dem Recht, von seinen Gesellschaftern einen anfänglichen Betrag von £70,000 zu fordern, sowie weitere £30,000, falls sich herausstellte, dass die ursprüngliche Summe nicht ausreichend sein sollte.

Der Bau des Kanals war 1771 beendet und 1772 folgte die Verkehrseröffnung. Zwar wurden die kalkulierten Baukosten zunächst deutlich überschritten, dennoch war der Kanal sofort ein kommerzieller Erfolg. Für diesen sorgten hauptsächlich Töpfereimassenwaren aus den sog. "Potteries" (heute: Stoke-on-Trent), die südwärts nach Gloucester und Bristol verschifft wurden. In der Gegenrichtung wurden hauptsächlich Waren aus dem Black Country, dem Industriegebiet um Birmingham, nach Stoke on Trent transportiert.

Entwicklung[Bearbeiten]

Ein weiterer Parlamentsakt vom 9. Juni 1790 gestattete der Kanalgesellschaft, den Anschluss an den Severn bei Sourport zu verbessern. Dort entstanden vier Binnenhafenbecken, die über zwei breitere Schleusen auch von den Severn-Trows, dem Frachtertyp, der hauptsächlich auf dem Severn Verwendung fand, angesteuert werden konnten. In den Hafenbecken fand dann das Umladen der Güter von den Trows in die kleineren und erheblich schmaleren Narrowboats für den weiteren Transport auf dem Kanal statt.

Wettbewerb[Bearbeiten]

Verkehr und Frachtaufkommen verminderten sich insbesondere in der südlichen Teilstrecke des Kanals als der Worcester-Birmingham-Kanal 1815 eröffnete. Letzter verlief auf einer direkteren Route zwischen Birmingham und Bristol. Um konkurrenzfähig zu bleiben, verlängerte man zunächst die Öffnungszeiten der Schleusen schrittweise, bis 1830 die Schleusen schließlich rund um die Uhr betriebsbereit waren. Ein weiterer Rückschlag war die Eröffnung des Birmingham-Liverpool-Verbindungskanals, der von Autherley Junction nach Chester führte. Damit verlor auch der nördliche Teil des Kanals einen Großteil des Frachtverkehrs nach Great Haywood zum Trent-Mersey-Kanal. Damit lag der Kanal bis auf ein etwa 500 m langes Teilstück zwischen Alderley Junction und Autherley Junction praktisch brach. Um überhaupt noch hinreichende Einnahmen zu erzielen, wurden die Frachtraten auf diesem kurzen Teilstück immer weiter erhöht, bis schließlich die Birmingham Canal Company und die Birmingham&Liverpool-Junction-Company damit drohten, ihre Kanäle mittels Aquädukt über dem Staffordshire-und-Worcestershire-Kanal hinweg zu verbinden. Angesichts der Gefahr, nunmehr auch die Einnahmen aus der letzten profitablen Kanalstrecke zu verlieren, entschied sich die Geschäftsführung die Frachtraten wieder zu senken.

Niedergang[Bearbeiten]

Auch unter dem Eindruck des Wettbewerbs mit der Eisenbahn blieb die Staffordshire-Worcestershire-Kanalgesellschaft gleichwohl wirtschaftlich erfolgreich und bezahlte bis zur Jahrhundertwende vom 19. auf das 20. Jahrhundert Dividenden an die Aktionäre. Wenngleich auch zu bemerken ist, dass die Gewinne seit etwa 1860 merklich zurückgingen. Die Kanalgesellschaft blieb bis zur Nationalisierung des Kanalnetzes 1947 selbständig. In den letzten Jahren der Selbständigkeit bestand der hauptsächliche Güterverkehr aus dem Kohletransport zwischen der Kohlegrube in Cannock und dem Kohlekraftwerk bei Stourport. Letzteres beendete den Betrieb bereits 1949. Danach gab es kommerziellen Güterverkehr nur noch auf dem Teilstück zwischen der Aldersley- und der Autherley-Junction. Dort war und ist der Staffordshire-Worcestershire-Kanal auf 500 m Kanalstrecke das notwendige Verbindungsglied zwischen dem Birmingham-Kanal-Netzwerk ("BCN") und dem Shropshire-Union-Kanal.

Restauration[Bearbeiten]

1959 sollte der Kanal aufgegeben werden. Eine Gruppe von Kanal-Enthusiasten, die sich in der Staffordshire-Worcestershire-Kanal-Gesellschaft organisierten, bewahrte den Kanal jedoch vor der Schließung. Der Kanal wurde 1968 wieder als regulärer Binnenschifffahrtsweg klassifiziert und bereits ein Jahr darauf – verglichen mit deutschem Recht – unter Denkmalschutz gestellt. Dies führte letztlich dazu, dass historische Gebäude und Kanal-Einrichtungen erhalten blieben und instand gesetzt wurden.

Verbundene Kanäle und Wasserwege[Bearbeiten]

Der Kanal ist mit folgenden weiteren Wasserstraßen verbunden:

Die südliche Hälfte des Kanals bildet ein Segment des Stourport Rings, einem unter Bootstouristen beliebten Rundkurs westlich und südlich von Birmingham.

Die nördliche Hälfte des Kanals bildet ein Segment des Four Counties Rings, ebenfalls ein populärer Rundkurs westlich und nördlich von Birmingham.

Weblinks[Bearbeiten]