Stallmeister
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Stallmeister (lat. Agaso) war an mittelalterlichen und neuzeitlichen adligen Höfen einer der höchsten Hofbeamten, der für die Beaufsichtigung der herrschaftlichen Pferdeställe zuständig war. Ihm unterstanden die Stallknechte, Kutscher und Bereiter. Aus dem Rang des Stallmeisters entwickelte sich das wichtige Amt des Marschalls.
In Gestüten, bei der Pferdezucht und in Rennställen (Trabrennen oder Galopprennen) hat der Stallmeister die Verantwortung für die Pferde, inklusive der Planung von Trainingszeiten und der Auswahl des Futters für die optimale Ernährung. Er hat zudem sicherzustellen, dass die Pferde beschlagen, geimpft und entwurmt sind, sowie unter regelmäßiger tierärztlicher Behandlung stehen. Auch in Zirkussen mit einem größeren Tierbestand ist der Stallmeister für das Wohl der Tiere verantwortlich.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Bekannte Stallmeister bzw. Hofstallmeister
- Guillem de Cabestaing, ein provençalischer Troubadour des 12. Jahrhunderts, war zunächst Stallmeister Margaridas, der Gemahlin Raimunds von Castel-Roussillon
- George Chastelain, flandrischer Geschichtsschreiber, (1404–1474) Stallmeister von Herzog Philipp der Guten von Burgund
- Salomon de la Broue (1530–1610), Hofstallmeister von Heinrichs des IV. von Frankreich
- Antoine de Pluvinel angestellt bei Hofe von Ludwig XIII. (Frankreich).
- Chevalier Saint-Antoine, erster Hofstallmeister in England von Jakob I.[1]
- Jean Thérèse Louis de Beaumont, Marquis d'Autichamp (französischer General, 1738–1831) war vor seinem Generalsrang Stallmeister beim Prinzen von Condé.[2]
- Maximilian Carl Theodor Graf Holnstein, Ehemann von Caroline von Holnstein, wurde unter Ludwig II. unter anderem Oberststallmeister des Marstall München.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Gohl, Christiane: Was der Stallmeister noch wusste, Franckh-Kosmos Verlag
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Reitkunst. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bd. 13, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, S. 710.
- ↑ Autichamp, 1) Jean Thérèse Louis de Beaumont. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bd. 2, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, S. 168.

