Stara Bystrzyca

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Stara Bystrzyca
Wappen fehlt
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Stara Bystrzyca (Polen)
Stara Bystrzyca
Stara Bystrzyca
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Kłodzko
Gmina: Bystrzyca Kłodzka
Geographische Lage: 50° 18′ N, 16° 37′ O50.30305555555616.613888888889Koordinaten: 50° 18′ 11″ N, 16° 36′ 50″ O
Höhe: 360 m n.p.m
Einwohner:
Postleitzahl: 57-500
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Bystrzyca KłodzkaWójtowice
Nächster int. Flughafen: Breslau

Stara Bystrzyca (deutsch Altweistritz, früher Alt Weistritz) ist ein Dorf im Süden des Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es liegt drei Kilometer westlich von Bystrzyca Kłodzka (Habelschwerdt), zu dessen Gemeinde es gehört.

Geographie[Bearbeiten]

Stara Bystrzyca liegt im Süden des Glatzer Kessels an der Habelschwerdter Weistritz. Nachbarorte sind Szklarka im Norden, Zabłocie im Nordosten, Bystrzyca Kłodzka im Westen, Wyszki im Süden, Nowa Bystrzyca im Südwesten, Wójtowice im Westen und Zalesie im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Altweistritz wurde als Reihendorf angelegt und erstmals 1316 als Weystritz erwähnt. Weitere Schreibweisen waren 1319 Wistricz und 1398 alde Beystricz[1]. Es war nach Habelschwerdt eingepfarrt und gehörte zum Glatzer Land, mit dem es die Geschichte seiner politischen und kirchlichen Zugehörigkeit teilte. 1381 war es im Besitz der Gebrüder von Glaubitz auf Schnallenstein. Sie überschrieben in diesem Jahr vor dem Landgericht in Glatz die Altweistritzer Mühle dem Habelschwerdter Hospital. Nachdem die Hussiten 1428 die Burg eroberten und zerstörten, wurde sie nicht wieder aufgebaut. Nachdem die Burg Schnallenstein 1428 von den Hussiten zerstört worden war, fielen die zu ihr untertänigen Dörfer als erledigtes Lehen an den böhmischen König zurück. Später (vermutlich 1684) gelangte Altweistritz an die Stadt Habelschwerdt. Nach den Schlesischen Kriegen kam es zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen. Wegen der durch die Napoleonischen Kriege verursachten Kriegsschulden, an denen sich die Städte beteiligen mussten, trennte sich Altweistritz 1816 vom Stadtbezirk Habelschwerdt und wurde ein selbständiges Dorf[2]. Nach der Neugliederung Preußens gehörte es seit 1815 zur Provinz Schlesien und war zunächst dem Landkreis Glatz eingegliedert. 1818 erfolgte die Umgliederung in den neu gebildeten Landkreis Habelschwerdt, zu dem es bis 1945 gehörte. Ab 1874 bildeten die Landgemeinden Altweistritz, Hammer, Hüttenguth, Krotenpfuhl, Neuweistritz, Spätenwalde und Voigtsdorf den Amtsbezirk Alt Weistritz. 1939 wurden 1029 Einwohner gezählt.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Altweistritz 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Stara Bystrzyca umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. Nachfolgend ging die Einwohnerzahl deutlich zurück und betrug in den 1990er Jahren rund die Hälfte der Einwohnerzahl von 1939. Dadurch wurden zahlreiche Häuser dem Verfall preisgegeben. Ab 1945 gehörte Stara Bystrzyca zum Powiat Bystrzycki, der 1975, ebenso wie die bis dahin zuständige Woiwodschaft Wrocław, aufgelöst wurde. 1975–1998 gehörte Stara Bystrzyca zur Woiwodschaft Wałbrzych.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joseph Kögler: Historische Beschreibung des in der Grafschaft Glatz und zwar im Habelschwerdter Distrikt gelegenen Dorfes Voigstdorf. In: Joseph Kögler: Die Chroniken der Grafschaft Glatz, Band 4. Neu bearbeitet von Dieter Pohl. ISBN 3-927830-18-6, 61 u. 217
  • Verlag Aktion Ost-West e.V.: Das Glatzer Land. ISBN 3-928508-03-2, S. 26

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Marek Šebela, Jiři Fišer: České Názvy hraničních Vrchů, Sídel a vodních toků v Kladsku. In: Kladský Sborník 5, 2003, S. 381
  2. Arno Herzig, Małgorzata Ruchniewicz: Geschichte des Glatzer Landes. Hamburg-Wrocław 2006. ISBN 3-934632-12-2, S. 225