Starkówek

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Starkówek
Wappen fehlt
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Starkówek (Polen)
Starkówek
Starkówek
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Kłodzko
Gmina: Bystrzyca Kłodzka
Geographische Lage: 50° 22′ N, 16° 22′ O50.36666666666716.366666666667Koordinaten: 50° 22′ 0″ N, 16° 22′ 0″ O
Höhe: 430 m n.p.m
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Bystrzyca Kłodzka-Polanica-Zdrój
Nächster int. Flughafen: Breslau

Starkówek (deutsch Neubatzdorf) ist ein Dorf im Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es liegt elf Kilometer nordwestlich von Bystrzyca Kłodzka (Habelschwerdt) entfernt, zu dessen Stadt- und Landgemeinde es gehört.

Geographie[Bearbeiten]

Starkówek liegt in den östlichen Ausläufern des Habelschwerdter Gebirges an der Wojewodschaftsstraße 388, die von Bystrzyca Kłodzka nach Polanica-Zdrój verläuft. Nachbarorte sind Stary Wielisław im Nordosten, Starków im Osten, Nowa Łomnica im Südosten, Paszków im Südwesten und Pokrzywno sowie Nowy Wielisław im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Neubatzdorf wurde erstmals 1338 erwähnt. Es gehörte zum Glatzer Land und war im Besitz der Böhmischen Kammer. Anlässlich der Einweihung der St.-Florians-Kapelle 1562 wurde es als Neubertsdorf bezeichnet[1]. 1577 verkaufte es die Böhmische Kammer dem Heinrich von Ratschin, dem bereits der Arnsdorfer Schlosshof[2] gehörte. Nach dessen Tod 1612 erbten seine drei unmündigen Söhne Heinrich d. J., Friedrich und Hans die Besitzungen. Sie verwalteten ihren Besitz gemeinsam, verloren jedoch wegen ihrer Beteiligung am böhmischen Ständeaufstand nach der Schlacht am Weißen Berg 1623 ihre Lehensgüter ganz und die Erbgüter zur Hälfte. 1624 erwarb der spätere Glatzer Landeshauptmann Johann Arbogast von Annenberg den Arnsdorfer Schlosshof mit den zugehörigen Dorfschaften. Durch Heirat gelangten dessen Besitzungen 1651 an Johann Friedrich von Herberstein, der aus den erlangten Besitzungen die Herrschaft Grafenort bildete, die bis 1670 Arnsdorf hieß. Er verschärfte die auf seiner Herrschaft zu leistenden Robotdienste, wodurch es zum Aufstand der Bauern kam. Aus Verzweiflung darüber brachte sich der Scholze von Neubatzdorf am 10. März 1661 im Gefängnis um.

Nach den Schlesischen Kriegen fiel Neubatzdorf zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen. Nach der Neugliederung Preußens gehörte es seit 1815 zur Provinz Schlesien und war zunächst dem Landkreis Glatz eingegliedert. 1818 erfolgte die Umgliederung in den neu gebildeten Landkreis Habelschwerdt, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. Seit 1874 gehörte Neubatzdorf zum Amtsbezirk Altlomnitz, zu dem auch die Landgemeinden Neulomnitz, Aspenau, Glasendorf, Grafenort, Melling, Neuhain, Neuwilmsdorf und Sauerbrunn gehörten[3]. 1939 wurden 321 Einwohner gezählt.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Neubatzdorf 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Starkówek umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht schon vorher geflohen war, vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. Ab 1945 gehörte Starkówek zum Powiat Bystrzycki, der 1975, ebenso wie die bis dahin zuständige Woiwodschaft Wrocław, aufgelöst wurde. 1975 kam es an die neu gebildete Woiwodschaft Wałbrzych, die bis 1998 bestand.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kapelle St. Florian wurde 1562 als Stiftung des Neubatzdorfer Müllers Bach errichtet. 1891 erfolgten umfangreiche Erneuerungsarbeiten, 1927, 1973 und 1976 weitere Renovierungen. Unter den Gemälden befand sich eine Darstellung der hl. Kümmernis aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts[4], die nach 1970 entwendet wurde.[5]. Heute befindet es sich im Museum des Missionshauses „Christus Rex“ im benachbarten Sokołówka (Falkenhain), einem Ortsteil von Polanica-Zdrój[6].

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joseph Kögler: Die Chroniken der Grafschaft Glatz. Neu bearbeitet von Dieter Pohl. Bd. 4, ISBN 3-927830-18-6, S. 279, 284 und 286
  • Verlag Aktion Ost-West e.V.: Das Glatzer Land. ISBN 3-928508-03-2, S. 88–89
  • Alois Bartsch: Die hl. Kümmernis in der Grafschaft Glatz. In: Grofschoaftersch Häämtebärnla. Jahrbuch der Grafschaft Glatz, 1990, S, 50–53

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Marek Šebela, Jiři Fišer: České Názvy hraničních Vrchů, Sídel a vodních toků v Kladsku. In: Kladský Sborník 5, 2003, S. 386
  2. Heirich von Ratschin
  3. Amtsbezirk Altlomnitz
  4. Angabe hier nach Alois Bartsch. Demgegenüber wird hier [1] das 18. Jahrhundert angegeben.
  5. Jörg Marx: Grafschafter Kirchen in heutiger Zeit. Marx Verlag Leimen/Heidelberg, 1978, S. 181
  6. http://odkrywanie.bystrzyca.pl/20001111/20001111.pdf