Stanley Schachter

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Stanley Schachter (* 15. April 1922; † 7. Juni 1997) war ein US-amerikanischer Sozialpsychologe und emeritierter Professor an der Columbia University. Er ist einer der wenigen Psychologen, die in die National Academy of Sciences aufgenommen wurden.

Leben[Bearbeiten]

Geboren wurde Schachter in Flushing, New York; seine Eltern waren Anna und Nathan Schachter. Er studierte anfangs Kunst, dann Psychologie an der Yale University, unter anderem bei Clark L. Hull. Dort erwarb er 1942 den Bachelor und 1944 den Master. Anschließend ging er zur United States Air Force. 1946 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter von Kurt Lewin am Forschungszentrum für Gruppendynamik des MIT. Nach dem Tod Lewins 1947 zog das Forschungszentrum mit Schachter an die University of Michigan um, wo er 1949, betreut von Leon Festinger, den Doktorgrad erlangte.

Er starb in seinem Haus in East Hampton, New York an Darmkrebs. Er hinterließ seine Frau Sophia und seinen Sohn Elijah.

Werk[Bearbeiten]

Schachter untersuchte bevorzugt Themen mit unmittelbarer Alltagsrelevanz, wie Fettleibigkeit, Sucht und Emotionen.

Fettleibigkeit[Bearbeiten]

Schachter konnte zeigen, dass normalgewichtige Personen essen, wenn sie hungrig sind und aufhören, wenn sie satt sind. Übergewichtigte Personen hingegen lassen sich durch externe Hinweisreize zum Essen verleiten, zum Beispiel von der Uhrzeit oder einer appetitlichen Darbietung.

Emotionen[Bearbeiten]

Seine bekannteste Arbeit ist die Zwei-Faktoren-Theorie der Emotion, nach der Gefühle aus einem Anteil physiologischer Erregung und einer kognitiven Komponente bestehen.

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1950 Deviation, rejection, and communication. University of Michigan. (Dissertation)
  • 1950 (mit L. Festinger and K. Back). Social Pressures in Informal Groups. New York: Harpers
  • 1956 (mit L. Festinger and H. Riecken). When Prophecy Fails. Minneapolis: University of Minnesota Press
  • 1959 The Psychology of Affiliation. Stanford: Stanford University Press
  • 1971 Emotion, Obesity and Crime. New York: Academic
  • 1974 (mit J. Rodin). Obese Humans and Rats. Hillsdale, N.J.: Erlbaum

Literatur[Bearbeiten]

  • Grunberg, N. E., Nisbett, R. E., Rodin, J., and Singer, J. E. A Distinctive Approach to Psychological Research: The Influence of Stanley Schachter. Hillsdale, N.J.: Lawrence Erlbaum Associates, 1987
  • G. Lindzey (Hg.) A History of Psychology in Autobiography, Vol. VIII. Stanford: Stanford University Press, 1989

Weblinks[Bearbeiten]

Nachruf in der New York Times