Stanley Kubrick

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Selbstporträt von Stanley Kubrick, Ende der 1940er Jahre

Stanley Kubrick (* 26. Juli 1928 in New York City; † 7. März 1999 im Childwickbury Manor bei London) war ein US-amerikanischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Seine Filme werden vor allem für ihre tiefe intellektuelle Symbolik und ihre technische Perfektion gelobt. Kubrick versuchte das Medium selbst zu erforschen, indem er jedes Genre analytisch zerlegte, um ihre Bestandteile zu etwas Neuem zusammenzusetzen. Der Regisseur war aber auch berüchtigt dafür, jede Szene bis ins kleinste Detail zu perfektionieren und die Schauspieler dabei oft bis an ihre psychischen und physischen Grenzen zu führen. Zwischen Ordnung und Chaos oszillieren alle Filme Kubricks und ergeben so eine filmische Conditio humana.

Die Hauptthemen seiner Filme sind die Unnahbarkeit der Realität und das Scheitern der Menschlichkeit, ausgedrückt durch das einfache Akzeptieren, das Ignorieren oder das Ringen der Protagonisten mit ihren dunklen, inneren Kräften – auch ihren Trieben. Authentizität, Kälte, Ehrlichkeit, Realität, Traum, Triebe – dies sind die wohl wichtigsten Schlagwörter im Zusammenhang mit Kubricks Werken. Filmschaffende und -kritiker zählen ihn zu den bedeutendsten Filmemachern aller Zeiten.

Leben[Bearbeiten]

Stanley Kubrick wurde am 26. Juli 1928 in Bronx, New York, geboren und war das erste von zwei Kindern. Seine Eltern Jacques, ein Chirurg, und Gertrude, geborene Perveler, stammten aus jüdischen Familien, alle Großeltern waren aus dem österreichischen Galizien eingewandert.[1] 1934 kam Kubricks jüngere Schwester Barbara zur Welt.

Künstlerisches Wirken[Bearbeiten]

Anfänge und Durchbruch[Bearbeiten]

Seine frühe Leidenschaft waren exzessive Lektüre, das Kino und das Schachspiel. Ab 1941 besuchte er die Taft High School, wo er Fotograf der Schülerzeitung war. Nach dem Schulabschluss begann er seine Karriere als Fotograf. Nachdem er zunächst Amateurfotos an das New Yorker Magazin Look verkauft hatte, bekam er mit 18 Jahren dort schließlich eine Festanstellung. Eine Fotogeschichte über einen Boxer, die er verfasste, führte ihn tiefer in die behandelte Materie ein.

Als Fotograf war er mit investigativer Berichterstattung vertraut; dementsprechend inszenierte er 1950 seinen ersten Dokumentarfilm Day of the Fight, eine, obwohl nur 16 Minuten lange, damals aufsehenerregende Studie über individuelle Leistungen im Boxring. Motiviert durch den Erfolg und die Anerkennung, die ihm durch das Erstwerk zugekommen waren, drehte er anschließend den Dokumentationsfilm Flying Padre und den wenig geglückten Gewerkschafts-Werbefilm The Seafarers.

Seine ersten, überwiegend mit geliehenem Geld finanzierten Spielfilme Fear and Desire (1953), ein allegorisches, zeitlich und geographisch unbestimmtes Kriegsdrama, und Der Tiger von New York (Killer’s Kiss) (1955), den er an United Artist verkaufte, zogen hingegen bereits die Aufmerksamkeit Hollywoods auf sich. Der Tiger von New York ist Kubricks letzter Film mit Happyend. Filmkennern wurde er mit dem klassischen Film noir Die Rechnung ging nicht auf (The Killing) ein Begriff, bevor ihm mit Wege zum Ruhm (mit Kirk Douglas in der Hauptrolle), der als einer der besten Antikriegsfilme gilt, der endgültige Durchbruch gelang. In diesen Filmen finden sich bereits fast alle wesentlichen Stilelemente Kubricks: die zwischen Distanz und Involviertsein wechselnde Kamera, die sich für Handlungsabläufe mehr zu interessieren scheint als für die Motive der Handelnden; die Reduktion der Charaktere auf Spielfiguren auf einem symbolischen Schachbrett; die emotionale und moralische Gleichmütigkeit der Erzählung. Der passionierte Schachspieler Kubrick plante nach eigenen Angaben viele Filme und die handelnden Figuren analog zu den Konflikten und Bewegungen auf einem Schachbrett.

Kirk Douglas war von der Zusammenarbeit mit Kubrick so beeindruckt, dass er ihn als Regisseur des Monumentalfilms Spartacus engagierte, nachdem der ursprüngliche Regisseur, Anthony Mann, nach wenigen Drehtagen gefeuert worden war. Der 32-jährige Kubrick meisterte sowohl den Umgang mit den Hollywood-Stars als auch die aufwändigen Massenszenen hervorragend, auch wurde der Film zu einem Kassenerfolg, der Kubrick die finanziellen Mittel für seine folgenden Filme lieferte. Er selbst war jedoch aufgrund seines geringen Einflusses auf Drehbuch und Produktionsbedingungen sehr unzufrieden, weswegen er Spartacus als ein „notwendiges Übel“ bezeichnete. Kubrick nahm sich vor, nie wieder einen Film zu drehen, bei dem er nicht von der Drehbucherstellung bis zum Schnitt volle Kontrolle über die Produktion haben würde. Er verließ das System von Hollywood und blieb dort bis zum Ende seines Lebens ein öffentlichkeitsscheuer Außenseiter.

Rückzug nach England und die ersten Kubrick-Filme[Bearbeiten]

In den Jahren 1948 bis 1951 war Kubrick mit seiner Jugendliebe Toba Metz verheiratet und anschließend von 1954 bis 1957 mit der österreichischen Balletttänzerin Ruth Sobotka. Bei den Dreharbeiten zu Wege zum Ruhm lernte er Christiane Harlan kennen, die er 1957[2] heiratete. Zusammen mit ihr, den beiden gemeinsamen Töchtern Anya (1959–2009) und Vivian (* 1960) sowie seiner Stieftochter Katharina (* 1953) zog er in den frühen 1960ern nach England. Dort ließ er sich zunächst in der Nähe der Elstree-Studios bei London nieder; später kaufte er das Anwesen Childwickbury Manor im District St. Albans, wo er in den ehemaligen Stallungen Studio- und Schnitträume einrichtete. Für die Presse und in Hollywood galt er als jemand, der extrem zurückgezogen lebte; Bekannte erzählten allerdings, dass er den größten Teil seiner Zeit in der Umgebung von Familie, Freunden und Bekannten verbrachte.

Sein erster in England gedrehter Film war Lolita (1962). Kubrick arbeitete eng mit dem Autor des Romans, Vladimir Nabokov, zusammen. Das mehrere hundert Seiten umfassende Drehbuch, das Nabokov selbst schrieb, veränderte Kubrick entscheidend, so dass die als Skandalbuch rezipierte Handlung verfilmt werden konnte, ohne dass der Film weltweit auf dem Index landete. Bei den Arbeiten zu Lolita entdeckte der Regisseur den Schauspieler Peter Sellers. Sellers verkleidet sich in seiner Rolle als Quilty in „Lolita“ bereits als Schulpsychologe Dr. Zemph, um Humbert zu täuschen. Kubrick fragte an, ob Sellers in seinem nächsten Film Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben gleich vier Rollen übernehmen könne. Dieser sagte zu, spielte anschließend jedoch „nur“ drei Rollen in dem Film. Die vierte, den Flieger des Bombers, übernahm Slim Pickens. Sellers wollte sie nicht spielen und brach sich bei einem Versuch prompt ein Bein.

Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964) – wie diverse andere Kubrick-Filme auch – wird von vielen als einer der großartigsten Filme aller Zeiten angesehen. Das große Risiko, die Konfrontation zu Zeiten des Kalten Kriegs als schwarze und absurde Komödie aufzuführen und das Endspiel von Comic-Figuren ausführen zu lassen, zahlte sich am Ende aus. Der Film kann auch als intelligente Antwort auf die James-Bond-Filme gesehen werden. Ebenso berühmt wurden seine nächsten beiden Filme, 2001: Odyssee im Weltraum (1968) und Uhrwerk Orange (1971). Alle drei Filme provozierten durch eine ironische Theatralisierung bei ihrem Erscheinen heftige öffentliche Kontroversen und werden in der Filmwissenschaft immer noch diskutiert, sowohl in Bezug auf Themen und Handlung als auch der in ihnen enthaltenen Symbolik.

Der Film Barry Lyndon (1975), nach dem Roman von William Makepeace Thackeray (1844), hingegen war ein kommerzieller Misserfolg. Kubricks beeindruckendes, aber elitäres Unternehmen, die Schönheit barocker Malerei und Musik filmisch erlebbar zu machen und das Leben jener Zeit anhand der fiktiven Biographie Barry Lyndons authentisch wiederzugeben, durch natürliches Kerzenlicht in allen Innenaufnahmen, ging offenbar am Geschmack eines breiten Publikums vorbei. Der Film beeinflusste aber Regisseure, die sich diesem Thema später widmeten.

Das spätere Werk[Bearbeiten]

Nach Barry Lyndon nahm Kubricks Produktionstempo ab. In den letzten 25 Jahren seines Lebens produzierte er nur noch drei weitere Filme. Allerdings waren sein Ruhm und das ihn umgebende „Mysterium“ derart groß, dass jede Veröffentlichung weltweit mit großen Erwartungen aufgenommen wurde. Wichtiger für Kubrick und wohl einmalig in der Geschichte Hollywoods war, dass er bei jedem Film weitgehend freie Hand und ein beinahe unbeschränktes Zeitbudget von den großen Studios bekam.

Mit Jack Nicholson drehte Kubrick den Film Shining (1980), eine Adaption des Buches von Stephen King. Insbesondere King-Fans waren unzufrieden mit dem Film, obgleich Kubrick buchstäblich Fluten von Blut entfesselte, da er sich die Handlung des Buches betreffend große Freiheiten herausnahm. Im Zentrum des Films steht der Entwurf eines luxuriösen Raumes der Moderne. In dem Film wird Geschichte zur ewigen Wiederkehr des Gleichen: der Gewalt, der keine Ordnung widerstehen kann. King selbst bezeichnete Kubricks Shining als schlechteste Verfilmung eines seiner Bücher. Obwohl nicht so enthusiastisch von der zeitgenössischen Kritik rezipiert wie frühere Werke, gilt Shining mittlerweile als Klassiker des Mystery-Thrillers.

Der im Vietnamkrieg spielende Film Full Metal Jacket (1987) war Kubricks einziger Film, der aus seiner Sicht zu spät kam. Trotz strengster Geheimhaltung wurde kurz vor Fertigstellung des Films das Thema in der Öffentlichkeit bekannt. Daraufhin stellte Oliver Stone seinen Film Platoon schneller als geplant fertig und brachte ihn wenige Wochen vor Full Metal Jacket in die Kinos. In Deutschland war die Kinopremiere von Full Metal Jacket ein halbes Jahr nach der von Platoon.

Nachdem Kubrick Full Metal Jacket fertiggestellt hatte, arbeitete er unter dem Arbeitstitel Aryan Papers an einer Verfilmung des Romans Lügen in Zeiten des Krieges von Louis Begley und der Science-Fiction-Geschichte A.I. Als Steven Spielberg 1993 Schindlers Liste veröffentlichte, verwarf Kubrick sein Projekt Aryan Papers, um nicht in eine ähnliche Situation zu kommen, wie sie sich bei Full Metal Jacket ergeben hatte. Er ging davon aus, dass das Publikum auf absehbare Zeit vermutlich keinen weiteren Film zum Thema Holocaust würde sehen wollen.[3] Kubrick arbeitete zunächst weiter an A.I. und begann parallel dazu mit den Arbeiten für eine Verfilmung der Traumnovelle von Arthur Schnitzler, die er schon seit Ende der 1960er Jahre geplant hatte. Da er schließlich befürchtete, dass die Geschichte eines Roboters, der ein echter Mensch werden möchte, in seinen Händen zu philosophisch werden könnte, übertrug er das Projekt Steven Spielberg und widmete von da an seine volle Aufmerksamkeit der Bearbeitung der Traumnovelle.[4] Nach zwei Jahren Drehzeit legte Kubrick am 5. März 1999 die fertig geschnittene Fassung der Verfilmung unter dem Titel Eyes Wide Shut (1999) vor. In dieser Zeit gab sich ein Hochstapler namens Alan Conway als Kubrick aus, während der echte Kubrick mit den Dreharbeiten beschäftigt war. Diese Geschichte wurde 2006 unter dem Titel Colour Me Kubrick mit John Malkovich verfilmt. Am 7. März 1999 verstarb Stanley Kubrick in seinem Haus an den Folgen eines Herzinfarkts. Eyes Wide Shut ist ein Vermächtnis von Kubrick und in der Kritik umstritten.

Kubricks Erbe[Bearbeiten]

Steven Spielberg veröffentlichte 2001 das von Kubrick an ihn übertragene Filmprojekt A. I. – Künstliche Intelligenz.

Immer wieder befasste sich Kubrick mit der Lebensgeschichte des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte. In seinem Nachlass fanden sich alle Unterlagen zur Realisierung eines aufwendigen Napoleon-Films, Fotos von Drehorten und sogar Vereinbarungen mit der rumänischen Armee zur Stellung von Komparsen. Wegen der enormen Kosten kam das Projekt jedoch nie zustande. Kubricks Schwager und ehemaliger Produzent Jan Harlan hat alle Unterlagen zusammengestellt und hofft, dass Kubricks Napoleon-Projekt doch noch realisiert werden kann.

Für die Veröffentlichung seiner Filme auf Datenträgern für die private Vorführung (VHS, DVD) hatte Kubrick vertraglich verfügt, dass sie ausschließlich im Seitenverhältnis 4:3 (entspricht circa 1,33:1) zu erfolgen haben. Nur 2001: Odyssee im Weltraum, der auf einem 65-Millimeter-Film entstand, wurde auf DVD im ursprünglichen Filmformat 2,20:1 veröffentlicht. Seine fünf letzten Filme A Clockwork Orange, Barry Lyndon, The Shining, Full Metal Jacket und Eyes Wide Shut sind allesamt im englischen Vollbildformat von 1,37:1 gedreht (entspricht in etwa dem klassischen 4:3-TV-Bildschirm); für die Projektion in Kinos wurde das Bild jedoch schon beim Dreh so komponiert, dass auch eine Breitwand-Darstellung von 1,85:1 möglich ist. Mittlerweile sind diese Filme als HD-Transfer auf BluRay-Disc erhältlich; dabei wurde das Kinoformat 1,85:1 verwendet, mit Ausnahme von A Clockwork Orange, das im Format 1,66:1 vorliegt.

Der Perfektionist Kubrick[Bearbeiten]

Kubrick bei den Dreharbeiten zu Barry Lyndon, 1975.

Kubrick war dafür berühmt und berüchtigt, jede Szene so oft wiederholen zu lassen, bis sie in seinen Augen perfekt war. Er erwartete den höchsten Einsatz von seinem Team, aber am meisten verlangte er wohl sich selbst ab.

Als berühmtes Beispiel gilt eine Szene aus seinem Film Shining, in der Shelley Duvall einen Stapel von über dreihundert Blatt Papier findet, auf denen immer wieder derselbe Satz steht: All work and no play makes Jack a dull boy. Kubrick weigerte sich, für die einzelnen Seiten Kopien zu verwenden, selbst bei Seiten, die man unmöglich genau sehen konnte. Mehrere Schreiber waren damit beschäftigt, jede Seite im Original zu tippen. Im Making-of zu dem Film Shining wird die Härte gegenüber der jungen Shelley Duvall sichtbar, die Kubrick aufbringt, damit sie sich besser in ihre Rolle hineinversetzt.

Filmografie[Bearbeiten]

Dokumentarkurzfilme[Bearbeiten]

Spielfilme[Bearbeiten]

Nicht realisierte Filmprojekte[Bearbeiten]

  • Murder of Myself – war geplant als Teil einer Krimiserie in den 1950er Jahren. Der Drehbuchentwurf von Richard Adams fand sich im Nachlass.
  • Brennendes Geheimnis – das Drehbuch nach der gleichnamigen Novelle von Stefan Zweig wurde für MGM ca. 1956 angefertigt.
  • The 7th Virginia Cavalry Raider (1958) – nicht beendetes Drehbuch von Kubrick über einen Südstaatenoffizier im amerikanischen Bürgerkrieg.
  • I Stole 16 Million Dollars (1958) – Projekt über einen Bankräuber der 1930er Jahre nach wahren Ereignissen. Kubrick soll versucht haben, sowohl Kirk Douglas als auch Cary Grant für das Projekt zu begeistern, aber keiner von beiden sei interessiert gewesen.
  • One-eyed Jacks (1958) – Kubrick hatte einen Vertrag für Regie und Drehbuch für diesen Western mit Marlon Brando, der ihn 1961 jedoch alleine realisierte.
  • The German Lieutenant (1959) – Drehbuch für einen Kriegsfilm über deutsche Fallschirmjäger im Zweiten Weltkrieg mit Alan Ladd.
  • Blue Movie (frühe 1970er) – eine Zeitlang arbeitete Kubrick an einem Script oder zumindest einem Treatment über einen Film, der von einem berühmten Filmregisseur handelt, der aufgrund seiner großen Reputation ein ebenso berühmtes Schauspielerehepaar dazu bringen kann, einen Pornofilm zu drehen. Das Gerücht, dass in Kubricks Eyes Wide Shut auch pornographische Szenen enthalten seien, führte zu der (falschen) Annahme, er drehe nun „seinen Blue Movie“.
  • Napoleon (1970) – Kubrick bereitete mehrere Jahre lang einen biografischen Film über Napoleon Bonaparte vor, der über drei Stunden hätte dauern sollen. Die Vorbereitungen waren so weit gediehen, dass Kubrick jederzeit mit der Produktion hätte beginnen können – allein die Finanzierung scheiterte. Etliche Elemente wurden dann für den Film Barry Lyndon verwendet.
  • Herr der Ringe (1970er) – Kubrick soll bereits früh eine Verfilmung des Tolkien-Romans geplant haben. Aufgrund der Komplexität des Romans und der Tatsache, dass die Tricktechnik noch nicht weit genug fortgeschritten war, ließ er von dem Projekt ab.
  • Der Exorzist (1970er) – Kubrick wollte den Film nur unter der Bedingung umsetzen, dass er ihn auch hätte produzieren dürfen. Das Studio entschied sich gegen Kubrick, weil dieser dafür bekannt war, Budget und Drehzeit zu überziehen. Später wurde ihm die Regie für die Fortsetzung angeboten. Kubrick lehnte ab, da er bereits mit den Vorbereitungen zu Shining begonnen hatte.
  • Schindlers Liste (1980er) – der Autor Thomas Keneally behauptete, Kubrick habe ihn nach den Filmrechten für sein Buch gefragt, das später von Steven Spielberg verfilmt wurde.
  • Das Foucaultsche Pendel (späte 1980er) – Kubrick hätte den gleichnamigen Roman von Umberto Eco gern auf die Leinwand gebracht. Eco aber war von der Verfilmung seines vorherigen Romanes Der Name der Rose so enttäuscht, dass er sich weigerte, die Filmrechte zu verkaufen.
  • Das Parfum (späte 1980er) – Kubrick war auch an der Realisierung des Weltbestsellers von Patrick Süskind interessiert, hielt das Buch aber für unverfilmbar.
  • A.I. – Künstliche Intelligenz – Das Projekt hat Kubrick vor seinem Tod an Steven Spielberg übergeben, der diesen Film dann 2001 herausbrachte.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Filme in den Top 250 der IMDb[5]
Platz Film
43 Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben
55 Shining
58 Wege zum Ruhm
69 Uhrwerk Orange
84 Full Metal Jacket
103 2001: Odyssee im Weltraum
227 Barry Lyndon
246 Die Rechnung ging nicht auf
  • 1964: Oscar-Nominierungen in den Kategorien Beste Regie und Bestes Drehbuch nach einer Vorlage (für Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben)
  • 1969: Oscar in der Kategorie Beste Spezial-Effekte (für 2001: Odyssee im Weltraum). Außerdem Oscar-Nominierungen in den Kategorien Beste Regie und Bestes Drehbuch nach einer Vorlage
  • 1972: Oscar-Nominierungen in den Kategorien Beste Regie und Bestes Drehbuch nach einer Vorlage (für Uhrwerk Orange)
  • 1976: Oscar-Nominierungen in den Kategorien Beste Regie und Bestes Drehbuch nach einer Vorlage (für Barry Lyndon)
  • 1981: Goldene Himbeere-Nominierung in der Kategorie Schlechteste Regie (für Shining)
  • 1988: Oscar-Nominierung in der Kategorie Bestes Drehbuch nach einer Vorlage (für Full Metal Jacket)
  • 1997: Internationale Filmfestspiele von Venedig 1997, Goldener Löwe für sein Lebenswerk
  • 1999: D. W. Griffith Award für sein Lebenswerk
  • 2000: Ehrenpreis der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA)
  • 2004: Festival Honors/eDIT Filmmaker’s Festival

Filmdokumentation[Bearbeiten]

Kubricks Leben und Werk ist im Jahr 2001 mit der Filmdokumentation Stanley Kubrick – Ein Leben für den Film gewürdigt worden, für die sich zahlreiche Schauspieler, Regisseure und andere Weggefährten von Jan Harlan interviewen ließen. Tom Cruise, Hauptdarsteller von Kubricks letztem Film Eyes Wide Shut, ist dabei der durchgehende Off-Kommentator.

Stanley Kubrick’s Boxes (2008) ist eine Dokumentation von Jon Ronson über die Hinterlassenschaft des Ausnahmekünstlers: tausende Kisten, die Kubrick teilweise sogar extra produzieren ließ, mit Fotos, Briefen, Notizen, Zeitungsausschnitten usw., alles akribisch sortiert und archiviert, zeigen die Detailverliebtheit des Workaholic Stanley Kubrick.[6][7]

In dem Film Kubrick, Nixon und der Mann im Mond wird die Behauptung aufgestellt, dass Kubrick an einer Vortäuschung der ersten Mondlandung beteiligt war. Die Mitwirkenden Buzz Aldrin, Henry Kissinger, Donald Rumsfeld, Alexander Haig und Lawrence Eagleburger gaben dem Film den Anschein von Seriosität. Erst im Abspann der Mockumentary wird aufgelöst, dass es sich bei dem Film um keine echte Dokumentation handelt. Vielmehr wurden frei erfundene Behauptungen gezielt mit wahren Tatsachen vermischt, um den Zuschauer zu manipulieren und ihn im Unklaren darüber zu lassen, welche Aspekte zutreffend sind.

Ausstellung[Bearbeiten]

Zu Kubricks Gesamtwerk hat das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt am Main eine Ausstellung entwickelt, in der zahlreiche Objekte aus Kubricks umfangreichem Nachlass (unter anderem Fotos, Briefe, Originalrequisiten, Kostüme und Drehbücher) präsentiert werden. Zustande gekommen ist diese Ausstellung in Kooperation mit Kubricks Witwe Christiane Kubrick und seinem langjährigen engen Mitarbeiter und Schwager Jan Harlan. Sie wurde im Frühjahr 2004 erstmals in Frankfurt gezeigt und befindet sich seither auf internationaler Tournee. Weitere Präsentationen fanden in Berlin (2005), Melbourne (2006), Gent (2006), Zürich (2007), Rom (2007), Paris (2011), Amsterdam (2012), Los Angeles (2012) und São Paulo (2013) statt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geoffrey Cocks: The Wolf at the Door: Stanley Kubrick, History, and the Holocaust. 28. September 2004, S. 19, abgerufen am 4. Mai 2014 (englisch, Googlebooks).
  2. Vgl. Christiane Kubrick: Stanley Kubrick. A Life in Pictures. London 2002. S. 15, 73
  3. vgl. Gary Leva: Lost Kubrick: The Unfinished Films of Stanley Kubrick, Eyes Wide Shut (2-Disc Special Edition DVD), Warner Home Video 2007
  4. vgl. The Last Movie: Stanley Kubrick & Eyes Wide Shut, Eyes Wide Shut (2-Disc Special Edition DVD), Warner Home Video 2007
  5. Die Top 250 der IMDb (Stand: 23. Juli 2014)
  6. http://www.channel4.com/more4/documentaries/doc-feature.jsp?id=215 (abgerufen am 3. August 2008)
  7. http://video.google.com/videoplay?docid=-5739282975440441779&q=kubricks+boxes&ei=FoOVSIqJEpWw2QKJiJDJBQ (abgerufen am 3. August 2008)

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerrit Bodde: Die Musik in den Filmen von Stanley Kubrick. Der Andere Verlag, Osnabrück 2002, ISBN 3-936231-35-4.
  • Alison Castle: Das Stanley-Kubrick-Archiv, Taschen Verlag, Köln 2005, ISBN 3-8228-4240-0.
  • Rainer Crone: Stanley Kubrick: Drama und Schatten. Phaidon Verlag, Berlin 2006, ISBN 0-7148-9463-X.
  • Deutsches Filmmuseum (Hrsg.): Stanley Kubrick. Kinematograph Nr. 14, 2004. ISBN 3-88799-068-4 (deutsche Ausgabe) und ISBN 3-88799-069-2 (englische Ausgabe).
  • Paul Duncan: Stanley Kubrick. Visueller Poet 1928–1999. Taschen, Köln 2008, ISBN 978-3-8228-3112-0.
  • Fischer, Ralf Michael: Raum und Zeit im filmischen Œuvre von Stanley Kubrick. Neue Frankfurter Forschungen zur Kunst, Band 7. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-7861-2598-3.
  • Andreas Jacke: Stanley Kubrick: Eine Deutung der Konzepte seiner Filme. Psychosozial-Verlag, 2009, ISBN 978-3-89806-856-7, ISBN 3-89806-856-0.
  • Peter W. Jansen, Wolfram Schütte (Hrsg.): Stanley Kubrick. Mit Beiträgen von Christoph Hummel, Peter W. Jansen, Hansjörg Pauli und Hans Helmut Prinzler sowie 137 Abbildungen. Hanser (Reihe Film, 18), München 1984, ISBN 3-446-12639-2.
  • Susanne Kaul, Jean-Pierre Palmier: Stanley Kubrick. Einführung in seine Filme und Filmästhetik. Fink, München 2010, ISBN 978-3-7705-4752-4.
  • Andreas Kilb, Rainer Rother u.a.: Stanley Kubrick. Bertz, Berlin 1999, ISBN 3-929470-78-0.
  • Kay Kirchmann: Stanley Kubrick: Das Schweigen der Bilder. Hitzeroth, Marburg 1993, ISBN 3-89398-126-8.
  • Charles Martig: Krieg und Gewalt, Angst und Begehren: Das Kino-Universum von Stanley Kubrick. In: Thomas Bohrmann, Werner Veith, Stephan Zöller (Hrsg.): Handbuch Theologie und Populärer Film. Band 2. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2009, ISBN 978-3-506-76733-2, S. 99-110.
  • James Naremore: On Kubrick. BFI, London 2007, ISBN 978-1-84457-142-0.
  • Frederic Raphael: Eyes Wide Open – Eine Nahaufnahme von Stanley Kubrick. Ullstein, Berlin 1999, ISBN 3-548-35951-5.
  • Gary D. Rhodes (Hrsg.): Stanley Kubrick: essays on his films and legacy. McFarland, 2007, ISBN 978-0-7864-3297-4.
  • Georg Seeßlen, Fernand Jung: Stanley Kubrick und seine Filme. 3., verbesserte und ergänzte Auflage. Schüren, Marburg 2008, ISBN 978-3-89472-312-5.
  • Stephan Sperl: Die Semantisierung der Musik im filmischen Werk Stanley Kubricks. Würzburg, Königshausen & Neumann 2006, ISBN 3-8260-3408-2.
  • Rolf Thissen: Stanley Kubrick: Der Regisseur als Architekt. Heyne, München 1999, ISBN 3-453-16495-4.
  • Alexander Walker, Sybil Taylor, Ulrich Ruchti: Stanley Kubrick: Leben und Werk. Henschel Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-89487-330-2.
  • Kindlers Literatur Lexikon. Hrsg. von Heinz Ludwig Arnold. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. 18 Bände. Metzler, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-476-04000-8.
  • Filmklassiker. Hrsg. von Thomas Koebner unter Mitarbeit von Kerstin-Luise Neumann. 4 Bände. Reclam, Stuttgart 1995. {Sek 4 Fil}

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stanley Kubrick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien