Standard Eight

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Dieser Artikel behandelt das Modell der Marke Standard. Für weitere Modelle siehe Hudson Standard Eight, Nash Standard Eight bzw. Packard Standard Eight.
Standard Eight
Produktionszeitraum: 1922–1923
1938–1939
1945–1948
1953–1959
Klasse: Untere Mittelklasse
Karosserieversionen: Tourenwagen, Limousine, Kombi, Cabriolet
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Triumph Herald

Der Standard Eight ist ein kleiner PKW, der von der britischen Standard Motor Company in Coventry (mit Unterbrechungen) von 1922 bis 1959 hergestellt wurde.

Der erste 8 hp war ein kleiner Tourenwagen mit oben gesteuertem Vierzylindermotor und wurde 1922/1923 gebaut. 1938 als kam dann der Flying Eight heraus. Nach dem Zweiten Weltkrieg liefen die „Flying“-Serien aus, aber es gab ab 1945 einen Kleinwagen, der wieder 8 hp genannt wurde. 1953 kam ein komplett neues Auto namens Standard Eight heraus, das fast keine Gemeinsamkeiten mit seinen Vorgängern hatte. 1959 wurde die Fertigung dieses Wagens eingestellt und stattdessen der Triumph Herald angeboten; der Name Standard verschwand langsam aus der Kfz-Branche.

8 hp (1922–1923)[Bearbeiten]

8 hp

Bild nicht vorhanden

Produktionszeitraum: 1922–1923
Karosserieversionen: Tourenwagen
Motoren: Ottomotor:
1,1 Liter
Länge:
Breite:
Höhe:
Radstand: 2591[1] mm
Leergewicht:

Der erste 8 hp wurde dem größeren Modell 11.6 mit obengesteuertem Motor zur Seite gestellt. Der kleine Tourenwagen hatte einen Reihenvierzylindermotor mit 1087 cm³ Hubraum (Bohrung × Hub = 62 mm × 90 mm). Die Motorleistung des Fahrzeuges ist genauso wenig bekannt wie die Zahl der gebauten Fahrzeuge. Bereits 1923 wurde der Kleinwagen wieder eingestellt.

1930 endete bei Standard die Periode der ohv-Motoren vorerst wieder. Erst 1948 wurden die seitengesteuerten Motoren endgültig aufgegeben.

Flying Eight (1938–1939)[Bearbeiten]

Flying Eight
Standard Flying Eight

Standard Flying Eight

Produktionszeitraum: 1938–1939
Karosserieversionen: Tourenwagen, Limousine, Cabriolet
Motoren: Ottomotor:
1,0 Liter (20,6 kW)
Länge: 3531 mm
Breite: 1422 mm
Höhe:
Radstand: 2108 mm
Leergewicht: 762[2] kg

Der Flying Eight war das kleinste Mitglied der Standard-Flying-Familie, Er hatte einen seitengesteuerten 1009 cm³-Vierzylinder-Reihenmotor mit langem Hub (100 mm) und blieb somit in der britischen 8-Steuer-PS-Klasse. Mit einem einzelnen Solex-Vergaser leistete die Maschine 28 bhp (20,6 kW) bei 4000 min-1. Die Motorkraft wurde über ein voll synchronisiertes Dreiganggetriebe an die Hinterräder weitergeleitet. Der Wagen hatte vorne Einzelradaufhängung an einer Querblattfeder. Eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h konnte man erreichen. Die Bremsen wurden durch Seilzüge nach dem Bendix-System betätigt.

Der Wagen besaß einen separaten Rahmen und zu den anfänglich lieferbaren Versionen Limousine und viersitziger Tourenwagen kam Ende 1939 noch ein Cabriolet dazu. Nur wenige Cabriolets entstanden vor Ausbruch des Krieges und darauf folgender Produktionseinstellung.

8 hp (1945–1948)[Bearbeiten]

8 hp
Standard 8 hp

Standard 8 hp

Produktionszeitraum: 1945–1948
Karosserieversionen: Tourenwagen, Limousine, Kombi, Cabriolet
Motoren: Ottomotor:
1,0 Liter (20,6 kW)
Länge: 3531 mm
Breite: 1422 mm
Höhe:
Radstand: 2108 mm
Leergewicht: 762[3] kg

Das 8 hp – Modell (nun ohne den Zusatz „Flying”) wurde sehr schnell nach Kriegsende wieder eingeführt. Die ersten Wagen erschienen nur 10 Tage nach der deutschen Kapitulation. Die einzige Neuerung gegenüber dem Vorkriegsmodell war ein Vierganggetriebe. 1948 entstanden einige Kombis. Den Tourenwagen konnte man leicht vom Cabriolet unterscheiden, da er oben angeschnittene Türen hatte.

Standard setzte den 8 hp gegen die Konkurrenten Austin 8 und Morris Eight; sein Preis war mit £ 314 sehr günstig.

Nach Einstellung dieses Modells war der Triumph Mayflower das kleinste Modell von Standard-Triumph. Erst nach dessen nachgewiesenem Misserfolg brachte die Firma als Nachfolger den neuen Standard Eight heraus.

Eight (1953–1959)[Bearbeiten]

Eight
Standard Eight mit von innen zugänglichem Kofferraum

Standard Eight mit von innen zugänglichem Kofferraum

Produktionszeitraum: 1953–1959
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren:
0,8 Liter
(19,1–22 kW)
Länge: 3658 mm
Breite: 1524 mm
Höhe: 1520 mm
Radstand: 2134 mm
Leergewicht: 737[4] kg

Der Eight von 1953 war ein komplett neues Auto mit selbsttragender Konstruktion und obengesteuertem (ohv) Motor. Es gab nur ein Limousinenmodell mit vier Türen. Die neue Maschine mit 803 cm³ Hubraum lieferte mit 26 bhp (19,1 kW) bei 4500 min-1 geringfügig weniger Leistung als der größere Seitenvenitiler, aber 1957 stieg sie auf 30 bhp (22 kW) bei 5000 min-1. Das Vierganggetriebe, das in den oberen drei Gängen synchronisiert war, gab es auf Wunsch ab März 1957 auch mit Overdrive. Der Wagen hatte an allen vier Rädern hydraulische Girling-Trommelbremsen.

Um die Verkaufspreise niedrig zu halten, waren die Wagen anfangs sehr einfach ausgestattet, Sie hatten Schiebefenster, nur einen einzelnen Scheibenwischer und keinen von außen zugänglichen Kofferraum. Dieser Kofferraum war nur durch Umklappen der mittig geteilten Rücksitzlehne zugänglich. 1954 bekam der Deluxe Kurbelfenster und das Gold Star – Modell 1957 hatte eine von außen zu öffnende Kofferraumhaube. Ab Mitte 1955 hatten schließlich alle Eight Kurbelfenster. Bei Erscheinen kostete der Wagen einschl. Steuern auf dem britischen Markt £ 481[5].

1953 wurde ein Exemplar von der britischen Autozeitschrift ‘’The Motor’’ getestet. Es erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 98 km/h und beschleunigte von 0 bis 80 km/h in 26,5 sec. Der Benzinverbrauch lag bei 6,6 l / 100 km[6].

Der Standard Ten von 1954 besaß die gleiche Karosserie und den gleichen Antrieb wie der Eight, wurde aber bis 1961 gebaut.

Nachfolger[Bearbeiten]

Der Eight wurde 1959 vom Triumph Herald ersetzt, der eine geringfügig aufgebohrte Version des gleichen Motors hatte.

Als Oldtimer im täglichen Betrieb[Bearbeiten]

Bei einem Auto, das mindestens ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat, darf man einige Probleme im täglichen Betrieb erwarten. Die Motorstopfen korrodieren leicht, aber man kann einen alten englischen Penny verwenden, wenn sich sonst kein Ersatz findet. Die Verzahnungen an Anlasser und Schwungrad können ausbrechen; allerdings hat der Wagen auch noch eine altmodische Handkurbel. Verschleiß an den hinteren Radlagern, die in die Achse eingebaut sind, ist ein teuer zu behebender Schaden. Auch die Fahrgestellträger rosten gerne durch. Die Karosserien sind aus dickem Blech gefertigt; die schlimmsten Problemzonen sind die vorderen Kotflügel und der untere Teil des Fahrzeughecks, in dem sich Schlamm und Feuchtigkeit ansammeln können, die zu Durchrostungen führen. Das Gleiche gilt für den Bereich um die Scheinwerfer. Ein Problem ist auch die schlechte Straßenlage, die im Englischen markentypisch mit „Standard wander“ bezeichnet wird und auf nassen Straßen noch schlimmer wird. Moderne Reifen schaffen teilweise Abhilfe.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Standard Eight – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quelle[Bearbeiten]

  • Allen, Michael: British Family Cars of the Fifties, Haynes Publishing. (1985), ISBN 0-85429-471-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Culshaw, David & Horrobin, Peter: The Complete Catalogue of British Cars 1895-1975, Veloce Publishing plc., Dorchester (1997), ISBN 1-874105-93-6
  2. Culshaw, David & Horrobin, Peter: The Complete Catalogue of British Cars 1895-1975, Veloce Publishing plc., Dorchester (1997), ISBN 1-874105-93-6
  3. Culshaw, David & Horrobin, Peter: The Complete Catalogue of British Cars 1895-1975, Veloce Publishing plc., Dorchester (1997), ISBN 1-874105-93-6
  4. Culshaw, David & Horrobin, Peter: The Complete Catalogue of British Cars 1895-1975, Veloce Publishing plc., Dorchester (1997), ISBN 1-874105-93-6
  5. ’’The Standard Eight saloon Road Test’’, The Motor, 16. September 1953
  6. ’’The Standard Eight saloon Road Test’’, The Motor, 16. September 1953