Stanislaus Kostka

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Heiligen Stanislaus Kostka. Zu anderen Personen siehe Stanisław Kostka.
Skulptur von Stanislaus Kostka auf seinem Sterbelager
Kirchenfenster in der Pfarrkirche Liesing gestaltet von Martin Häusle
„Heiliger Stanislaus Kostka auf dem Sterbelager“ – (Rom, Jesuitenkonvent bei Sant’Andrea al Quirinale, Skulptur von Pierre Le Gros, 1702–1703)

Stanislaus Kostka (polnisch Stanisław Kostka; * 28. Oktober 1550 auf Schloss Rostkowo, Masowien; † 15. August 1568 in Rom) war ein polnischer Jesuit und ist ein Heiliger der katholischen Kirche.

Leben[Bearbeiten]

Stanislaus Kostka stammte aus einer Familie des Wappens der „Dąbrowa“ innerhalb des polnischen Adels. Zu seinem 17. Geburtstag trat er ins Noviziat der Jesuiten ein. Schon vorher besuchte er das Jesuitenkolleg in Wien. Ihm wurde eine tiefe Frömmigkeit und Liebenswürdigkeit nachgesagt. Schon früh hatte er den Wunsch, den Jesuiten beizutreten. Da Stanislaus aber adlig war und der Orden die Intervention seiner Eltern fürchtete, verwehrte man ihm die Aufnahme. So floh er über Nacht aus der Schule und wanderte zu Fuß nach Rom. In der Zwischenzeit lebte er einen Monat im jesuitischen Zentrum in Dillingen an der Donau. Dort fand er im heiligen Petrus Canisius einen wohlwollenden Unterstützer, der seine Berufung zum Ordensleben erkannte. Im Oktober 1567 kam er dann in Rom an und wurde in den Orden aufgenommen. Nur ein Jahr später starb er an einem Fieberanfall, am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, des Patroziniums der Jesuitenkirche in Wien.

Stanislaus Kostka wurde 1605 seliggesprochen, und am 31. Dezember 1726 fand seine feierliche Heiligsprechung statt. Sein Gedenktag ist der 13. November.

Er wird oft dargestellt mit Knabengewand oder als Jesuit mit Lilie, Jesuskind und Pilgerstab. Sein berühmtestes Bildnis wurde 1702-1703 von Pierre Legros geschaffen. Es handelt sich um eine Skulptur aus polychromen Marmor, die den jungen Mann in Lebensgröße im Moment seines Dahinscheidens auf seinem Sterbebett zeigt. Die Figur wurde - und ist bis heute - in seinem Sterbezimmer im Novitiatsgebäude der Jesuiten von Sant'Andrea al Quirinale in Rom aufgestellt.

Er ist ein Nationalpatron Polens und Patron der studierenden Jugend, sowie Patron der Ministranten und der Jesuitennovizen.

Seine Wohnung in Wien (Innere Stadt, Kurrentgasse 2) wurde schon bald (1582) in eine Kapelle umgewandelt, die nach seiner Heiligsprechung im Rokokostil reichhaltig ausgestattet wurde. Am 13. November und in der Woche danach ist sie für Besucher geöffnet.

Die paraguayische Stadt San Estanislao ist nach ihm benannt, ebenso die kanadische Gemeinde Saint-Stanislas-de-Kostka in der Provinz Québec sowie die polnische Stanisław-Kostka-Kirche in Witno.

Gebet[Bearbeiten]

Verleihe mir, o mein Gott und Vater, solchen Mut und solche Ausdauer in Deinem Dienste, wie Du sie Deinem Diener Stanislaus verliehen hast; nimm hinweg von mir alle Menschenfurcht und hilf mir, in Demut und Reinheit zu wandeln vor Dir bis zum Ende. Amen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes MadeyKostka, Stanislaus. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7, Sp. 554–556.
  • Christina Jetter: Die Jesuitenheiligen Stanislaus Kostka und Aloysius von Gonzaga. Patrone der studierenden Jugend - Leitbilder der katholischen Elite. Echter-Verlag, Würzburg 2009, ISBN 978-3-429-03062-9.
  • Christina Jetter: "Die Göttlich Lieb fischet in dem Welt-Meer ..." : die Heiligen Aloysius von Gonzaga und Stanislaus Kostka als Leitfiguren am Jesuitengymnasium in Ellwangen. In: Franz Brendle / Anselm Grupp / Fabian Fechner (Hrsg.): Jesuiten in Ellwangen - Oberdeutsche Provinz, Wallfahrt, Weltmission. (Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg B 189), Stuttgart 2012, S. 187-209.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stanisław Kostka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien