Stare Kiejkuty

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Stare Kiejkuty
Stare Kiejkuty führt kein Wappen
Stare Kiejkuty (Polen)
Stare Kiejkuty
Stare Kiejkuty
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Szczytno
Gmina: Szczytno
Geographische Lage: 53° 37′ N, 21° 4′ O53.62416666666721.07Koordinaten: 53° 37′ 27″ N, 21° 4′ 12″ O
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NSZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK58: Olsztynek-Biała Piska
Nächster int. Flughafen: Danzig
Kaliningrad

Stare Kiejkuty (deutsch Alt Keykuth) ist ein Dorf in Polen in der Wojewodschaft Ermland-Masuren. Bekannt wurde der Ort durch den Verdacht, dass sich hier ein geheimes Gefängnis der CIA befand.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Stare Kiejkuty liegt im Norden Polens, etwa acht Kilometer nördlich von Szczytno. Südwestlich des Dorfes liegt der Jezioro Wałpusz (Waldpuschsee), nordöstlich der Jezioro Starokiejkuckie (Alt Keykuther See).

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1391[1] oder 1414[2]. Am 4. September 1929 erhielt Lorenz Salmund das Mühlenprivileg und zwei Hufe Land vom Komtur in Elbing. 1615 umfasst das Dorf 27 Hufe, acht davon wurden von Bauern bewirtschaftet. Weiterhin gab es dem Dorf einen Schulzen, je einen Müller, Krüger und Beutner. 1632 wuchs das Dorf um sechs Hufe. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde eine Schule eingerichtet.[2] Bei der Volksabstimmung 1920 stimmten 297 für den Verbleib bei Deutschland, für Polen gab es keine Stimme.[2] Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Ort 1945 von der Roten Armee eingenommen und kam als Folge des Krieges an Polen. Bei Stare Kiejkuty befindet sich ein Ausbildungslager des polnischen Auslandsgeheimdienstes.[3] 2002 bis 2004 soll sich auf der Militärbasis von Stare Kiejkuty das größte geheime Gefängnis des CIA befunden haben. Die Gefangenen sollen über den nahegelegenen Flughafen Szczytno-Szymany eingeflogen worden sein.[4][5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1785 lebten 140 Einwohner[2] im Dorf, 1910 416,[7] 1933 223 und 1939 282[8]. 1939 gab es in Alt Keykuth massiv gebaute Wohnhäuser.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Durch das Dorf führt die Landesstraße 58, die im Süden durch Szczytno und im Osten durch Ruciane-Nida führt.

Der nahegelegene Flughafen Szczytno-Szymany ist seit 2006 stillgelegt. Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind der etwa 180 Kilometer nordwestlich gelegene Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig bzw. der etwa 130 Kilometer im russischen Oblast Kaliningrad gelegene Flughafen Kaliningrad.

Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Verweise[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Website der Kreisgemeinschaft Ortelsburg e.V., Groß Schöndamerau - Geschichte, abgerufen am 29. März 2012
  2. a b c d e Website der Kreisgemeinschaft Ortelsburg e.V., Alt Keykuth, abgerufen am 29. März 2012
  3. Rmf24, Kiejkuty – polska szkoła agentów, 2. November 2004
  4. BBC News, Hunt for CIA 'black site' in Poland, 28. Dezember 2006
  5. Library Briefing - Library of the European Parliament, Piotr Bąkowski: Extraordinary rendition of terrorism suspects, 18. Januar 2012, S. 5. Website des Europäischen Parlaments PDF-Datei
  6. Süddeutsche.de, "lllegale Akte": Deutschland weist Vorwürfe zurück, 8. Juni 2007
  7. Gemeindeverzeichnis.de, Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 - Landkreis Ortelsburg, abgerufen am 29. März 2012
  8. Verwaltungsgeschichte.de, Landkreis Ortelsburg (poln. Szczytno), abgerufen am 29. März 2012