Stanley Eric Reinhart

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Stanley Eric Reinhart (* 15. September 1893 in Polk in Ashland County; † 1975) war ein US-amerikanischer General des Zweiten Weltkrieges und nach Kriegsende Militärgouverneur von Oberösterreich.[1]

Leben[Bearbeiten]

Reinhart wurde in Polk in Ohio geboren und arbeitete bis 1911 als Lehrer in North Red Haw, ebenfalls Ohio. Er schloss 1916 die Militärakademie in Westpoint ab und wurde der Feldartillerie in Camp Fort Bliss (Texas) zugeteilt.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Am 30. Juni 1917 wurde er zur American Expeditionary Force als Adjutant unter General Payton C. March nach Frankreich geschickt. Vom 12. Februar bis zum 10. Juli 1918 befehligte er dort eine Feldartillerieabteilung und führte seine Abteilung auch erfolgreich in die Schlacht im Wald von Belleau. Danach übertrug man ihm das Kommando über ein Bataillon der Artillerie, das er während den Kämpfen bei Soissons, Ypres-Lys und in der Meuse-Argonne-Offensive befehligte.

Nachdem die Mittelmächte am 11. November 1918 die Waffen streckten, kehrte er am 2. August 1919 in die Vereinigten Staaten zurück, wo er ein dreiviertel Jahr später heiratete. Zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg diente er als Ausbilder in Feldartillerie und als Lehrer an verschiedenen Kriegs- und Militärschulen der USA.

Pearl Harbor[Bearbeiten]

Nach dem Angriff der Japanischen Streitkräfte auf Pearl Harbor war Reinhart Kommandeur der Artillerie der 25. Division, die die Küste der Insel Oahu verteidigte. Am 6. Dezember 1942 wurde er nach Guadalcanal eingeschifft und nahm an der dortigen Schlacht teil. Und am 22. April des darauffolgenden Jahres wurde er vom US Verteidigungsministerium nach Hause beordert.

65. Infanteriedivision[Bearbeiten]

Ab Juli 1943 bis Mitte Dezember 1944 organisierte und bildete er die 65. Infanteriedivision in Camp Shelby, Missouri aus. Danach überquerte er mit ihr den Atlantik und stieß als ihr Befehlshaber zu George Pattons dritter Armee. Zusammen mit Patton's Truppen überquerten sie die Saar und kämpften sich durch Deutschland, Richtung Österreich.

Unter seiner Führung kämpfte sich die 65. Division über die Fulda, Werra, die Donau, den Inn, die Traun und die Enns. Dabei eroberte sie Neunkirchen, Oberursel, Bebra, Rottenburg an der Laaber, Langensalza, Neumarkt, Regensburg und Passau. Weiters Schärding, Eferding, Linz und Enns. Außerdem übernahmen sie die Deutsche Donauflotte, sowie die Ungarische Kriegsmarine, bestehend aus 25 bewaffneten Schiffen und über 400 weiteren Fahrzeugen.

Urkunde General Reinhart (1945)

Oberösterreich[Bearbeiten]

Am Ende des Krieges wurde er zum Militärgouverneur von Oberösterreich ernannt und schlug sein Hauptquartier in Linz auf, wo die 65. und später die 26. US - Infanteriedivision ebenfalls ihr Quartier aufschlugen.[2] [3]


General Stanley Eric Reinhart musste am 15. Oktober 1945 ins Lazarett und kehrte einen Monat später in die Vereinigten Staaten zurück, wo er sich am 30. September 1946 aufgrund von physischen Beschwerden zur Ruhe setzte.[4] [5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Verlauf seiner Soldatenkarriere wurde Major General Reinhart mit zehn Battle Stars, der Army Distinguished Service Medal mit Eichenlaub, dem Silver Star, dem Legion of Merit, dem Bronze Star, dem Französischen Legion d'Honneur, dem Croix de Guerre und dem sowjetischen Orden des Großen Vaterländischen Krieges ausgezeichnet. Außerdem wurde er Ehrenmitglied der Russischen Garde.

Am 16. Oktober 1945 wurde General Stanley Eric Reinhart vom Land Oberösterreich für sein besonderes Engagement während der schwierigen Zeit des Zweiten Weltkrieges und seine Unterstützung bei der Wiederherstellung von Kultur und Wirtschaft eine Urkunde überreicht.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Passauer Neue Presse berichtet am 26. September 2009, dass Anna Rosmus mit Unterstützung des Österreichischen Gedenkdienstes im Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn ein General Reinhart-Museum einrichten möchte.[6] [7] Dieses könnte auch Teil des bereits 2000 von Andreas Maislinger vorgeschlagenden Konzeptes "Haus der Verantwortung" werden.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anna Rosmus und die unermüdliche Aufbauarbeit des Generalmajor Stanley Eric Reinhart
  2. Von der Befreiung, den Veteranen und der verdienten Anerkennung
  3. Museum als Dankeschön - Anna Rosmus über das große Glück Braunaus während der Besatzungszeit
  4. General Reinhart, oder: Wie Feinde zu Freunden werden
  5. „Oberösterreich 1945 ist ein Musterbeispiel, das zeitlos ist“
  6. Bringt Anna Rosmus US-Veteranenmuseum nach Braunau?
  7. Erstes US-Veteranenmuseum im Land kommt nach Braunau (PDF; 873 kB)
  8. Hitlerhaus: Kunstgalerie oder Veteranenmuseum?