Staubsaugerroboter

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Reinigungsroboter der Marke TCM
Unteransicht Reinigungsroboter
Vorwerk Staubsaugerroboter, basierend auf einem Gerät von Neato

Staubsaugerroboter oder Roboterstaubsauger sind Haushaltsroboter, die selbsttätig Räume reinigen können.

Es gibt diese Form des Staubsaugers seit Ende der 1990er. Sie stellen die erste Form eines Serviceroboters im Alltag dar. Hersteller sind unter anderem Unternehmen wie iRobot (Roomba), Kärcher, Electrolux (Trilobite), Siemens, Neato Robotics, Samsung (Navibot) und LG (Hom-Bot). Die Preisspanne reicht von 40 bis 1.200 Euro.

Funktion[Bearbeiten]

Staubsaugerroboter sind meist in Form eines ca. 30 cm großen flachen rollenden Zylinders ausgeführt, teurere Modelle verfügen auch über Sensoren, mit denen sie sich orientieren können, und speichern Informationen über Räume und Energiestation, zu der sie selbstständig nach getaner Arbeit zurückkehren, um sich aufzuladen. Mit Hilfe aufwändiger Elektronik können diese Roboter verschiedene Programme ausführen, wodurch alle für den Staubsaugroboter zugänglichen Stellen in einem Raum und eine entsprechende Reinigungswirkung erreicht werden. Nicht zugängliche Stellen können nicht gereinigt werden. Auf dem Fußboden herumliegende Kabel können zu Funktionsstörungen führen oder ggf. auch die daran hängenden Geräte herunter ziehen (z. B. Tischleuchte vom Tisch). Topmodelle entsorgen den aufgesaugten Schmutz selbsttätig in einer Ladestation und arbeiten völlig autonom, einfachere Modelle müssen manuell gereinigt und aufgeladen werden.

Einfache Staubsaugerroboter erfassen die Umgebung nur mit einem einzelnen Kollisionssensor. Stößt der Roboter auf ein Hindernis, ändert er seine Richtung. Die ersten Staubsaugerroboter (Beispiel: Sichler Robo-Staubsauger) benötigten hierfür keine Elektronik, bereits mit einer einfachen Federmechanik kann der Staubsaugerroboter sich auf der Stelle drehen, wenn ein Hindernis die Bewegung stoppt. Wenn die Fahrzeit ausreicht, kann mit dieser einfachen Logik eine Fläche vollständig erfasst werden.

Moderne Staubsaugerroboter verwenden Ultraschall, Infrarot-Licht oder Laser, um durch Reflexionen die Entfernung zu einem Gegenstand zu ermitteln. Absturzsensoren ermöglichen das Erkennen von Treppen und Absätzen. Nur wenige Staubsaugerroboter sind in der Lage, sich im Raum zu orientieren, die meisten Modelle reagieren lediglich auf Kollisionen und die eingestellte oder aufgrund von abgemessenen Strecken berechnete Reinigungszeit. Es gibt Modelle, die einen Plan der Räume erstellen, um so den Saugvorgang zu optimieren.

Aktuelle Modelle werden mit einem Wochenprogramm ausgestattet und sind so in der Lage, mehrere Tage ohne Eingriff unbeaufsichtigt Wohnräume zu reinigen.

Die meisten Geräte arbeiten nach dem Prinzip des Teppichreinigers: Die Reinigung beruht auf verschiedenen rotierenden Bürsten oder Walzen mit Gummiwischern. Die verwendeten Staubsauger sind leistungsschwach, einige Modelle verwenden statische Tücher, um Staub von glatten Hartböden aufzunehmen. Fast alle Staubsaugerroboter arbeiten ohne Staubsaugerbeutel, die Auffangboxen werden einfach im Mülleimer ausgeleert.

Auf Grund der noch immer geringen Akku-Kapazität von maximal 120 Minuten ist es selbst der neuesten Generation noch immer nicht möglich, mehr als vier Räume (1-Zimmer-Wohnung mit Flur, Küche und Bad) zu reinigen. Der Einsatz in mehr als vier Räumen erfordert das Versetzen der Basisstation, die Verwendung mehrerer Basisstationen oder den Einsatz mehrerer Staubsaugroboter, was die Rentabilität (den Zweck der Arbeitserleichterung) deutlich reduziert.

Staubsaugerroboter mit Navigationssystem schaffen es, z.B. eine 79 m² Wohnung in einer Zeit von ca. 40 - 60 min. zu saugen. Einige Modelle fahren bei schwachem Akku selbstständig die Docking Station an und reinigen nach Aufladezeit dann am letzten Punkt weiter. Bei dem Einsatz muss man also zwischen den älteren Generationen und den neuen mit Navigation unterscheiden.

Verbreitung[Bearbeiten]

Gemäß der International Federation of Robotics wurden 2008 ungefähr 940.000 Staubsaugerroboter weltweit verkauft, beinahe 50 % mehr als 2007.[1]

Staubsaugerroboter kommen vorwiegend aus Europa, USA und Asien. In Europa ist zu beobachten, dass Staubsaugerroboter von klassischen Reinigungsgeräte-Herstellern unter Marketinggesichtspunkten herausgebracht werden, während sich in den USA und Südkorea auf Roboter spezialisierte Hersteller gebildet haben. Im Gegensatz zu Staubsaugerrobotern werden Bodenwischroboter bislang nur von einem amerikanischen Unternehmen (iRobot) und einem chinesischen Unternehmen (TTI bzw. Dirt Devil) hergestellt. Europäische Hersteller von Bodenwischrobotern gibt es trotz entsprechender Forschung in der Unternehmenszentrale eines deutschen Reinigungsgeräteherstellers noch nicht.

Testergebnisse 2012[Bearbeiten]

Die Stiftung Warentest hat im März 2012 exemplarisch zwei Staubsaugerroboter getestet. Grobschmutz in aufgeräumten Räumen können sie bei täglichem Gebrauch recht erfolgreich entfernen. Auf Teppich entfernen sie Staub allerdings nur oberflächlich, zudem pusten die 2012 getesteten Staubsauger einen Großteil des Feinstaubs wegen ihrer primitiven Filtertechnik wieder in den Raum zurück. Saugroboter ersetzen laut Stiftung Warentest daher noch keine klassischen Bodenstaubsauger.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz W. Katzenmeier: Reinigungsroboter selbstgebaut. Elektor, Aachen 2006, ISBN 3-89576-166-4.
  • Tod E. Kurt: Hacking Roomba, Wiley & Sons, Indianapolis, IN 2006, ISBN 978-0-470-07271-4 (englischsprachig).

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. EXECUTIVE SUMMARY of 1. World Robotics 2009 Industrial Robots & 2. World Robotics 2009 Service Robots. (Nicht mehr online verfügbar.) In: World Robotics 2009 Service Robots. International Federation of Robotics Statistical Department, ehemals im Original, abgerufen am 24. Januar 2010: „In 2008, about 940,000 vacuum cleaning robots were sold, almost 50% more than in 2007.“
  2. Saugroboter-Test der Stiftung Warentest (mit Video) test.de, 29. März 2012 (abgerufen am 4. Feb. 2013)