Statistisches Bundesamt

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für das Schweizer Statistikamt, siehe Bundesamt für Statistik, für eine Liste statistischer Ämter siehe Statistischer Dienst.
Statistisches Bundesamt
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Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Bundesoberbehörde
Aufsichtsbehörde(n) Bundesministerium des Innern
Gründung 21. Januar 1948[1]
Hauptsitz Wiesbaden, Hessen
Behördenleitung Roderich Egeler
Anzahl der Bediensteten 2493[2]
Website destatis.de
Behördenschild des Bundeswahlleiters und des Statistischen Bundesamtes
Hauptgebäude in Wiesbaden
Eingang zur Zweigstelle Bonn des Statistischen Bundesamts
Pferdeskulptur von Fritz von Graevenitz vor dem eingerüsteten Verwaltungsgebäude in Wiesbaden, 2007

Das Statistische Bundesamt (oft auch Destatis abgekürzt) ist eine deutsche Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. Es erhebt, sammelt und analysiert statistische Informationen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Die aufbereiteten Informationen werden tagesaktuell in rund 390 Statistiken veröffentlicht.

Präsident des Statistischen Bundesamtes ist seit dem 1. August 2008 der ehemalige Direktor des Beschaffungsamts des Bundesministeriums des Innern, Roderich Egeler.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Am 21. Januar 1948 wurde das Statistische Amt des Vereinigten Wirtschaftsgebietes der Bizone (US-amerikanische und britisches Besatzungsgebiet im Nachkriegsdeutschland) geschaffen. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde das Statistikamt der Bizone in die Behördenorganisation des Bundes übergeleitet. Am 1. April 1950 erhielt das Statistikamt den heutigen Namen Statistisches Bundesamt.

Das Statistische Bundesamt steht in Deutschland somit als neugeschaffene Behörde nach dem Zweiten Weltkrieg in der Tradition des Kaiserlichen Statistischen Amtes und des Statistischen Reichsamtes.

Behördenleitung[Bearbeiten]

Die Präsidenten des Statistischen Bundesamtes sind traditionell auch immer Bundeswahlleiter.

  1. Gerhard Fürst, von 1948 bis 1964
  2. Patrick Schmidt, von 1964 bis 1972
  3. Hildegard Bartels, von 1972 bis 1980
  4. Franz Kroppenstedt, von 1980 bis 1983, danach beamteter Staatssekretär im BMI
  5. Egon Hölder, von 1983 bis 1992
  6. Hans Günther Merk, von 1992 bis 1995
  7. Johann Hahlen, von 1995 bis 2006, danach beamteter Staatssekretär im BMI
  8. Walter Radermacher, von 2006 bis 2008, heute Generaldirektor von Eurostat
  9. Roderich Egeler, seit 2008

Standorte[Bearbeiten]

Das Statistische Bundesamt hat seinen Hauptsitz in Wiesbaden (1850 Mitarbeiter) und eine Zweigstelle in Bonn (620 Mitarbeiter). Des Weiteren betreibt das Bundesamt einen sogenannten i-Punkt in der Bundeshauptstadt Berlin (23 Mitarbeiter) und informiert dort Mitglieder des Deutschen Bundestages, der Bundesregierung, der Botschaften sowie Bundesbehörden, Wirtschaftsverbände und Interessenten aus dem Großraum Berlin-Brandenburg. Insgesamt hat das Statistische Bundesamt rund 2.800 Beschäftigte.

In Wiesbaden betreibt das Statistische Bundesamt die größte Spezialbibliothek für Statistik in Deutschland.

Aufgaben[Bearbeiten]

Zu den Aufgaben des Statistischen Bundesamtes gehört die Bereitstellung objektiver, qualitativ hochwertiger und unabhängiger Informationen für Politik, Regierung, Verwaltung, Wirtschaft und Bürger. Weiterhin ist es für die methodisch-technische Vorbereitung einer Vielzahl von Statistiken verantwortlich und sorgt dafür, dass diese koordiniert, nach einheitlichen Methoden und termingerecht erstellt werden. Hierfür arbeitet das Statistische Bundesamt gemäß dem föderalen Staatsprinzip der Bundesrepublik Deutschland eng mit den Statistischen Ämtern der 16 Länder zusammen.

Rechtsgrundlage[Bearbeiten]

Die Verpflichtung zur Objektivität, Neutralität und wissenschaftlicher Unabhängigkeit sowie die Aufgaben des Statistischen Bundesamtes und die Vorschriften zur statistischen Geheimhaltung sind im Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke geregelt.

Zudem bedarf jede amtliche Statistik zu ihrer Durchführung und Veröffentlichung einer Rechtsgrundlage, in der Regel ein Gesetz oder eine Rechtsverordnung.

Urheberrecht, Nutzung der Daten[Bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2006 ist die Verwendung der Statistiken des Bundesamtes lizenz-/gebührenfrei. Dies erfolgte analog zum Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaft (Eurostat), das diesen Schritt bereits am 1. Oktober 2004 vollzog. Auch die gewerbliche Nutzung der Daten des Bundesamtes ist jetzt ohne Lizenzgebühren gestattet – sie gilt für jede Art der Weiterverbreitung von Daten, Schaubildern und Grafiken – soweit das Statistische Bundesamt Inhaber des Urheberrechtes ist und die alleinigen Herausgeberrechte besitzt.

Die Standard-Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes werden durch folgenden Urheberrechtsvermerk gekennzeichnet: „Vervielfältigung und Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet“

Ausgenommen hiervon sind Nutzungsrechte Dritter, die in den Werken des Statistischen Bundesamtes ausdrücklich ausgewiesen sind.

Die Kostenfreiheit ab dem 1. Januar 2006 gilt auch für die Verwendung von Daten aus bereits erschienenen Standard-Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes, auch wenn diese noch einen anders lautenden Vermerk tragen.

Die Weiterverbreitung von Daten des Bundesamtes ab dem 1. Januar 2006 bedingt die Aufnahme eines entsprechenden Quellenhinweises zu den genutzten Daten: „Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden. [Titel und Datum der Ausgabe]“

Ausgenommen von der vorstehenden Regelung sind u. a. Daten, die der gemeinsamen Herausgebergemeinschaft der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unterliegen. Hierfür ist nach wie vor eine Abdruckgenehmigung einzuholen und es sind Lizenzgebühren zu entrichten.

Themenbereiche[Bearbeiten]

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Statistiken zu den folgenden Themenbereichen:

Publikationen[Bearbeiten]

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht verschiedene Bücher und Zeitschriften:

  • Jährlich wird das Statistische Jahrbuch veröffentlicht. Seit 2006 stehen alle Jahrgänge des Jahrbuchs kostenlos zum Herunterladen im Internet zur Verfügung. [1]
  • Seit 1949 wird monatlich die Zeitschrift Wirtschaft und Statistik veröffentlicht. In ihr werden wissenschaftliche Artikel zu Methoden, Klassifikationen und andere grundlegende Fragen des statistischen Programms publiziert. Sie enthält als Tabellenteil die Sammlung der letzten Statistische Wochenberichte. Sie steht seit 2001 kostenlos zum Herunterladen im Internet zur Verfügung.[4]
  • Zudem werden Statistische Wochenberichte veröffentlicht, die auch kostenfrei zum Herunterladen zur Verfügung stehen.[5]
  • Für das Deutsche Reich im Zeitraum 1881-1943 siehe [2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Destatis arbeitet mit den 14 (Stand Mai 2013) statistischen Ämtern zusammen, die es auf Bundesländer-Ebene gibt. Jeweils zwei Bundesländer arbeiten zusammen:

Liste der 14 Ämter im Artikel Statistisches Landesamt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Statistisches Bundesamt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vor 60 Jahren: Vorläufer des Statistischen Bundesamtes gegründet
  2. Das Statistische Bundesamt 2013 in Zahlen. destatis.de. Abgerufen am 11. September 2013.
  3. BMI: Roderich Egeler neuer Präsident des Statistischen Bundesamtes
  4. Statistisches Bundesamt Deutschland: Wirtschaft und Statistik. Abgerufen am 26. April 2012.
  5. Statistisches Bundesamt Deutschland: Statistische Wochenberichte. Abgerufen am 26. April 2012.

50.0711111111118.2522222222222Koordinaten: 50° 4′ 16″ N, 8° 15′ 8″ O