Star Trek: Enterprise

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Seriendaten
Deutscher Titel Enterprise (Staffeln 1 und 2)
Star Trek: Enterprise (Staffeln 3 und 4)
Originaltitel Enterprise (Staffeln 1 und 2)
Star Trek: Enterprise (Staffeln 3 und 4)
Enterprise title.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 2001–2005
Länge 42 Minuten
Episoden 98 in 4 Staffeln
Genre Science-Fiction
Titellied Where My Heart Will Take Me (Faith of the Heart),
komponiert von
Diane Warren,
gesungen von
Russell Watson
Idee Rick Berman,
Brannon Braga,
basierend auf Star Trek, erschaffen von Gene Roddenberry
Musik Paul Baillargeon,
David Bell,
Velton Ray Bunch,
Jay Chattaway,
John Frizzel,
Dennis McCarthy,
Mark McKenzie,
Kevin Kiner,
Brian Tyler
Erstausstrahlung 26. September 2001 (USA) auf UPN
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
15. März 2003 auf Sat.1
Besetzung
Episodenliste

Unter dem Titel Enterprise begann 2001 der US-Fernsehsender UPN mit der Erstausstrahlung der fünften, im fiktionalen Star-Trek-Universum spielenden Realfilm-Fernsehserie. UPN benannte die Serie 2003, mit Beginn der dritten Staffel, in Star Trek: Enterprise um und beendete sie 2005, nach vier Staffeln mit insgesamt 98 Episoden. Die deutsche Synchronfassung strahlte Sat.1 von März 2003 bis Juli 2006 erstmals aus. Für die Heimkinoveröffentlichungen der ersten beiden Staffeln fand teilweise auch der neue Titel Verwendung.

Inhalt[Bearbeiten]

Vorspann[Bearbeiten]

Im Vorspann ist der folgende Gesang zu hören:

„Its been a long road, getting from there to here. It's been a long time, but my time is finally near. And I will see my dream come alive at last. I will touch the sky. And they're not gonna hold me down no more, no they're not gonna change my mind. Cause I've got faith of the heart. I'm going where my heart will take me. I've got faith to believe. I can do anything. I've got strength of the soul. And no one's gonna bend or break me. I can reach any star. I've got faith. I've got faith. Faith of the heart.“

Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Gesang:

„Es hat lange gedauert, von dort hierher zu gelangen. Es war eine lange Zeit, aber schließlich ist meine Zeit gekommen. Und ich werde erleben, wie mein Traum letztlich wahr wird. Ich werde den Himmel berühren. Und sie werden mich nicht festhalten, nein, sie werden meine Meinung nicht ändern. Weil ich Glauben im Herzen habe. Ich gehe, wohin mein Herz mich tragen wird. Ich habe das Vertrauen zu glauben. Ganz gleich, was ich tue. Ich habe Kraft in der Seele. Und keiner kann mich beugen oder brechen. Ich kann jeden Stern erreichen. Ich habe den Glauben. Ich habe den Glauben. Den Glauben im Herzen.“

Handlung[Bearbeiten]

→ Hauptartikel: Staffeln 1, 2, 3, 4

Zeitlich spielt die Serie ab dem Jahr 2151, etwa 90 Jahre nach dem ersten Kontakt mit dem Volk der Vulkanier (5. April 2063) (siehe Star Trek: Der erste Kontakt) und damit etwa ein Jahrhundert vor der ersten Serie Raumschiff Enterprise.

In der Serie macht sich zum ersten Mal ein Raumschiff namens Enterprise auf den Weg, um den Weltraum zu erkunden und Kontakt mit anderen Spezies aufzunehmen. Die Vulkanier stehen den Menschen zu diesem Zeitpunkt noch sehr skeptisch gegenüber. Die vulkanische erste Offizierin T’Pol hat daher auch die Funktion einer kritischen Beobachterin.

Eine „Vereinigte Föderation der Planeten“ gibt es zu Beginn der Serie noch ebenso wenig wie die in den zeitlich später angesiedelten Serien häufig genannte „Oberste Direktive“, die eine Einmischung in die Belange weniger entwickelter Kulturen verbietet. Später als alltäglich eingeführte Techniken wie das „Beamen“ sind hier noch in ihren Anfängen zu besichtigen.

Connor Trinneer (l.) und Scott Bakula (r.) mit drei US-Navy Angehörigen (Mitte) in Enterprise-Uniformen

Schilderten die ersten beiden Staffeln im Wesentlichen die Bemühungen der Crew, das Weltall zu erforschen und Kontakt zu anderen Lebensformen aufzunehmen, nahm die Serie in der dritten Staffel eine Wendung. Die Erde wurde angegriffen, und sieben Millionen Menschen starben. Die Enterprise sollte den Täter finden und begab sich dabei in einen Teil des Weltraums, in dem die physikalischen Gesetze nicht mehr uneingeschränkt galten (→ siehe auch: Die Ausdehnung). Die Serie erhielt eine deutlich düsterere Atmosphäre und konfrontierte die Figuren mit einer Reihe an Problemen, die sie zwangen, bisher unerschütterliche Prinzipien aufzugeben, und sie deutlich komplexer und ambivalent erscheinen ließen. Außerdem verband ein roter Faden die einzelnen Folgen, so dass es Zuschauern, die einzelne Folgen verpassten, zum Teil schwer fiel, wieder in die Serie hineinzufinden.

In der vierten Staffel bemühte man sich verstärkt darum, Verbindungen zu Geschehnissen des späteren Star-Trek-Universums zu knüpfen. Die Handlungsstränge erstreckten sich zumeist über zwei oder drei Folgen. Nachdem die Bedrohung der dritten Staffel gebannt war, kehrte die Enterprise zur Erde zurück, geriet dabei allerdings zunächst in die Wirren des „Temporalen Kalten Kriegs“. In den nächsten drei Folgen griff man den in TOS erstmals erwähnten „Eugenischen Krieg“ (TOS: Der schlafende Tiger) auf. Es folgte ein weiterer Mehrteiler, der die Enterprise nach Vulkan führte, wo Captain Archer und T’Pol für einen politischen Umsturz auf dem Planeten sorgten; dabei begegneten sie T’Pau, einer Figur, die Zuschauern aus TOS bekannt ist. Die Entstehung der „Föderation der Planeten“ bildet den nächsten Handlungsschwerpunkt der vierten Staffel. In mehreren Folgen wird gezeigt, wie durch Vermittlung der Erde die Andorianer, Tellariten und Vulkanier zu einem Bündnis kamen. Dabei versuchten zunächst die Romulaner und später eine fanatische Sekte auf der Erde diesen Zusammenschluss zu verhindern. Einen Höhepunkt der Serie stellt die Doppelfolge Im finsteren Spiegel dar, die im „Spiegeluniversum“ spielt. Dieses alternative Universum tauchte erstmals in TOS auf (Ein Parallel-Universum). Die Verbindung zu späteren Ereignissen wurde hier durch ein Raumschiff, die USS Defiant – ein Schwesterschiff von Kirks Enterprise – hergestellt, das in der TOS-Folge Das Spinnennetz spurlos verschwand und jetzt hier wieder auftaucht. Außerdem zeigte die Folge eine andere Version des ersten Kontakts mit den Vulkaniern als die, die in Star Trek: Der erste Kontakt zu sehen war.

Die letzte Folge der Serie spielte im Jahr 2161, also sechs Jahre nach der vorletzten. In dieser Episode gab es ein Wiedersehen mit Commander Riker und Counselor Troi, zwei Figuren aus Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert, aus deren Perspektive die letzte Mission der ersten Enterprise geschildert wird.

Produktion[Bearbeiten]

Besetzung[Bearbeiten]

Hauptfiguren
Schauspieler Rolle Deutscher Synchronsprecher
Scott Bakula Captain Jonathan Archer Gudo Hoegel
John Billingsley Dr. Phlox Tonio von der Meden
Jolene Blalock Subcommander T’Pol Susanne von Medvey
Dominic Keating Lieutenant Malcolm Reed Frank Röth
Anthony Montgomery Ensign Travis Mayweather Florian Halm
Linda Park Ensign Hoshi Sato Melanie Manstein
Connor Trinneer Commander Charles „Trip“ Tucker III Crock Krumbiegel

Nebenfiguren (Auswahl):

Regisseure[Bearbeiten]

Unter den insgesamt 20 Regisseuren war David Livingston mit 15 Episoden der am häufigsten eingesetzte. Viele der Regisseure hatten bereits zuvor bei anderen Star-Trek-Produktionen Regie geführt, Burton, Dawson, Dorn und McNeill hatten zuvor in einer oder mehreren anderen Star-Trek-Serien eine Hauptrolle gespielt und auf diesem Wege bereits Star-Trek-Erfahrung gesammelt. Nur Barrett, Charleston, Contner, Grossman, Hedden, Norris, Straiton und Whitmore arbeiteten zum ersten Mal für das Franchise.

Titelmusik[Bearbeiten]

Der Titelsong Where My Heart Will Take Me wurde von Diane Warren geschrieben und im Jahr 2001 von Russell Watson eingesungen. Unter dem Titel Faith of the Heart gab es bereits vorher eine Interpretation von Rod Stewart auf dem Soundtrack zum 1998 veröffentlichten Film „Patch Adams“. Der Titel wurde 2003 neu abgemischt und ab diesem Zeitpunkt für Staffel 3 und 4 verwendet.

Fernsehausstrahlung und Zuschauerreaktionen[Bearbeiten]

Die Produktion der Serie wurde nach vier Staffeln mit insgesamt 98 Episoden vorzeitig eingestellt. Die Maßnahme wurde seitens des Fernsehsenders UPN mit dem geringen Zuspruch des Fernsehpublikums begründet. Im Jahresmittel konnte sich die Serie zu keiner Zeit unter den beliebtesten 100 Formaten des US-amerikanischen Fernsehens etablieren.[1][2][3][4] Dieser Umstand führte bereits zum Beginn der dritten Staffel konzeptionelle Änderungen herbei, die sich jedoch auf die Resonanz des Publikums nicht auswirkten. So wurden Gerüchte laut, dass der Sender UPN die Serie mit dem Ende der dritten Staffel absetzen würde. Dies löste starke Fan-Reaktionen aus. Internetseiten wie SaveEnterprise.com riefen zu allgemeinen Protestaktionen auf. Kurze Zeit später wurden die Verantwortlichen bei Paramount und UPN von einer Welle aus E-Mails und Telefonanrufen überschwemmt.

Am 20. Mai 2004 lenkte UPN schließlich ein und gab eine vierte Staffel mit 22 neuen Episoden in Auftrag. Gleichzeitig wurde der Sendetermin vom Mittwoch auf den Freitag verlegt, in der Hoffnung, dass die Serie dort einen ähnlich großen Erfolg wie zuvor Akte X oder Miami Vice haben würde. UPN stellte außerdem klar, dass die Serie abgesetzt werde, sofern die Einschaltquoten der vierten Staffel keine Verbesserungen vorwiesen. Zumindest Fans und Kritiker bescheinigten der vierten Staffel eine deutlich zunehmende Qualität; dennoch blieben die Quoten der vierten Staffel weiterhin unterhalb des erhofften Niveaus, obwohl UPN auf diesem sonst immer sehr schwachen Freitagssendeplatz mit Enterprise, im Vergleich zu früher, sehr gute Ergebnisse bei den wichtigen Zielgruppen einfuhr.

Trotz weiterer Rettungsversuche seitens der Fans im Zeitraum vor und insbesondere nach der Ankündigung gab UPN am 2. Februar 2005 bekannt, dass die Serie mit dem Ende der vierten Staffel eingestellt werde. Angebote von Fan-Aktionen, durch Geldspenden eine weitere Staffel (zum Beispiel in Kanada) zu produzieren, wurden von Paramount jedoch des Öfteren abgelehnt, was schließlich zur Folge hatte, dass die größte Fan-Kampagne zur Rettung von Enterprise (TrekUnited.com) offiziell das Ende der Rettungsbestrebungen am 17. April 2005 verkündete. Somit ist „Star Trek: Enterprise“ die erste Star-Trek-TV-Produktion seit der Originalserie (TOS), die aufgrund zu schwacher Quoten vorzeitig eingestellt wurde.

Auch in Deutschland blieben die Erwartungen des ausstrahlenden Senders Sat.1 unerfüllt. Anfang 2004 wurde der Sendeplan gekippt, und man verzichtete auf die Ausstrahlung weiterer noch ungezeigter Episoden von „Enterprise“.

Veröffentlichungen auf Video[Bearbeiten]

Überblick über deutsche DVD-Staffel-Veröffentlichungen
Name Veröffentlichung Episoden Laufzeit Bildformat Regionalcode Audio FSK Studio
Komplette 1. Staffel 6. Mai 2005 26 Episoden ca. 1107 Min 16:9 RC 2 PAL Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1) Ab 12 Jahren Paramount Home Entertainment
Komplette 2. Staffel 8. August 2005 26 Episoden ca. 1067 Min 16:9 RC 2 PAL Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1) Ab 12 Jahren
Komplette 3. Staffel 7. September 2005 24 Episoden ca. 982 Min 16:9 RC 2 PAL Französisch (Dolby Digital 2.0 Surround), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1) Ab 12 Jahren
Komplette 4. Staffel 4. Mai 2006 22 Episoden ca. 902 Min 16:9 RC 2 PAL Französisch (Dolby Digital 2.0 Surround), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1) Ab 12 Jahren
Staffel 1 - Half Season Pack Vol. 1 6. Mai 2005 11 Episoden ca. 510 Min 16:9 RC 2 PAL Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1) Ab 12 Jahren
Staffel 1 - Half Season Pack Vol. 2 6. Mai 2005 14 Episoden ca. 597 Min 16:9 RC 2 PAL Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1) Ab 12 Jahren
Staffel 2 - Half Season Pack Vol. 1 8. August 2005 12 Episoden ca. 492 Min 16:9 RC 2 PAL Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0 Surround) Ab 12 Jahren
Staffel 2 - Half Season Pack Vol. 2 8. August 2005 14 Episoden ca. 574 Min 16:9 RC 2 PAL Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0 Surround) Ab 12 Jahren
Staffel 3 - Half Season Pack Vol. 1 10. Oktober 2005 12 Episoden ca. 491 Min 16:9 RC 2 PAL Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0 Surround) Ab 12 Jahren
Staffel 3 - Half Season Pack Vol. 2 10. Oktober 2005 12 Episoden ca. 491 Min 16:9 RC 2 PAL Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0 Surround) Ab 12 Jahren
Staffel 4 - Half Season Pack Vol. 1 4. Mai 2006 12 Episoden ca. 492 Min 16:9 RC 2 PAL Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0 Surround) Ab 12 Jahren
Staffel 4 - Half Season Pack Vol. 2 4. Mai 2006 10 Episoden ca. 410 Min 16:9 RC 2 PAL Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0 Surround) Ab 12 Jahren
Star Trek: Enterprise - Die komplette Serie 8. September 2011 98 Episoden ca. 4055 Min 16:9 RC 2 PAL Deutsch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0 Surround), Englisch (Dolby Digital 5.1) Ab 12 Jahren

CBS hat angekündigt, dass Star Trek: Enterprise ab 2013 auch auf Blu-ray Disc erscheinen wird. Die erste Staffel erschien am 28. März 2013, die zweite am 5. September 2013 und die dritte wurde für den 6. März 2014 angekündigt. Am 07. Mai 2014 wurde die vierte und letzte Staffel veröffentlicht.[5]

Rezeption[Bearbeiten]

Kohärenz zum Star-Trek-Universum[Bearbeiten]

Die Serie trägt zur Steigerung der Kohärenz des Star-Trek-Universums bei: So wird in der Folge Die Heimsuchung erstmals die – hauptsächlich in Star Trek: Deep Space Nine thematisierte – mysteriöse und zum Teil höchst illegale Sektion 31 der Sternenflottensicherheit erwähnt[6]; außerdem wird mit Dr. Arik Soong der Vorfahre des Dr. Noonien Soong eingeführt, wobei Letzterer der „Vater“ von Lt. Commander Data aus Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert ist.[7] In ebenjener Folge wird auch das erste Mal die SS Botany Bay erwähnt, jenes Schiff, auf dem sich Khan Noonien Singh, der Erzfeind von Captain James T. Kirk (TOS, Star Trek II: Der Zorn des Khan) in Cryostasis befindet.[7]

Die Serie bemüht sich, einige signifikante Logiklücken in Bezug auf das klingonische Imperium in sozio-ökonomischer und physiologischer Hinsicht zu schließen, letzteres vor allem in Bezug auf die in TOS nicht vorhandenen Stirnkämme der Klingonen. Obwohl auch in der Originalserie geplant war, für die Darsteller der Klingonen entsprechende Masken zu verwenden, scheiterte dies an Budgetproblemen. In Enterprise werden die – aus der temporalen Sicht der Serie gesehen – fehlenden Kämme in der Zukunft durch ein Experiment mit menschlicher Augment-DNS in Verbindung mit einer Virus-Infektion erklärt. In der Folge Das Urteil wird erstmals festgestellt, dass das klingonische Imperium nicht von Anfang an nur aus einer Kriegerkaste bestanden, sondern jene nur in den letzten Jahrzehnten die Vorherrschaft übernommen habe. Damit wird erklärt, wie die nur auf Krieg fixierte klingonische Gesellschaft einen hohen technologischen und kulturellen Entwicklungsstand erreichen konnte. Als Bezug zu den originalen Star-Trek-Filmen wird Captain Archer von den Klingonen auf den Gefängnismond Rura Penthe geschickt, auf welchem auch Captain James T. Kirk und Dr. Leonard McCoy später (Star Trek VI: Das unentdeckte Land) inhaftiert werden.[8]

Mögliche Gründe für mangelndes Zuschauerinteresse[Bearbeiten]

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Die Gründe für das mangelnde Interesse des Publikums sind spekulativer Natur.

Neben Widersprüchen innerhalb des Star-Trek-Franchise (die uneingeweihte Zuschauer oft nicht unmittelbar nachvollziehen können) werden der Serie auch konzeptionelle Mängel und erhebliche Schwächen in der Dramaturgie bescheinigt.

Durch Interessierte wurden Widersprüchlichkeiten zum bisherigen Kanon vermehrt zur Kenntnis genommen:

  • Design: Bereits bevor die erste Episode über den Sender gegangen war, entzündeten sich unter den Fans heftige Diskussionen über das Raumschiff, das für die nächsten sieben Jahre Star Trek repräsentieren sollte. Bald schon hatte das neue Schiff den Spitznamen Akiraprise, weil es große Ähnlichkeit mit der aus Star Trek: Der Erste Kontakt bekannten Akira-Klasse aufweist und daher als schlichte Modifikation aufgefasst wurde.[9]
  • Der Name Enterprise wurde heftig diskutiert, da bisher das Space Shuttle Enterprise OV-101 und die USS Enterprise XCV-330 als einzige Raumschiffe dieses Namens vor dem Raumschiff Enterprise der Originalserie aus den 1960ern, welche im Star-Trek-Universum später angesiedelt ist, galten.[10] Darüber hinaus bestätigt in der 5. Staffel der Serie Deep Space Nine, Folge 6 Immer die Last mit den Tribbles in Folgeminute 6,26 Captain Sisko gegenüber den Agenten der Abteilung für temporale Ermittlungen während seines Berichtes zur Sichtung der Enterprise NCC-1701 Captain Kirks während einer Zeitreise wörtlich: „Es war die erste Enterprise.“ Die 5. Staffel DS9 wurde bis 1997 in den USA ausgestrahlt, vier Jahre vor dem ersten Produktionsjahr der neuen Serie Enterprise. Weiters ist auf einem Display der Enterprise in der Episode „Die Abweichung“ (Zeit: 4 min. 25 sek.) das erst später übliche Flottenpräfix „USS“ zu erkennen, allerdings ist dies ein Produktionsfehler.
  • Auch traf die Enterprise-Crew in einer Episode auf die Borg, was nicht „kanonisch“ ist. Logisch gesehen nimmt man hier zwar Bezug auf den Film Der Erste Kontakt, aber die dortige Borg-Sphäre ist in der Nähe der Erde zerstört worden. Es ist unklar, wie jemand die Explosion überlebt haben soll und wie Trümmerteile und Borg-Drohnen relativ unversehrt einen Eintritt in die Atmosphäre überstanden haben sollen. Als die Enterprise-D mit den Borg in Zeitsprung mit Q zusammentrifft, scheint es keine Aufzeichnungen weder von der ersten Begegnung in Star Trek: Enterprise noch von den Nano-Sonden zu geben. Dr. Phlox schaffte es außerdem, die Nano-Sonden-Infektion im 22. Jahrhundert zu negieren, ohne dass dazu später auf einen entsprechenden Eintrag Bezug genommen wurde.
  • Die Mannschaft von Cpt. Archer hatte, abgesehen von einer früheren Zeitreise, den ersten Kontakt zu den Ferengi. Dennoch wurde dieser Kontakt nie in der The-Next-Generation-Episode Der Wächter erwähnt und dort ist von einem ersten Kontakt mit den Ferengi in der dortigen Handlung gesprochen worden. Es wäre außerdem unwahrscheinlich, dass die Föderation zwei Jahrhunderte lang trotz weiterentwickelter Antriebe keinen weiteren Kontakt zu den Ferengi gehabt hätte.
  • In der Episode Spock unter Verdacht der klassischen Serie tut Spock so, als ob eine Tarntechnologie bislang noch nicht erfolgreich angewendet worden wäre. Bereits im Pilotfilm von Star Trek: Enterprise nutzen die Suliban eine Tarnvorrichtung, um sich mit ihrem Schiff unentdeckt der Enterprise zu nähern. Später in der Serie treffen Cpt. Archers Mannschaft und die Enterprise auf Romulaner, die ebenfalls ihre Schiffe direkt im Rücken der Enterprise enttarnen. Der Kanon ist also abermals verletzt worden, und fiktionale Geschichte wurde teilweise ignoriert.

Als konzeptionelle Schwierigkeiten werden angeführt:

  • die Natur des Projektes als Prequel: Das Produktionsteam stand vor der besonderen Herausforderung, eine Serie zu produzieren, die zwar zeitlich vor fast allem spielte, was man früher im Star-Trek-Universum gesehen hatte, aber dennoch erkennbar Star Trek war und Dinge enthielt, die dieses Universum ausmachen;
  • Teile der dargestellten Technik wie z. B. die Raumanzüge mit Selbstabdichtung und die Uniformen sind im Prequel moderner als in den zuvor produzierten Serien und Filmen;
  • eine Begrenzung auf abgeschlossene Handlungsstränge innerhalb einer Episode. Diesem Umstand wurde ab der dritten Staffel mit der Einführung folgenüberspannender Handlungen Rechnung getragen;
  • die Wahl einer erweiterten Zielgruppe (neben den Fans) und die damit einhergehenden inhaltlichen Schwerpunktsetzungen, die einem Teil der Stammzielgruppe missfielen. So wird unterstellt, dass zugunsten der Action der ethisch-moralische Diskurs in den Hintergrund getreten sei. Ähnlich ist die zunehmende Brutalität der Serie ab der dritten Staffel zu bewerten, in welcher Protagonisten ethisch fragwürdige Verhaltensweisen offenbaren (Informationsbeschaffung mit folterähnlichen Methoden).

Weitere Kontroversen rief die Benennung einer antagonistischen außerirdischen Spezies mit dem Namen „Suliban“ in Anlehnung an die Taliban hervor. Die Namenswahl erfolgte lediglich aufgrund des exotischen Klangs, allerdings rückten die namensgebenden Taliban dann kurz vor der Premiere des Pilotfilms von Star Trek: Enterprise durch die Anschläge auf das World Trade Center in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit.[11]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Star Trek: Enterprise – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einschaltquoten US-Fernsehmarkt 2001–2002 (englisch)
  2. Einschaltquoten US-Fernsehmarkt 2002–2003 (englisch)
  3. Einschaltquoten US-Fernsehmarkt 2003–2004 (englisch)
  4. Einschaltquoten US-Fernsehmarkt 2004–2005 (englisch)
  5. Star Trek: Enterprise: Blu-Ray Release. 8. Januar 2013, abgerufen am 20. Januar 2013.
  6. Die Heimsuchung bei de.memory-alpha.org
  7. a b Die Augments bei de.memory-alpha.org
  8. Star Trek VI: Das unentdeckte Land bei de.memory-alpha.org
  9. The Akiraprise Design - Starship Article. Ex Astris Scientia. Abgerufen am 25. Mai 2013.
  10. Zurückzuführen ist diese Annahme auf Star Trek: Der Film, in welchem eine Galerie der bisherigen Schiffe mit Namen Enterprise auftaucht: Schiffe mit dem Namen Enterprise auf Memory Alpha
  11. Interview mit den Produzenten Braga und Bermann nach www.brannonbraga.com (Domain inzwischen aufgelöst); in TV Guide, 5.–11. Mai 2002, S. 46–48