Stampfbeton

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Stampfbeton ist die Bezeichnung für unbewehrten Beton, der durch die Druckstöße beim Stampfen verdichtet wird.

Stampfbeton besteht aus einem Gemisch von Natursteinen und Zement. Mit den entsprechenden Schalungen kann man den Kunststein in jeder beliebigen Form herstellen. Der Beton gehört zu den unbewehrten Betonen, die durch Stampfen verdichtet werden, weshalb hierfür nur Betongemische mit einer steifen Konsistenz verwendet werden. Eine zu verdichtende Betonschicht sollte eine Dicke von 15 cm nicht überschreiten.

Historische Bauwerke[Bearbeiten]

Die Oberen Illerbrücken im Allgäu, die größten aus Stampfbeton gebauten Brücken der Welt.

Diese Art von Beton wurde bereits 1860 für den Brückenbau genutzt. Im Jahre 1882 entstand in Seifersdorf bei Dippoldiswalde eine 9,80 Meter lange Segmentbogenbrücke mit Stampfbeton auf der ehemaligen Trasse der Weißeritztalbahn durch die Firma Dyckerhoff & Widermann. Die erste große Brücke mit diesem Verfahren wurde in Deutschland in Munderkingen erbaut. Die Brücke hatte damals einen 50 Meter weit gespannten Dreigelenkbogen und verlief über die Donau. Im Schwarzwald ist die älteste Kanalbrücke aus Stampfbeton. Sie wurde 1885 gebaut und steht seit 1979 unter Denkmalschutz. Die zwei Oberen Illerbrücken in Kempten aus Stampfbeton sind die größten der Welt.[1]

Der Stampfbeton hat für die früheren Gegebenheiten gute Dienste geleistet. Und wie man anhand der noch bestehenden Bauwerke sieht, leistet er sie auch heute noch. Da Brücken in der heutigen Zeit aber höheren Belastungen standhalten müssen, wurde der Stampfbeton weiterentwickelt. Aus ihm wurde ein bewehrter Stahlbeton, welcher heute zum Straßenbau, Hausbau und Brückenbau genutzt wird.[2].

Aktuelle Bauwerke[Bearbeiten]

Ein aktuelles und prominentes Beispiel für ein Bauwerk aus Stampfbeton ist die „Bruder-Klaus-Feldkapelle“ in Wachendorf des Schweizer Architekten Peter Zumthor. Er umschloss ein konisches Holzgerüst mit einem polygonalen Mantel aus Stampfbeton, der aus rötlichgelbem Sand, Flusskies und weißem Zement Schicht für Schicht aufgebaut wurde. Das Holzgerüst wurde anschließend, quasi als ‚verlorene‘ Innenschalung, in Brand gesetzt und verkohlt. Übrig blieb ein rußgeschwärzter Innenraum.[3][4][5]

Ein weiteres aktuelles Beispiel ist das am 17. September 2014 eröffnete Besucherzentrum der Sparrenburg in Bielefeld.[6] Das eingeschossige Gebäude wurde vom Berliner Architekten Max Dudler entworfen und beherbergt auf knapp 80 m2 einen Ticketschalter, den Museumsshop und einen Kiosk. Die Fassade aus Stampfbeton ähnelt in Farbe und Struktur dem mittelalterlichen Mauerwerk der Burg und erinnert an natürliche Sedimentschichten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Structurae: Illerbrücke bei Kempten
  2. Hashagen, Ulf: Circa 1903: Wissenschaftliche und technische Artefakte in der Gründungszeit des Deutschen Museums, München: Deutsches Museum, 2003, ISBN 3924183457
  3. Artikel aus der Zeitschrift: werk, bauen + wohnen, ISSN: 0257-9332, Jg.: 95/62, Nr.3, 2008, Seite 17-23
  4. Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf
  5. Tagesspiegel: In Gottes Dienst, 7. Mai 2007
  6. Virginia Zangs: Lebendige Struktur – Besucherzentrum Sparrenburg. Meldung des Architekturportals "detail" vom 24. September 2014, abgerufen am 25. September 2014