Statik (Elektrotechnik)

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Um einen stabilen Betrieb von Wechselstromnetzen zu organisieren, wird in der Elektrotechnik bei Stromerzeugern der Einstellwert einer Statik, englisch droop, verwendet. Der Kennwert der Statik beschreibt die negative Steigung der normierten Kennlinie f(P) bzw. U(Q). Dies stellt die Abhängigkeit des Sollwertes der Wirkleistung P von der Frequenz f dar bzw. die der Blindleistung Q von der Spannung U.

Der Wert der Statik S ist damit der Quotient aus Frequenzabweichung bei Nennleistung im Vergleich zum Leerlauf und der Nennfrequenz:

 S = \frac {\Delta f_N} {f_N}

Eine Statik ist eine lineare Reglerkennlinie, die das Verhalten eines Generatorsatzes in Abhängigkeit von den Netzgrößen wie Spannung und Frequenz beschreibt. Sie wird im Verbundbetrieb vieler Kraftwerke zur Koordinierung der Primärregelung von Wirkleistung P und Blindleistung Q über die Netzgrößen als Informationsträger genutzt.

Dabei wird in Abhängigkeit von der Netzfrequenz f die Wirkleistung P geregelt, indem beispielsweise bei einem Turbosatz bei abnehmender Netzfrequenz das Drehmoment und damit auch die Leistung erhöht wird und umgekehrt. Die Netzspannung U fließt als Eingangsgröße in die Blindleistungsregelung ein. Über die Höhe des Erregerstroms kann die Blindleistungsabgabe Q des Synchrongenerators eingestellt werden. Von einer Statikaufschaltung spricht man, wenn ein PI-Regler mit einer blind- bzw. wirkleistungsabhängigen, linearen Beeinflussung des Sollwertes kombiniert wird.

Grundlastkraftwerke haben eine große Statik, Spitzenlastkraftwerke eine geringe Statik. Eine geringe Statik bedeutet ein flache f(P)-Kennlinie, d.h. schon kleinste Frequenzabweichungen führen zu großen Lastwechselreaktionen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Engler: Applicability of droops in low voltage grids (PDF-Datei; 898 kB). International Journal of Distributed Energy Resources, Vol 1, No 1, 2005.
  • Adolf Schwab: Elektroenergiesysteme, 3. Auflage, Kap. 15: Frequenz- und Spannungshaltung, Springer, Berlin, 2012.