Staudernheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Staudernheim
Staudernheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Staudernheim hervorgehoben
49.7754361111117.6885111111111140Koordinaten: 49° 47′ N, 7° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Bad Sobernheim
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 11,48 km²
Einwohner: 1393 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55568
Vorwahl: 06751
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 102
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 11
55566 Bad Sobernheim
Webpräsenz: www.staudernheim.de
Ortsbürgermeister: Franz Seiß (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Staudernheim im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild
Staudernheim an der Nahe
Katholische Pfarrkirche von 1768
Evangelische Kirche von 1871
Staudernheim Ortsmittelpunkt

Staudernheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim an. Staudernheim ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Zwischen Hunsrück und Pfälzer Bergland liegt die Gemeinde Staudernheim südöstlich von Bad Sobernheim am Fluss Nahe.

Zu Staudernheim gehören auch die Wohnplätze Eisenschmelze, Herrenhof und Klostermühle.[3]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 539 mm. Die Niederschläge sind sehr niedrig. Sie liegen im unteren Zehntel der in Deutschland erfassten Werte. An 9 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Januar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,6 mal mehr Niederschläge als im Januar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 2 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Staudernheimer Gemarkung war aufgrund ihrer günstigen Voraussetzungen wie fruchtbare Böden, mildes Klima und einer guten Verkehrslage schon in vorchristlicher und römischer Zeit besiedelt.

Auf dem nahe gelegene Disibodenberg stand eine keltisch-römische Kultstätte. Eine römische Straße führte in der Nähe bei Lettweiler und Bad Sobernheim vorbei. Nach den Zusammenbruch des römischen Reiches im 5. Jahrhundert und den Wirren der Völkerwanderung besiedelten Franken das Naheland.

Im 5. und 6. Jahrhundert schenkten die Merowinger dem Bistum Mainz Ländereien auf dem Disibodenberg. Ein Franke mit dem Namen „Studaro“ gründete eine Ansiedlung, aus dem sich der Ort seit dem 6. Jahrhundert entwickelte.

Um das Jahr 640 siedelte sich der irische Mönch und Missionar Disibod auf dem später nach ihm benannten Disibodenberg an. Die auf dem Berg von Bischof Bonifatius im Jahre 745 über dem Grab des heiligen Disibod errichtete Taufkirche wurde Ausgangspunkt der Missionierung des Naheraums.

Staudernheim stand schon früh kirchlich und verwaltungsmäßig unter der Obhut des Klosters und des Mainzer Erzbistums. Bis zur Aufhebung des Klosters im Jahre 1559 war die Geschichte des Dorfes eng mit der des Klosters verbunden. Der Ortsname tauchte erstmals im Jahre 1107 auf. In kirchlichen Quellen wird das Dorf 1128 und 1146 „Studernheim“ genannt. Das älteste erhaltene Gerichtssiegel aus dem 15. Jahrhundert zeigt den Hl. Laurentius als Ortsheiligen.

1240–1242 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Erzbistum Mainz und dem naheländischen Adel. Es folgte der Niedergang und die Verarmung des Klosters und damit des Dorfes. Um 1200 besaßen die Rheingrafen, die spätere Ortsherrschaft, in Staudernheim einen Hof. Schon 1265 wird eine erste Brücke über die Nahe genannt. Die südliche Hälfte von Oberstreit gehörte mindestens seit 1305 zu Staudernheimer Gemarkung.

In den folgenden Jahrhunderten hatten außerdem noch weitere Adlige Besitz und Herrschaftsansprüche in Staudernheim, so u. a. die Ritter von Sponheim, die Wild- und Rheingrafen, die Ritter von Steinkallenfels und die Vögte von Hunolstein. Die Ortsherrschaft gelangte bis 1601 zu 3/8 an die Ritter von Steinkallenfels und 1778 an die Vögte von Hunolstein als deren Erben; nur 5/8 besaßen die Wild- und Rheingrafen.

Im Jahre 1515 wird ein Schultheiß als Ortsvorsteher genannt. Das lutherische Bekenntnis, dem heute noch 2/3 der Bevölkerung angehören, führten um 1550 die Rheingrafen ein.

Im Dreißigjährigen Krieg entstand 1620 wieder eine katholische Kirchengemeinde. Für die katholische Gemeinde ließ Fürst Johann Dominik von Salm-Kyrburg in den Jahren 1768–70 durch seinen Baumeister Johann Thomas Petri die heutige Pfarrkirche „St. Johannes der Täufer“ und ein Pfarrhaus bauen, das zunächst dem Kirner Piaristenkolleg unterstellt war.

Mit der Französischen Revolution fanden die Fürstenherrschaften im Naheraum ein Ende. Die Franzosen, die das Land besetzten, schufen eine neue Verwaltung. Staudernheim kam im Jahre 1798 zur Mairie Meddersheim. Nach dem Ende der französischen Herrschaft (1814) kam das Dorf 1816 zu Hessen-Homburg. Von 1816 bis 1834 war die Nahe und die Gemarkungsgrenze gegen Odernheim Staats- und Zollgrenze nach Bayern. In den Jahren 1846–50 wurde die steinerne „Landgrafenbrücke“ über die Nahe erbaut, die die alte Brücke von 1265 ersetzte.

Seit der Anbindung an das Eisenbahnnetz im Jahre 1859 ging die Entwicklung aufwärts. Ab 1896 gab es ein Gleis zur Glantalbahn, die so genannte „Strategische Bahn“.

1866 wurde Staudernheim mit der Landgrafschaft Hessen-Homburg zunächst dem Großherzog von Hessen-Darmstadt unterstellt und dann an Preußen abgetreten; seit 1869 gehörte es zu der neuen Bürgermeisterei Meddersheim.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1918 Staudernheim und das westliche Rheinland von französischen Truppen besetzt, die 1930 wieder abziehen. 1935 kam Staudernheim verwaltungsmäßig zu Sobernheim.

Den Zweiten Weltkrieg überstand der Ort weitgehend unbeschädigt. Die Ende des Krieges gesprengte Nahebrücke wurde 1948 wieder neu aufgebaut.

Die ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Bevölkerung arbeitet zunehmend in Industrie- und Gewerbebetrieben in Bad Sobernheim, Bad Kreuznach und im Rheintal.

In den 1950er-Jahren erfolgte der Anschluss des Dorfes an die Trinkwasserversorgung (vorher Brunnenversorgung), in den 1960er-Jahren erhielt der Ort eine Kanalisation.

Staudernheim ist in heutiger Zeit ein Wohn- und Erholungsort, der sich mit Erfolg um den Tourismus bemüht.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Staudernheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 691
1835 k.A.
1871 1.065
1905 1.349
1939 1.353
Jahr Einwohner
1950 1.441
1961 1.463
1970 1.566
1987 1.592
2005 1.551

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Staudernheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[4]

  SPD CDU FWG Gesamt
2009 7 6 3 16 Sitze
2004 6 7 3 16 Sitze

Landtagswahl[Bearbeiten]

Wahlergebnisse von Staudernheim bei der Landtagswahl vom 27. März 2011 (Landesstimmen):[5]

SPD CDU FDP Grüne FWG Linke Sonstige
45,8 % 30,4 % 1,9 % 13,9 % 2,2 % 3,2 % 2,7 %

Wahlberechtigte: 1181; Wahlbeteiligung: 67,9 %

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Von Schwarz über Gold geteilt, oben ein wachsender silberner herschauender Löwe, unten ein rotes Widerkreuz“. Es wurde 1980 genehmigt.

Staudernheim war bis um 1800 ein Lehen der Rheingrafen. Diese führten in ihrem Wappen einen auf schwarzen Untergrund herschauenden silbernen Löwen – die Rheingrafen hatten den Leoparden als Wappentier, ab 1223 auch den Löwen. Neben zwei abgekehrten aufrechten Salmen war das Wappen der Grafen von Salm (Obersalm) im roten Schild mit goldenen Widerkreuzen bestreut. Eines dieser Kreuze wurde im unteren Schild aufgenommen mit der gleichen Tingierung wie im Salm’schen Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Sehenswert ist die katholische Kirche und das Pfarrhaus von 1768, die evangelische Kirche von 1871, die ehemalige Synagoge sowie das in der Nähe liegende Kloster Disibodenberg, welches zu Odernheim am Glan gehört, ein Wirkungsort der Heiligen Hildegard von Bingen.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Staudernheim

Freizeiteinrichtungen und Tourismus[Bearbeiten]

Der von Bad Sobernheim ausgehende Barfußpfad führt an der Nahe entlang über Staudernheimer Gebiet. In der Nähe des Staudernheimer Bahnhofes liegt der Start-/Endpunkt der Draisinenbahn durch das Glantal.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Autowerkstätten: Drei freie KFZ-Betriebe.
Handel und Handwerk: Schreinerei, Gartenbaubetrieb, Polsterer, Elektroinstallateur, Gaststättenbedarf, Solartechnik, Isoliertechnik, Heizungsbau, Blumengeschäft und einige kleinere Betriebe.
Lebensmittel: Lebensmittelgeschäft, Metzgerei.
Ärzte: Arzt für Allgemeinmedizin

Verkehr[Bearbeiten]

Staudernheim liegt im Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund. Der Bahnhof Staudernheim liegt an der Nahetalbahn SaarbrückenMainz. Dort halten stündlich die Regionalbahn Türkismühle–Mainz und alle zwei Stunden der Regionalexpress Saarbrücken–Mainz. Östlich des Bahnhofs kürzt die zweigleisige, nicht elektrifizierte Bahnstrecke eine Naheschleife mit dem 424 Meter langen „Booser Tunnel“ ab, der auf Staudernheimer Gebiet liegt.

Die Buslinie 260 des Omnibusverkehrs Rhein-Nahe verkehrt von Bad Sobernheim über Staudernheim und Odernheim nach Lauterecken und ersetzt damit die auf diesem Abschnitt in den 80er-Jahren stillgelegte Glantalbahn, die jetzt nur noch von Touristen mit Draisinen befahren wird.

Die Bundesstraße 41, die in etwa parallel zur Nahetalbahn verläuft, passiert Staudernheim wenige Kilometer nördlich.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Grundschule, Kindergarten, Freiwillige Feuerwehr, Gemeindehaus, VFL-Sporthalle und Sportplatz

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

andere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Bettina Dickes (* 1971), Politikerin und Abgeordnete des Landtags von Rheinland-Pfalz, lebt in Staudernheim

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Staudernheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 17 (PDF; 2,3 MB)
  4. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  5. Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2011, Staudernheim