Statoil

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Statoil ASA
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN NO0010096985
Gründung 1. Oktober 2007
Sitz Stavanger, Norwegen
Leitung Helge Lund (CEO), Svein Rennemo (Chair)
Mitarbeiter 23.400[1] (2013)
Umsatz 637,4 Mrd.[2] NOK (ca. 74 Mrd. EUR)
Branche Öl und Erdgas
Produkte Öl,Erdgas und petrochemikalische ProdukteVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.statoil.com
das alte Logo von Statoil

Statoil ASA (ehemals StatoilHydro ASA), entstanden aus dem Zusammenschluss von Statoil und vor allem den Erdöl- und Erdgasaktivitäten von Norsk Hydro, ist ein börsennotierter Öl- und Gaskonzern mit Sitz in Stavanger, dessen Mehrheit mit 67%[3] vom norwegischen Staat gehalten wird. Statoil beschäftigt rund 29.500 Angestellte, davon etwa 60 Prozent in Norwegen, und ist damit Norwegens größtes Unternehmen.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Upstream-Aktivitäten[Bearbeiten]

Statoil ist mit 60 % der Gesamterzeugung der größte Operator auf dem norwegischen Kontinentalsockel. Die bearbeiteten Felder sind Glitne, Gullfaks, Heidrun, Huldra, Kristin, Kvitebjørn, Mikkel, Norne, Ormen Lange, Sleipner, Snorre, Snøhvit, Statfjord, Sygna, Tordis, Schleppangel, Veslefrikk, Vigdis, Visund, Volve und Åsgard. Die Firma hat auch Verarbeitungsanlagen bei Kolsnes, bei Kårstø, bei Mongstad, bei Tjeldbergodden und bei Melkøya.

Zusätzlich zum norwegischen Kontinentalsockel betreibt StatoilHydro Öl- und Erdgasfelder in Algerien, Angola, Aserbaidschan, Brasilien, Kanada, China, Iran, Libyen, Nigeria, Russland, den Vereinigten Staaten sowie in Venezuela. StatoilHydro hat Büros, die nach Geschäftsmöglichkeiten in den Ländern Ägypten, Mexiko, Qatar und den Vereinigten Arabischen Emiraten Ausschau halten. Die Firma hat Verarbeitungsanlagen in Belgien, in Dänemark, in Frankreich und in Deutschland. 2006 wurde Statoil genehmigt, das weltgrößte CO2-Sequestrierungsprojekt zu implementieren. Dabei werden Kohlenstoffemissionen (Treibhausgase) deponiert, um die globale Erwärmung abzuschwächen. Das Projekt scheiterte allerdings 2013[4].

Midstream-Aktivitäten[Bearbeiten]

Statoil ist an einigen Rohrleitungstransporten beteiligt, einschließlich Zeepipe, Statpipe, Europipe I und Europipe II und Franpipe vom norwegischen Kontinentalsockel zu Westeuropa zusätzlich zur Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline in Mittelasien miteinbezogen. Die Rohrleitungen von Norwegen werden durch „Gassled“ organisiert.

Die Firma hat Büros zum Handel für Rohöl, raffinierten Erdölprodukten und Erdgasflüssigkeiten in London, in Stamford und in Singapur.

Downstream-Aktivitäten[Bearbeiten]

Die Firma betreibt drei Marken, deren Tankstellen heißen: Statoil, Hydro und 1-2-3. StatoilHydro unterhält Tankstellennetze in Dänemark, Estland, Irland, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Russland und Schweden. In Schweden unterhält die Firma auch Tankstellen unter der Marke Hydro. Insgesamt unterhält Statoil 2.000 Tankstellen.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 14. Juni 1972 wurde auf Beschluss des Storting, des norwegischen Parlaments, Den norske stats oljeselskap (Ölgesellschaft des norwegischen Staates), kurz Statoil, gegründet. Ziel war es, an der Ausbeutung der in den 1960er-Jahren entdeckten Erdölvorkommen in der Nordsee teilzuhaben und die Basis für eine nationale Ölindustrie (Raffinerien, Petrochemie) zu bilden. Der Gründungsparagraph sieht vor, dass Statoil sich mit Gewinnung, Transport, Verteilung und Vertrieb von Erdöl und davon abgeleiteten Produkten beschäftigen solle. Außerdem wurde eine umfangreiche Reportpflicht gegenüber dem Industrieministerium (später dem Erdöl- und Energieministerium) festgelegt.

Schon bald begannen die Vorbereitungen zur Ölgewinnung, und bereits 1974 wurde das Statfjordfeld auf dem norwegischen Kontinentalschelf entdeckt. 1979 konnte die Förderung aufgenommen werden - zunächst wurde das Rohöl noch per Schiff von der Bohrinsel aus an Land befördert.

1981 übernahm Statoil als erstes norwegisches Unternehmen die alleinige Betriebsverantwortung für ein neues Feld: Gullfaks im Süden des Kontinentalschelfs.

Ein weiterer Schritt der Diversifizierung folgte 1985, als die Norweger das skandinavische Tankstellennetz des Konkurrenten Esso übernahmen. Heute ist die Tankstellensparte Statoil Detaljhandel Marktführer in mehreren nordeuropäischen Ländern.

Seit 1988 fördert der Konzern auch Erdgas (das erste erschlossene Erdgasfeld war Tommeliten), im selben Jahr wurde mit Mongstad (nahe Bergen) das zweitgrößte Erdöl-Verladeterminal Europas eröffnet. Gleichzeitig begann auch die Expansion der Gewinnungsaktivitäten (man vermutet, dass das Norwegische Kontinentalschelf seinen Förderzenit bereits überschritten hat und dort kaum mehr große neue Ölfelder zu finden sind) ins Ausland: Zuletzt wurden 2005 Dependancen in China und Angola eröffnet. Die Deutschland-Zentrale von Statoil befindet sich in Emden an der Knock, wo auch eine Anlande- und Reinigungsstation für Nordseegas betrieben wird.

Im Jahr 2001 erfolgte die Teilprivatisierung: 18 Prozent der Anteile wurden an der Börse in Oslo verkauft, inzwischen ist Statoil auch an der New York Stock Exchange gelistet.

2007 wurde der Bereich „Oil & Energy“ der zweitgrößten norwegischen Ölgesellschaft Norsk Hydro mit Statoil zusammengelegt. Norsk Hydro brachte hierbei ihre Öl- und Gassparte Hydro Agri ein. Die neue Gesellschaft StatoilHydro soll sich erfolgreicher im internationalen Markt gegen die anderen global operierenden Ölkonzerne behaupten können. Dieser Schritt war schon seit Jahren in der Diskussion, wurde jedoch im Oktober, nach dem Scheitern der Gespräche sowohl von Statoil als auch Norsk Hydro mit der russischen Regierung über eine Beteiligung an dem gigantischen Gasfeld Shtokman, wieder akut. Vorstandsvorsitzender der neuen Gesellschaft wurde der jetzige Statoil-Chef Helge Lund, Aufsichtsratsvorsitzender der jetzige Norsk Hydro-Chef Eivind Reiten. Selbständig in Norsk Hydro blieben dessen Wasserkraft- und Aluminiumaktivitäten. Verschmolzen wurde das Erdöl- und Erdgasgeschäft sowie die Aktivitäten im Bereich erneuerbarer Energien wie Windkraft, Biodiesel und Wasserstofftechnologie.

Krisen und Skandale[Bearbeiten]

Die Geschichte von Statoil verlief bei weitem nicht immer erfolgreich. Vor allem in den ersten Jahren schrieb das Unternehmen infolge teurer Akquisitionen und mangelnder Erfahrung im Ölgeschäft Milliardenverluste.

Am 23. August 1991 sank im Förderfeld Sleipner A ein neues Bohrgestell wegen eines Konstruktionsfehlers auf Grund. Die Förderung konnte erst 1993 aufgenommen werden und die ökologischen Folgen dieses Unfalls sind bis heute nicht genau abzusehen.

Über die Jahre hinweg war Statoil immer wieder in Strafverfahren verwickelt, da Arbeitsunfälle auf Bohrplattformen des Öfteren Menschenleben kosteten oder Öl in die Nordsee lief. Mehrfach wurde der Konzern dabei zu Millionenbußen verurteilt. 2002 wurde der bis dahin größte Korruptionsskandal der norwegischen Wirtschaftsgeschichte um Statoil aufgedeckt, bei dem es um verdeckte Zahlungen im Iran ging. Seit Februar 2005 steht das Unternehmen unter besonderer Beobachtung der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC.

Statfjord A

In Irland plant Shell (in Kooperation mit Statoil und Marathon) gegen den Willen der örtlichen Bevölkerung die Errichtung einer an Land gebauten Raffinerie für Erdgas aus dem Atlantik. Die Bewohner der abgelegenen Gegend befürchten die Zerstörung ihrer Umwelt und ihrer Lebensgrundlagen. Eine Gruppe führt unter dem Namen Shell to sea (englisch) den Widerstand gegen das Projekt. Im Mai 2007 wurde dem Anwohner und Aktivisten Willie Corduff für seinen Einsatz der Goldman Environmental Prize verliehen.

Eine Anlage auf der Insel Melkøya bei Hammerfest, in der Erdgas verflüssigt und per Schiff zum Festland transportiert wird, wurde nach dem Start im August 2007 wegen technischer Probleme im November wieder abgeschaltet. In der Zwischenzeit wurde ein Teil des Gases abgefackelt, wobei erhebliche Mengen an Kohlendioxid, Stickoxide und krebserregendem Ruß in die Umwelt gelangten. Ende Januar 2008 soll die Anlage teilweise in Betrieb gehen wobei dann überschüssiges Gas wieder abgefackelt werden soll.[5]

Am 16. Januar 2013 entführten malische militante Islamisten in Algerien neun Ausländer auf einem Ölfeld des Unternehmens. Die Angreifer hatten die Gasanlage Tiguentourine, welche gemeinsam mit BP sowie dem algerischen Energieunternehmen Sonatrach betrieben wird überfallen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statoil Jahresbericht 2013, S. 12
  2. Statoil Jahresbericht 2013, S. 4
  3. http://www.statoil.com/en/investorcentre/share/shareholders/pages/stateownership.aspx
  4. http://blogs.nature.com/news/2013/09/norway-scraps-large-scale-carbon-capture-plan.html
  5. taz-Artikel vom 24. Januar 2008: Gasfackel fördert Eisschmelze
  6. Überfall in Algerien: Islamisten überfallen BP-Gasfeld und nehmen Geiseln, abgerufen 16. Januar 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Öl – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bohrtürme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien