Star Trek: Fan-Fiction und Parodien

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Fan Fiction und Parodien zum Star-Trek-Franchise sind entweder unkommerzielle Veröffentlichungen durch Amateure, oder profitorientierte Persiflagen, beziehungsweise Hommagen. Die durch die Star-Trek-Fangemeinde veröffentlichte Literatur ist von besonderer Bedeutung für die Entwicklung der Subkultur der Fanfiction im Allgemeinen.[1]

Entwicklungslinien[Bearbeiten]

Druckerzeugnisse[Bearbeiten]

Allgemeine Entwicklung[Bearbeiten]

Die Fangemeinde der verschiedenen Serien und Kinofilme des Star-Trek-Franchise, die sich aus der Gemeinschaft der bereits organisierten Anhänger der Science Fiction in den USA entwickelte, betreibt seit den späten 1960er Jahren eine umfangreiche Fan-Fiction-Kultur. Angestoßen wurde die Entwicklung offenbar durch den Umstand, dass Raumschiff Enterprise eine der ersten Science-Fiction-Produktionen war, für die sich auch ein bedeutender Teil des weiblichen Publikums begeistern konnte.[2] Im Unterschied zum durchschnittlichen Science-Fiction-Fan waren diese Frauen eher an Charakteren und deren Interaktion, als an technischen Aspekten der Serie interessiert. Bedingt durch diesen Umstand[3] erschien 1967, also noch zur Zeit der Erstausstrahlung von Raumschiff Enterprise, mit Spockanalia das erste Fanzine, welches bereits kurze von Fans geschriebene Geschichten enthielt.[4] Bis weit in die 1990er Jahre hinein dominierten gedruckte Erzeugnisse den Bereich der Fanfiction, die die zahlreichen Fanclubs in vielen Ländern publizierten. Zunächst beschränkte sich das Phänomen auf die USA, und andere angelsächsische Länder. Fanzines enthalten unter anderem Zeichnungen und teils sehr hochwertige Geschichten.[5] Auch Gedichte zählen zur Fanfiction. Ein anderer spezieller Aspekt der Fanfiction, bzw. Fanart sind (neben den die Geschichten normalerweise ausschmückenden Collagen) auch Risszeichnungen der fiktiven Technik aus „Star Trek“. Fans produzierten außerdem Postkarten, Wandkalender und ähnliches in Eigenregie.

Oft wurden auch Sonderausgaben publiziert, die ausschließlich solche Fanfiction enthielten („Storyzines“). Es entstand eine neue Subkultur innerhalb der Fangemeinde, in welcher gute Autoren und Zeichner ein hohes Ansehen genießen. Auch unter heute professionellen Schriftstellern finden sich frühere Fanzine-Schreiber wie Jean Lorrah, die in den 1970er Jahren einige (nicht jugendfreie) Fanromane verfasst hatte, und später insgesamt vier Bücher zur Star-Trek-Reihe der Firma „Pocket Books“ beisteuerte. Marion Zimmer Bradley schrieb die Kurzgeschichte „The Immovable Object“ und das Gedicht „A Vulcan Valentine“, beide datieren auch auf das Ende der 1970er Jahre.[6] Die Schriftstellerin Sondra Marshak betätigte sich zu dieser Zeit als Herausgeberin solcher Amateurwerke. Weitere bekannte Autoren der Fanszene sind der Schauspieler Andrew Robinson, dessen Werk jedoch inzwischen kommerziell verlegt wird,[7] und Lorrahs Partnerin Jacqueline Lichtenberg. Die Chronistin Joan Marie Verba erfasste etwa 300 bedeutsame gedruckte Publikationen in den USA zwischen 1967 und 1987 (der Zeitraum bis zum Produktionsbeginn des ersten Fernsehsequels).

Subgenres[Bearbeiten]

Viele Abarten der allgemeinen Fanfiction, die heute geschrieben wird, gehen auf Entwicklungen der Autorenschaft der Star-Trek-Fangemeinde zurück. Besondere Blüten trieb die Star-Trek-Fanfiction schon ab 1974 mit dem Aufkommen von pornografischen Elementen, die schon bald im Subgenre der Slash-Geschichten endeten. Diese thematisieren wahlweise eine sexuelle Beziehungen vor allem zwischen Kirk und Spock (ab 1975), zwischen Spock und Christine Chapel, oder zwischen zwei oder mehr beliebigen anderen Charakteren.[8]

Ein anderes häufiges Szenario besteht in der Einführung einer prägnanten weiblichen Hauptperson, die eine Liebesbeziehung zu einem Star-Trek-Charakter aufbaut und Heldentaten vollbringt. Die Liebesbeziehung wird zum Schluss der Geschichte beendet. Die erste Erzählung dieser Art wurde 1974 im Fanzine „Menagerie 2“ veröffentlicht, und gilt heute als Prototyp ihrer Art. Entsprechend dem Namen der weiblichen Hauptperson der Geschichte bezeichnet man das Genre als „Mary Sue“.

Autorenschaft[Bearbeiten]

Frauen waren nicht nur zu Beginn an der Entwicklung von Star-Trek-Fanfiction entscheidend beteiligt. Die Autorenschaft der Star-Trek-Fanfiction stellen bis in die Gegenwart zu 80[9] bis 90 Prozent Frauen. Besonders hoch ist deren Anteil im Slash-Bereich.[10] Auch „Mary Sue“-Geschichten werden besonders häufig von Frauen geschrieben.

Als Hobbyautoren betätigen sich vor allem jüngere Menschen ab dem Teenageralter.

Entwicklung im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

Ab Ende der 1970er Jahre, als der erste Film der Reihe in den Kinos lief, und verstärkt in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre begann sich diese Art der Fankultur auch in Deutschland auszubreiten.[11] Die sehr wenigen Fanklubs, die in ab etwa 1983 Berlin, Hamburg und Augsburg gegründet worden waren, veröffentlichten Fanfiction für die noch sehr überschaubare organisierte Anhängerschaft. Auch wurden durch Privatpersonen die im englischsprachigen Raum vorher publizierten Magazine durch Fotokopie vervielfältigt und vertrieben. Wie auch in den USA stieg die Anzahl der organisierten Fans in einem nicht gekannten Tempo ab Beginn der 1990er Jahre, als Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert erstmals in Deutschland ausgestrahlt wurde. Bis dahin hatte es kaum mehr als ein Dutzend größerer Fanpublikationen pro Jahr im deutschen Sprachraum gegeben. Reguläre Veröffentlichungen waren „Warp“ und „Transwarp“ des „UFSTF“ aus Hamburg, „NCC“ und „Federation Report“ des „Star Fleet Command“ in Berlin, sowie die „Trekworld“ des STCE in Augsburg.[12]

In gleichem Maße wie die Vereinszahlen und deren Mitgliederregister wuchs in den folgenden Jahren auch die Menge der veröffentlichten Fanfiction. So konnten die großen Vereine durch Selektion die literarische und künstlerische Qualität der von ihnen gedruckten Geschichten und Zeichnungen stark erhöhen. Etwa 1995 war die Anzahl der Fanclubs und deren Veröffentlichungen alleine in Deutschland kaum noch überschaubar. Besonders gepflegt wurde die Fanfiction im Berliner Club „Star Trek Forum“, und auch der Hamburger Verein behielt diese Tradition bei.

Audiovisuelle Produktionen und neue Medien[Bearbeiten]

Als durch die Bedeutungszunahme des Internets die Kommunikation und die Veröffentlichung von selbstgeschriebenen Texten immer einfacher wurden, und andererseits die technischen Möglichkeiten zur kostengünstigen Realisierung aufwendigerer Videoprojekte durch Amateure geschaffen worden waren, kam es um die Jahrtausendwende allmählich zu einem weitgehenden Niedergang der Fanzinekultur. Die deutschsprachige Anhängerschaft hatte zu diesem Zeitpunkt Fanfiction im Umfang etlicher tausend Seiten erzeugt, hinzu kommen auf Compact Cassette vertriebene Audiozines; die Menge der in weltweiten Fanpublikationen zu „Star Trek“ kann davon ausgehend nur grob auf eine sechsstellige Seitenzahl geschätzt werden. Von Fans verfasste Geschichten werden jedoch nach wie vor im Internet publik gemacht, in der Regel jedoch ohne Prüfung eines Lektors.[13]

Seit etwa Ende der 1990er Jahre sind durch die rasch fortschreitende digitale Videotechnik und das Internet als Verbreitungsbasis völlig neue Möglichkeiten entstanden. Vor allem im englischsprachigen Raum sind eine ganze Reihe von Fan-Produktionen im Umlauf, denen auch von angesehenen Kritikern (zum Beispiel der New York Times)[14] eine erstaunliche Qualität bescheinigt wird, die sich hinter professionellen Produktionen nicht (mehr) zu verstecken braucht.[15]

Laut Variety sind die wichtigsten Projekte dieser Art (Stand: 2008):[16]

Star Trek: Hidden Frontier
Die bisher längste und am längsten laufende Fan-Produktion in sieben Staffeln mit 50 Episoden.[17] Jede der zwischen 2000 und 2007 gedrehten Staffeln umfasst zwischen sechs und neun Episoden von jeweils zirka 25 Minuten Länge. Die Serie knüpft an den Film Star Trek: Der Aufstand an. Die Serie wird fast ausschließlich in der digitalen Green-Screen-Technik gedreht (also ohne Sets), was sie vor allem in den ersten Staffeln technisch etwas anspruchslos ausschauen lässt – worauf die Macher der Serie selbst hinweisen und sich dafür entschuldigen.[18] In Fankreisen wird dagegen gelobt, dass sie interessante Charaktere biete, die differenziert auftreten, komplex interagieren und sich während des Fortschreitens der Serie auch entwickeln. Objektiv kann man festhalten, dass die technische Qualität der Folgen in den letzten Staffeln deutlich zunimmt. Hervorgehoben wird von Fans auch die Qualität der Drehbücher, die, ähnlich wie die schauspielerische Leistung, ein erstaunlich hohes Maß annehme.[19] Ein Teil der Hauptdarsteller wechselte nach dem Ende der Serie zum Nachfolger Star Trek: Odyssey (Start: 2007). 2008 sind drei weitere Ableger mit den Titeln Star Trek: The Helena Chronicles, Star Trek: Operation Beta Shield und Star Trek: Federation One gestartet.
Star Trek: Odyssey
Im September 2007 gestartete Nachfolge-Serie zu Star Trek: Hidden Frontier, in der, ähnlich wie in Star Trek: Raumschiff Voyager, ein einzelnes Raumschiff der Sternenflotte weit entfernt der Heimat strandet, hier allerdings im Andromedanebel.
Star Trek: The Helena Chronicles
Im Januar 2008 gestarteter Spin-Off zu Star Trek: Hidden Frontier, der den Handlungsstrang der ersten Serie fortführt. Dabei spielt The Helena Chronicles – wie der Name schon vermuten lässt – größtenteils auf der U.S.S. Helena die in der letzten Folge der sechsten Staffel eingeführt wird.
Starship Exeter
Online-Serie von Jimm und Joshua Johnson über die USS Exeter (NCC-1706) unter dem Kommando von Captain John Quincy Garrovick, der später auf der USS Farragut der erste Captain des jungen James T. Kirk war (vgl. die TOS-Folge „Tödliche Wolken (Obsession)“). Die Serie spielt damit ca. 15-20 Jahre vor der Zeit der Original-Serie Raumschiff Enterprise (TOS). Die Serie arbeitet mit ausgedehnten echten Schauplätzen und Requisiten und einer großen Zahl von Darstellern. Tricktechnik und schauspielerische Leistung vermitteln einen TOS-Effekt im 60er-Jahre-Design. Die Produktion ist offenbar eingeschlafen, da der letzte Akt der zweiten Episode seit über vier Jahren fehlt.
Starship Farragut
Auch diese amerikanische Fan-Fiction spielt auf einem Schwesterschiff der Ur-Enterprise: der USS Farragut (NCC-1647) – es ist dies das Schiff, auf dem der junge James T. Kirk unter Captain Garrovick seinen ersten Posten als Lieutenant hatte. Die Serie ist aber zu einem späteren Zeitpunkt, parallel zu TOS, angesiedelt, als Captain Carter das Kommando hat.[20] Im Februar 2007 erschien die erste Folge, die gemäß Fanmeinungen durch sehr gute TOS-Sets, Tricktechnik und überdurchschnittliche schauspielerische Leistung überzeugen könne. Die zweite Folge erschien Anfang Dezember 2007. Mittlerweile sind zwei weitere Kurzfolgen (Crew Logs) erschienen sowie zwei Zeichentrickfolgen (im Stil von Star Trek: The Animated Series). Die Serie gewann 2008 und 2009 jeweils den Preis des The Wrath of Con Science Fiction Convention and Film Festival als bester Fan-Film.[21] 2012 erschien die dritte Folge.
Star Trek: Phase II (zuvor ST: New Voyages)
Eines der ambitioniertesten und mit Produktionskosten von zirka 70.000 $ pro Folge auch wohl teuersten Projekte bisher.[22] James Cawley und Jack Marshall führen mit hohem technischen Aufwand die Fünfjahresmission der USS Enterprise fort – wozu sie z.T. auf Original-Drehbücher von Star Trek: Phase Two und Star Trek: The Next Generation zurückgreifen können.[23] Bisher sind fünf Episoden (zwischen 40 und 60 Minuten lang) erschienen, darunter solche, die von D.C. Fontana oder David Gerrold, alten Star-Trek-Autoren, geschrieben wurden. Die Folgen enthalten Gastauftritte von Walter Koenig als Pavel Chekov, George Takei (Hikaru Sulu) und Denise Crosby (Tasha Yar). Auch auf Produzenten- und Regieseite finden sich viele Personen, die bei diversen „offiziellen“ Star Trek-Serien oder Filmen mitgewirkt haben.
Star Trek: Intrepid
Dieses schottische Fan-Projekt über die USS Intrepid (NCC-74600) spielt im 24. Jahrhundert, kurz nach dem Film Star Trek: Nemesis. Auch hier wird neben digitaler Technik mit echten Sets gearbeitet. Seit Mai 2007 sind bis heute (2013) sieben Folgen unterschiedlicher Länge erschienen; Schnitt- und Tricktechnik sind über dem Durchschnitt,[24] der schottische Akzent der meisten Schauspieler ist jedoch für ungeübte Personen teilweise schwer zu verstehen. Mittlerweile sind auch offizielle Fassungen mit englischen, spanischen und deutschen Untertiteln erhältlich. Parallel zur Arbeit an den eigenen Folgen wurden gemeinsame Projekte ("Crossover") mit dem Hidden-Frontier-Team unter dem Titel Star Trek: Operation Beta Shield, "One of Our Own" und "Orphans of War" abgedreht.[25]
Star Trek: Of Gods And Men
Dies ist wohl das „professionellste“ Fan-Fiction-Projekt. Tim Russ (der auch Regie führt) und viele weitere Stars aus praktisch allen Serien spielen in einer dreiteiligen Mini-Serie, die 2006 bis 2008 produziert wurde und die im Internet zum freien Anschauen verfügbar ist.
Star Trek: Renegades[26][27]
Von den Machern von Star Trek: Of Gods And Men kommt 2014 mit vielen Kino- und Fernsehschauspielern ins Internet.
Star Trek: Continues
Eines der ambitioniertesten amerikanischen Projekte von Vic Mignogna, führt – wie Star Trek: Phase II – mit hohem technischen Aufwand die Fünfjahresmission der USS Enterprise fort. Mit Pilgrim of Eternity wurde 2013 die erste Folge der Serie veröffentlicht, die auch die Fortsetzung der Folge Der Tempel des Apoll (TOS 2x02) darstellt. Michael Forest übernahm wieder die Rolle des Apoll.
Star Trek: Borg War
Borg War ist ein 90minütiger computergenerierter Trickfilm nach dem sogenannten Machinima-Verfahren: Dabei werden Szenen aus Star-Trek-Computerspielen kopiert, geschnitten, bearbeitet und mit neuen Dialogen unterlegt, so dass eine neue Handlung entsteht. Borg War hatte seine Premiere auf der Star Trek Convention 2007 in Las Vegas und war der erste nicht-parodistische Fanfilm, der von CBS auf einer offiziellen Convention zugelassen wurde.[28] Der Film gewann außerdem zwei „Mackie“-Awards der amerikanischen Academy of Machinima Arts and Sciences.[29]

Eine ganze Reihe weiterer Projekte befindet sich zurzeit im Produktionsstatus, darunter auch eine deutsche (Star Trek: The Legacy) (wurde eingestellt) und eine holländische (Star Trek: Dark Armada) Serie. Besonders beliebt sind Serien, die zur TOS-Zeit auf Schwesterschiffen der USS Enterprise spielen, neben den beiden genannten (Farragut und Exeter) zum Beispiel Starship Lexington (NCC-1709) und Starship Excalibur (NCC-1705).[30]

Musik[Bearbeiten]

Eine besondere Art der Fanfiction ist Filk. Hierbei handelt es sich um selbstgeschriebene Lieder, die ein Filksänger ursprünglich in Liedermachermanier gitarrespielend alleine auf der Bühne vorträgt, und die der amerikanischen Folk-Musik zuzuordnen sind. Später löste sich die Musik auch von dieser Spielart. Besonders in den 1990er Jahren gewannen elektronische Komponenten stark an Bedeutung. Es fanden sich auch Ensembles, deren Musik professionell produziert, und auf MC und CD vertrieben wurde, beispielsweise die des Rockmusikers Bernd Felsberger.[31][32] „Filksongs“ sind mal ernster Natur, mal humorvoll, und beschäftigen sich mit Ereignissen und Personen bestimmter Fernsehfolgen, oder beispielsweise auch mit dem tragischen Dasein des Redshirts.

Es gibt auch kommerzielle Musikproduktionen, die in der Regel Star Trek persiflierten. Die Gruppe „The Firm“ hatte 1987 in England einen Nummer-Eins-Hit mit „Star Trekkin'“. Das Musikprojekt Edelweiss war mit dem Elektronikstück „Raumschiff Edelweiss“ in Österreich (Platz 1) und Deutschland (Platz 7) erfolgreich.

E-Books und Digitale Texte[Bearbeiten]

Heutzutage erfreut sich die Verbreitung über das Internet großer Beliebtheit. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass hier Druck- und Versandkosten für die Texte gespart werden können. Ferner ist das Material einem größeren Publikum zugänglich: war es vor der Veröffentlichung im WWW noch schwierig für einen deutschen Fan, an ein (aktuelles) englischsprachiges Fanzine zu kommen – obwohl er in diesem Beispiel fließend Englisch spricht – so kann sich jeder Internetnutzer heutzutage jederzeit und ohne Zeitverzug die neueste Fanfiction eines Autors herunterladen. Die beliebtesten Formate sind PDF, Worddokument und HTML

Parodien[Bearbeiten]

International gibt es zahlreiche komische Formate, die die Star-Trek-Reihe zitieren. Parodien, die konsequent Ereignisse und Charaktere der Serie parodieren, sind beispielsweise der Film Galaxy Quest oder die Comicserie Sev Trek. In Futurama gab es regelmäßig Anspielungen auf Star Trek und Gastauftritte von (dann animierten) Charakteren. Zitiert wird Star Trek in zahlreichen anderen Comedys.

Wegen seiner derben Tiefschläge höchst umstritten ist das deutschsprachige Online-Satiremagazin ST-Enterprise, welches vermeintliche oder tatsächliche Schwächen der Serie unverblümt bloßstellt. Dies geschieht auf eine Weise, die von manchen Fans als unfair oder schlichtweg gehässig und zudem als extrem pubertär empfunden wird. Trotz aller Kritik gehört die Website für einige Fans inzwischen zur viel zitierten Vorzeigesatire im Bereich Star Trek. Dies ist wohl auch auf den Mangel ähnlicher Seiten zurückzuführen, die dieses Thema ebenso pragmatisch, frech und weiträumig abhandeln.

Weitere Parodien:

  • Unser (T)Raumschiff: Sketchreihe mit Michael Herbig innerhalb der Fernsehserie Bullyparade mit einer klischeehaft homosexuellen Enterprise-Besatzung. Basierend auf diesen Sketchen entstand der Film (T)Raumschiff Surprise – Periode 1.
  • Spaceballs: Das Kommandoschiff der Spaceballs beherrscht verschiedene Geschwindigkeiten, die statt „Warp“ nun oberhalb der Lichtgeschwindigkeit „ridiculous speed“ (lächerliche Geschwindigkeit) oder „ludicrous speed“ (wahnsinnige Geschwindigkeit) genannt werden. Ebenso kommt der Nackengriff von Spock vor. In Bezug auf das Beamen wird hier die Figur des Scotty als Schrotty (im Original Snotty) bezeichnet und Präsident Skroob bezieht sich direkt auf die TV-Serie mit der Aussage „it works on Star Trek“. In der deutschen Version hört man: „im Raumschiff Entenscheiß funktioniert es ja auch“.
  • Raumschiff Highlander: 5teilige Fanproduktion von Robert Amper über die USS Highlander und ihren unfähigen Captain, die auf Video erschien und auch auf Sat.1 gezeigt wurde. Ab dem dritten Teil durften aus rechtlichen Gründen keine Star-Trek-Uniformen oder Spezies (Borg, Klingonen, etc.) mehr verwendet werden.
  • USS Bumblebee Bush: In der Kindersendung Chili TV gezeigte Weltraumabenteuer mit Bernd, dem Brot
  • Star Tresh – The De-Generation ist eine von Best Entertainment auf DVD veröffentliche Sammlung von 13 Episoden à ca. 7 Minuten des Regisseurs Wolfgang Siebers aus den Jahren 1996-98. Die Episoden ergeben eine zusammenhängende Story und wurden mit sehr einfachen Mitteln humorvoll "trashig" umgesetzt.
  • Enter The Enterprise: Die Macher von Enter The Enterprise, kurz „Ete“, hatten es sich zum Ziel gesetzt die letzte Star-Trek-Serie „Enterprise“ ein wenig aufs Korn zu nehmen. Die Charaktere trugen illustre Namen wie etwa Captain Jonny Archy oder Fick Fucker. Aufgrund rechtlicher Probleme entstand allerdings nie mehr als eine Pilotfolge.
  • Sinnlos im Weltraum: Hierbei handelt es sich nicht um eine Parodie im eigentlichen Sinn, sondern um Fansynchros, also eine Neusynchronisation von Episoden, bei der den Darstellern hauptsächlich vulgäre Wörter in den Mund gelegt wurden.
  • Five Minute Voyager: Diese englischsprachige Seite beschäftigt sich mit Star Trek und allen möglichen anderen Science-Fiction-Serien und Filmen. Das geschieht auf dem Weg des „Fivern“. Die Ereignisse der Filme (Folgen) werden parodiert zusammengefasst, sodass sie in 5 Minuten gut lesbar sind.
  • Apparatspott, Parodie auf die Fernsehserie und die Kinofilmreihe Star Trek in Plattdeutsch, die seit 1996 unter der Regie von Martin Hermann in Deutschland gedreht werden.
  • Schweine im Weltall (OT: Swinetrek) war eine Sketchreihe, die mehr oder weniger regelmäßig in den Muppet Shows vorkam.
  • „Stonetrek“ ist eine Internetseite, auf der das Star-Trek-Universum mit den Geschichten der Comic-Serie „Flintstones“ (Fred Feuerstein) verschmilzt. Die kurzen Comicfilme wurden als Flash-Animationen realisiert.
  • Im Internet kursieren diverse von Fans für Fans geschriebene Star-Trek-Parodien. Eine der vielleicht legendärsten und ältesten über TNG ist der Round Robin aus dem MausNet.
  • Space Nuts ist eine Science-Fiction-Porno-Komödie, die diverse Hollywood-Produktionen parodiert. (Der Name ist ein englisches Wortspiel, denn „nuts“ kann sowohl „Durchgedreht(e)“ als auch „Hoden“ bedeuten.
  • Dingolstadt Comedy parodiert Star Trek: Raumschiff Voyager und Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert auf bayrisch. Titel der Audioserie: Raumschiff Wolpertinger
  • Die Hörspielserie Quiqueck & Hämat und der Animationsfilm Quiqueck & Hämat – Proll Out sind eine Comedy-Serie, die von zwei Außerirdischen auf ihrem Schiff, der „QSS Bulldock“, handelt und enthält zahlreiche Star-Trek-Anspielungen und -Parodien.
  • Star Wreck ist eine finnische Parodiereihe auf Star Trek. In dem abendfüllenden unkommerziellen Spielfilm Star Wreck: In The Pirkinning tritt das Star-Wreck-Universum gegen das Babel-13-Universum (Babylon 5) an; der Film besticht durch sehr gute Spezialeffekte.
  • Tripping the Rift ist eine Computeranimierte SciFi Parodie sowohl auf Star Trek (repräsentiert als die Konföderation) als auch auf Star Wars (repräsentiert als Dark Clown Posse) die sich gegenseitig immer zu übertrumpfen versuchen.
  • Galaxy Quest: Großer kommerzieller Hollywood-Film von 1999 mit Staraufgebot. Mit sehr eindeutigem Bezug auf Star Trek, der ohne die oft zu findende „sketchartige“ Aneinanderreihung einzelner Gags daherkommt. Auch in Budget und Tricktechnik eine der herausragendsten Parodien. Galaxy Quest ist jedoch nicht nur eine Parodie auf die Inhalte von Star Trek: TOS, sondern auch auf die Schauspieler, die mit ihren Rollen jahrzehntelang durch die Provinz tingeln, und auf die Fangemeinde mit ihren Conventions.
  • Roddenberry on Patrol (2003 von Tim Russ) erzählt die kurze Geschichte des Streifenpolizisten und verhinderten Science-Fiction-Autors Gene Roddenberry, der auf seiner täglichen Streife einer Vielzahl dubioser Charaktere begegnet (von den Stars aller Star-Trek-Serien gespielt, darunter Robert Beltran, Ethan Phillips, Robert Picardo, Tim Russ, George Takei und Nichelle Nichols), die ihn zum Schreiben einer neuen Serie animieren. Besonders amüsant: Walter Koenig als grantelnder Vermieter und die Auflösung des Rothemden-Mythos.
  • Raumschiff Unterpreis: Wiederkehrende Sketchreihe in „OTTO – Die Serie“ über ein Raumschiff, das auf der Suche nach den billigsten Preisen ist; mit Mr. Spuck, der bei der Aussprache überdimensional viel Speichel verliert.
  • This Ain’t Star Trek XXX: Hustler Video veröffentlichte eine Porno-Parodie des Regisseurs Axel Braun auf Star Trek. Die Figuren im Film tragen die gleichen Namen der Figuren bei Star Trek und tragen ähnliche Kostüme, wie in den Originalfilmen. Nach dem Erfolg des Films entstand 2010 die Fortsetzung This Ain't Star Trek 2 XXX: The Butterfly Effect und im Jahr 2013 der dritte Teil "This Ain't Star Trek 3 XXX: This Is a Parody" (in 3 D gedreht).

Rechtslage[Bearbeiten]

Paramount Pictures und CBS, die offiziellen Rechte-Inhaber, scheinen zurzeit diese Produktionen zu dulden, solange sie strikten Regeln folgen:[33]

  • Der Film darf keinen Profit abwerfen.
  • Die Filme dürfen nicht auf Fan-Conventions oder anderen Veranstaltungen gezeigt werden, wenn dafür Eintrittsgelder erhoben werden.
  • Die Filme müssen als freie Downloads angeboten werden.
  • Paramount muss als offizieller Rechte-Inhaber genannt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joan Marie Verba: Boldly Writing. A Trekker Fan and Zine History 1967–1987. FTL Publications: Minnetonka, Minnesota, USA. Zweite Ausgabe 2003. ISBN 0-9653575-5-4

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Boyd, Kelly Simca: „One index finger on the mouse scroll bar and the other on my clit“: slash writers' views on pornography, censorship, feminism and risk. Thesis (M.A.). Simon Fraser University, 2001. S.8f.
  2. John Tulloch und Jenkins Henry: „Science Fiction Audiences: Watching Doctor Who and Star Trek“. Nach:Boyd, Kelly Simca: „One index finger on the mouse scroll bar and the other on my clit“: slash writers' views on pornography, censorship, feminism and risk. Thesis (M.A.). Simon Fraser University, 2001. S.10
  3. Boyd, Kelly Simca: „One index finger on the mouse scroll bar and the other on my clit“: slash writers' views on pornography, censorship, feminism and risk. Thesis (M.A.). Simon Fraser University, 2001. S.8f.
  4. Inhaltsverzeichnis
  5. „Star Trek-Fandom im Wandel der Zeit“. Interview mit Martin Stahl, dem ehemaligen Betreiber des „Final Frontier“-Fanclubs
  6. „The immovable Object“ erschien im Fanzine „The Other Side of Paradise 2“, ein Nachdruck in „Computer Playback 3“.
  7. „A Stitch in Time. Garak writes an Autobiography“
  8. Geschichte der K/S-Publikationen
  9. Mary Ellen Curtin: „80 Prozent der Autoren sind weiblich“
  10. Katyal, Sinia K.: Performance, property and the slashing of gender in fan fiction. Journal of gender, social policy and the law. Vol. 14:3 2006. S. 485
  11. Thomas Kohlschmidt: „Star Trek: 40 Jahre wie im Flug!“ Zusammenfassung der Entwicklung der Star-Trek-Fangemeinde in Deutschland
  12. Torsten Stau: Star Trek Register 1980–1993. Fanzine über Fanpublikationen in Deutschland
  13. Sammlung von geschriebener Star-Trek-Fanfiction (englisch)
  14. Die „New York Times“ über die besten ST Fanfiction-Projekte
  15. Bericht von 3sat-Kulturzeit
  16. „Variety“ über ST Fanfiction
  17. LA Times vom 7. Juli 2007
  18. Selbstkritik der ST:HF Crew
  19. Kritikeraussagen zu Star Trek: Hidden Frontier
  20. Geschichte der USS Farragut
  21. [1]
  22. 3sat-Kulturzeit über ST: New Voyages
  23. StarTrek.com über Star Trek: New Voyages
  24. Video Bericht des ZDF über das Intrepid-Projekt in der ZDFmediathek, abgerufen am 9. Februar 2014 (offline)
  25. „Operation: Beta Shield“ announced for 2008
  26. http://www.imdb.com/title/tt2621446/
  27. http://startrekrenegades.com/home/
  28. Borg Wars’ for next generation of movie makers. Nashua Telegraph. Abgerufen am 16. Juli 2007.
  29. See an Unauthorized Animated Star Trek Feature Film. IF Magazine. Abgerufen am 19. Juli 2007.
  30. Weitere Fanprojekte
  31. Bernd Felsberger – Inside Out. Die neue CD des Star Trek Musikers vorgestellt
  32. Interview mit Bernd Felsberger auf treknews.de
  33. 'Star Trek' cast member to appear in fan film. cbc.ca. Abgerufen am 28. November 2007.

Weblinks[Bearbeiten]