Standortkommando Berlin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Standortkommando Berlin
— StOKdo Berlin —
Wappen StOKdo.jpg
Internes Verbandsabzeichen
Aktiv 3. Oktober 1990 bis 24. Januar 2013
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Organisationsbereich Bundeswehr Logo Streitkraeftebasis with lettering.svg Streitkräftebasis
Unterstellte
Truppenteile

Stabs- und Versorgungskompanie FJgBtl 350.gif Feldjägerbataillon 350
StMusKorpsBwWappen.svg Stabsmusikkorps Bw
WachBtlBMVg.jpg Wachbataillon BMVg

Stärke 3.000 Mann
Unterstellung WBK III.svg Wehrbereichskommando III
Standort Berlin (Julius-Leber-Kaserne)
Kommandeur
letzter Kommandeur Brigadegeneral Peter Braunstein

Das Standortkommando Berlin (StOKdo Berlin) war das für Berlin zuständige Standortkommando der Bundeswehr. Es war dem Wehrbereichskommando III unterstellt und damit Teil der territorialen Komponente der Streitkräftebasis.

Aufgaben[Bearbeiten]

Das Standortkommando Berlin war in seinen Aufgaben und seiner Stellung in der Hierarchie innerhalb der Streitkräftebasis nicht mit anderen Standortkommandos vergleichbar. Nachdem das Standortkommando bis Mitte 2007 den Rang eines Verteidigungsbezirkskommandos (VBK) hatte – von 1997 bis 2002 gehörte das Jägerbataillon 1 zum Kommando –, nahm das Standortkommando Berlin bis zu seiner Auflösung gleichzeitig die Aufgaben eines Standortkommandos sowie eines Landeskommandos wahr. Die Größe entsprach etwa dem eines „alten“ Verteidigungsbezirkskommandos. Als Besonderheit ergab sich aus dem Standort in der Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland heraus die Wahrnehmung besonderer Aufgaben im Bereich des protokollarischen Dienstes sowie in anderen Bereichen im Zusammenhang mit den in Berlin angesiedelten politischen Einrichtungen. Daher kommandierte das Standortkommando Berlin auch Truppenteile, die außerhalb Berlins stationiert waren.

Gliederung[Bearbeiten]

Feldjäger des Feldjägerbataillons 350

Das Kommando gliederte sich grob in:

Daneben waren weitere kleinere zivile und militärische Dienststellen im Bereich Berlin dem Kommando unterstellt. Der Standortkommandantur unterstanden beispielsweise ein Standortübungsplatz, ein Familienbetreungszentrum und eine Hallenschießanlage. Das Kommando gliederte sich nicht wie andere Landeskommandos weiter in Bezirks- oder Kreisverbindungskommandos.

Kommandeur[Bearbeiten]

Der Kommandeur war in der Regel ein Offizier im Dienstgrad Brigadegeneral. Dieser war zugleich Standortältester für den Standortbereich Berlin. Die Kommandeure waren:

Name Beginn der Berufung Ende der Berufung
Brigadegeneral Peter Braunstein 16. Dezember 2009 31. Dezember 2012
Brigadegeneral Christian Westphal 1. Oktober 2007 16. Dezember 2009
Brigadegeneral Victor von Wilcken 1. Oktober 2004 30. September 2007
Oberst Jörg Schultze 2002 2004
Brigadegeneral Eckhart Fischer 30. September 1998 2002
Brigadegeneral Hans Speidel jun. 29. September 1995 30. September 1998
Brigadegeneral Hasso von Uslar-Gleichen 3. Oktober 1990 29. September 1995

Geschichte[Bearbeiten]

In der Zeit der deutsch-deutschen Teilung war in Berlin (West) keinerlei Bundeswehr stationiert. Verteidigungsaufgaben wurden aufgrund des Londoner Protokolls von 1944 und des Potsdamer Abkommens von 1945 durch die Alliierte Kommandantur bzw. die drei Westalliierten wahrgenommen. Die ehem. DDR unterhielt allerdings unter Bruch des Besatzungsstatuts mit Billigung der UdSSR eine Stadtkommandantur Berlin am Alexanderplatz.

Das Standortkommando Berlin wurde am 3. Oktober 1990 als Verteidigungsbezirkskommando 100 / Standortkommandantur Berlin aufgestellt. Dieses wurde am gleichen Tag zunächst im Kasernengelände Am Treptower Park eingerichtet; Anfang 1992 verlegte es in die Garde-Schützen-Kaserne in Lichterfelde und dann Mitte 1992 in die Kaserne Rummelsburg, nachdem kurzzeitig eine Postanschrift in der ehemaligen Kaserne Am Weidendamm in Berlin-Mitte bestanden hatte. Zu Beginn des Jahres 1995 verlegte das Standortkommando dann in sein endgültiges Quartier in der Julius-Leber-Kaserne im Wedding. Erster Standortkommandant war Brigadegeneral von Uslar-Gleichen.

Die neueingerichtete Standortkommandantur unterstand zunächst unmittelbar dem Heereskommando Ost bzw. dem IV.Korps, ab 1995 Wehrbereichskommando VIII/14. Panzergrenadierdivision. Nach der Defusionierung WBK VIII/14. PzGrenDiv im Jahr 1997 und Auflösung Wehrbereichskommando VIII, wurde das Verteidigungsbezirkskommando zum 1. Oktober 1997 dem Wehrbereichskommando VII / 13. Panzergrenadierdivision überstellt.

Als die Panzerbrigade 42/Verteidigungsbezirkskommando 84 nach gut zwei Jahren im Oktober 1996 defusioniert wurden, übernahm das Verteidigungsbezirkskommando 100 in Berlin vorübergehend die territorialen Aufgaben in West-Brandenburg bis das Verteidigungsbezirkskommando 84 wieder in Potsdam aufgestellt wurde. Das VBK 100 wurde am 1. Oktober 1997 in Standortkommando Berlin umbenannt und wechselte mit Neuordnung der Wehrbereiche im Jahr 2001 zur Streitkräftebasis und wurde Teil des neu zugeschnittenen Wehrbereichs III mit Schwerpunkt in Ostdeutschland. Am 15. September 2006 wurde das seit 2002 unterstellte nicht aktive Sicherungsbataillon 902 in Siegburg aufgelöst.[1] Nach Aufstellung der Landeskommandos Mitte 2007 bei gleichzeitiger Auflösung aller Verteidigungsbezirkskommandos wurde für Berlin kein Landeskommando geschaffen; dessen Aufgaben übernahm das Standortkommando Berlin.

Im Zuge der Umsetzung der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde das Standortkommando Berlin am 24. Januar 2013 aufgelöst.[2] Die Aufgaben des ehemaligen Standortkommandos Berlin werden nunmehr in der Abteilung für Standortaufgaben Berlin im Stab des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr (KdoTerrAufgBw) wahrgenommen. Abteilungsleiter ist der bisherige Kommandeur im Standort Brigadegeneral Peter Braunstein.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt als traditionelles Hoheitsabzeichen der deutschen Streitkräfte das Eiserne Kreuz aus dem Stiftungsjahr 1813 (mit Eichenlaub, Stiftungsjahr und preußischer Krone in den Strahlen) belegt mit dem im rot umrandeten runden silbernen Schild stehenden Berliner Bären mit Blickrichtung nach links wie im Wappen Berlins.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Streitkräftebasis.de: Sicherungsbataillon 902 in Siegburg feierlich aufgelöst::
  2. Bundeswehr: Herzstück der territorialen Aufgabenwahrnehmung. Bundeswehr, 29. Januar 2013, abgerufen am 29. Januar 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

52.55657713.319399Koordinaten: 52° 33′ 23,7″ N, 13° 19′ 9,8″ O