Stannan

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Strukturformel
Struktur von Stannan
Allgemeines
Name Stannan
Andere Namen
  • Monostannan
  • Zinnwasserstoff
Summenformel SnH4
CAS-Nummer 2406-52-2
Kurzbeschreibung

farbloses Gas[1]

Eigenschaften
Molare Masse 122,74 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

5,4 g·dm−3[2]

Schmelzpunkt

−146 °C[2]

Siedepunkt

−52 °C[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Stannan (genauer Monostannan) ist eine chemische Verbindung und allgemein die Bezeichnung für Verbindungen aus Zinn und Wasserstoff.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Es kann nicht aus den Elementen, sondern nur durch die Auflösung salzartiger Metall-Zinn-Verbindungen in Säuren hergestellt werden.[4] So zum Beispiel durch Reaktion von Zinn(II)-chlorid mit Natriumborhydrid oder Kaliumborhydrid in wäßriger, salzsaurer Lösung. Durch sorgfältige nachfolgende Auftrennung können hierbei auch sehr geringe Mengen von Distannan Sn2H6 isoliert werden.

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion einer Zinn(IV)-chlorid und Lithiumaluminiumhydrid in Ether bei tiefen Temperaturen.[5]

\mathrm{SnCl_4 + LiAlH_4 \longrightarrow SnH_4 + LiCl + AlCl_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

SnH4 (Monostannan) ist ein giftiges Gas, das oberhalb 150 °C rasch zerfällt, wobei auf den Gefäßwänden ein Zinnspiegel entsteht. Der Siedepunkt von Stannan beträgt −52 °C. Zinn besitzt mit 2,0 (nach Pauling) eine geringere Elektronegativität als Wasserstoff mit 2,2. Deshalb wird dem Zinn formal die Oxidationszahl +4 zugeteilt und jedem Wasserstoff (bzw. Hydrid) die Oxidationszahl -1. Bei der Leuchtprobe, dem qualitativen Nachweis von Zinnverbindungen, wird Stannan aus Zinn mit Hilfe von naszierendem Wasserstoff erzeugt, welches in der Bunsenbrennerflamme eine blaue Fluoreszenz hervorruft.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ullrich Jahn, in: Roempp Online - Version 3.5, 2009, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. a b c Stannan bei webelements.com
  3. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. a b  Charles E. Mortimer: Chemie. 10. überarbeitete Auflage. Thieme, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-13-484310-1, S. 112f..
  5.  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 751.